Kultur Fibel Magazin

Tanzgeschichte - Ballett, Modern Dance - Jazz Dance

Tanzgeschichte
vom 17. Jahrhundert bis zum 21. Jahrhundert
Armin H. Eilenberg
Seite 8

Ballett,Polina Semionova  in Nußknacker, 2004 Ballett, Anna Villadolid / Giselle, 1991

Anna Villadolid in Giselle, 1991
(klassische Arabesque)
Libr.: Vernoy de Saint-Georges, Th. Gautier und Coralli,
Choreographie: Coralli und Perrot, Musik: A. Adam
Bayerische Staatsoper - Ballett, Foto: Charles Tandy.

 

Polina Semionova >links<
in Der Nußknacker, 2004,
Lib.: Marius Petipa,
Musi
k: Pjotr (Peter) Tschaikowskij,
Staatsballett-Berlin (Staatsoper U.d.L)

Foto © Monika Rittershaus, Berlin.

New Dance, Pat Cannon
Fortsetzung von Seite 7 Ballett, Christina McDermott
Die Choreographin Martha Graham erzeugte die Revolution des Tanzes im Körper, die sie vor allem im eigenen vollzog, die Polarität von An- und Entspannung (contraction and release), bei ihr nicht nur rein physi-scher Natur. In ihm spiegeln sich Trauer und Freude, Nacht und Tag, Tod und Leben. Mit ihrer Tanzsprache versucht sie, die Vorgänge im Men-schen zum Ausdruck zu bringen. Ihre Bewegungen kommen, im Umgangs-ton, aus dem Bauch. Und sie bekennt damit die echte Revolution gegen das klassische Ballett.

Ihr Stil hat viele Choreographen geprägt, die die Basis des Modern-Dance, in den 70er Jahren in Europa forciert haben. Ihre kantigen Bewe-gungen, wurden von Choreographien wie Robert Cohen, Robert North,  

Pat Cannon >oben<
in Country Western,
new dance,
Bereicherung des Tanzes
durch Elemente aus der Folklore,
ethnischen Tänzen.

Christina McDermott und Ensemble >oben< in "Svadebka", Choreographie: Jiri Kylián, Musik: Igor Strawinsky, Bayerische Staatsoper - Ballett, Foto: Charles Tandy.
Michael Banzhaf, Isabelle Kremer, Martin Buczkó
Trisha Brown
Trisha Brown
Foto: Lois Greenfield
Michael Banzhaf, Isabelle Kremer, Martin Buczkó >links< in" WithoutWords", Staatsballett-Berlin, (Staatsoper U.d.L).
Foto © Monika Rittershaus, Berlin

eine sensiblere Körpersprache zu vermitteln. Die Fenley- Tänzer stampfen eine „Ewigkeit“ zu Synthetisern im Jogg. Zu diesen Konditions-Tanz-Vorführungen wurden „fliegende“ Stuntman (Lalala, Montreal, Canada) einge-baut. Dana Reitz und Wendy Perron arbeiteten die Taub-stummensprache zur gestischen Unterstützung mit ein. Bühnenhäuser mit einem umfangreichen Technikpark, boten die „richtige“ Unterstützung für dieses Tanzs-pektakel und prominente Maler entwarfen, werbewirksam, gemalte Bühnenhänger, Skulpturen und vermarkteten Filme.

Das Tanztheater
Pina Bausch (*27.7.1940, in Solingen) Choreographin und Ballettdirektorin, tanzte beim Folkwang-Ballett, dem American Ballett, New York und im Ballett des Metro-politian Opera House. 1973/74 übernahm sie die Leitung des Wuppertaler Tanz Theaters. Sie prägte das deutsche Tanz-Theater, und wurde zu einem festen internationalen Begriff.

Die weit von jeder Tradition und Konventionen entfernten Stücke bestehen aus filmschnittartig wechselnden Szenen, die nicht mehr eine Handlung erzählen, sondern alltägliche Situationen vorführen. In Pina Bauschs Stücken findet der Zuschauer klare Zeichen für die menschliche Befindlich-keit, diese im realen Leben emotional-funktionalen Bewe-gungen werden verdeutlicht in: Eine Auseinandersetzung, ein Fest, tiefe Trauer, schmerzliche Erinnerungen aus der Vergangenheit. Sie betont die Bewegung, nicht in der Form aneinander gereihter Schritte, sondern in der Körper-Sprache der Tänzer/Darsteller (Tanz/Theater) sie spielen in diesen Szenen eine bedeutende Rolle.

Körper-Teilen und –Partien, bei einem kontinuierlichen unsicher gestaltetem Hüpfen und Gehen im Raum, zeugte „grandiose“ neue Bewegungsfragmente. Ähnlich, mit viel Energie tanzt Trisha Brown >Foto rechts<, Mitgründerin der Gruppe in der Judson Church, New York, Geburtstätte der Postmoderne, in der jeder ein natural dancer sein konnte. Nun klassifizieren diese z.T. ungelernten Tänzer die Postmoderne in eine klangvolle frühe und späte Periode, denn von jetzt ab konnte jeder Mensch ein Tänzer sein und alles wird zum Tanz deklariert, wenn er nur in einem Veranstaltungsrahmen als solcher angekün-digt wurde. Eine nackte Frau auf der Bühne, die eine Banane verzehrt, das ist eine Choreographie der Post-moderne. Die Presse lobte, konnte mit dem neuen Thema ihre Auflagen verbessern.

Bald jedoch schlug die Richtung wieder um.

New Dance
Nach der „frühen“ und „späten“ Postmoderne vergingen nur einige Jahre und schon hatten wir wieder eine neue „Klasse“. Die „ineinander gleitenden Formen“ wurden in den 80er Jahren als New Dance deklariert. Es waren oft akrobatische, technische Kunststücke, die in ihrem Schwung, ihrer Kraft, hohe Ansprüchen an die Tänzer stellten.

In einer fortschrittsgläubigen Zeit werden der Masse der sogenannten Fun-Gesellschaft athletische Tänzertypen geboten. An die Erfolge vom Terminator und Co denkend wurden Tänzer an „Fitnessgeräten“ zu Kraftprotzen aufge-baut (Fenley-Tänzer) und über die Öffnung zu Aikido, Tai Chi und Hindu-Kult versucht man den Choreographien

Christopher Bruce und Jiri Kyliän in eine weichere Linie mit fließenden Bewegungen gebracht.

Der sehr weich fließende Stil Jose Limóns (*12.1.1908, Culiacan, Mexiko , † 2.12.1972, New Jersey, USA) hatte ebenfalls einen gewissen Einfluß auf den international auflebenden Modern Dance.

Bereits in den 60er Jahre fanden die jungen Choreografen den Modern Dance, wie er sich bis zu den 50ern entwickelt hatte, als überholt und die bereits entwickelten Stile mit ihren kodifizierten Vokabeln als stagnierend und einengend (nicht mehr modern). Die damalige Einschätzung, der Moderne Tanz sei nur ein Dekaden-Strohfeuer war für die US-Gesellschaft zeitgemäß, aber sie war falsch. Der Modern Dance lebt und wir erfreuen uns doch noch heute an Jiri Kyliän Choreographien, u.a.
Ein neuer Name wurde kreiert..

Die Postmoderne
Die jungen Tanz-Revolutionäre hatten 1962 die Idee (nicht mit den 68ern in Deutschland verwechseln), gemeinsam mit Musikern (keine Komponisten!), Malern, Bildhauern und Schriftstellern am Tanz laborierend, ganz von vorn anzu-fangen. (Anm.: klingt vertraut, auch in der politi-schen, bundesrepublikanischen Landschaft, werden Utopien von „revolutionären“ Wirrköpfen, als eine opti-male Reform propagiert, anstatt auf bewährte, gewach-sene Strukturen zu bauen.) Die Presse war wieder einmal begeistert von Steve Paxtons einstündigem Solo nach den „Goldberg-Variationen“ von Johann Sebastian Bach (*7.5.1833 in Hamburg, † 3.4.1897 in Wien). Kleinste Entspannungen von unterschiedlichen, zum Teil isoliert dargestellten,

oben -Seite 8oben

Ludwig XIV.
Ludwig XIV. tanzte bis zu seinem 52. Lebensjahr in anspruchsvolle Ballette und förderte sie, im Gedanken an die zukünftigen Generationen. Es war sein Ziel, die menschliche Grazie, Anmut und Würde, als bleibender Wert, auf der Bühne zu erhalten.
Große Staatsballette würdigen seinen Einsatz, seine Weitsicht und seine geistige Größe. Das klassische und das neoklassische Ballett sind so jung wie immer geblieben. Ein Lebensquell für das Bewusstsein der Bürger in unserer exhibitionistischen, voyeuristischen Spaß-Gesellschaft, (Stichwort: Pornografisierung der Gesellschaft) in der "Kleine Geister" in Kunst und Politik, lärmend, mit Medienverstärkung, nur kurzfristige Strohfeuer entfachen. Ein paar neue "freie" Tanz-Formationen in den zurückliegenden 150 Jahren sind in unseren sozial entropischen Industriegesellschaften begeistert aufgenommen worden, aber sie blieben im Schatten. Keine dieser belebenden, künstlerischen Tanz-Variationen reichte an die Arbeit des "Großen Geistes" Ludwig XIV. heran.

Auf Tanzgeschichte Seite eins,
lesen Sie, wie Ludwig der XIV., mit seiner Weitsicht, seinen ärgsten Spötter und Kritiker im Reich, "Jean Baptiste Molière" förderte, weil er das Genie erkannte und "Jean Baptiste Molière" der Nachwelt erhalten wollte.

Lieber Leser, können Sie sich im heutigen allgegenwärtigen Medienspektakel, in dem auf Gewinn maximierten "Zeitgeist", einen Staats-Chef vorstellen, der seinen ärgsten Spötter und Kritiker fördert?

Armin H. Eilenberg

"Ohne neuen Lebensstil -
gibt es keine Überlebenschance!
"
A.. H. Eilenberg / 2001


- 1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6 - 7 - > 8 < / Anfang Seite 1

Modern dance, postmodern dance, Tanztheater,
Klassik Ballett, Neoklassik Ballett,
Ludwig XIV.

© - Copyright:
Tanz-Geschichte, Armin H. Eilenberg
Sämtliche Fotos, Text, Layout und Desig
n Kultur Fibel Verlag GmbH
Berlin und
JBM-marketing, PF 140315, D-40073 Düsseldorf


Musical-Operette:
Operette Vetter aus Dingsda - Operette Die Lustige Witwe - Operette Die Fledermaus - Musical Rocky Horror Show
Musical Ludwig II - Musical Robin Hood - Musical Sweeney Tood - Musical Swan Lake - Musical African footprint
Musical Tarzan - Musical In nomine patris - Musical West Side Story - Musical Dirty Dancing - Musical Kiss me Kate
Musical Tanguera, Tango-Argentino - Musical My Fair Lady - Musical Balé de Rua - Musiktheater Friedrichstadtpalatz Berlin

Theater
Sextett - Spanische Fliege - Glücliche Zeiten - Jude von Malta

 

Oper-Ballett:

Oper La Traviata - Oper La Boheme - Oper Entführung aus dem Serail - Oper Die Liebe zu den drei Orangen - Oper Die Zauberflöte
Oper Cosi fan tutte - Oper Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny - Oper Die Teufel von Loudun - Oper Der Waffenschmied
Oper Simon Boccanegra - Oper Orelando paladino - Oper Carmen - Oper Armida - Oper Der Spieler, Hrpok - Oper Fidelio
Oper Agrippina - Oper Der Türke in Italien - Oper Der Goldene Hahn - Ballett Dornröschen - Ballett Schneewittchen
Ballett Tanzgeschichte - Ballett Carmen Flamenco - Ballett Der Nussknacker - Ballett Martha Graham Company

Interviews:

Interview Lola Müthel - Interview Herbert Bötticher - Interview Ruth Drexel - Interview Ute Lemper
Interview Wolfgang Spier - Interview Judy Winter - Interview Romuald Pekny - Interview Helmut Griem

Meist besuchte Seiten
Kultur Fibel - Oper Ballet
- Musical Operette BallettTanzgeschichte Kinderwunsch Kunstgalerie Lustige Witwe Buecher Klimawandel Feng-Shu
i Ja zum Leben, ohne Einsamkeit? Eltern-Kinder-Erziehung Tochter-Mutter Kellerloch-4 Fotokunst Türke in Italien Romy Schneider Ziele der Kultur Fibel Romuald Pekny - Babylon Koenigreich Antike Varusschlacht/Kalkriese Germanischer Freiheitskrieg-Varusschlacht Ziele der Kultur Fibel Wirtschaftskrise - Gesellschaftskrise UTE LEMPER -Kinderwunsch, Schwangerschaft - Nachruf Judith Brock-Eilenberg - Oper La Traviata Heinrich Hofmann, Gemaelde - Arma Belen, Fotokunst Musical Sweeney Todd - Foto-Kunst pornografisierte Gesellschaft Galerie Kultur Fibel, Rhytmen, Ballett of Brasil Gesellschafts UTO -Utopie Qi Gong Heinrich Hofmann,Maler La Boheme Madame Butterfly - Die Hochzeit des Figaro - Erotische Skizzen / Meisterwerke des 20. Jahrhundert - Schlaf gut - Susi - Oper Orlando - Lola Müthel - Helmut Griem - Oper Der Spieler - Oper Simon Boccanegra - Oper Die Teufel von Loudon - Operette Der Vetter aus Dingsda - Kopfkissenbuch der Liebe - Joy of Sex - Performance Omega Performance Der Schacher Oper Fidelio - Oper Der goldene Hahn - Operette Die lustige Witwe - Tango Argentino,Tanguera - Oper Carmen - Oper Die Liebe zu den drei Orangen - INFEKTION-Foto art
- burnout effekt - Joschka Fischer Wandelroeschen RAF
Kunst Galerie 1 - Griechenland Euro Krise sexueller Kindermissbrauch - Oper Idemoneo Horst Köhler_Bundespräsident_Rücktritt - Oper_Rusalka - EVITA - Kamasutra, Supersex,