Luxuria im Alten Rom
Antike

Primus Verlag
176 S. geb. im Buchhande

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Luxus - Altes Rom -
Sex, Sexstellung, Liebesspiel, Erotik, Pallus,
Fruchtbarkeit, Lucullus
,

Lust, Schwelgerei, Vergnügungssucht, Prunklust, das süße Gift


LUXUS IM ALTEN ROM

mit zahlreichen (96) meist farbigen Abbildungen
Prof. Dr. Karl-Wilhelm Weeber

Altes Rom Auch bei Prozessionen bestand "Toga-Pflicht": togati auf einem Relief der Ara Pacis Augustae; Rom, spätes 1. Jh. n.Chr.
Luxus - Altes Rom Auch bei Prozessionen bestand "Toga-Pflicht": togati auf einem Relief der Ara Pacis Augustae; Rom, spätes 1. Jh. n.Chr.
Altes Rom, Der Fruchtbarkeitsgott Priapus wiegt seinen Riesen-Pallus.
Luxus -Altes Rom, Der Fruchtbarkeitsgott Priapus
wiegt seinen Riesen-Pallus.
Fresko aus dem Haus der Vittier; Pompeji, 1. Jh.
Auszüge - Vorwort

Luxus" ist ein lateinisches Wort.
Es gehörte ursprünglich in den botanischen Be
reich und bezeichnete eine „üppige Fruchtbarkeit" der Erde, ein wucherndes, „geiles" Wachstum von Saaten und Pflanzen. Daraus hat sich die uns vertraute übertragene Bedeutung entwickelt: Von der verschwenderischen Pracht der Natur zu einer Üppigkeit in der Lebensführung, die sich von der Normalität deutlich abhebt. Luxus ist etwas Besonderes; er bezeichnet ein Mehr an etwas, einen Überfluss, auf den man verzichten kann, ohne Not zu leiden. Er ist natürlich ein relativer Begriff, der von der jeweils geltenden Norm abhängt. Für die Römer war Eiswasser im Sommer der Inbegriff des Luxuriösen; für uns gehört es seit der Erfindung des Kühlschranks zu den Selbstverständlichkeiten des Lebens, auf die wir nicht mehr verzichten mögen.
Im heutigen Sprachgebrauch ist Luxus eher positiv besetzt. Aber es stellen sich gleichzeitig auch Bedenken ein, ob das Mehr nicht vielleicht doch ein Zuviel ist, ob dieser Luxus denn wirklich sein müsse ... - eine sprachliche Gratwanderung, bei der es vor allem auf die Untertöne ankommt. Es ist ein Begriff, mit dem man schneller zur Hand ist, um die Lebensumstände anderer zu charakterisieren; auf die eigenen mag man ihn nicht so gern angewendet wissen. Da winkt man lieber mit einer Geste von Understatement ab. Man möchte der Konnotation des Übermaßes, der Verschwendung und des übertriebenen Aufwands entgehen - Vorstellungen, die sich im Sprachgebrauch der Römer sehr viel eindeutiger mit luxuria verbanden - was sie aber nicht hinderte, ihn zu praktizieren, ja zu zelebrieren. Der Begriff freilich war eher kritisch unterlegt.

Ganz in den Bereich negativer Wertung geriet, wer sich so mit Luxus umgab, dass daraus ein Lebensstil oder gar eine Mentalität wurde: luxuria bedeutet „Schwelgerei", "Genusssucht", „Vergnügungssucht", „Prunkliebe". In der erbitterten ideologischen Auseinandersetzung um den römischen „Sittenverfall" nach der Eroberung der Weltherrschaft im 2. Jahrhundert v. Chr. wurde luxuria zum Kampfbegriff. Moralisten aller Couleur beklagten, das sittliche Fundament des alten Rom sei unterminiert, weil ein Großteil der Oberschicht eben dieser luxuria fröne. Die meisten von ihnen frönten freilich munter mit. Immerhin räumt selbst ein scharfer Luxus Kritiker wie Valerius Maximus ein, die luxuria sei „ein süßes Gift (blandum malum), das man viel leichter anklagen als vermeiden kann ...

Altes Rom, Rekonstruktion der Villa dei Papiri; Pompeji
Altes Rom, Rekonstruktion der Villa dei Papiri; Pompeji
Altes Rom, Portraitmumie einer jungen Frau.
Luxus - Altes Rom, Portraitmumie einer jungen Frau.
Sie trägt Ohrringe, einen Haarkranz aus Blattgold und
eine doppelt gereihte Perlenkette; Bonn, Anfang 3. Jh.
Altes Rom, Porticus-Villa mit Park. Fresko aus der Casa de Menandro; Pompeji, 1. Jh.
Luxus - Altes Rom, Porticus-Villa mit Park. Fresko aus der Casa de Menandro; Pompeji, 1. Jh.

LUCULLUS UND DIE FOLGEN

Bekannt aber ist er als Prototyp des Feinschmeckers, des Genussmenschen, des Lebemannes. Lucullus - das ist der römische Gourmet par excellence, gerade eben einer, der nicht das „übliche" Römertum zu repräsentieren scheint. Eben kein „Kommisskopp", kein nörgliger „Typ"

Wir wollen den ideologischen Kriegsschauplatz aber vorerst verlassen. Aus der historischen Distanz ist festzustellen, dass die römische Oberschicht spätestens seit dem 1. Jahrhundert v. Chr. den Verlockungen der luxuria erlegen war und eine innige Beziehung zu ihr unterhielt. An der entscheidenden Voraussetzung dafür mangelte es ja nicht.
Die Weltherrschaft hatte genügend Geld in ihre Kassen gespült. Ein erheblicher Teil dieses Reichtums wurde nun in demonstrativen Konsum investiert. Man war reich, und man zeigte es - in Gestalt prachtvoller Landsitze und ausgedehnter, mit griechischen Statuen geschmückter Parks, aufwendiger Gastmähler von wahrhaft lukullischem Raffinement und millionenschweren Schmucks, einer vielköpfigen Sklavenschar und prachtvoller Kleidung. Ohne sich dessen so recht bewusst zu sein, geriet die vornehme Gesellschaft in einen Wettbewerb ostentativer Prachtentfaltung, der zusehends an Eigendynamik gewann und immer höhere Einsätze forderte. Selbst eingefleischte Luxuskritiker konnten sich diesem Prozess nicht wirklich entziehen. Wer nicht mithalten wollte oder konnte, büßte an Sozialprestige ein.
Es hat in der Weltgeschichte kaum eine Gesellschaft gegeben, die so stark durch Statussymbole geprägt war wie die römische - Statussymbole allerdings wie Rangabzeichen an der Kleidung, die zunächst ganz offiziell, vom Staat gewissermaßen vorgeschrieben, den Rang des Einzelnen in der Gesellschaft dokumentierten. Konkurrierend und ergänzend dazu entwickelte sich immer stärker ein „Markt" für inoffizielle Statussymbole, bei denen der Geldbesitz bzw.
der Geldeinsatz über die gesellschaftliche Stellung entschied. Die Konkurrenz um diese Statussymbole war die Domäne der luxuria: Welche Dame konnte mit dem teuersten Perlenschmuck aufwarten, welcher Herr mit der wertvollsten Sammlung griechischer Kunst? Die einen ließen sich in der Öffentlichkeit von einem Heer von Klienten begleiten, um den Passanten und sich selbst die eigene Bedeutung zu demonstrieren, andere hielten mit prachtvollen Leichenzügen für verstorbene Angehörige und eindrucksvollen Grabbauten dagegen.

Prunk und Protz liegen stets nahe beieinander. Nicht jedem war es vergönnt, unter dem Druck, Luxus-Flagge zeigen zu müssen, innerhalb der Grenzen des guten Geschmacks zu bleiben. Auswüchse und Ausschweifungen konnten nicht ausbleiben - ob gewollt oder unbeabsichtigt, spielte, wenn es sich herumsprach, keine Rolle mehr. Der Hauptstadt-Klatsch stand in voller Blüte, und nicht wenige fütterten ihn mit Informationen und Indiskretionen, um sich selbst mit neu errungenen Statussymbolen ins Gespräch zu bringen.
Das kulturgeschichtliche Panorama, das durch eine vergleichsweise reiche literarische Überlieferung, aber auch durch eine reizvolle, um nicht zu sagen: luxuriöse archäologische Hinterlassenschaft entsteht, soll auf den folgenden Seiten in Wort und Bild dargestellt werden - allerdings auch in Abgrenzung von Klischeevorstellungen, denen zufolge es „die alten Römer toll getrieben" haben.

Darf man in Zeiten, da die Geschichtswissenschaft zunehmend die Unterschichten, die Randgruppen und Minderheiten in den Blick nimmt, dem Luxusleben einer verwöhnten und „ausbeuterischen" Oberschicht überhaupt eine solch ausführliche Darstellung widmen? Mit Verweis auf seine Bücher zum Alltagsleben auch der „kleinen Leute" beruhigt der Verfasser sein kritisches Bewusstsein.

Im übrigen ist zumindest indirekt auch das einfache Volk präsent. In dem von der Oberschicht aufgeführten Schau-Spiel Luxus musste es allerdings mit der Rolle von Zuschauern und Statisten vorlieb nehmen. Dass es das weitgehend widerspruchslos tat, sagt auch einiges über die römische Gesellschaft aus. Ciceros berühmte Formulierung, das römische Volk liebe Luxus im öffentlichen Bereich, verabscheue aber privaten Luxus, wird durch das „Stillhalten" der Plebs Lügen gestraft. Die Prachtentfaltung der Reichen wirkte zum einen nicht als Provokation, weil die gesellschaftlichen Verhältnisse akzeptiert waren. Zum anderen wurde dem römischen Volk im öffentlichen Bereich auch eine Menge Luxus geboten, der es in gewisser Weise für seine armseligen Lebensumstände entschädigte. Thermenpracht und Massenunterhaltung seien nur als Stichworte genannt. Die Einbeziehung dieser Formen von Luxus würde freilich den Rahmen einer Darstel-lung sprengen, die sich auf den Luxus im privaten Raum konzentriert.

Wir können einer Oberschicht, der so viel an demonstrativem Prunk lag, keinen größeren Gefallen tun, als ihr dabei zuzuschauen.
„Luxus braucht Bewunderer und Mitwisser", hat Seneca richtig erkannt. Zu Mitwissern möchte die folgende Darstellung ihre Leser gern machen; ob auch zu Bewunderern, mögen sie selbst entscheiden. <<<

Altes Rom, Sex, Stellung, Beischlafszene.
Luxus - Altes Rom, Sex, Stellung, Beischlafszene.
Die Frau wird auf solchen Fresken häufig mit Brustbinde dargestellt.
Casa del Centenario; Pompeji, 1. Jh.

 

„TAUSEND VARIATIONEN DER LIEBE ...„
Sex, Sexstellungen

Es ist gar nicht zu bestreiten - warum auch?
Die Zeiten eines über den Lateinunterricht in die andere Richtung gefilterten klassisch-sterilen Römerbildes sind gottlob vorbei -, dass die römische Gesellschaft spätestens seit dem 1. Jahrhundert v. Chr. vergleichsweise offen und aufgeschlossen mit Erotik und Sexualität umgegangen ist. Das zeigen nicht nur die lasziven Theaterstücke, an die Ovid seinen Kaiser - den Finanzier und Sponsor dieser Produktionen! - erinnert; das zeigt auch jeder flüchtige Blick in eine Geschichte der lateinischen Literatur:
Liebe, Sexualität und Erotik waren eines der zentralen Themen römischen Literaturschaffens. Und das zeigt auch ein weiterer Blick auf die römische Alltagskunst, die allmählich aus den Geheimmagazinen in die Ausstellungsräume der Antikemuseen gelangt: Tonlampen, Kleinplastiken, Reliefs, Becher und Vasen - sie alle weisen obszöne Sex Motive in geradezu rauen Mengen und „in beinahe lexikalischer Vollständigkeit Formen geschlechtlichen Verhaltens" auf. Ovids berühmte mille modi veneris, „tausend Variationen der Liebe", waren allesamt auf billigen Terracotta-Lämpchen zu haben. An phallischen Darstellungen kam man in der römischen Welt nicht vorbei; angefangen von den als Gartenwächter aufgestellten Priapus-Statuen, die potentiellen Dieben mit gewaltig erigiertem Glied drohten, bis zu Amuletten in Phallusform, bei denen alles klein war außer dem entscheidenden „Glücksbringer".

Was die Präsenz erotischer Gegenstände im Alltag angeht, so gab es keine Klassenunterschiede. Wohl aber, was die Qualität betrifft. Da ermöglichte Reichtum einen höheren künstlerischen Standard. Inhaltlich unterschieden sich die Geschmäcker kaum, in der Ausführung bestach einschlägige „Oberschicht-Kunst" durch edle Materialien, gründlichere Ausführung und repräsentativeres Design.

Erotica gehörten zur Standardausstattung von Villen, und zwar nicht nur auf das Schlafzimmer begrenzt, wenngleich das ein Schwerpunkt erotischer Kunst-Ausstellung war. Wandmalereien mit sexuellen Darstellungen haben sich in der eleganten Villa Farnesina gefunden, die man 1878/9 bei der Tiberregulierung in Rom entdeckte. Die Fresken stammen aus der Zeit um 20 v. Chr. Nur ein Teil von ihnen ist erotischer Natur. Sie zeigen sechs Liebespaare, die sich, zum Teil in Anwesenheit von Dienstpersonal auf Klinen gelagert, in unterschiedlichen Stadien des Liebes-Sex-Spiels vergnügen.
Die Darstellungen sind eindeutig, aber dezent. Sexualität ist ein normaler Teil des Lebens - das ist die erfreulich unaufgeregte Aussage dieser Bilder.
Die Fresken des Farnesina-Palais bestätigen, was wir über die erotische Ausschmückung der Jupiter-Villa des Tiberius auf Capri gehört haben. Eine weitere Bestätigung liefern pompe-janische Fresken aus sehr unterschiedlichem Ambiente.... <<<

wie der Alte oder auch der Jüngere Cato, sondern inmitten all der Sittenstrenge, des (scheinbaren) Übergewichts des Militärischen und Politischen geradezu eine Lichtgestalt der Lebensfreude, des Hedonismus, der Liebe zum Schönen, Leckeren, Raffinierten und Teuren. Drei von 43 Kapiteln der Lucullus-Biographie des Plutarch haben als Basis und Weichenstellung für diese Wirkungsgeschichte des Lucullus ausgereicht.

Altes Rom, Sex Stellungen Liebsspiel Erotisches Motivrepertoire
Luxus- Altes Rom, Sex, Sexstellungen Liebsspiel Erotisches Motivrepertoire auf
Terra-Sigillata-Gefäßen, einem Tafelgeschirr höherer Qualität: - Umzeichnungen v. A. Dierichs

Wer zum „Speisen wie bei Lucullus" einlädt, wer gar „lukullische Genüsse" in Aussicht stellt, kann einer positiven Resonanz gewiss sein. Und so ist es kein Wunder, wenn sich „Lucullus" in ganz Europa als werbewirksamer Begriff für Schlemmen im positiven Sinn durchgesetzt hat. „Lucullus" firmiert als Markenname für Gewürze ebenso wie als Bezeichnung für Catering Services in Deutschland wie im skandinavischen Raum. Die Zahl der Restaurants, Cafes, Bistros und Hotels mit dem Namen „Lucullus" ist schier unübersehbar. Und auf Speisekarten finden sich besondere Leckerbissen des Hauses gern als Spezialitäten á la Lucullus. Man stößt auf ein beefsteak Lucullus, ein pate de canard Lucullus, kalvsflees Lucullus oder eine insalata Lucullus. „Lucullus" nennt sich die Zeitschrift eines Metzgerverbandes. Und ein griechisches Restaurant in München reklamiert den Römer Lucullus qua Namensgebung als einen der „ihren" - was historisch noch einigermaßen angeht, weil der Feldherr tatsächlich griechische Gesittung mit nach Rom gebracht hat. Etwas gewagter erscheint dagegen die Menü-Creation „Lucullus" eines im schweizerischen Mahren ansässigen Party-Service, der auf ostasiatische Geschmacksrichtung setzt - so weit ist das Heer des Lucullus selbst bei wohlwollendster Auslegung nicht gekommen. Sei's drum: Auch „Lumpia, Riesencrevetten, Lachsforellen, Pouletbrust, gedämpfter Reis, Reisnudeln und exotisches Fruchtsorbet" munden der Kundschaft sicher noch besser, wenn sie mit dem Namen des berühmten römischen Feinschmeckers geadelt sind. In Italien schließlich gilt es als hohes Lob festzustellen, dass ein Essen „des Lucullus würdig sei". Lässt sich, zumal angesichts der unbestrittenen Qualität der italienischen Küche, ein höheres Lob in Sachen Esskultur denken?

LUCULLUS ALS TRENDSETTER DER ESSKULTUR
Kein Zweifel: Lucullus hat es geschafft. Den Nachruhm kann ihm keiner streitig machen. Wer auch immer zu einer einschlägigen Legendenzertrümmerung ausholen wollte (es will im übrigen keiner) - er würde schmählich scheitern. Die Kulturgeschichte hat ihr Urteil gesprochen - ob es den gestrengen Althistorikern passt oder nicht.
Oder auch den Kritikern des Lucullus in der Antike! Sie wollen nämlich, wenn sie Details über die Tafelfreuden des Gourmets auftischen, eigentlich eher Abscheu und Empörung ob der „Verschwendungssucht" und „lukullischen Prasserei" eines Ex-Generals wecken, seine Metamorphose vom strengen Feldherrn zum verweichlichten Privatier brandmarken.

Altes Rom, "Die Lieblinge" im Bild: Mosaik mit Meeresfauna aus Pompeji, 1. Jh.
Luxus - Altes Rom, "Die Lieblinge" im Bild: Mosaik mit Meeresfauna aus Pompeji, 1. Jh.

Der moralische Abstieg ihres Kriegshelden mündete in der Rezeption unversehens in den steilen Aufstieg zum Genussheros. Allzu verführerisch, allzu legendär im wahrsten Sinne des Wortes waren die phantasievollen Diner-Inszenierungen eines Mannes, der sich der Gaumen- und allgemeinen Sinnenfreude, der Ästhetik des Luxus mit schon wieder bewundernswerter Radikalität verschrieben hatte -„satter", dankbarer Stoff für die kulturgeschichtliche yellow press aller Niveaus.
Römische Zeitgenossen hätten sich verwundert die Augen gerieben, wenn sie diesen Nachruhm des Lucullus mit seinem ausgesprochen positiv besetzten Namen hätten voraussehen können. Natürlich schätzten ihn viele als Trendsetter des Luxus und erhoben ihn zum Vorbild. In Traditionalisten- und Moralistenkreisen dagegen war er sehr umstritten. Zum einen, weil er seinem Leben nach der erzwungenen Zurruhesetzung als Politiker und Militär diese Wende gegeben hatte' und damit seine früheren Leistungen zu desavouieren schien. Zum anderen, weil man ihm gerade das Exemplarische seiner „neuen" Lebensweise ankreidete: Er machte den Luxus gewissermaßen hoffähig. Ein ganz schlechtes Beispiel habe er mit seiner Neigung zu Prachtbauten gegeben, tadelt Varro ihn. Der Historiker Velleius Paterculus kritisiert, er habe, „sonst ein großartiger Mann, als erster den verschwenderischen Luxus bei Gebäuden, Gastmählern und Hausrat eingeführt". Ein milder Tadel Ciceros geht in die gleiche Richtung: Wer so in der Öffentlichkeit stehe wie Lucullus, müsse auf das Maß achten, um nicht an andere falsche Signale zu geben.
Vom Maßhalten war der Tafelluxus des Lucullus allerdings weit entfernt. Seine Bankette erlangten ihre Berühmtheit durch die Kongenialität der drei entscheidenden Bestandteile. Sie glänzten einmal durch eine verschwenderische Ausstattung. Purpurne Decken, edelsteinbesetzte Becher und kostbarer Hausrat waren Standard. Außerdem „stimmte" das Programm. Musikalische und tänzerische Aufführungen begleiteten die Diners und gaben ihnen einen Zeitrahmen von etlichen Stunden. Wie später bei seinen „Jüngern" dürften auch die cenae des Lucullus ab und zu sechs, sieben oder acht Stunden gedauert haben. Kein Zweifel, dass sich damit ein hoher Aufwand an Darbietungen zur Unterhaltung der Gäste verband.
Schließlich die kulinarische Seite. Die Schlemmereien im Hause des Lucullus zeichneten sich durch die Raffinesse einer haute cuisine aus, für die der Hausherr die besten Köche engagierte. Es wurden Delikatessen und Leckerbissen serviert, die bis dahin noch nie auf einer römischen Speisekarte gestanden hatten oder jedenfalls nicht in der Zubereitung und Kombination à la Lucullus. Ein üppiges Speisenangebot mit zahlreichen Gängen war das eine - und auch die daran vornehmlich interessierten Gourmands kamen auf ihre Kosten. Exquisite, neuartige Kost das andere. Dabei setzte Lucullus besondere Maßstäbe. Um nicht auf jahreszeitliche Schwankungen im natürlichen Delikatess-Angebot angewiesen zu sein, ließ Lucullus Tiergehege (vivaria) anlegen, aus denen seine Küche jederzeit „Frischfleisch" beziehen konnte. Das traf selbst auf Drosseln zu. Sie galten unter Feinschmeckern als Spezialität, und Lucullus war der erste Römer, der sie in Volieren mästen ließ.
Was für Fleisch galt, musste auch für Fisch gelten. Lucullus gehörte zu den - von Cicero bespöttelten - Fischteichbesitzern (piscinarii), die sich auf ihren ländlichen Luxusanwesen Zuchtteiche anlegen ließen und sich selbst intensivst um ihre Liebhaberei kümmerten. . . .

> Ende der Auszüge


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Luxus - Altes Rom, Sex, Sexstellung, Liebesspiel, Erotik, Fruchtbarkeit, Pallus, luxuria, Prunksucht, Genusssucht, Schwelgerei, Lucullus
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