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| Auszüge | ||||||||||||||
| Wie
es zu diesem Buch kam. Die evangelische Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler und der katholische Benediktinerabt Johannes Eckert sind Nachbarn. Beinah können sie sich gegenseitig vom Schreibtisch aus |
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SUSANNE
BREIT-KEßLER: Ich denke,
dass wir Protestanten den sehr wertvollen biblischen Gedanken von der Unmittelbarkeit
von Gott zu Mensch als Gastgeschenk mitbringen. Dass man keine große
Institution, Hierarchie oder gar Vermittler braucht, sondern dass wir als
Menschen gottunmittelbar sind und uns direkt an Gott wenden können. Bitte seid nicht kleinkariert! SUSANNE BREIT-KEßLER:
Gewisse Probleme habe ich natürlich mit der katholischen Hierarchie und
der Art der Hierarchie. Ich denke jedoch, eine heilige Ordnung ist durchaus
zu empfehlen. Es tut auch unserer evangelischen Kirche gut, wenn wir Ordnung
einhalten. ABT JOHANNES:
Was wir Katholiken wirklich angenommen haben, das ist die reformatorische
Liebe zur Heiligen Schrift und damit die Reform von der biblischen Quelle
her. Das ist das große Geschenk der Reformation an die katholische Kirche.
Und nach einigen Jahrhunderten hat die katholische Kirche sich ja auch bewegt
und der Reform in Gestalt des Zweiten Vatikanischen Konzils neuen Schwung
gegeben. Und dort wurde immerhin über die entscheidenden Begriffe »Laien«,
»Freiheit des Gewissens«, die »Rolle von Mann und Frau«
neu nachgedacht. Ich bin auf viele Dinge neidisch SUSANNE BREIT-KEßLER:
Konkret, wenn ich auf St. Bonifaz schaue, bin ich auf eine ganze Reihe von
Dingen neidisch: Zum einen auf diese wunderbare Kirche, in der sich Spiritualität
wirklich erfahren lässt. Sie ist modern, sehr zeitgemäß, sie
ist farbenfroh, ohne bunt zu sein. Sie ist nach oben gereckt, in den Himmel,
sie ist klar strukturiert. ABT JOHANNES:
Was ich als sehr schön empfinde in der evangelischen Kirche, ist die
föderale Ausprägung, die uns natürlich als Orden sehr entgegenkommt.
Wir Benediktiner sind ja auch sehr föderal geprägt. Das würde
ich mir manchmal mehr für meine eigene Kirche wünschen. Weil ich
die Vielfalt und Eigenverantwortung als Bereicherung innerhalb des Ordens
und bei unseren evangelischen Nachbarn erlebe und mir auch für die ganze
Weltkirche Ähnliches wünschen würde. Wir sind verbunden im Kampf für
das Leben ABT JOHANNES: Ein gemeinsamer Gegner ist bestimmt ein aggressiver Atheismus. Ein zweiter sind alle fundamentalistischen Gruppen, die sich vielleicht auch Christen nennen, denen ich aber mit Jesus das Christsein in manchem absprechen würde. Biblizisten sind gemeinsame Gegner, weil da der Glaube seiner Freiheit beraubt wird und letztlich in einen Aberglauben abdriftet. SUSANNE BREIT-KEßLER:
Positiv gewendet bedeutet das: Wir sind verbunden im Kampf
für das Leben. Wenn man Ja zum Leben sagt, was wir ja beide tun, dann
heißt es auch Ja zum Leben in seiner Vielgestaltigkeit, in seiner Freiheit.
Deswegen setzen wir uns konkret für das Leben schon vor der Geburt ein.
Wir setzen uns ein für alte Menschen. Wir wollen überall Ja sagen
zum Leben, in seiner Vielfalt und in seiner Einschränkung. Damit sind
diejenigen die Gegner, die aussortieren, selektieren wollen, die Leben nach
bestimmten Kriterien beurteilen und einteilen. Anmerkung: Kultur Fibel: Eine un-heilige Ordnung ist für keine Gesellschaft tragbar, wie wir sie derzeit in der Bundesrepublik Deutschland, als soziale Entropie erleben. Die Freiheit, die Einzelne mit Narrenfreiheit verwechseln, hat die Gesellschaft, an dem Rand des Untergangs gebracht und schafft sie, zum Nachteil gläubiger Christen, ab. - Die Degenerationserscheinungen sind tiefgreifend in unserer mit dem Schlachtruf "Freiheit" erodierten Gesellschaft. - 80% der 20 Jährigen haben nur noch 60 bis 70% Neuronale, Gehirnstränge zum Denken - UNI Studie. - Alle 8 Minuten wird ein Kind in Deutschland sexuell missbraucht (UNI Kiel). Geistesgstörte Pädophile mit Wachstumsraten: ca. 1.200 in 1950, ca. 220.000 im Jahr 2009. Gesunde Kinder, geistesgestört durch Freiheit von Porno und Medien-Industrie. Siehe: Kollaps, - Ende der Zivilisation, Ja zum Leben etc.. |
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zuwinken. In München liegt das evangelische
Landeskirchenamt Mauer an Mauer zum Gelände des Benediktinerklosters
St. Bonifaz. Wenn es etwas anderes als Zufall wäre? Wie auch immer: Diese
Nachbarschaft verpflichtet, finden Susanne Breit-Keßler und Abt Johannes
Eckert. Wenn nicht hier, wo sonst kann Ökumene gelebt werden —
in christlicher Nachbarschaft?!? Wenn nicht wir, wer sonst soll es dann machen?!?
Dieses Buch dreht sich in mehreren Kreisen
um folgende Fragen: Kann der Begriff Nachbarschaft ein Schlüssel sein,
um das Tor zur gegenwärtig ziemlich stagnierenden Ökumene wieder
neu zu öffnen? Die Nachbarn Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler, geboren
1954, ist im oberbayerischen Oberaudorf am Inn aufgewachsen. Seit 2001 steht
sie an der Spitze des Kirchenkreises München-Oberbayern, der 145 Kirchengemeinden
und rund 575.000 evangelische Christen umfasst. Sie ist mit Dieter Breit verheiratet,
Pfarrer und als Beauftragter der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in
Bayern für die Kontakte zu Landtag, Staatsregierung und für Europafragen
zuständig. Breit-Keßler ist ausgebildete Journalistin und Publizistin,
bekannte Rundfunkpredigerin und Autorin für den Bayerischen Rundfunk
sowie andere Rundfunkanstalten. Im evangelischen Magazin chrismon erscheint
monatlich ihre eigene Kolumne.
1993 trat er in die Abtei St. Bonifaz in München und Andechs ein. 1999 wurde Johannes Eckert mit seiner Arbeit zum Thema »Dienen statt Herrschen. Unternehmenskultur und Ordensspiritualität: Begegnungen, Herausforderungen, Anre¬gungen« zum Doktor der katholischen Theologie promoviert. In dieser Arbeit vergleicht er die Unternehmenskultur bei BMW, wo er als Werkstudent gearbeitet hatte, mit der Ordens¬spiritualität der Bayerischen Benediktinerkongregation. Im Juni 2000 wurde er zum Priester geweiht. Die Mönche von St. Bonifaz wählten ihn am 23. Juli 2003 zum neuen Abt der Benediktinerabtei St. Bonifaz in München und Andechs. Der Interviewer MÜNCHEN, FEBRUAR 2010 Eine reiche spirituelle Tradition ABT JOHANNES: Ich glaube, dass wir Katholiken die Freude an der Liturgie, am Kultus mitbringen. Dass wir kirchliche Strukturen hineinbringen, die eine weltweite Vernetzung mit einer Zentrale haben — was natürlich auch manchmal nicht ganz einfach ist, aber dennoch ist es ein Geschenk! Und wir bringen als großes Geschenk eine reiche spirituelle Traditionmit. Da denke ich als Abt eines Klosters natürlich vor allem auch an die Ordensgemeinschaften und an deren damit verbundene spirituelle Vielfalt. |
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Ökumene,
Abt Johannes und Susanne Breit Kessler, Bischöfin, ©
- Copyright: Musical-Operette:
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