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ES IST HÖCHSTE
ZEIT
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Alfred
Russel Wallace, 2004
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Tim Flannery |
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| geboren 1956 in Melbourne, lebt als Wissenschaftler, Forscher und Umweltschützer in Australien. Als Zoologe hat er mehr als dreißig neue Arten von Säugetieren entdeckt. Tim Flannery ist Autor zahlreicher Bücher (zuletzt auf deutsch: "Ewige Pioniere". Eine Naturgeschichte Nordamerikas und seiner Bewohner in fünf Akten) und hat viele Dokumentarfilme gedreht. Er ist Professor für Zoologie und Direktor des South Australia Museum in Adelaide. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
AUSZÜGE |
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DAS LANGSAME ERWACHEN Im Jahr 1981, als ich Mitte zwanzig war, bestieg ich den
Mount Albert Edward, einen der höchsten Gipfel auf der saftig grünen
Insel Neuguinea. Obwohl nur 120 Kilometer von Port Moresby, der Hauptstadt
Papua-Neuguineas, entfernt, ist die Gegend um den Mount Albert Edward so unwegsam,
dass hier seit einer Expedition des amerikanischen Museum of Natural History
Anfang der dreißiger Jahre keine biologischen Forschungen von Belang
mehr durchgeführt wurden. Warum dehnte sich der Wald aus? Als ich über den vermodernden Stämmen
grübelte, fiel mir wieder ein, dass ich gelesen hatte, die Gletscher
Neuguineas würden schmelzen. Waren die Temperaturen am Mount Albert Edward
so stark gestiegen, dass Bäume auch da wachsen konnten, wo zuvor nur
Gras Wurzeln geschlagen hatte? Und wenn ja, war dies ein Anzeichen für
den Klimawandel? Ich hatte in Paläontologie promoviert, also wusste ich,
wie wichtig Klimaveränderungen für das Schicksal der Arten gewesen
sind. Jetzt aber sah ich den ersten Beweis, dass Klimaveränderungen die
Erde noch während meiner Lebensspanne treffen könnten. Das Erlebnis
irritierte mich; ich wusste, dass etwas falsch war, aber nicht genau, was. |
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des Käno-
oder Neozoikums in lokale Einheiten untergliedert, die man »nordamerikanische
Landsäuger-Zeiten« nennt. Das sind zwar die feinsten Unterteilungen
der Zeitskala, aber viele dauerten mehrere Millionen Jahre. ZIVILISATION: Wenn
wir nicht sofort aufhören, werden wir das Leben unserer Nachkommen
wirklich ruinieren. Selbst wenn wir bloß noch weitere 40 oder 50
Jahre herum-pfuschen, werden sie absolut keine Chance mehr haben und in
die Steinzeit zurückgeworfen. Menschen wird es noch geben. Aber die
Zivilisation wird verschwunden sein. Heute bilden sehr große Städte den Kern unserer globalen Gesellschaft, und in ihnen finden sich unsere wertvollsten Institutionen. Solange sie nicht von außen versorgt werden, sind Bevölkerungszentren mit weniger als 10 000 Einwohnern wahrscheinlich nicht in der Lage, das gesamte Spektrum der Gesundheitsdienste bereit zu stellen, und jene mit nur 100000 verfügen im Allgemeinen nicht über akademische Bildungseinrichtungen und ein Orchester. Selbst Städten mit rund einer Million Menschen fehlt möglicherweise noch eine Oper, ein Museum von Weltrang oder eine bestimmte Spezialklinik. Und der Arbeitsmarkt - besonders für hoch spezialisierte Berufe - unterscheidet sich in Städten mit fünf Millionen Einwohnern drastisch von denen mit einer Million. Städte sind für
die Zivilisation von entscheidender Bedeutung, und doch sind es fragile Einrichtungen,
die durch den Stress des Klimawandels leicht verwundbar sind. Daher ist es
wichtig, Städte im Hinblick auf ihre Grundversorgung - Essen, Wasser
und Energie - zu betrachten. Wenn wir einem Regenwald
auch nur für kurze Zeit das Wasser oder das Sonnenlicht wegnehmen,
wird er, wie wir gesehen haben, aller Wahrscheinlichkeit nach kollabieren,
und seine hoch spezialisierten Bewohner werden aussterben. In Teilen Costa
Ricas und Papua-Neuguineas hat der Klimawandel das bereits zuwege gebracht,
und für Regionen wie beispielsweise das Amazonasbecken wird es voraus
gesagt. |
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und Krebs schürten, (Anm. Red. „Blitzkrieg gegen den Krebs“, im Nationalsozialismus war Asbest als krebserregend erkannt und u. a. in Bauten verboten.) erfreuten sich die Tabak- und Asbestfirmen jahrzehntelang fetter Profite, während Millionen Menschen einem schrecklichen Tod entgegengingen. > > > Beim Klimawandel ist das anders. Er ist das Resultat von Luftverschmutzung,
und die Größe unserer Atmosphäre und das Volumen der Schadstoffe,
die wir hineinblasen, lassen sich mit großer Präzision angeben.
Die gegenwärtige Debatte - und die Geschichte, die ich hier wiedergeben
will - dreht sich um die Auswirkungen einiger dieser Schadstoffe (der so genannten
Treibhausgase) auf das gesamte Leben auf der Erde. Jahrelang habe ich dem Impuls widerstanden, meine Zeit der Erforschung des Klimawandels zu widmen. Ich war mit anderen Dingen beschäftigt, und ich wollte abwarten, denn ich hoffte, ein so großes Thema würde sich von selbst klären. Vielleicht hätte es noch Jahrhunderte Zeit, bis wir gründlich darüber nachdenken müssten. Doch 2001 wiesen Artikel in wissenschaftlichen Zeitschriften darauf hin, dass die alpinen Regionen der Welt ernsthaft bedroht sind. Als ich sie las, erinnerte ich mich wieder an die verrottenden Baumfarnstämme im Wald am Mount Albert Edward, und mir war klar, dass ich mehr wissen musste. Das hieß, ich musste herausfinden, was es mit den Treibhausgasen auf sich hat, wie unsere Atmosphäre strukturiert ist und wie die industrialisierte Welt ihren Wachstumsmotor antreibt.
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Könnte der Klimawandel die Ressourcen bedrohen, die Städte zum Überleben brauchen? Der Physiker Stephen Hawking hat gesagt, dass ein tausendjähriger C02-Anstieg die Oberfläche unseres Planeten zum Kochen bringen würde und die Menschen dann woanders Zuflucht suchen müssten. Das ist ein extremer Standpunkt. Eher im Mittelfeld liegen die Ansichten von Jared Diamond, der den Zusammenbruch untergegangener Zivilisationen untersucht hat. Er stellte fest, dass die Erschöpfung der Ressourcen ein Hauptgrund war, warum große, komplexe, sogar des Schreibens kundige Gesellschaften wie die der Maya scheiterten. Faktisch könnte ein rapider Klimaumschwung unsere globale Gesellschaft einem vergleichbaren Stress aussetzen, denn dabei würden die Nachschubquellen für Wasser und Lebensmittel verlagert und auch deren Menge verändert. > > > Die Bedrohung durch zunehmende Klimaschwankungen ist sehr real. Ein gutes Beispiel für den Zusammenhang von Klimaschwankungen und menschlicher Bevölkerung bietet Australien. > > > Bis jetzt hat der Klimawandel
nur relativ geringe Auswirkungen gezeigt. In den letzten acht Jahren haben
Trockenheit und ungewöhnlich heiße Som-mer die weltweiten Getreideerträge
sinken oder stagnieren lassen, und in derselben Zeit hat sich die Zahl der
Münder, die die Menschheit füttern muss, um 600 Millionen erhöht.
Der Spitzenwert an Getreidereserven - nämlich für rund 100
Tage – wurde 1986 erreicht; er fiel bis 1995 auf sehr niedrige 55 Tage.
Zwar wurden in den Jahren 1999 und 2004 substanzielle Weizenüberschüsse
verzeichnet, insgesamt aber weist der Trend bei den Nahrungsreserven der Welt
nach unten. Es lohnt sich, an dieser Stelle die Diskussion zur Situation der Städte im Allgemeinen zu unterbrechen und die von der amerikanischen Kohleindustrie aufgebrachte Idee zu prüfen, dass steigende C02-Pegel die Nutzpflanzen der Welt »düngen« werden und somit eine Lösung für den weltweiten Hunger darstellen. Zahlreiche Experimente, bei denen Pflanzen künstlich hohen C02-Niveaus ausgesetzt wurden, sind mittlerweile zum Abschluss gebracht, und die Botaniker Elizabeth Tansley und Stephen Long haben die Ergebnisse analysiert. Wie sich gezeigt hat,
profitieren Bäume viel mehr als Sträucher oder Gräser von einer
CO2-Zunahme, und die Arten, die am wenigsten Nutzen daraus ziehen, sind die
Gräser, zu denen auch unsere wichtigsten Getreidearten zählen. Reis
beispielsweise wies bei einer Verdopplung des CO2 eine Ertragssteigerung von
bloß sechs Prozent auf, bei Weizen waren es lediglich acht Prozent.
In Zukunft werden die Getreidearten aber von höheren Temperaturen, mehr
Ozon nahe der Erdoberfläche und Verände-rungen der Bodenfeuchtigkeit
gestresst, und das alles wird den Ertrag mindern. Statt eines landwirtschaftlichen
Paradieses verspricht die mit CO2 angereicherte Welt eine zu werden, in der
weniger Getreide produziert wird als heute. ES
IST HÖCHSTE ZEIT Wenn alle, die die Möglichkeit dazu haben, mit konzertierten Aktionen atmosphärische Kohlenstoff-Emissionen aus ihrem Leben verbannen, können wir meiner Überzeugung nach die Kryosphäre stabilisieren und anschließend retten. Wir könnten 90 Prozent der gegenwärtig bedrohten Spezies vor dem Aussterben bewahren, das Ausmaß extremer Witterungs-verläufe eindämmen und damit die Verluste sowohl an Menschenleben als auch an materiellen Werten auf einen Bruchteil der Prognosen reduzieren sowie die Wahrscheinlichkeit, dass es noch in diesem Jahrhundert zu einer der drei großen Katastrophenszenarios kommt, fast auf null zurückfahren. Damit das passiert, müssen Individuen, Industrie und Regierungen jetzt etwas gegen den Klimawandel tun: Auch nur noch ein Jahrzehnt zu zögern, wäre viel zu viel. Glaubwürdige Daten besagen, dass der Welt irgendwann zwischen heute und 2010 das billige Öl ausgehen wird. Die wenigen Jahre bis zum Beginn der Ölverknappung sind die entscheidenden, wenn der Übergang zu einer kohlenstofffreien Wirtschaftsweise gelingen soll, denn dies ist der Zeitpunkt, zu dem wir am einfachsten und mit den geringsten Kosten neue Infrastrukturen und Technologien aufbauen können. |
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ZEITPASSAGEN Geologiestudenten quält man damit, dass sie die geologischen Formationen - oder »Systeme« - der Erdgeschichte auswendig lernen müssen; dafür haben sie sich seit langem Eselsbrücken gebaut. So wie etwa: »Kann Otto still drei Kästen Pils trinken? Ja, kein Trinker quasselt.« Dabei steht das K von »Kann« für Kambrium, das O von »Otto« für Ordovizium, das S von »still« für Silur und so weiter bis hinauf in unsere Zeit, ins Quartär. Haben sie sich die umfangreiche Liste eingetrichtert, verfügen sie aber bloß über die Grundlagen, denn jedes System untergliedert sich wieder in Abteilungen oder Epochen und Stufen und Substufen. Darüber hinaus werden je nach örtlichen Besonderheiten so genannte lokale Einheiten differenziert, die nur in bestimmten Gebieten zu unterscheiden sind. In Nordamerika beispielsweise werden die Systeme |
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Ende des
Auszüge |
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Klima,
Klimawandel, CO2, Wir Wettermacher, Prof. Tim Flannery, Musical-Operette:
Operette Vetter aus Dingsda - Operette Die Lustige Witwe - Operette Die Fledermaus - Musical Rocky Horror Show Musical Ludwig II - Musical Robin Hood - Musical Sweeney Tood - Musical Swan Lake - Musical African footprint Musical Tarzan - Musical In nomine patris - Musical West Side Story - Musical Dirty Dancing - Musical Kiss me Kate Musical Tanguera, Tango-Argentino - Musical My Fair Lady - Musical Balé de Rua - Musiktheater Friedrichstadtpalatz Berlin Theater Oper-Ballett: Interviews: Meist
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