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Ballett |
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Ballett Carmen Flamenco - Seite - 1 - 2 |
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![]() Carmen Flamenco - Carmen, Trinidad Artiguez |
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Carmen Sie ist ungezügelt
und wild. Sie ist stolz und verletzlich: Carmen ist der Inbegriff
spanischer Leidenschaft. Die Geschichte um die exotische Schönheit ist
seit George Bizets gleichnamiger Oper zum Mythos geworden. Auf ihrer Grundlage
hat der spanische Choreograph Rafael Aguilar († 1995) ein Tanzdrama
mit dem mitreißenden, melancholischen Feuer des Flamenco und Bolero
geschaffen. Rafael Aguilars Ballet Teatro Espanol verkörpert spanische
Tanzkultur in Vollendung. Sie gelten als die legitimen Nachfolger des legendären
Flamenco-Ensembles um Antonio Gades. DIE
OPER |
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alte Novelle von Prosper Merimée, vertonen zu wollen. Er stieß
damit zunächst auf heftigen Widerstand bei seinen Auftraggebern. Das
Publikum der Opéra Comique war an komische Stoffe und glückliche
Ausgänge gewöhnt; da schien die tragische, erotisch aufgeladene
Handlung der Merimée-Novelle in den Augen der Direktion eine Zumutung.
Den Tod einer Titelperson auf offener Bühne hatte es an diesem Haus
noch nicht gegeben. Doch Bizet setzte sich durch – nicht ohne wiederholt von der Direktion beschworen zu werden, den Tod Carmens um jeden Preis zu vermeiden. Carmen als Revolution der Opernwelt. Es kam anders. Bizet entwarf mit Hilfe der Librettisten Henri Meilhac und Ludovic Halévy eine Oper mit viel Lokalkolorit, einem Teufelsweib in der Hauptrolle und dem Mord an der Hauptfigur. Schon vor der Premiere am 3. 3. 1875 war klar, dass sich hier eine Revolution der Opernwelt ankündigte. Dieses Werk schwebte zwischen den Stühlen der etablierten Gattungen von Grand Opéra, Opéra Comique und Drame lyrique. Mit den Massenszenen und durch den tragischen Ausgang näherte sich Carmen einer Grand Opéra an. Mit den gesprochenen Dialogen der Uraufführungs-Fassung, den vielen liedhaften Passagen und den abgeschlossenen Musiknummern rückte das Werk in die Nähe der Opéra Comique. Carmen löste die traditionellen Gattungsschemen auf. Das Publikum der Uraufführung reagierte zurückhaltend. Es dauerte eine Weile, bis sich das Werk die Herzen des Publikums eroberte. Doch dann trat die Oper einen sensationellen Siegeszug um die Welt an. Die Opéra Comique, Paris feierte bereits im Jahr 1905 die 1000. Vorstellung des Werks. Bis heutei st |
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![]() Carmen Flamenco - Carmen, Trinidad Artiguez, mit Fernando Solanol alsTorero |
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Carmen die meistgespielte Oper der Welt.
Die Ur-Carmen Dabei wird über die Original-Carmen in der Fachwelt heftig gestritten. Da Bizet durch seinen frühen Tod (am Tag der 33. Vorstellung von Carmen, im Juni 1875) keine Druckvorlage mehr für eine Orchesterpartitur herstellen konnte, sind heute einige ursprüngliche Absichten des Komponisten nur noch schwer zu rekonstruieren. Hinzu kommt, daß das Werk in einer Fassung ohne gesprochene Dialoge bekannt ist. Ernest Guiraud hatte nach Bizets Tod die gesprochenen Partien zu Rezitativen umgearbeitet und die Musik dazu geschaffen. Außerdem fügte er einige Nummern aus früheren Opern Bizets ein. In dieser Fassung feierte Carmen weltweit Triumphe, obwohl es sich nicht um eine Originalfassung von Bizet handelt. Immer wieder gab und gibt es Versuche, die Ur-Carmen wiederzubeleben – bis heute allerdings mit geringem Erfolg. |
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Rafael
Aguilar Rafael
Aguilar war einer der innovativsten Schöpfer und Vorreiter des modernen
spanischen Tanztheaters. Aufbauend auf den Prinzipien des traditionellen spanischen
Tanzes verstand er es meisterhaft in seinen Arbeiten, Elemente des klassischen
Balletts und des Modern
Dance mit den
Techniken des Flamencos zu verbinden. Vertrauend auf die dramatische Kraft,
die dem Flamenco in seiner emotionalen Ausdrucksweise innewohnt,
bezog Aguilar die Sprache Bulerías, Alegrías und Siguiriyas
in das Tanzvokabular seiner teilweise abendfüllenden, mitreissend erzählten
Ballette ein. Carmen Sie begehrt; sie ist leidenschaftlich; Erotik knistert in der Luft, die sie atmet. Carmen schlägt die Männer in ihren Bann. Ein Blick, ein Augenaufschlag, eine sinnliche Handbewegung reichen aus, und man ist ihr verfallen. Sie verfügt über unheimliche Macht. Was ist ihr Geheimnis? Der Zauber dieser exotischen Schönheit hat mehrere Zutaten, die der Autor der Carmen-Novelle, Prosper Merimée, zu einer höchst wirksamen Mélange zusammengebraut hat. Carmen ist eine Projektionsfläche für typische Sehnsüchte und zeitgenössische Themen des 19. Jahrhunderts. In ihr vermengen sich die Faszination für exotische Länder und Sitten mit der Magie der femme fatale, der zügellos erotischen Frau, die mit den Männern spielt, den Augenblick genießt, und jeden vernichtet, der in ihre Fänge gerät. Reize, die das Publikum im 19. Jahrhundert erhitzten. Carmen Carmen
ist eine Zigeunerin. Das macht sie zu etwas Besonderem. Seit dem hohen
Mittelalter, als die ersten Sinti und Roma nach West- und Mitteleuropa
zogen, erregte die Zigeunerkultur großes Aufsehen. Schnell begannen
die Ausgrenzungen und Verfolgungen – die Anders-artigkeit der Kultur,
ihre vermeintliche Ungebundenheit, die Fremdheit ihrer Sitten weckten
Misstrauen und produzierten Gewalt und Vertreibungen; ab dem 18. Jahrhundert
bemühten sich aufgeklärte Sozialpolitiker um die Sesshaftmachung,
in der Überzeugung, man könne die Zigeuner gleichsam domestizieren.
Der neue Umgang mit den Zigeunern war nun menschen-freundlicher, aber
nicht weniger überheblich. Die Andersartigkeit der Zigeuner erzeugte
aber nicht nur Ausgrenzung oder gleichmachende Eingliederung, sondern
faszinierte immer auch. Man schrieb ihnen Freiheit und Ungebundenheit,
Naturnähe, übernatürliche Fähigkeiten und Sinnlichkeit
zu – Charakteristika, die das 19. Jahrhundert besonders interessierten. Die Spanierin Doch Carmen
ist gleich zweifach exotisch: Sie ist nicht nur Zigeunerin, sondern stammt
auch aus Spanien – ein Land, das in Kunst, Literatur und Wissenschaft
große Begeisterungen weckte. In Frankreich, Deutschland, England und
Russland hatte man im Lauf des 19. Jahr-hunderts den Reiz der iberischen Halbinsel
entdeckt. Die Zauber des Landes, die Eskapaden von Cervantes‘ Don Quijote
(einem Schlüsselwerk für die literarische Romantik) und die Einflüsse
orientalischer Kultur auf Spanien, machten das Land in der Imagination der
West-europäer zu einem romantischen Märchen- und Fabelreich –
einem idealen Schauplatz für eine Oper bzw. eine Novelle. Exotische Länder
interessierten die Menschen im 18. und 19. Jahrhundert; so wurde Exotisches
zu einem Lieblingsgegenstand der Künste. Das Interesse an anderen Kulturen,
ob exotisch oder nicht, war dabei oft verbunden mit der Betrachtung des weiblichen
Geschlechts. Oft wurde der Reiz des fremden Landes auf die Reize der exotischen
Frau projiziert. So verkörpern sich in Carmen die Reize
der spanischen Zigeuner, in Puccinis Madame Butterfly die Verlockungen Japans
oder in Verdis Aida der vorzeitliche Charme Ägyptens, ganz zu schweigen
von den Verlockungen der Südsee, die in Gauguins berühmten Bildern
vor allem weiblicher Natur sind – halbnackter Natur. |
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Die Musik George Bizet war zeitlebens nie in Spanien gewesen. Für die spanischen Einschläge der Oper ließ er sich in erster Linie durch Volksmusik-sammlungen inspirieren. Vor allem verwendete Bizet für das musikalische Lokalkolorit spanische Tänze wie die Sequidilla für das Duett Carmen / Don José im I. Akt, den Fandango für das Chanson bohème, (das Zigeunerlied Carmens zu Beginn des II. Akts) und die Malaguena im IV. Akt. Die berühmte Habanera, Carmens Auftrittsnummer im I. Akt, geht auf kubanische Wurzeln zurück. Das Orchester ist bei Bizet recht reduziert und läuft damit dem damals herrschenden Trend zum großen Orchester entgegen. Harmonisch dosierte Bizet ungewöhnliche Molltonleitern, chromatische Melodielinien und dissonante Reibungen sparsam, aber ungeheuer effektiv. Oper und Novelle Bei der Dramatisierung der |
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![]() Carmen, Trinidad Artiguez |
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Novelle
haben Bizet und seine Librettisten die Novelle von Merimée in einigen
wesentlichen Teilen umgearbeitet. So entfiel die Rahmenhandlung rund um einen
reisenden Architekten, in die Merimée die Novelle um Don José
und Carmen eingebettet hatte – diese sollte im literarischen
Werk Distanz zur Handlung schaffen, eine Haltung zu seinen Personen, die Merimée
äußerst wichtig war. Die Handlung Carmen
Flamenco basiert zu etwa gleichen Teilen auf der Novelle von Merimée
und dem Plot der Bizet-Oper. Die zentrale Rolle von Carmens
Ehemann, den Don José tötet, stammt aus der Novellenhandlung;
wie in der Novelle existiert auch in Carmen Flamenco die Figur Micaëla
nicht. Dagegen übernahm Rafael Aguilar für die Dramaturgie seines
Tanzdramas den Schluss der Oper, dessen Handlung sich, anders als in der
Novelle, in der Nähe der Stierkampfarena abspielt. Die Ermordung
Carmens vor dem Hintergrund der Stierkampfare-na, wo
Don Josés Gegen-spieler Triumphe feiert, stellt im Tanzdrama wie
in der Oper eine effektvolle Zuspitzung des dramatischen Konflikts dar. Die
Musik Carmen Flamenco verwendet Teile der Musik aus Bizets Oper; die prominentesten Nummern sind an den entsprechenden Stationen der Handlung zu hören. Die Aufnahmen der Bizet-Musik stammen vom Budapest Film Orchestra unter István Silló und sind nach den Originalpartituren eingespielt, wobei die Gesanglinien instrumentiert wurden. Außer-dem kommen
Werke von Pablo de Sarasate zu Gehör, der mit seinen Virtuosenstücken
wie den Zigeunerweisen oder seiner Carmen Fantasie im 19. Jahrhundert große
Erfolge feierte. Flamenco Unter dem
Begriff „Flamenco“ versteht man alles, was mit
der Kultur der Zigeuner in Verbindung gebracht werden kann, also Sprache,
Poesie, Musik, Tanz, Kleidung und Lebensart. Über den Ursprung des Wortes
„Flamenco“ gibt es kontroverse Meinungen. |
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