Hui ChunGong, Übungen zur Kräftigung der Seele, zur Rückkehr desFrühlings


Hui Chun Gong
Die Verjüngungsübungen

der chinesischen Kaiser

ca. 120 Fotos / Abbildungen

Kultur Fibel Magazin
Gesellschaftsmagazin


Sachbuch
Heilkunde -
China
Südwest Verlag
144 S. geb. € (D) 16,95
im Buchhandel

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Monnica Hackl
Eigene Praxis und bildet Ärzte, Heilpraktiker, Therapeuten in Naturheilkunde aus.

Hui Chun Gong, Qi Gong,
Vital, Sexualkraft, Leben

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Wie ich zu den
Hui Chun Gong-Übungen kam

Hui Chun Gong
Übung zur Rückkehr des Frühlings:
für strahlendes Aussehen und einen gesunden Körper.

Meine Begegnung mit Madame Chan

Hui Chun Gong* bedeutet »Übung zur Rückkehr des Frühlings«. Mit Frühling ist hier natürlich nicht die Jahreszeit gemeint, sondern die frühlingshafte Frische der Jugend. Die Übungen selbst gelten als geheime Übungen, die von daoistischen Mönchen entwickelt wurden, um das Leben und die jugendlichen Qualitäten zu verlängern. Erst Ende der 80er Jahre ist diese Bewegungsfolge ans Licht der (chinesischen) Öffentlichkeit getreten und wird im chinesischen Bereich von Lehrer zu Schüler weitergegeben.
Hier möchte ich schildern, wie ich mit dieser Übung in Berührung kam. Seit vielen Jahren halte ich mich.mehrere Wochen im Jahr in Singapur auf, um dort vom fachlichen Austausch mit chinesischen Akupunkteuren oder Bewegungstherapeuten zu profitieren. Neben dem Besuch von Krankenhäusern steht für mich der allabendliche Besuch einer Tai-Chi Schule auf dem Programm. In langen Übungsstunden verbesserte dort eine Tai-Chi-Lehrerin geduldig meine Form und meinen Stil. Ich kannte Madame Chan nun schon einige Jahre, und zwischen der älteren, etwas fülligen Dame und mir hatte sich eine Art Freundschaft entwickelt.
Wie erstaunt war ich daher, als ich im Januar 1989 eine ihr zwar ähnlich sehende, aber sehr viel jüngere und schlankere Frau an ihrer Stelle vorfand. Ich grüßte die neue Lehrerin freundlich, schmollte jedoch innerlich, da ich meine geliebte Madame Chan natürlich der »Neuen« vorzog. Während einer Übungspause erkundigte ich mich bei einem anderen Lehrer nach ihr. Unterrichtete sie etwa nicht mehr bei der Schule? »Aber sie steht doch dort drüben bei der Gruppe, mit der Sie geübt haben!« war die Antwort. Ich sah in die Richtung, auf die er mir zeigte und war nun völlig konsterniert. Nicht Madame Chan stand da, sondern die »Neue«. Und diese lächelte nun zu mir herüber. Es dauerte einige Minuten, bis ich mich gefasst hatte und meinen Irrtum begriff.


Bilder: Auszug aus der Übung Drachenschwimen


Die Dame, die dort stand, war mir wohlbekannt, es war meine alte, geliebte Lehrerin. Ihr Äußeres hatte sich ganz unerklärlich geändert, sie war deutlich schlanker und zeigte mehr Figur. Ihre Haut war frisch und glatt, auch Haltung und Gang schienen merklich straffer. Während meines Aufenthaltes in Singapur wurde mir erklärt, dass man mich 1989 einem Test unterzogen habe. Madame Chan übermittelte mir eine ähnliche, aber nicht so wirksame Übungsreihe, um festzustellen, wie viel ich davon behalten konnte und ob ich auch wirklich ein Jahr lang üben würde. Als ich den »Test« ein Jahr später bestanden hatte, durfte ich das echte Hui Chun Gong kennenlernen, das nur von einem Meister persönlich übermittelt wird. Die Chinesen legen großen Wert auf den Vorgang der Übermittlung von »Herz zu Herz« und lehnen das Lernen aus Büchern ab. Jeder Meister fügt aus seinem eigenen Erfahrungsschatz Verbesserungen hinzu, sodass die Form lebendig bleibt und sich unaufhörlich vervollkommnet. Diese hauchfeinen Änderungen sollten aber wirklich nur den erfahrenen Meistern vorbehalten bleiben; sie blicken nämlich auf eine zwanzig bis dreißig Jahre lange Praxis zurück, haben Kenntnisse in chinesischer Medizin und wissen daher, an welchen Stellen die Essenz unverändert bleiben muss.
Mit Hui Chun Gong hat es aber noch eine besondere Bewandtnis, wurde mir erklärt, und diese ergibt sich aus seiner Geschichte, erzählte mir meine Lehrerin:
Nun lag es an mir, auf sie zuzugehen und sie noch einmal, und diesmal ganz besonders herzlich, zu begrüßen. Ich gestand ihr fassungslos, dass ich sie, obwohl ich eine Stunde in ihrer Gruppe geübt hatte, nicht wiedererkannt hatte. Sie fasste es als Kompliment auf und amüsierte sich über meine offenkundige Verwirrung und Verlegenheit. Dann tänzelte sie in neuer Pracht ein paar Schritte auf und ab, anscheinend auf die unerlässliche Frage wartend, die ich jetzt stellen musste: »Was haben Sie nur gemacht, dass Sie so jung aussehen?« Die Lehrerin schmunzelte, klopfte mir freundschaftlich auf die Schulter und sagte: »Hui Chun Gong.«

Ich wusste nur eines, das musste ich auch lernen und ich bat Madame Chan, mich in Hui Chun Gong zu unterrichten. Sie verwies mich auf die Zeit nach den regulären Übungsstunden, deren Ende ich heute kaum erwarten konnte.
Endlich war es soweit: die anderen Schüler packten ihre Sachen und verabschiedeten sich. Ich wartete auf meine Lehrerin, die mich zu einer der riesigen Spiegelwände dirigierte. Sie erklärte mir, dass es sich bei dieser Übungsreihe um sechzehn ganz einfache Bewegungen handelte, die im Stehen ausgeführt würden.

Wichtig sei außerdem, dass jede Bewegung auf den Prinzipien der chinesischen Bewegungstherapie beruhe. Und das sei schon alles. Sie drehte sich dem Spiegel zu, ließ mich hinter sich stehen und begann mit der ersten Übung. Am Ende der Unterrichtsstunde konnte ich mich nur wundern. Die Übungen waren geradezu lächerlich einfach und es fiel mir schwer zu glauben, dass sie eine derartige Wirkung haben sollten, wie ich sie an Madame Chan gesehen hatte.

Ich zückte nun Bleistift und Papier, um das Gelernte zu notieren und bat meine Lehrerin, mir noch einmal die genaue Reihenfolge zu zeigen. Aber sie war nicht bereit auch nur eine Übung zu wiederholen. Sie sprang sogar auf, um meine angefangenen Notizen durcheinander zu schütteln. »Das muss reichen«, sagte sie, »jetzt üben Sie erst einmal.«
Noch spät in der Nacht versuchte ich in meinem Hotelzimmer, die Reihenfolge und den Ablauf der Übungen zu rekapitulieren. Schon im Bus hatte ich mit geschlossenen Augen versucht, mir möglichst genau die Bewegungen zu imaginieren, immer wieder fiel mir eine Variante ein. Nach einiger Zeit des Nachdenkens hatte ich es auf elf der Übungen gebracht, derer ich mich korrekt erinnern konnte.
Mir fiel auf, dass ich bis spät in die Nacht hinein munter und frisch war und keinerlei Lust hatte, mich schlafen zu legen. Noch nie in all den Jahren hatte ich mich im feuchtheißen Klima Singapurs so wohl gefühlt und ich schrieb diesen Effekt den Hui Chun Gong-Übungen zu, die ich heute Abend einige Stunden lang ausgeführt hatte.
Beim nächsten Treffen bat ich meine Lehrerin, mir die noch fehlenden vier Übungen zu zeigen, an die ich mich nicht mehr erinnern konnte. Sie winkte ab, erklärte mir statt dessen die Grundlagen der chinesischen Bewegungstherapie. Nun, da ich offensichtlich nicht das bekam, was ich gerne wollte, begnügte ich mich damit, die elf Bewegungen auszuführen. Das tat ich ein ganzes Jahr lang einige Minuten täglich. Ich fühlte mich gesund und einige lästige kleinere Gesundheitsstörungen verschwanden in dieser Zeit.

Im Januar 1990 kam ich wiederum nach Singapur. Stolz präsentierte ich Madame Chan die Liste der Hui Chun Gong-Übungen, die ich ein Jahr lang geübt hatte. Ich demonstrierte auch, wie ich sie auszuführen pflegte.
»Jetzt ist es soweit«, bat ich, »bitte zeigen Sie mir die restlichen vier Übungen! Ich habe ein ganzes Jahr gewartet.« Sie lächelte mich an und sagte: »Kommen Sie morgen früh um sieben in den Park!«
Morgen früh um sieben! Welch eine grausame Zeit: In Singapur endeten die Abende kaum vor ein Uhr nachts. Aber mein Wunsch, Hui Chun Gong vollständig zu lernen war stärker als meine Trägheit. Bei stockdunkler Nacht ging ich aus dem Haus, um pünktlich in den Park zu gelangen. Dort wurde ich einem Meister vorgestellt, der die Übungen leitete. Eine Schar eifriger Chinesen drängte mich freundlich, den besten Platz hinter dem Meister einzunehmen.
Er begann sich langsam zu bewegen und ich fiel von einem Staunen in das andere: Die Übungskunst das andere: die Übungen war viel einfacher als die, die ich vor einem Jahr gelernt hatte. Sie waren geradezu lächerlich einfach ich blickte nach hinten zu Madame Chan, die beinahe genüsslich geheimnisvoll lächelte. Also war alles in Ordnung. Schon nach einer Viertelstunde der Übungszeit fühlte ich in mir eine beglückende, warme Energie aufsteigen.
Die Übungskunst des Meisters liegt in der Einfachheit.
Seit diesem Tag haben mich diese so einfachen Übungen in ihren Bann gezogen. Sie erfüllen mich täglich mit Wohlbefinden und Stabilität und ich freue mich, sie erstmalig im Westen bekannt machen zu dürfen.


Die Legende des Hui Chun Gong

Die Transkription der chinesischen Schriftzeichen wird von der Singapurer Bevölkerung etwas altmodisch
mit Hui Chon Gong wiedergegeben. Ich habe für diese Publikation die modernereUmschrift Hui Chun Gong gewählt,
wobei beide Möglichkeiten fachlich richtig sind.

Als in China noch die Kaiser herrschten, wurden sie vom Volke als Götter betrachtet, auch sie selbst hielten sich für »Söhne des Himmels«. Um ihre Lebenszeit möglichst lange auszudehnen, beauftragten sie die Pharmakologen nach Mitteln zu suchen, die lebensverlängernd wirkten. Diese machten sich an die Arbeit und stellten nach vielen Versuchen die sogenannte »Pille der Unsterblichkeit« zusammen. Ein Bestandteil dieser Pille war z. B. die Ginsengwurzel, aber auch Tierprodukte und Mineralien wurden verwendet. Aber trotz aller Kunst der Pharmakologen endete das Leben der Kaiser nach sechzig oder siebzig Jahren.
Im großen chinesischen Reich gab es ein Kloster, in dem sich die Mönche dem Studium des Daoismus und der Meditation widmeten. Diese Mönche wurden alle etwa 120 Jahre alt und blieben dabei geistig und körperlich frisch. Als der Kaiser von diesem Phänomen hörte, befahl er die Mönche dieses Klosters zu seinem Hofe. Als sie nun vor ihm standen, fragte er sie nach ihrem Geheimnis der Jugend. Die heiligen Männer berichteten ihm, dass sie in den langen Stunden der Meditation Energiekanäle im Körper erfahren hätten, durch die der menschliche Körper die Kräfte des Himmels und der Erde aufnähme. Sie hätten einige ganz einfache Übungen entwickelt, um den Körper mit diesen Energien aufzutanken. Das ist das ganze Geheimnis.
Der Legende nach verpflichtete der Kaiser die Mönche dazu, ihn diese Kunst zu lehren. Es war ihnen bei Strafe verboten, sie anderen zu übermitteln, nur der Kaiser selbst durfte Hui Chun Gong üben, um damit die Unsterblichkeit zu erlangen.

Verbreitet wurden die Übungen in neuerer Zeit durch den Chinesen Bian Zhizhong, der als einer der letzten von den Mönchen des Huashan-Klosters unterrichtet wurde. Man erzählte mir, dass er lange mit sich gerungen habe, bevor er Hui Chun Gong der Öffentlichkeit vorstellte. Die Klosterregeln waren hart und verboten die Verbreitung der geheimen Bewegungen; ebenso gefährlich war es, während der Zeit der Kulturrevolution diese verpönten Künste vor aller Augen zu üben. Bian Zhizhong übte jahrelang hinter verschlossenen Türen, ohne dass ein Außenstehender davon wusste. In der Zwischenzeit waren alle daoistischen Mönche der Huashan-Tradition gestorben und er selbst war schon beinahe siebzig Jahre alt. Sein Drang, diesen kostbaren Schatz chinesischer Tradition zu retten und zu erhalten, führten Bian Zhizhong schließlich dazu, die Geheimhaltung zu brechen und die Übungen zu veröffentlichen. Von ihm lernte mein Meister diese Kunst und gibt sie heute in Singapur weiter.

Früher wollten die chinesischen Kaiser nicht auf ihr ausschweifendes Leben verzichten und mit Hilfe von Hui Chun Gong dessen Spuren verwischen und Unsterblichkeit erlangen. Heute stehen diese geheimen Übungen jedem Menschen offen, der sie für Gesundheit, strahlendes Aussehen und Jugendlichkeit nutzen möchte.

Aus diesem Grunde, so erklärte Madame Chan, achtete man auch heute darauf, wer diese Übung erlernen dürfe.
Mir gefiel diese Legende, besonders da ich am eigenen Körper erfahren durfte, von welch gewaltiger Wirkung die Hui Chun Gong-Übungen sind.


Die Grundlagen der Hui Chun Gong-Übungen

Hui Chun Gong ist Teil der chinesischen Atem- und Bewegungstherapie, dem Qi Gong
Energie für den Körper durch langsame Bewegung und sanfte Konzentration: einfach und überaus effektiv.

Die Übungen gehören zum Medizinschatz der chinesischen Bewegungstherapie. Uns westlichen Menschen fällt es schwer daran zu geben, dass nachhaltige Folgen für das Wohlbefinden und die Gesundheit aufgrund solch einfacher Bewegungen entstehen können. Für die Chinesen selbst stellt das kein Problem dar, denn ihnen ist die jahrtausendalte Überlieferung ihrer Medizintradition bewusst. Diese Tradition bezieht sich nicht nur auf die Bewegungstherapie, sondern umfasst ebenso Pharmakologie und Zhen Jiu (Akupunktur und Moxibustion).
Hui Chun Gong gehört zur Atem- und Bewegungstherapie, die in China Qi Gong genannt wird. Wörtlich übersetzt heißt das »Energie-Arbeit«. Qi, Wort für Energie, hat in der chinesischen Medizin, Literatur und Kunst eine ganz besondere Bedeutung. Ohne Qi gäbe es keinerlei Leben, Qi ist die Urenergie, die vitale Energie, die den ganzen Kosmos durchpulst. Wen Qi stockt, entstehen Krankheiten, wenn Qi erlischt, steht der Tod vor der Tür.
Die Chinesen entdeckten, dass durch langsame Bewegungen und die innere Sammlung auf bestimmte Körperzonen die Energie des menschlichen Körpers aufgebaut und reguliert werden kann. Wo, wann und wem dies erstmals herausgefunden wurde, ist uns heute unbekannt. Die ältesten schriftlichen Zeugnisse von Qi Gong reichen viertausend Jahre zurück.
In seinem Buch »Lü Shi Chunqiu« (Frühling und Herbst) berichtet Lü Bu Wei von einer Klimakatastrophe. Vermutlich handelte es damals um weitreichende Überschwemmungen, die ein feuchtkaltes Klima zur Folge hatten. Die Menschen erkrankten aufgrund dessen an - heute würde man sagen — rheumatischen Beschwerden, d. h., Muskeln Sehnen und Knochen wurden betroffen und schmerzten. Wörtlich heißt es: »Die Knochen und Sehnen entspannten sich und gehorchten nicht mehr. Da erfand er einen Tanz, um die Menschen wieder zur Bewegung anzuleiten.«

Der Erfinder dieses Tanzes, von dem wir heute annehmen, dass es sich dabei um Qi-Gong-Übungen handelte, die in der Art eines langsamen Tanzes ausgeführt werden, war der legendäre Herrscher Tao Tang, der dem mythischen Zeitalter zuzurechnen ist. >>>>

Sexualität, Leben und Tod
An dieser Stelle möchte ich noch auf die bei den Chinesen beiderlei Geschlechts so auffälligen Ängste, die alles Genitale betreffen, eingehen. Beim Lesen medizinischer, pharmakologischer oder bewegungstherapeutischer Bücher aus China hat man des öfteren das Gefühl, als beschäftige den Durchschnittschinesen nichts mehr als die Erhaltung seiner Potenz. Um das zu erreichen, greift man zu den eigentümlichsten Mitteln. Die Chinesen sind darin nicht gerade zimperlich und versprechen sich auch von ekelhaften Maßnahmen, wie dem Verzehren halblebender Tiere, etwas für ihre Sexualkraft. Das Schreckgespenst junger Frauen, die Kinder bekommen, ist eine erschlaffte Vaginalmuskulatur. Manchmal berührt es sogar peinlich, wie ausführlich diese Störungen in der Medizinliteratur erörtert werden. Seite um Seite beschäftigen sich auch Qi Gong-Bücher mit diesem Thema und man fragt sich bald, ob es denn wirklich nichts Wichtigeres gibt. Zudem werden die Fallbeispiele, die dieses Thema betreffen, in der chinesischen Literatur so dramatisch, um nicht zu sagen tragikomisch, geschildert, dass man manchmal nicht anders kann, als über diese Storys zu lachen.

Hinter dieser Überbewertung der Potenz, steht die gigantische Angst sie zu verlieren. Da die Chinesen ihre Vitalenergie in der Sexualkraft beheimatet glauben, ist die Sorge um die Potenz gleichsam nur vorgeschoben. Das wirkt um so glaubhafter, da ja die Sexualkraft wirklich eine gewaltige Kraft ist und sexuelle Probleme daher aufreibend sein können. Trotzdem glaube ich aufgrund meiner Kenntnisse der chinesischen Mentalität, dass die Chinesen noch etwas mehr fürchten als das Schwinden ihrer Sexualkraft. Sie fürchten das Schwinden ihrer selbst, den Tod.
Im chinesischen Brauchtum und in der Literatur gibt es kein Thema, um das sich mehr an Magie, Mystik und Ritus rankt als um das Abwenden des Todes.
Im Glauben, dass Sexualkraft und Lebenskraft eins sind, kämpfen die Chinesen gleichsam um ihr Leben, wenn sie Maßnahmen ergreifen, um »potent« zu werden. Natürlich sprechen sie immer nur von der Sexualfunktion, die wieder erstarken soll, und nicht vom Tod. Denn der Tod ist zu furchtbar, als dass er nur erwähnt werden dürfte, er ist tabu.

Im modernen Singapur gibt es die berühmte Sago Lane, das ist eine Straße mit alten einstöckigen Häusern, die unten einen größeren Raum haben, der von der Straße her einsichtig ist. Balkone, Fensterläden und Brüstungen sind mit rotschwarzen Spruchbändern beklebt. Konkave, Spiegel, Masken von abschreckenden Gottheiten und anderes aus der Waffenkammer des chinesischen Volksbrauchtums sind an der Außenseite dieser Häuser angebracht. In diese Häuser werden sterbende Menschen von ihren Familienmitgliedern gebracht. Sie liegen dann aufgebahrt in den unteren Räumen und warten auf den Tod. Die Familie fürchtet sich davor, einen Sterbenden bei sich zu Hause zu haben, denn das würde Unglück bringen.
Aus dieser Verleugnung heraus entstand die Transponierung der Todesangst auf ein anderes wichtiges Thema im Menschen, nämlich die Sexualität. So gesehen mutet es geradezu rührend an, wenn man die vielen Menschen, die sich meist in vorgerücktem Alter befinden, in den Parks die sogenannten inneren Stile spielen sieht, die alle dasselbe Ziel haben:
Die Steigerung der Vitalkraft.
Mittels der Steigerung ihrer Vitalkraft tricksen die Chinesen den Tod aus, indem sie mit ihm spielen. Das erinnert wieder an den Sagenschatz aus unserem abendländischen Bereich. Auch dort erfahren wir, dass es legitim ist, den Tod auszutricksen und sich noch ein paar angenehme Jahre zu ergattern.
»Spielen« wir also Hui Chun Gong!

Empfehlungen bei Erkrankungen
Auf den folgenden Seiten möchte ich Ihnen eine kleine, nicht vollständige Übersicht geben, aus der Sie entnehmen können, welche Übungen bei bestimmten Beschwerden am geeignetsten sind. Die Aufzählung ist nicht vollständig, weil ich nur das wiedergeben kann, was ich von meinen chinesischen Lehrern bzw. ergänzend von Kursteilnehmern meiner Seminare erfahren habe.
Da Hui Chun Gong regulierend in alle Körpervorgänge eingreift, kann es bei jeder Art der Erkrankung geübt werden. Ausgenommen sind die Übungen Rückkehr des Frühlings, Vitalenergie und Der Adler schärft seine Krallen: Diese Übungen sind nicht für Schwangere geeignet und können zu ernsthaften Problemen führen, wenn sie dennoch ausgeführt werden.
Akne, Hauterkrankungen: Gesichtsübungen, Vitalenergie. Allergie: Alle Übungen, besonders aber Vitalenergie.
Arthritis, Knochenprobleme: Rückkehr des Frühlings, Vitalenergie, Die Niere stärken. Die Übungen sind darauf aufgebaut, das Nierensystem zu stärken. In der chinesischen Medizin sind die Nieren für den Aufbau und Zustand der Knochen verantwortlich. Alle Knochenschmerzen und Beschwerden des Bewegungsapparates sind daher in einer schwachen Nierenfunktion begründet. Durch die Stärkung der Nieren verschwinden die Knochenschmerzen und Probleme ganz von selbst.
Asthma: Schulteröffnen, Schulterkreisen, Himmelskreise Autoimmunerkrankungen: Das gesamte Set.
Beckenbodensenkung: Rückkehr des Frühlings, Vitalenergie, Erdkrei¬sen, Der Phönix breitet seine Flügel aus.
Blasenentzündung: Vitalenergie, Pumpen des Yin.
Blutdruck, zu hoch oder zu niedrig: Alle Übungen, da Hui Chun Gong die Gefäße des ganzen Körpers entspannt und die Kapillardurchblutung fördert. >>>>

Die Sexualkraft:
für die Chinesen ein Symbol für das Leben und Schutz
gegen das Schreckgespenst des Todes.


Hui Chun Gong:
das spielend leichte Geheimrezept der Chinesen
für mehr Erotik und ein langes Leben.



Zur Seite: Qi Gong

© - Copyright:
HUI CHun Gong, Verjüngungsübungen der Kaiser in China, Qi Gong
Erotik Sexualkraft und ein langes Leben
Leben Sexualität, Potenz und Schutz vor dem frühzeitigen Tod.
Foto Monnica Hackl: Brigitte Würz
Leseprobe, Foto und Buchumschlag,
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Sämtliche Fotos, wenn nicht durch Bildunterschrift gekennzeichnet,
Text, Layout und Design Kultur Fibel Verlag GmbH, Berlin,
und JBM-marketing: PF 140315, D-40073 Düsseldorf


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