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Die Zukunft der Erde
Was verträgt unser Planet noch?

Kultur Fibel MagazinGesellschaftsmagazin


Vom Umgang mit den Ressourcen unseres Planeten
.
International renommierte Experten verschiedener Disziplinen über Grenzen, Möglichkeiten und
Szenarien der Zukunft unseres Planeten und der Weltgesellschaft

>Auszüge<

Aus diesen Vorgaben folgt, dass wir mindestens eine Vervierfachung, vielleicht eine Verzehnfachung des Wohlstands erreichen müssen, der alle Menschen betrifft. Ich freue mich, dass mein Freund Friedrich Schmidt-Bleek hier ist, der schon vor 15 Jahren eine Verzehnfachung der Ressourcenproduktivität angemahnt hat (und darüber auch vortragen wird). Ich hingegen, das sei meiner Politiknähe geschuldet, habe mich erst einmal mit der Werbung für einen Faktor vier begnügt. Bei dem Faktor vier hatte ich auch im Sinn, dass das Thema, welches heute umweltpolitisches Engagement am ehesten mobilisiert, die Energie ist. Nun ist bei der Energie ein Faktor zehn schwerlich erreichbar, während solch ein Ziel bei Stoffen, die beim Gebrauch ja nicht vom Erdboden verschwinden, durchaus im Bereich des Möglichen liegt.

Faktor vier

Schon ein Faktor vier erfordert eine gigantische Anstrengung. Da geht es zum Beispiel darum, Autos so zu konstruieren, dass sie weniger als zwei Liter pro 100 km brauchen. Daneben sollten Häuser so gebaut werden, daß sie nur noch ein Zehntel des Heizbedarfs und nur noch ein Viertel des Strombedarfs haben. Beide Forderungen sind technisch erfüllbar. Beim Strom erreicht man den Faktor vier in den Bereichen Beleuchtung, Kühlung und häuslichen Büromaschinen. Möglich ist auch die 60- bis 80prozentige Reduktion des Energieeinsatzes für die Fleischproduktion, für die Logistik der Herstellung von Molkereiprodukten wie etwa dem Erdbeeryoghurt, für bestimmte Chemikalien (was durch deren Mehrfacheinsatz geschehen kann). Bei komplexen Systemen können sich viele kleinere Einzelschritte zu einem Faktor vier in der Kette multiplizieren.

Bei industrieller Produktion kann das »Remanufacturing« (anstelle von Schreddern und bloßer Stoffrückführung) bedeutende Dienste leisten. Bei Güter- und Personenverkehr können die Schnittstellentechnologien (Übergänge von der Straße auf die Schiene und die Wasserwege) erheblich verbessert werden, was die Straße entlastet und so einen Beitrag zum Faktor vier an dieser Stelle leistet. Beim Übergang von physischen Transporten zum elektronischen Versand kann man natürlich weit größere Faktoren einsparen, aber hier muß beachtet werden, daß das Versandvolumen zur Zeit exponentiell steigt und die physischen Transporte nicht wirklich substituiert zu werden pflegen.

Zum Faktor Arbeit

Viele dieser drastischen Verbesserungen der Ressourcenpro-duktivität sind heute technisch bereits ohne weiteres möglich, aber sie sind nicht rentabel, weil sie mehr Arbeitsaufwand implizieren. Und der Faktor Arbeit ist teuer, während Energie und Materialien immer noch vergleichsweise billig sind. Wenn man also die Neuausrichtung des technologischen Fortschritts in Richtung eines Faktors vier oder zehn will, muss man die Rand-bedingungen des Wirtschaftens ändern. Es muss sich im Vergleich zu heute wesentlich mehr lohnen, Kilowattstunden oder Kubikmeter Erze oder Quadratmeter Landnutzung einzusparen und dafür wieder Menschen einzustellen.

Was wir brauchen, ist eine sich langsam und stetig verstärkende ökologische Finanzreform. Das fängt beim Stop für die Eigen-heimförderung und das Autopendeln an, setzt sich bei der Ökologisierung der Agrarsubventionen fort und endet mit einer langfristig angelegten ökologischen Steuerreform, die den Faktor Naturverbrauch teurer und den Faktor menschliche Arbeit billiger macht. Auch handelbare Zertifikate gehören zum Instrumenta-rium. In der EU sind sie jüngst für Klimagase eingeführt worden, und nach anfänglichen Niedrigstpreisen von etwa 7 Euro für die Tonne CO2- hat sich der Marktpreis innerhalb weniger Wochen verdoppelt.

Umweltverbrauch muss teurer werden. Aber das ist nicht populär. Die Unternehmen stehen in einem gnadenlosen weltweiten Kostenwettbewerb gegeneinander. Dessen Brutalität hat nach 1990 sprungartig zugenommen. Das ist eines der zentralen Phänomene der Globalisierung. Vor 1990, als noch der Ost-West-Konflikt das alles bestimmende Thema war, konnten sich die Firmen und die Staaten auf andere Zielsetzungen als die Kapitalrendite konzentrieren. Die Soziale Marktwirtschaft war das akzeptierte Gesellschaftsmodell, der Raubtierkapitalismus war verpönt. Auch der Umweltschutz gedieh unter dieser Schutz-glocke gut. Hier wie bei der Sozialpolitik war das Motiv, zu beweisen, dass die Marktwirtschaft auch für die Schwächeren in der Gesellschaft zuträglicher ist als der Kommunismus. So wurden die Härten der Märkte im breiten Konsens abgefedert.

Das angelsächsische Denken

Damit war es nach 1990 vorbei. Ein neues Denken breitete sich aus. Es wird oft und zu Recht als das angelsächsische Denken bezeichnet. Gespeist von der ökonomischen Auffassung, dass jede zusätzliche Arbeitsteilung ökonomische Gewinne bringt, dass also der Freihandel gut für alle sei, sowie von der sozialdarwinistischen Grundüberzeugung, dass der Sieg der Starken über die Schwachen gut für den Fortschritt sei, hat sich ein weitgehend rücksichtsloser Kapitalismus über die Welt ausgebreitet. Die rasante Ausbreitung wurde erst möglich, als die Angst vor dem großen Krieg zwischen Ost und West verflogen war und kein Motiv mehr da war, zu beweisen, dass die Markt-wirtschaft besser ist als der Kommunismus.

Vor 1990 war es übrigens sinnvoll und richtig, anstelle des Wortes Kapitalismus »Marktwirtschaft« zu sagen. Unter dieser stellt man sich den Austausch von Gütern und Dienstleistungen vor, und das war bis dahin auch der Kern der Wirtschaft. Das Kapital diente zumindest in Kontinentaleuropa in der Hauptsache der Finanzierung von Investitionen, der Bezahlung von Leistun-gen und dem Ansparen für später. Nach 1990 verblassten diese Kapitalfunktionen. Heute »investiert« man in »equities« (Besitzwerte), um sich einen Monat oder eine Stunde später wieder von ihnen zu trennen. Man interessiert sich für die Kapitalrendite und den spekulativen Gewinn mehr als für den Inhalt der Firmen und schiebt im Dienste der Erhöhung der Kapitalrendite in Sekundenschnelle Milliarden von Euro rund um den Globus. Heute macht die Bezahlung von Gütern und Dienst-leistungen nur noch etwa 5 % der in­ternationalen Kapitalströme aus, 95 % sind pure Kapitaltransfers, von denen die Mehrzahl eine spekulative Komponente hat.

Regellose Globalisierung

Das Wort Globalisierung ist nachweislich erst nach 1990 in den Sprachen der Welt populär geworden. Das neue Phänomen der Kapital-Globalisierung hinterlässt bei der Politik und bei den Betroffenen ein vor 1990 weitgehend unbekanntes Gefühl der Hilflosigkeit, des Ausgeliefertseins. Und es hat eine neue soziale Bewegung auf den Plan gerufen, die »Globalisierungsgegner«, wie sie fälschlich genannt werden. In Wirklichkeit sind es Globalisierungskritiker, die versuchen, wieder Regelungen einzuführen, wo heute Regellosigkeit herrscht.

Zu den Kritikern gehören auch die Umweltschützer, denn sie beobachten mit Verzweiflung, dass die Umwelt gegen die neue Priesterkaste der Strategen der Kapitalrendite kaum eine Chance hat. Die kurzfristige Kapitalrendite sinkt plausiblerweise, wenn Firmen auf Wildtiere oder die Klimavorsorge für 2050 Rücksicht nehmen wollen. Auch für die Umwelt brauchen wir Regeln, an die sich all die zu halten haben, die Geld verdienen wollen. >>>>

schreckten Meldungen auf, Wanderheuschrecken-schwärme seien von Afrika zu den Kanarischen Inseln hinübergeflogen, wo man ihrer nicht mehr Herr werden konnte. Im Dezember drehten sie mit dem Wind von den Kanaren aus nordostwärts und landeten im Süden von Portugal. Drohen neue Heuschreckenplagen, weil sich das Klima verändert? Die Heuschrecken gehörten zu den sieben biblischen Plagen. In Deutschland bemächtigte man sich ihrer bildhaft in der politischen Diskussion neuerdings im Jahre 2005, als ob die Schrecken und die Verwüstungen, die sie mit sich gebracht hatten, nicht vergessen wären. Nach den Ursa-chen der Masseneinflüge von Wanderheuschrek-ken, wie sie früheren Jahrhunderten vorgekommen sind, scheint auch jetzt kaum gefragt zu werden. Waren ihre Vorstöße so exotisch, daß sie in unserer Gegenwart nur noch gut sind für sprach-mächtige Schlagworte? War ihr Auftreten ohne Belang für die Gegenwart? Oder steckt vielleicht mehr Geschichte in den alten Geschichten, als wir heute wahr-haben wollen? Weil das alles längst vergangene »Geschichte« ist?Für den besonders gewaltigen Einflug im August 1693 hatte man 92,16 Milliarden Heuschrecken errechnet, die Mitteleuropa heimsuchten. 1337-1339 dürften es sogar noch mehr gewesen sein. 1749 wohl weniger, aber immerhin Hunderte von Millionen. Warum es zu solchen Massenentwicklungen gekommen ist und warum mehrfach im letzten Jahrtausend, aber nur in manchen Jahren und keineswegs in allen Jahrhunderten, stellt eine historisch-ökologische Frage dar. Aber nicht nur eine »Frage«, denn die Umstände, die zu den Heuschreckenplagen geführt hatten, beeinflußten auch andere Bereiche des Lebens der Menschen in Europa, hängen sie doch mit Witterungsverlauf und Klima zusammen. Was aber ist »anders« geworden seit der letzten Großinvasion vor gut 250 Jahren?

Die Entwicklung von Wetter und Klima kennen wir seit dieser Zeit ziemlich gut, denn kurz danach fingen die Menschen mit den regelmäßigen Temperaturmessungen (mit verläßlichen Thermometern) an. Weil seit damals gemessen wurde, können wir Wetter und Klima viel genauer mitverfolgen und Änderungen »beurteilen«. Aber was wird beurteilt und wie? Was ist die Basis?

Die Gegenwart:
Front der Zukunft vor der Vergangenheit

Die Zukunft entwickelt sich aus der Vergangenheit. Die Gegenwart liefert als Durchgangszeit die jeweiligen Ausgangsbedingungen für die kommenden Entwicklungen. Sie setzt diesen zugleich den Rahmen der Möglichkeiten. Diese Feststellung mag banal erscheinen. Doch sie hat grundlegende Bedeutung, wenn es um Projektionen in die Zukunft und um Bewertungen der »laufenden Trends« geht. Die Zukunft erweist sich nämlich bei genauerer Betrachtung als gar nicht so »offen«, wie häufig angenommen wird; sie wird lediglich von den Vorgaben »geöffnet«

Alle ernstzunehmenden Prognosen gehen davon aus, müssen dies aber auch berücksichtigen. Natürlich ist die Gegenwart selbst nichts anderes als das momentane Zwischenprodukt von Prozessen, die in der Vergangenheit angefangen haben und seit mehr oder minder langen Zeiten schon im Laufen sind. Auch davon sollten die Prognosen ausgehen. Wie weit sie zurückzugreifen haben, um Gegenwart und nahe Zukunft zusammenzubringen und bewerten zu können, ergibt sich allerdings nicht von selbst. Vielmehr hängt die Rückgriffszeit von der Natur der betrachteten Vorgänge ab, von deren »Eigenzeiten« nämlich. Diese müs­sen nicht notwendigerweise den Zeitspannen unserer »Menschenzeit« entsprechen. Sie können und werden häufig tatsächlich sehr viel länger oder auch erheblich kürzer als unsere Zeiten anzusetzen sein. Die »objektive astronomische Zeit«, die mit Tagen (Erddrehungen) und Jahren (Erdumläufen um die Sonne) gemessen wird, stellt ein äußeres Zeitmaß dar. Doch Vorgänge in der Natur wie auch solche in der Menschenwelt, die wir Geschichte nennen, weisen andere Zeitmaße auf, ihre Eigenzeiten eben. Werden diese nicht berücksichtigt, paßt unter Umständen die Zuordnung nicht, und Prognosen erhalten keinen hinreichend festen Bezug. In dieser Hinsicht ähneln Vorgänge in der Natur (ökologische Prozesse) und in der soziokulturellen Sphäre der Menschenwelt (historische Prozesse) einander sehr stark. Beiden gemeinsam ist ihre Geschichtlichkeit. Sie bedeutet für die »Natur-Geschichte « gerade so wie für die menschliche Geschichte, daß die Abläufe und die Zeiteinteilungen jeweils historische Zusammenhänge aufweisen und somit »kontingent« sind. Diese historische Kontingenz prägt einerseits die Geschichtlichkeit von Natur (Evolution) und Menschenwelt (Historie), sie schränkt aber andererseits auch die Realisierung von »Möglichkeiten« sehr stark ein. Zufälle spielen in der Geschichte wie auch in der Naturgeschichte eine weit geringere Rolle, als häufig angenommen wird. Dementsprechend bestimmt die Vergangenheit die zukünftigen Veränderungen und Entwicklungen erheblich stärker, als zumeist vermutet wird. Daher sind für die Bewertungen der Gegenwart und für die Prognosen gründliche, hinreichend umfassende Kenntnisse der Vergangenheit vorauszusetzen.

Diese Feststellung wirft erneut die Frage auf, wie weit denn konkret »zurückgegangen« werden müsse, um bestimmte Veränderungen zu beurteilen und auf plausible Weise prognostizieren zu können. Feste (Zeit)Punkte lassen sich hierzu in der Tat nicht angeben. Stets wird die Wahl des Bezugsraumes eine mehr oder minder willkürliche, mitunter einfach durch den Kenntnisstand und die Methodik erzwungene Abgrenzung sein. Auch in dieser Hinsicht entsprechen Naturgeschichte und Geschichte einander. Als Vorgänge stellen sie kontinuierliche »Flüsse« in der Zeit dar, und jeder Zeitschnitt ist eben ein »Schnitt«, dessen zeitliche Lage oder räumlicher Bezug zu rechtfertigen ist. Die nachfolgenden Beispiele sollen diesen Umstand verdeutlichen.

Bei den Betrachtungen (und Prognosen) zur »Zukunft der Erde« geht es im wesentlichen um besorgniserregende, bedrohlich erscheinende Prozesse, die bereits im Laufen sind und deren mögliche oder wahrscheinliche Auswirkungen im Hinblick auf eventuelle Änderungen oder Gegenmaßnahmen dargelegt werden sollen. Themen sind die globalen und übe-rregionalen Umweltbelastungen, zusammengefasst unter dem derzeit modernen Schlagwort des »global Change«, die großräumigen Bevölkerungsentwicklungen, die Gefährdung durch Krankheiten und die Veränderungen in den Produk-tionsverhältnissen, vor allem hinsichtlich der Nahrungsver-sogung der heutigen und der wachsenden Menschheit. Dieses Themenspektrum steckt den Rahmen ab für den Rückblick auf das letzte Jahrtausend, welches als das 2. Jahrtausend unserer europäisch-westlichen Zeitrechnung gilt. >>>

Widerstände und Lösungen
für einen Wechsel Die Herausforderung
Ernst Ulrich von Weizsäcker

Lassen Sie mich mit einer quantitativen Abschätzung der vor uns liegenden Herausforderung beginnen. Auf der einen Seite gilt: Um den dramatischen Artenschwund auf ein erträgliches Maß zu reduzieren, die Fischbestände sich erholen zu lassen, den Klimawandel zu verlangsamen, sollte der jährliche Ver-brauch von Natur und sollten die Treibhausgasemissionen ungefähr halbiert werden. Auf der anderen Seite geht aber das Bevölkerungswachstum immer noch weiter, und die Wohl-standserwartungen der Menschen nehmen weltweit unver-mindert zu. Das wenigste, was man aus Gründen der sozialen Gerechtigkeit fordern muss, ist eine Verdoppelung des Wohl-stands für alle Menschen. Eher geboten wäre aber eine Ver-dreifachung bis Verfünffachung in den nächsten 50 Jahren.

Die Zukunft der Erde hängt davon ab, wie die Gesellschaften mit ihren natürlichen Ressourcen umgehen. Über Grenzen, Möglichkeiten und Szenarien der Zukunft unseres Planeten und der Weltgesellschaft kommen in diesem Band international renommierte Experten verschiedener Disziplinen zu Wort. Bei­träge von Gerd Eisenbeiß, Klaus Hahlbrock, William Hasel­tine, Mojib Latif, Jochen Luhmann, Wolfram Mauser, Rainer Münz, David Pearce, Joachim Radkau, Josef H. Reichholf, Katherine Richardson, Jonathan Schell, Friedrich Schmidt-Bleek, Klaus Schoer und Ernst Ulrich von Weizsäcker.

Ernst Peter Fischer ist Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität Konstanz. Er veröffentlichte u. a.: >Das genetische Abenteuer<, >Die andere Bildung<, >Das Genom< (Bd. 15362), >Die Geschichte des Gens< (Bd. 15363). Gemein-sam mit Klaus Wiegandt gab er heraus:
>Evolution. Geschichte und Zukunft des Lebens< (Bd.15905) und >Mensch und Kosmos. Unser Bild des Universums<
(Bd. 16215).

Klaus Wiegandt ist Stifter und Vorstand des >Forums für Verantwortung<. Der vorliegende Band ist aus dem vierten Kolloquium dieser Stiftung hervorgegangen. Die zuvor erschienenen Bände: >Evolution. Geschichte und Zukunft des Lebens< (Bd. 15905), >Mensch und Kosmos. Unser Bild des Universums< (Bd. 16215) und >Die kulturellen Werte Europas< (Bd. 16402).

Unsere Adressen im Internet: www. fischerverlage.de und www.hochschule. fischerverlage.de

Klaus Wiegandt und Ernst Peter Fischer

Vorwort

Vom 11. bis 16. März 2005 fand in der Europäischen Akademie Otzenhausen/Saarland das vierte Kolloquium der Stiftung »Forum für Verantwortung - Stiftung für wissen-schaftliche nachberufliche Bildung« unter dem Titel »Die Zukunft der Erde - Was verträgt unser Planet noch? « mit knapp 180 Teilnehmern statt.

Die Stiftung hatte Vertreter eines breiten Spektrums von Forschungsdisziplinen eingeladen, die die Bereiche Klima, Energie, Chemie, Medizin, Bevölkerungswissenschaften, Ökono­mie, Geographie, Zoologie, Geschichte, Ozean-ographie, Ökologie, Genetik und Biologie abdeckten. Die in Otzenhausen gehaltenen Vorträge sind in dem vorliegenden Band zusammengefaßt, um sie über den Kreis der Kolloqui-umsteilnehmer hinaus einem breiteren Publikum zu­gänglich zu machen. Leider müssen wir aus Platzgründen wiederum auf die Wiedergabe der intensiven Diskussionsbeiträge zu den einzelnen Vorträgen sowie der von Gero von Boehm moderierten abschließenden Podiumsdiskussion verzichten.

Dieses vierte Kolloquium konnte sich nicht nur von seiner Qualität her mit den Vorgängern messen, bei denen es um die Themen »Evolution«, »Mensch und Kosmos« und »Die kulturellen Werte Europas« ging. Es ergriff darüber hinaus die Zuhörer stärker und machte sie nachdenklicher, als alle Veranstaltungen zuvor dies getan haben. Wie die Teilnehmer erfahren mußten - und wie in diesem Band nachgelesen werden kann -, gibt es zum einen den zunehmenden wissenschaftlichen Konsens, der sich mit der Aussage zusammenfassen läßt, daß sich die globale Gesellschaft einer wachsenden Bedrohung gegenübersieht, die durch Aktivitäten der Menschen verursacht wird. Zum anderen wurde in den vergangenen 15 Jahren der wissenschaftliche Nachweis erbracht, daß die Erde zusammen mit ihrer Biosphäre ein vernetztes System bildet, in das man nicht ohne unvorhersehbare Folgen eingreifen kann.

Der Chemienobelpreisträger Paul Crutzen hat einmal vorgeschlagen, den wachsenden Einfluß, den Menschen auf den Zustand und die Zukunft von Erde und Umwelt haben, dadurch deutlich zu machen, daß wir der gegenwärtigen Periode den Namen »Anthropozän« geben. Er weist auf unsere Verantwortung für den Planeten hin.

Die Befürchtung, daß die Aktivitäten des Menschen jedes Maß verlieren und die Erde und ihre Ressourcen so schnell verbrauchen, daß zuletzt keine Grundlage für eine lebenswerte Zukunft bleibt, treibt die Wissenschaftler seit den 1970er Jahren um. Damals wurde auf »Die Grenzen des Wachstums« hingewiesen, wie es im Titel des berühmten Buchs des »Club of Rome« hieß, mit dessen Erscheinen 1972 der Beginn des Umdenkens datiert werden kann. Nur kurze Zeit zuvor - in den wissenschaftsgläubigen 1960er Jahren - schien jeder Fortschritt möglich, wie vor allem die Zukunftsforscher verkündeten, die mit der Futurologie eine neue Wissenschaft begründet hatten und hofften, sie so exakt betreiben zu können wie Physik und Chemie. »Das Jahr 2000« schien aus damaliger Sicht problem- und sorgenlos berechenbar, und als Vorbild diente die Landung des Menschen auf dem Mond, die seit 1961 anvisiert wurde und die 1969 realisiert werden konnte.

Der Philosoph Hans Blumenberg hat einmal darauf hingewiesen, daß das Jahr der Mondlandung ein Wendejahr ist, denn seit dieser Zeit ist die Idee vom Umweltschutz amtlich, und der Blick der Menschen wendet sich von den kosmischen Weiten auf die irdische Enge zurück.

Am Ende unseres Kolloquiums wurde deutlich, daß wir die großen Probleme der Zukunft ohne eine Entwicklung unserer Gesellschaften in Richtung Nachhaltigkeit nicht werden lösen können. Dabei müssen wir uns jedoch vergegenwärtigen, daß dieser Prozeß der Umgestaltung Jahrzehnte dauern wird. Unsere Tagung in Otzenhausen möchten wir als Beitrag verstanden wissen, diesen Prozeß in eine nachhaltige Gesellschaft zu unterstützen. Als weiteren Schritt plant die Stiftung, das Thema Nachhaltigkeit zu vertiefen, wie im Nachwort des Stifters genauer vorgestellt wird. Neben dem Dank, der allen Autoren dieses Bandes zukommt, möchten wir uns zusätzlich bei Anette Maas bedanken, die nicht nur zum Gelingen des Kolloquiums beigetragen, sondern auch manchen Texten in diesem Buch die richtige Form gegeben hat. Es war wie immer eine Freude, mit Helmut Mayer vom S. Fischer Verlag zusammenzuarbei-ten, der diesmal auch bei der Kürzung von Manuskripten geholfen hat. Dafür danken wir ihm ebenso herzlich wie Dr. Eberhard K. Seifert vom Wuppertal Institut für Klima, Um-welt und Energie, der uns mit seinem fachlichen Rat bei manch kniffligen Fragen der Übersetzung geholfen hat.
Seeheim-Malchen und Konstanz, im Herbst 2005

Das letzte Jahrtausend
Josef H. Reichholf

Ein historisch-ökologischer Rückblick auf die Zeit, aus der die Gegenwart kommt

Riesige Schwärme von Wanderheuschrecken zogen im August 1749 von Ungarn her kommend das Donautal hinauf nach Westen. In Niederbayern und in Mainfranken verur-sachten sie große Schäden an der Ernte. Am 2. September flogen sie nach Nordwesten weiter, wo sich die Schwärme auflösten und sich ihre Spur verlor (Weidner 1953). Sie kamen nie wieder - bisher! Doch Ende des Jahres 2004


Zukunft Leben - Zukunft Mensch oder Untergang
Zukunft, Klimawandel, Erde, Untergang, Zukunft Leben, unser Planet Erde, Planet, Ressourcen, Klima, Untergang, über Leben, Gesellschaft

© - Copyright:
Leseprobe mit Foto und Buchumschlag, Fischer Taschenbuch Verlag, s. Fischer Verlagg.
Sämtliche Fotos, Text, Layout und Desig
n Kultur Fibel Verlag GmbH, Berlin, und JBM-marketing, PF 140315, D-40073 Düsseldorf


Oper-Ballett:
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Oper Cosi fan tutte - Oper Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny - Oper Die Teufel von Loudun - Oper Der Waffenschmied - Oper Simon Boccanegra
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