Dornröschen, Ballett
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DornröschenDornröschen, Ballett
in drei Akten mit Prolog
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Mythos, Märchen
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Finger
saugt. Die nächste Spur auf der Suche
nach dem Dornröschenstoff führt uns zu der Märchensammlung
des Neapolitaners Giambattista Basile (1575-1632). In seinem Penramerone findet
sich u.a. auch das Märchen von Sonne, Mond und Talia.
Das Motiv der Faser und die Bedingung der Erlösung stimmen im mittelalterlichen Roman und bei Basile so genau überein, daß man mit einem direkten Einfluß rechnen kann. Basile verleiht dem Märchen eine eigene Note, indem er in seiner Erzählung den kosmischen Aspekt hervorhebt. Statt der Göttin, die aus reiner Willkür den Fluch ausspricht, sind es bei ihm Wahrsager und Weise, die das Schicksal der Prinzessin vorhersehen. Die Gestirnsnamen der Kinder - Sonne und Mond -, die Talia während ihres Schlafes zur Welt bringt, unterstreichen noch das Motiv des Kosmischen. Das Mitwirken von Göttern und Menschen mit Götternamen in den Märchen läßt vermuten, daß auch Mythen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Märchenstoffen gespielt haben. Die Sage von Leto, der Mutter des Sonnengottes Apollon und der Mondgöttin Artemis, und die Geschichte von Meleagros, dem bei seiner Geburt drei Moiren sein Schicksal prophezeien, könnten als Vorlagen für einzelne Dornröschenmotive gedient haben. Der Mythos von Persephone wirft ein neues Licht auf das Motiv des Schlafes im Dornröschen-Märchen. Persephone, die Tochter der Fruchtbarkeitsgöttin Demeter, wird vom Unterweltgott Hades entführt. Demeter sucht lange vergeblich nach ihrer Tochter und läßt aus Trauer und Wut die Felder der Menschen verdorren. Schließlich erhält sie |
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von Zeus die Erlaubnis, daß Persephone
zwei Drittel des Jahres bei ihr verbringen darf und nur das letzte Drittel
im Reich des Todes hausen muß. So erwacht noch heute jedes Jahr im Frühling
die Natur aufs neue, wenn Persephone aus der Unterwelt zu ihrer Mutter emporsteigt. |
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Dornröschen Prinzessin
Aurora Die Handlung Große Freude herrscht am Hof des Königs Florestan: Nach langem vergeblichem Warten wurde der Königin ein Kind geboren, und zur Taufe der kleinen Prinzessin Aurora sind die Paten und viele Gäste eingeladen. Dem Kind werden die denkbar besten Wünsche dargebracht. Hoftänzerinnen zelebrieren ein Divertissement.
Da erscheint die böse Fee Carabosse,
aufgebracht, weil sie nicht eingeladen war. Die Schuld trifft offensichtlich
Catalabutte, den |
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Haushofmeister. Er ist untröstlich, aber
Carabosse kennt kein Verzeihen. Ihr böser Urteilsspruch prophezeit dem
neugeborenen Kind, daß es an seinem 16. Geburtstag durch einen Spindelstich
sterben werde. 1. Akt.
2.Akt.
Dem Prinzen erscheint die Fliederfee. Sie gibt ihm Kunde von der lieblichen Aurora. Nichts wünscht der Prinz sehnlicher, als zu ihr zu gelangen. Geleitet von der Fliederfee, findet der Prinz Aurora und weckt sie durch einen Kuß. Mit Aurora erwacht der ganze Hofstaat.
3.Akt.
Rudolf
Nurejew Man schreibt den Sommer 1961. Das Leningrader Kirowballet zeigt seine vielbewunderten, stilvollen Künste in der Pariser Oper. Wie immer nimmt das Pariser Publikum, seit Jahrhunderten eingeschworen auf die künstlerische Überlegenheit des eigenen Hausballetts und ihr geradezu blindlings hörig, bei allem Zuspruch die sowjetrussischen Gäste mit einer gewissen Zurückhaltung auf. Die Tanzästhetik der Gäste scheint ihm verstaubt, die Ausstattung lächerlich demodiert, der Stil unspektakulär, die Solisten auf feine Art unpersönlich. Gewiß - man genießt eine gepflegte Ensembleleistung, man schwelgt in der Beschwörung einer großen Vergangenheit, aber die Pariser finden keinen Anlaß, sich für eine besondere künstlerische Leistung, nach der sie mit Gier Ausschau halten, zu enthusiasmieren: bis auf die eines jungen, erst dreiundzwanzigjährigen Tänzers namens Rudolf Nurejew. Den feiern sie laut, den zeichnen sie aus. Den heben sie auf den Schild. Der junge Mann tatarischer Abstammung, aufgewachsen im fernen Ufa, siebzehnhundert Kilometer entfernt vom Ballettheiligtum Leningrad, dort als Spätkömmling aus der Provinz tänzerisch weitergebildet, nun zum ersten Mal im westlichen Ausland, wirft sich mit unstillbarer Neugier in das ihm fremde Leben, promeniert nach Lust und Laune herum, macht Bekanntschaften, wird verwöhnt, gehätschelt, gefeiert, wichtig genommen und genießt die dolce vita à la francaise zu allem Überfluß auch noch sichtbar. Der junge Mann tatarischer Abstammung, aufgewachsen im fernen Ufa, siebzehnhundert Kilometer entfernt vom Ballettheiligtum Leningrad, dort als Spätkömmling aus der Provinz tänzerisch weitergebildet, nun zum ersten Mal im westlichen Ausland, wirft sich mit unstillbarer Neugier in das ihm fremde Leben, promeniert nach Lust und Laune herum, macht Bekanntschaften, wird verwöhnt, gehätschelt, gefeiert, wichtig genommen und genießt die dolce vita ä la francaise zu allem Überfluß auch noch sichtbar. Das mißfällt der Rigidität der Ballettleitung. Das verstößt gegen die Regeln des gußeisernen guten Benehmens, wie man es den russischen Tänzern gewissermaßen von Kindesbeinen an eingebläut hat. Das bezeugt einen Individualismus, den es unverzüglich zu brechen gilt, und dafür werden die mitgereisten »Politruks« der Ballettcompagnie sorgen. Vor dem Weiterflug der Truppe zum Gastspiel nach London wird Nurejew vorsichtig ausgesondert. Man eröffnet ihm, er habe unverzüglich mit dem nächsten Flug nach Leningrad heimzukehren. Er glaubt nicht dem Versprechen, er werde der Compagnie nach London, wo man ihn bereits in den Hauptrollen aller drei abendfüllenden Ballette, »Dornröschen«, »Giselle«, »Schwanensee« ankündigt, hinterherreisen dürfen. Er sieht sich ausgegrenzt; vielleicht für alle Zeiten in der Sowjetunion und möglicherweise an ihren entlegensten Orten künstlerisch eingesperrt. Er wirft sich auf dem Pariser Flughafen Le Bourget in die Arme der Polizei. Er bittet um Asyl; eine durchaus halsbrecherische Entscheidung. Er, der bislang künstlerisch Schlagzeilen einzig im Feuilleton machte, springt damit auf die Titelseiten der internationalen Presse - und dort ist er im Grunde in den folgenden drei Jahrzehnten, nun aber nicht mehr aus politischen, sondern aus künstlerischen Gründen stehen geblieben. Der Name Nurejew wird zum Haushaltswort der Kunst in der zweiten Jahrhunderthälfte, wie vielleicht nur noch Karajan, Bernstein, Pavarotti, Callas Wie kein anderer Tänzer in West-Europa und Amerika hat Nurejew das Gesicht des Tanzes geprägt. Er gibt der schon zur Resignation neigenden Margot Fonteyn künstlerisch neuen Mut, reißt sie in eine neue Karriere hinüber und zementiert an ihrer Seite den Rang des englischen Royal Ballet auf unvergeßliche Jahre hinaus. Sein unangefochtenes Startum hebt den sozialen Status aller Tänzer der westlichen Welt auf ein neues, bis dahin nicht einmal erahntes Niveau. Tänzergagen pendeln sich international ein auf einem bis lang nicht gekannten Level. Das Ballett gewinnt sich durch die Anziehungskraft seines Tanzes ein nach Millionen zählendes neues Publikum außerhalb der Großstädte. Seine choreographische Betreuung der abendfüllenden klassischen Ballette (wie »Nußknacker«, »Schwanensee«, vor allem aber »Dornröschen«; von »Raymonda«, »La Bayadère«, »Don Quixote«), in Wien, Stockholm, Buenos Aires, London, Paris, Spoleto, Adelaide, Sydney, Marseille, Mailand, Berlin werden zu Bestsellern eines Tanztheaters der strikt akademischen Haltung. Geist ist gefragt; noch nicht Zeitgeist. Prokofjews »Romeo und Julia« wird in seiner Choreographie ein Welterfolg des dramatischen Tanzes. Nurejew, der Exil-Russe mit der österreichischen Staatsangehörigkeit, wird Direktor des Balletts der Pariser Opera. In wenigen Jahren unter seiner Leitung, gestützt auf die hervorragende Arbeit der Schule, wird die Compagnie zeitweilig als beste der Welt respektiert. Er tanzt gratis als Stargast mit amerikanischen Compagnien des Freien Tanzes, wie denen von Martha Graham, Paul Taylor, Murray Louis an Gala-Abenden, die den Truppen dank seiner Mitwirkung zu Einnahmen verhelfen, mit denen die Truppen eine ganze Tanz-Saison zu finanzieren vermögen. Nichts von dieser sozial blendenden, mitunter provokatorischen und skandalgeschüttelten, tänzerisch immer brillanten Karriere kann der junge Flüchtling vorausahnen, als die französische Staatsgewalt ihm im Niemandsland des Flughafens (wie seiner Karriere) den Ausgang nach West wie nach Ost zu freier ungegängelter Wahl offenhält. Er, der Dreiundzwanzigjährige, mutterseelenallein auf sich selbst gestellt, unerfahren im Umgang mit dem Westen, hat sich zu entscheiden, wie, er in Zukunft leben, wo er atmen, tanzen und künstlerisch arbeiten will. Vielleicht klang ihm, geschult, wie er es ist, an Märchenballetten, dabei nichts als der alte Spruch der Bremer Stadtmusikanten im Ohr: »Etwas Besseres als den Tod finden wir überall.« Nurejew stand vor einer Mutprobe der Kunst. Er hat sie bestanden, wieder und immer wieder; unter Prellungen, Platzwunden, Schürfungen von Körper und Seele. Klaglos hat Nurejew sie hingenommen. Die Kunst des Balletts in Ost wie West ist diesem nie sich schonenden und nie verschonten tanzenden Abenteurer mit dem von Jahr zu Jahr sich deutlicher intensivierenden Märtyrerblick mehr als eine Reverenz schuldig. |
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Marius
Petipa
er
einen Vertrag als Erster Ballettmeister
in der Nachfolge Jules Perrots. |
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Am 11. März 1818 wurde Alfons Victor Marius Petipa
als Sohn des französischen Tänzers und Ballettmeisters Jean Antoine Petipa in
Marseille geboren. Den ersten Tanzunterricht erhielt er bei seinem Vater, debütierte
als 13jähriger und trat Engagements in Brüssel, Bordeaux und Nantes an. Mit 20 Jahren schuf er seine ersten Choreographien. 1839 führte ihn ein kurze Tournee nach Amerika. Anschließend nahm er Unterricht bei dem Berühmten Pariser Tänzer und Pädagogen Auguste Vestris und verpflichtete sich 1845 für zwei Jahre am Teatre des Circo in Madrid, wo er sich intensiv dem Studium des spanischen Tanzes widmete. 1847 ging er über Paris per Schiff nach St. Petersburg, wurde am Kaiserlichen Marientheater als Premier danseur engagiert und feierte u. a. in den Balletten “Paquita”, “Giselle”, “Esmeralda”, “Le Corsaire” und “Faust” große Triumphe. 1855 choreographierte Petipa sein erstes eigenes Ballett in St. Petersburg. “Der Stern von Granada”. 1862 erhielt |
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Entscheidenden
Einfluß auf Petipas Inszenierungen hatte die späte Zusammenarbeit mit Pjotr
I. Tschaikowski und mit Iwan Wsewoloshski, dem zeitweiligen Direktor der Kaiserlichen
Theater. Sie führte ihn zu den
künstlerischen Wunderwerken von “Dornröschen”, “Nußknacker” und “Schwanensee”
Aus seinen zum Teil widersprüchlichen Tagebuchaufzeichnungen der letzten Jahre vor seinem Tode sprechen sowohl stolzes Selbstbewußtsein als auch eine etwas resignierende Bitterkeit über seinen schwindenden Einfluß, hervorgerufen durch offene Gegnerschaft einer jüngeren Generation, die Petipas künstlerische Anschauungen für überholt hielt und mit der Forderung nach einer Reform des Balletts eine neue Ära einleitete.So mußte der hochbetagte Meister, fast sechs Jahrzehnte lang unumschränkter Herrscher über das russische zaristische Ballett, noch zu seinen Lebzeiten Zepter an eine jüngere Ballettmeistergeneration weitergeben, zu deren glühendsten Vertretern Michail Fokin gehörte. Dessen ungeachtet riß die Pflege der besten Petipa-Choreographien |
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Marius Petipa, Seite 2 |
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in Rußland auch nach seinem Tode nie ab, und in Westeuropa setzte in den zwanziger Jahren unseres Jahrhunderts eine eigenständige Petipa Renaissance ein, hervorgerufen und umgesetzt durch übergesiedelte russische Künstler.
So widerfährt dem genialen Altmeister des klassischen Balletts heute, über 100 Jahre nach der Entstehung, seiner vielbewunderten Schöpfungen, in ihrer sorgfältigen und behutsamen Pflege die ihm zustehende Gerechtigkeit und Hochachtung. Und viele ausübende Jünger der Kunst Terpsichores begreifen die Chance, auch heute noch von ihm zu lernen. Studiert man heute die autobiographischen Äußerungen Petipas, die musikalisch-szenischen Pläne zu seinen Balletten oder Briefe an seine Mitautoren, so entsteht das Bild einer imposanten, auf allen Gebieten bewanderten Persönlichkeit mit feinem künstlerischem Gespür, konstruktiver Weitsicht, hoher fachlicher Meisterschaft und geradezu unerschöpflicher Phantasie. Zu den bekanntesten Werken Petipas gehören außer den schon genannten drei Tschaikowski-Balletten u.a. Don Quichotte, Die Bajadere (Minkus), Halt der Kavallerie (Armsheimer), Raymonda, Die Jahreszeiten (Glasunow), außerdem zahlreiche Bearbeitungen und Neueinstudierungen z.B. von Giselle, Der Korsar, Paquita, Coppelia, Esmeralda, La Sylphide. Wie sehr sich die Musik Tschaikowskis von
der Dutzendware der bisherigen Hauskomponisten Petipas wie Pugni oder Minkus
abhob, hatte der über 70jährige Petipa längst erkannt, als er die Zusammenarbeit
mit dem Komponisten zu “Dornröschen” begann. Nicht nur wie eine Floskel klingt
die letzte Zeile eines Briefes aus dem Jahre 1889 von Petipa an Tschaikowski: |
. Die Prinzessin Florine wurde von Warwara Nikitina getanzt.
Auch für seine Tochter Maria hatte Petipa eine Aufgabe reserviert: Sie hob die erste Fliederfee aus der Taufe. Im April 1904 notiert Petipa in seinem Tagebuch die 102. Aufführung von “Dornröschen” am Marientheater. Hatten russische Ballettsolisten Ausschnitte aus dem Werk bei ihren Gastspielen im Westen schon in den ersten beiden Jahrzehnten des neuen Jahrhunderts gezeigt, so stellt die denkwürdige erste Inszenierung der “Spajaschtschaja Krasawitza” - jetzt unter dem Titel “Sleeping Princess” - 1921 in London durch Sergej Djaghilews Balletts russes einen wichtigen Meilenstein in der Aufführungsgeschichte des Werkes dar. Seinen Siegeszug über die großen Bühnen der Kontinente trat es in seiner abendfüllenden Gestalt jedoch erst zögerlich in den 30er Jahren an. In Deutschland leistete Tatjana Gsowsky mit ihrer Erstaufführung des “Dornröschen” am 27. Juni 1949 an der Deutschen Staatsoper Berlin Pionierarbeit. Es handelte sich zwar wie bei vielen ihrer Vorläufer an ausländischen Bühnen um eine gekürzte Version (sie wurde an einem Abend zusammen mit Beethovens “Prometheus” gegeben), aber sie bedeutete späteren Aufführungen eine wichtige Orientierung. Wie auch in der Fassung von Rudolf Nurejew (erstmals für Mailand 1966, später für Toronto, London, Wien, Paris, 1992 für die Deutsche Staatsoper Berlin) nahmen die überlieferten Choreographien Marius Petipas in diesen Inszenierungen den ihm gebührenden Platz ein. |
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der Ihre M. Petipa “Ihr großer Verehrer und von Herzen ergebener Freund”. In ähnlicher Hochachtung äußert sich Tschaikowski über Petipa.Von großem Vertrauen in das Wissen des Meisters der klassischen Pas spricht vor allem die Tatsache, daß er sich bis ins kleinste Detail nicht nur den beabsichtigten Charakter der Musik, sondern sogar die Taktart und -zahl, die Tempi und gewünschten Instrumente für die szenische Aktion vorschreiben ließ. Solche Angaben wie zu Auroras berühmten ersten Auftritt sind keine Seltenheit: 2/4, staccato, kokett, 32 Takte, abschließend 6/8 forte, 16 Takte. Oder zu ihrer Variation im 1. Akt: 3/4, Pizzicato für Violinen, Violoncelli und Harfen (verzeihen Sie diese seltsame Ausdrucksweise) oder über Laute und Violine. Bei dieser Zusammenarbeit zum Ballett “Dornröschen” trafen sowohl das musikalische Vorstellungsvermögen des erfahrenen Petipa als auch Tschaikowskis hervorragende Kenntnis von den Erfordernissen des Balletts aufs glücklichste zusammen. Es mutet heute wie ein kleines Wunder an, daß einzelne Passagen des Balletts bei heutigen Aufführungen in nahezu der gleichen Gestalt wie vor über 100 Jahren von einem genialen Kopf konzipiert und von einem Meister seines Fachs in Musik gesetzt, neu zu erleben sind. “Dornröschen” wurde am 3. (15.) Januar 1890 am Marientheater in St. Petersburg uraufgeführt. Am Dirigentenpult stand Riccardo Drigo, die Bühnenbilder stammen, wie damals üblich von verschiedenen Künstlern zu den einzelnen Akten und zwar von N. Andrejew, M. Botscharow, K. Iwanow und M. Schischkow, und die Kostüme hatte Iwan Wsewoloshski entworfen.
In der Rolle der Aurora tanzte die berühmte
Ballerina Carlotta Brianza (die übrigens 31 Jahre später bei
der ersten Londoner Einstudierung durch Djaghilews Balletts russes die Rolle
der bösen Fee Carabosse tanzte), die Partie des Prinzen Désiré war
mit dem verdienstvollen, aber nicht mehr ganz jungen Paul Gerdt besetzt, und
den Blauen Vogel im Divertissement des |
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SEITEN Ballett
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