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Große Geister
Deutschland

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Friedrich Schiller, Kupferstich

Friedrich Schiller

stirbt
Gesellschaftsmagazin
Friedrich Schiller Erhebung in den Reichsadelsstand
Johann Gotthhard Müller, Friedrich Schiller,
Kupferstich nach Anton Graff, 1794
Johann Christoph Friedrich Schiller wird in Marbach am Neckar am 10. November 1759:geboren.
Anm. Redaktion:
Für unsere Leser haben wir auszugsweise das Todesjahr 1805 von Friedrich Schiller wieder gegeben. Denn auch in dieser Zeit haben "Klein-Geister", entgegen dem Wunsch der Witwe;
»Von den letzten Stunden unseres Verewigten laß uns gegen andere Menschen schweigen«[Charlotte von Schiller und ihre Freunde, hrsg. von Ludwig Uriichs, Bd. 1, Stuttgart/ Tübingen 1860, S.356] den Körper des "Großen Geistes" Friedrich Schiller seziert und öffentlich ausgebreitet.


Im Jahre 2005, werden die "Großen Geister" von "Klein-Geister" seziert, von Buchautoren, Regisseure u. a. Leider wird dem Interessierten die Zeit gestohlen, die Werke des "Großen Geistes" aufzunehmen. Wägen Sie bitte ab.
Unsere Empfehlung: Lesen Sie die Werke der "Großen Geister", sehen und hören Sie die Dramen vom "Großen Geist" Friedrich Schiller, wenn Sie Glück haben, ohne Lederjacken, oder Vietnam-Krieg-Anlehnung, ohne Profilierungsversuche von "Klein-Geistern" den Regisseuren. Wir sind überzeugt, daß Theaterbesucher nicht so einfältig sind, daß sie "Lederjacken-Dekorationen" benötigen, um das Wort von Friedrich Schiller auch heute zu verstehen.

Fordern Sie bitte die Ausstellungskataloge der Deutschen Schillergesellschaft Marbach am Neckar und des Schiller Museums, Weimar, an. Besser noch, besuchen Sie die Ausstellungen im Schiller-National-museum, Marbach am Neckar, vom 23. April bis 9. Oktober 2005 und im Schiller Museum, Weimar vom 30. Oktober 2005 bis 17. April 2006. (Links auf Seite 3)
Schillers Erhebung in
den Reichsadelsstand.
Handschrift auf Pergament
in Samteinband.
Siegelkapsel,
7. September 1802.

Nachdem ein Stuttgarter Blatt die Nachricht dementiert hat, schreibt der Verleger Cotta an seinen Autor: »Wenn das Sprichwort wahr wird, daß die Verbreitung von dem Tod eines Mannes dessen langes Leben bedeute, so will ich den Kummer gerne erlitten haben, den mir die durch eine Würzburger Zeitung verbreitete Nachricht von Ihrem Absterben verursachte.« [NA 40.1,251.]

Auch Schiller selbst schöpft Hoffnung. Im Oktober 1804 hat sich sein Zustand so weit stabilisiert, dass er an eine völlige Genesung zu glauben beginnt. Ende Februar 1805 schreibt er: »Mein Fieber hat mich nun verlaßen und ich fange wieder allmählig an aufzuleben.« [NA 32,195.] Und im April: »Die beßere Jahreszeit läßt sich endlich auch bei uns fühlen und bringt wieder Muth und Stimmung« [NA 32,217]. Doch schon am 1. Mai 1805 findet man Schiller in seiner Loge im Weimarer Theater mit einem Schüttelfrost vor. Er wird nach Hause gebracht und durchlebt eine unruhige Woche. Am 9. Mai ist er zeitweise besinnungslos. Schiller wird zur Anregung ein Bad und ein Glas Champagner verordnet. »Er schlief nachher und phantasierte. Gegen Abend um 1/2 auf 6 Uhr bekam er einen Nervenschlag. Auf Reiben, Moschus innerlich und kräftige Einreibungen schien sichs zu beruhigen; allein 3/4 auf 6 Uhr repetierte der Schlag heftig«. Schiller war gestorben. »Den vorletzten Tag«, so vertraut Charlotte von Schiller am 1. Juni 1805 einem Freund an, »nachdem er viel phantasiert hatte, kam Caroline an sein Bett und fragte, wie es ginge. Da sagte er: >heitrer, immer heitrer!< Diese letzte Stimmung kann uns tröstlich sein.« [NA 42,724.] Und in einem Brief an Schillers Schwester Christophine heißt es: »Dieses muß ich Dir noch erzählen, wie schön das Gebet unsres Lieben erhört wurde. Er rief in der Nacht aus: >Du von oben herab, bewahre mich vor langem Leiden!< Dies Gebet ist schön erfüllt worden« [NA 42432]. »Ist es denn gewiß daß Schiller todt ist?«, erkundigt sich Dorothea Schlegel von Köln aus im Juni 1805, »man hört ja noch nichts in den Zeitungen davon« [zit. nach: Norbert Oellers, Schiller. Geschichte seiner Wirkung bis zu Goethes Tod, Bonn 1967, S. 261. Zwar sind entsprechende Meldungen in Leipzig, Berlin, Frankfurt am Main und Ulm gedruckt worden, und am Ende des Monats langt die Nachricht sogar in Wien an. Der Einzugsbereich der jeweiligen Presseorgane ist jedoch beschränkt. Im Rheinland jedenfalls weiß man von Schillers Tod nur vom Hörensagen. Und angesichts der früheren Gerüchte scheint eine gewisse Skepsis gegenüber der Todesnachricht ohnehin angebracht. Die Meldung hat sich in der Tat relativ langsam ausgebreitet. So ist sie etwa in Jena, der Stadt, in der Schiller lange gelebt hat und die gerade einmal vier Fußstunden von Weimar entfernt liegt, erst am 22. Mai in die Zeitungen gelangt. Am 29. Mai bringt Cottas Allgemeine Zeitung einen detaillierten Bericht über die Ereignisse in Weimar.

Der Wunsch der Witwe
»Von den letzten Stunden unseres Verewigten laß uns gegen andere Menschen schweigen« [Charlotte von Schiller und ihre Freunde, hrsg. von Ludwig Urlichs, Bd. 1, Stuttgart/Tübingen 1860, S.356] – wird offensichtlich nicht von allen Beteiligten beherzigt.

Ausführlich kann Cotta über den Befund der an

Schachspiel, Friedrich Schiller
Schillers Schachspiel. Elfenbeinfiguren um 1800

Schiller vorgenommenen Sektion berichten. Am Nach-mittag des 10. Mai 18o5 sind im Trauerhaus an der Esplanade zwei Ärzte erschienen: der herzogliche Leibmedikus Dr. Wilhelm Huschke in Begleitung von Dr. Wilhelm Gottfried Herder, dem Sohn des 1803 verstor-benen Gelehrten. Auf wessen Geheiß sie gekommen sind, bleibt im Unklaren. Ihr Auftrag ist es jedenfalls, Schiller zu sezieren. Huschke selbst schreibt lediglich: »Da er lange einen elenden Körper hatte und ungesund war, machten wir [...] die Sektion«. Dabei habe sich »folgendes Merk-würdige« gefunden: »1) Die Rippenknorpel waren durchgängig und sehr starck verknöchert. 2) Die rechte Lunge mit der Pleura [= Lungen- und Rippenfell] von hinten nach vorne und selbst mit dem Herzbeutel ligamentartig so verwachsen, daß es kaum mit dem Messer gut zu trennen war. Diese Lunge war faul und brandig, breiartig und ganz desorganisirt. 3) Die lincke Lunge beßer, marmorirt mit Eiterpunkten. 4) Das Herz stellte einen leeren Beutel vor und hatte sehr viel Runzeln, war häutig ohne Muskelsubstanz. Diesen häutigen Sack konnte man in kleine Stücken zerflocken. 5) Die Leber natürlich nur die Ränder brandig. 6) Die Gallenblase noch einmal so groß als im natürlichen Zustande und strotzend von Galle. 7) Die Milz um 2/3tel größer als sonst. 8) Der vordere concave Rand der Leber mit allen nahe liegenden Theilen bis zum Rückgrad verwachsen. 9) Die rechte und lincke Niere in ihrer Substanz aufgelößt und vollig verwachsen. 10) Auf der rechten Seite alle Därme mit dem Peritonfum [= Bauchfell] verwachsen. 11) Urinblase und Magen waren allein natürlich. Bey diesen Umständen muß man sich wundern, wie der arme Mann so lange hat leben können.« Den Verlauf der eigenen Krankheit hat Schiller in seiner zweiten medizinischen Dissertation über ent-zündliche und faulige Fieber von 1780 vorweggenommen.
Ein Passus der lateinisch abgefassten Doktorarbeit lautet übersetzt: »Nun scheidet sich die Entzündung in eine tödliche Brustfellerkrankung ab, die von Blut und Schleim verstopfte Lunge, unfähig diese Säfte auszuscheiden, wird den Menschen durch den Erstickungstod oder den Tod an Brand umbringen.« [Zit. nach: Peter-Andre Alt, Schiller. Leben - Werk - Zeit, Bd. 1, München, S. 53.]

Es ist der feuchte Brand, bei dem sich auf den angegrif-fenen Lungen Eiterbakterien ansiedeln und deren Zerfall hervorrufen, und der die seit der Krankheit von 1791 ohnehin geschwächten inneren Organe noch weiter in Mitleidenschaft zieht und letztlich zum Tod führt.

Schiller stirbt
am 9. Mai 1805

» Deutschland hat eins seiner Genies verloren. Schiller ist gestorben. « - » Der Liebling der deutschen Musen, Herr Hofrath Schiller ist hier gestorben. « [Dietrich Germann, » Ich habe Dir also von Schiller zu erzählen«. Dokumente und Zeugnisse aus Schillers Jenaer Jahren, Jena 1982, S.25]. Diese Meldungen kursieren in Erfurt, Jena und Weimar, und sie dringen bis nach Salzburg und Dänemark - doch nicht etwa im Jahr 18o5, sondern im Juni 1791. Die Nachricht entbehrt durchaus nicht der Grundlage: Schiller ist im Januar 1791 in Erfurt schwer erkrankt. Er selbst berichtet, »daß ich von allen den meinigen schon Abschied nahm und jeden Augenblick hinzusinken glaubte« [NA 26,84]. Die Krise scheint fast bewältigt, als ihn im Mai in Rudolstadt ein derart schwerer Rückschlag trifft, dass sein Hausarzt aus Jena herbeigerufen werden muss. Dieser hat, so gesteht er später, schon nicht mehr an eine Genesung geglaubt. Zwar bessert sich der Zustand des Patienten Ende Mai, in Erfurt aber geht damals bereits das Gerücht von Schillers Tod um.

Halbwegs erholt schreibt er selbst: »Ich bin also wieder unter den Lebendigen, wenn mich etwa Briefe aus Jena todt gesagt haben sollten« [NA 26,84]. Erst später wird die Falschmeldung widerrufen: »Herr Hofrath Schiller in Jena ist nicht todt, sondern von einer schweren Krankheit, zur Freude aller Verehrer wahrer Verdienste, wieder hergestellt.«

[Staats- und gelehrte Zeitung des hamburgischen unpartheyischen Correspondenten, 14. Juni 1791.]

Die Krankheit von 1791 hat Schiller nie überwunden. Eine Rippen-fellentzündung hat das Zwerchfell durchbrochen sodass er fortan an einer nicht ausgeheilten Bauchfellentzündung leidet. Die ohne-hin nicht besonders robuste Gesundheit Schillers bleibt dadurch zeitlebens beeinträchtigt Immer wieder ist in Briefen von Fieber-anfällen, Brustschmerzen und Katarrhen zu lesen. Seine Konstitu-tion ist wahrscheinlich seit einer langwierigen Malariaerkrankung im Jahr 1784 geschwächt - und zwar in erster Linie durch seine eigene Therapierung des »kalter Fiebers«: »Ich habe bereits 3 Tage keinen Anfall gehabt. Ich lebe aber auch erbärmlich genug um es vom Hals zu schütteln. Schon 14 Tage habe ich weder Fleisch noch Fleischbrüh gesehen. Waßersuppen heute. Waßer-suppen morgen, und dieses geht so Mittags und Abends. Allenfalls gelbe Rüben, oder saure Kartoffeln, oder so etwas dazu. Fieberrinde eß ich wie Brod, und ich hab mir sie express von Frankfurt verschrieben.« [NA 23,117]

Die Diät schwächt den angegriffenen Körper zusätzlich und diese Schwächung macht Schiller sein Leben lang für Krankheiten anfällig.

»Schiller ist todt«, meldet eine Würzburger Zeitung am 16. Oktober 1804 [NA 40.11,368]. Erneut hat ihn im Juli 1804 die schwere Krankheit heimgesucht, wieder hat der Hausarzt kaum noch Hoffnung auf Genesung, und noch einmal entsteht das Gerücht vom Tod des berühmten Schriftstellers. In einem Brief Schillers vom 5. Januar 1805 heißt es: »Ich lebe auch noch, lieber Freund, wiewol ich lange geschwiegen, und die Zeitungen mich todt gemacht haben.« [NA 32,182.]


"Man soll die Stimmen wägen und nicht zählen,
der Staat muß untergehen, früh oder spät, wo Mehrheit siegt und Unverstand entscheidet"

Friedrich Schiller (1805)

Platon, ca. 370 v.Chr., hat den Königen, den Mächtigen, den Regierenden (den Demokraten) den
>Klein-Geistern< keine Chance gegeben, wenn sie keine >Großen Geister<", keine Denker, keine Philosophen waren oder
sie im 2. Glied regieren lassen.
"... so wird das Elend kein Ende haben, nicht für die Staaten und auch nicht für
das menschliche Geschlecht."
Platon

>Große Geister< haben über Jahrtausende auf diese Notwendigkeit hingewiesen und heute, 2005, werden die Demokratien von
>Kleinst-Geistern< regiert, woraus die soz. entropischen Gesellschaften, die im Verfall befindlichen, mit allen Folgen, resultieren.


"Das Ende der menschlichen Rasse wird auch genetisch bedingt sein."
Konrad Lorenz

Das Ende der Zivilisation wird von Wissenschaftlern
nur noch in Jahrhunderten gezählt. >Klima

A. H. Ellental - 2005
Schiller Seite 3 Schiller, Friedrich, Seite 3

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