Tanzgeschichte - Ballett, Modern Dance - Jazz Dance
Ballett Tänzerinnen
Mary Wigmann, Loie Fuller, Isadora Duncan

Kultur Fibel Magazin
vom 17. Jahrhundert bis zum 21. Jahrhundert
Armin H. Eilenberg

BAL À LA COUR DE LOUIS XIV.
(Ball am Hofe Ludwig XIV.)
Dieses Schauspiel, entstanden im Jahre 1981 für das Festival von Versailles, ist eine Empfehlung für die Compagnie Ris et Danceries (französische Gruppe Ris&Dancerie und hatte während der Wintersaison 1987 einen großen Erfolg an der Opéra Comique in Paris.
Die mit ihrem beachtlichen Repertoire an rekonstituierten barocken Tänzen ausgestattete Companie kann beim Festival von Versailles erlebt werden.

Mit den historischen Kostümen, überreich verziert mit Bändern, Spitzenrüschen und Federn, tanzen sie ganz nach damaliger Tanzregel mit einer aristokratischen aufrechten Haltung. Sie bewegen sich aber weit in den Raum hinein, und zwar in äußert verschlungenen geometrischen Mustern. Und während Arme und Hände kleine zierliche Bewegungen machen, manchmal nur eine halbe Drehung des Handgelenkes, haben die Füße unter schweren Röcken und Rockschößen höchst komplizierte Schritte auszuführen. Eben jene Schritte, aus denen sich die Tanzformen des klassischen Balletts entwickelten. Es sind kleine Gewichts-verlagerungen beim Hüpfen oder Gleiten von einem Bein auf das andere, mit einem Fuß kleine Halbkreise zeichnen, streng nur auf Knöchelhöhe des anderen Fußes (ronds de jambe en fair); auf halber Spitze schreiten, das in einem démiplie endete, in dieser Position konnten die Knie entspannend nachgeben.

Das Stück ist eine „Rekonstitution“, es dramatisiert die Etikette, deren sich der Ball bediente, indem er gleichzeitig die absolute Macht der Könige, sowie die Hierarchie der Höflinge reflektierte.

Ausgehend von der Originalchoreo-graphie des Louis-Guillaume Pecour haben Francine Lancelot und Lucien Melki dieses fremdartige Fresko dargestellt. Dieser Tanz wirft ein neues Licht auf eine Seite der Geschichte, die uns das Theater von Molière in seinen unzähligen Widersprüchen vermittelt: Gavotte, Courante, Menuett, Bourrèe, Allemande, Loure, Passepied, Rigaudon, die zwischen 1680 und 1710 getanzt wurden.

Louis-Guillaume Pecour (1655 –1710) war Schüler und Nachfolger von Pierre Beauchamp an der Spitze der Académie Royale de la Danse.
Der Ablauf des „Balls“ geht auf die Beschreibungen von Michel Bonnet in „L’histoire générale de la Dance Sacrée et profane“ (1724) zurück, welche für den Hochzeitsball des Herzogs von Burgund im Jahre 1697 verfaßt worden war, und auf die Niederschrift von Pierre Rameau, in dem Kapital: „Vom Zeremoniell, das beim großen Ball des Königs beachtet werden muß“
Le Maître à Danse – 1725).

Loie Fuller > oben<, Brygida Ochaim, >unten< Isadora Duncan
Isadora Duncan, amerik. Tänzerin und Pädagogin, *26.5.1877 in San Francisco, † 14.9.1927 in Nizza. Bei Maria Bonfanti, New York hatte sie Ballettunterricht. Sie lehnte diese Technik des klassischen Balletts als unnatürlich ab und ihr gesamtes tänzerisches Werk war gegen das klassische Ballett gerichtet. Foto: Atelier Elvira
Loie Fuller > oben< amerik. Tänzerin *22.1.1862 in Fullersbourg, † 21.1.1928 in Paris. Hatte nie eine richtige Tanzausbildung, sondern begann in Shows, 1890 mit ihrem Serpentinentanz, der hauptsächlich den Effekt der fließenden Seidenbahnen nutzte. Foto: Cinematique de la dance.
Brygida Ochaim, >unten< Rekonstruktion von Loi Fuller-Tänzen, Foto: Christina Ganet.

Seinerzeit zog sich der Ball über 3 bis 6 Stunden hin. Heute hat die „Ris et Danceries“ die Spieldauer auf
90 Minuten gekürzt.
Anderseits wurde während eines Zeitraumes von 16 Jahren (1690 – 1706) eine Zusammenfassung der populärsten Tänze erstellt . Als der König im Jahre 1690, mit 52 Jahren, das Tanzen aufgab, verschwanden die „Courantes“ (alter französischer Tanz in raschen, ungeradem Takt) und das Jahr 1706 kennzeichnet den Beginn der „Contredanses“ >Gegentanz = alter Gesellschaftstanz, bei dem jeweils vier Paare bestimmte Figuren miteinander ausführen<.
Die Choreographien all dieser Tänze stammen von Pecour, sie wurden im Jahr 1704 durch Feuillet und 1711 durch Gaudrau veröffentlicht, bis auf die Eröffnungs-Gavotte (Tanz im 2/4 Takt), von welcher es keine Unterlagen gibt, sowie die Courantes, für die die Noten von Taubert, dem Tanzmeister aus Leipzig (1717), interpretiert wurden.

Mit der Entwicklung des Bürgertums kam der sukzessive Wandel vom Hofe zur Bühne, mit der Entstehung des Berufstänzers machte auch das Ballett Veränderungen durch: die jetes, glissades und sauts de banque wurden emporragender und weiter. Der Tanz wandelte sich vom höfischen Status, er wurde mehr zu einer trainierten Leistung, die, je nach Zeitabschnitt, auch wieder stärker als Ausdrucksmittel eingesetzt wurde.
Im 19. Jahrhundert, in den 20er Jahren, erhebt sich die romantische Ballerina immer öfter auf die Spitze, zunächst mit eigener Kraft der Zehen, dann, begünstigt durch mit ein wenig Wolle ausgestopfte

Mary Wigmann

Mary Wigman (geb. Marie Wiegmann) deutsche Tänzerin,
Choreographin und Pädagogin, *13.11.1886 in Hannover, † 18.9.1973 in Berlin.

veröffentlicht wurde. Das Recht zur Veröffentlichung erhielt Feuillet bereits 1699 durch ein kgl. Privileg. Somit ist diese Aufzeichnung der »danse baroque« erhalten geblieben.
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