Carmen Flamenco |
Ballett, Carmen Flamenco |
|||||||||||||||||||||||
|
||||||||||||||||||||||||
Die
Novelle |
||||||||||||||||||||||||
Die femme fatale
Carmen
erblickte zu einer Zeit das Licht der Welt, wo im Pariser Kunstbetrieb
die femme fatale Hochkonjunktur hatte. Die Künste hatten angefangen,
sich intensiv mit der Macht der Erotik, mit Trieb, Lust und Libido auseinander
zu setzen. Es war Baudelaire, der die femme fatale, die durch ihre Erotik
Macht über den Mann gewinnt, zu einem populären Thema machte.
Andere Schriftsteller wie Emile Zola folgten. Und Prosper Merimée
schuf mit Carmen ein regelrechtes Urbild der femme fatale.
Bizet/Merimées Carmen traf mitten ins Schwarze
des Zeit- und Lebensgefühls des 19. Jahrhunderts. Dieses spanische
Zigeunermädchen ging den Männern unter die Haut. Und das weibliche
Geschlecht konnte in ihr eine starke, eigenständige Frau bewundern.
Nicht umsonst ist eines der berühmtesten Stücke der Oper, das
auch in Carmen – Flamenco zu hören ist, die
Habanera, Carmens Auftrittslied. Hier erklärt Carmen,
die Zigeunerin, die Spanierin, die femme fatale, wie sie fühlt und
denkt: frei, ungebunden, leidenschaftlich, sinnlich. Eine Selbsterklärung,
die den Kern des Dramas ausmacht – Carmens Geheimnis:
Ja, die Liebe hat bunte Flügel, solch einen Vogel zähmt man
schwer; haltet fest sie mit Band und Zügel, wenn sie nicht will,
kommt sie nicht her. |
||||||||||||||||||||||||
Der Schriftsteller Prosper Merimée (1805 – 1870) veröffentlichte im Jahr 1845 in mehreren Folgen in einer französischen Zeitschrift seine Novelle Carmen. Die Anregung zur Novelle hatte er wohl von der Gräfin Maria Manuela de Montijo erhalten, deren Tochter Eugenia 1853 Gemahlin Napoleon II. wurde. Merimée hatte die Adelsfamilie bei seiner ersten Spanienreise im Jahr 1830 kennen gelernt; zeitlebens blieb er der Familie eng verbunden. Auch eine Passage in der Voyage en Espagne Théophile Gautiers, die Merimée begeistert gelesen hatte, mag die Inspiration zu Carmen gegeben haben: „Die Cigarrera (Zigarrendreherin) von Sevilla ist ein Typus wie die Manola von Madrid. Man muß sie am Sonntag oder an den Stierkampftagen sehen mit ihrem mit Fransen besetzten, volantreichen Rock [...] und der Zigarre, deren Rauch sie einatmet und die sie von Zeit zu Zeit ihrem Galan reicht“. Sowohl Merimée als auch Gautier waren fasziniert von diesem Frauentypus – und beide schufen eine Carmen (Gautier veröffentlichte 1852 ein Gedicht mit diesem Titel). Merimée war begeistert von Spanien. Sechs ausgedehnte Reisen dorthin unternahm er im Laufe seines Lebens. Dem Romantiker war Spanien Inbegriff orientalisch geprägter Kultur: |
||||||||||||||||||||||||
|
„Jenseits der Pyräneen beginnt Afrika“, wie Merimée
sagte. Der Carmen-Stoff spiegelt aber nicht nur Merimées
Interesse für Lokalkolorit wieder, gemäß dem Postulat aus Victor
Hugos ‚romantischem Manifest‘ (in Cromwell), nachdem die couleur
locale die wesentliche Substanz des Dramas sein müsse. Merimée zeigte
in seinem ganzen Schaffen stets eine Vorliebe für gesellschaftliche Außenseiter
– wie sie die Zigeuner darstellten. Den Figuren am Rande der Gesellschaft
näherte er sich dabei bewusst distanziert. Seine Werke sind denn auch durch
eine sachliche, nüchterne Prosa mit zahlreichen Bildungs-Reminiszenzen
gekennzeichnet. Mit Carmen gelang Prosper Merimée eine der ersten vollgültigen Darstellungen einer femme fatale. Von hier reichen zahlreichen Rezeptionslinien bis ins 20. Jahrhundert hinein. Wedekinds Lulu oder die Erlebnisse Professor Unrats (Heinrich Mann) sind ohne Merimées Carmen-Vorbild nicht denkbar. Die bedeutendste Bearbeitung sollte aber die gleichnamige Oper von George Bizet werden. |
||||||||||||||||||||||||
![]() Carmen, Trinidad Artiguez |
||||||||||||||||||||||||
|
||||||||||||||||||||||||
Die
Handlung Prolog I. Akt
Zweites Bild: Drittes Bild: Viertes Bild: Fünftes Bild: II: AKT Sechstes Don José: „Wie? Ihren Mann?. Sie ist also verheiratet? 'Ja, mit García dem Einäugigen, einem Zigeuner, ebenso verschlagen wie sie selbst. [...] „Ich liebe Carmen und will der einzige sein." Mit Hilfe Don Josés, durch den sich die Zöllner leichter austricksen lassen, transportiert die Bande die geschmuggelte Ware. Carmen landet in den Armen ihres Mannes García, dem Einäugigen, der bereits von seinen Freunden über die Beziehung seiner Frau zu dem ehemaligen Brigadier Don José unterrichtet worden war. García macht Carmen klar, dass nur er der Herr im Hause ist und das Sagen hat. Don José wird García vorgestellt und als neues Bandenmitglied von den Schmugglern bestätigt. In angespannter Stimmung beginnen die beiden Männer, miteinander Karten zu spielen. Währenddessen legt Carmen sich die Karten und liest aus ihnen ihre Zukunft, die weder ihre noch die Träume ihres Mannes am Ende in Erfüllung gehen lässt. García spielt falsch und es kommt zum Streit. Don José bringt ihn um. Carmen, noch immer unter dem Einfluss ihrer Visionen, wirft ihren Ehering auf García und flüchtet mit Don José. Siebtes Bild: Achtes Bild: Neuntes Bild: Quelle:
Carmen, Novelle von Prosper Mérimée, |
||||||||||||||||||||||||
Rafael
Aguilars "Es war eine seltsame und wilde Schönheit, ein Gesicht, das anfangs erstaunte, das man aber nicht vergessen konnte. Namentlich ihre Augen hatten einen zugleich wollüstigen und wilden Ausdruck, den ich in keines andern Menschen Gesicht wiedergefunden habe. Zigeunerauge, Wolfsauge, lautet eine spanische Redensart, die von feiner Beobachtung zeugt. Wer keine Zeit hat, im zoologischen Garten den Blick eines Wolfes zu studieren, beobachte eine Katze, wenn sie einem Spatz auflauert. [...]" aus Prosper Mérimées Novelle Carmen über eine treulose, junge Zigeunerin, die von ihrem vor Eifersucht rasenden Freund ermordet wird, wurde schon so viele Male mit solcher Brillanz inszeniert, dass es, so Rafael Aguilar, „nicht ausreichte, einfach Carmen zu zeigen, indem man Carmen zeigt. Denn Carmen sein heißt frei sein, jenseits jeglicher moralischer Verpflichtungen.“ Uraufgeführt im April 1992 in Tokio, wurde Aguilars Vision seiner Carmen Flamenco Wirklichkeit: Mit einer Mischung aus Flamenco und Bolero, suggestiven Tanzszenen und erotischen Choreographien schuf er mit seiner Tanz-Compagnie Ballet Teatro Español ein faszinierendes Tanzdrama, das in Japan und ganz Europa gefeiert wurde. Diese durch und durch sinnliche Inszenierung, die auf Merimées Novelle und Bizets Oper basiert, gehört heute wohl zu einer überzeugenden Carmen-Interpretationen auf der Bühne. Mit den Ausdrucksmöglichkeiten des modernen Balletts, verbunden mit „klassischem“ spanischen Tanz und der feurigen Musik Andalusiens, wird diese unbändige, alle Begehrlichkeit weckende, nach Freiheit suchende Carmen auf authentische Weise lebendig. Rafael Aguilar über Carmen: Der Traum vom erotischen
Weib mit tödlicher Konsequenz.
Das
Ballet Teatro Espanol Unter der Leitung von Carmen Salinas feiert die Compagnie seit 1999 insbesondere mit den Choreografien Carmen Flamenco und Bolero u.a. am Bolschoi Theater in Moskau, an der Hamburgischen Staatsoper, am Teatro Olimpico in Rom und am Ronacher in Wien Erfolge. Das Repertoire des Ballet Teatro Español de Rafael Aguilar enthält weitaus mehr Choreografien ihres Gründers, u.a. das preisgekrönte Werk Matador (Jefferson Award, 1988; Laurence Olivier Award, 1991), El Rango (geschaffen für das Ballet Nacional de España, 1979), Bolero (beste Choreografie des Jahres 1987, ausgezeichnet vom Festival de la Versiliana) und Diquela de la Alhambra. |
||||||||||||||||||||||||
|
Carmen
Flamenco
Musical-Operette:
Operette
Vetter aus Dingsda - Operette
Die Lustige Witwe -
Operette Die Fledermaus - Musical
Rocky Horror Show Theater Oper-Ballett: Oper
La Traviata
- Oper La Boheme
- Oper
Entführung aus dem Serail - Oper
Die Liebe zu den drei Orangen - Oper
Die Zauberflöte - Madame
Butterfly Interviews: Interview
Lola Müthel
-
Interview Herbert Bötticher -
Interview Ruth Drexel - Interview
Ute Lemper |
||||||||||||||||||||||||