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Schule
ist für Loki Schmidt als Schülerin wie auch als Lehrerin eine
gute Zeit gewesen, auch während des Dritten Reiches, im Nationalsozialismus
und nach 1945, trotz den Entbehrungen.
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Gab es Verbindungen
zu den anderen Hamburger Lehrern in der KLV? Einmal im Monat gab es
in Kulmbach eine Konferenz aller KLV-Lehrer der Umgebung. Da musste ich hin.
Ich hatte ja eine fünfzehnjährige BDM-Führerin dabei, die dann
mal allein auf die Mädchen aufpasste. Für den privaten Verbrauch? Ja, und das war eine Kostbarkeit. Wer leitete die Konferenz, war das ein örtlicher Parteioffizieller oder ein Schulrat? Das weiß ich nicht
mehr. Hin und wieder war es aber Jürgen Früchtenicht, der aus Hamburg
anreiste. Der war
in Hamburg für die KLV zuständig und bei dieser herausgehobenen
Stellung mit Sicherheit Parteimitglied. |
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Auszüge |
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Loki Schmidt
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.... als Kursthema in diesem Entnazifizierungsprogramm.
Das Programm kenne ich aus den Akten. Es bestand aus verschiedenen geschichtlichen
Themenangeboten, alle gedacht als Einführung in die Entwicklung des Ja, so ungefähr. Vorgeschichte in Norddeutschland haupt-sächlich. Das war etwas, was mir seit langer Zeit vertraut war. Ich weiß übrigens nicht mehr, wie viele Lehrer er da zu entnazifizieren hatte. Können Sie sich an das Klima erinnern? Fanden die Kollegen, die da zwangsversammelt waren, das alle überflüssig, gab es irgendwie Feindseligkeit, oder hat man gedacht, das nimmt man jetzt so hin? Ich glaube, wir haben das so hingenommen. Jedenfalls bei dieser Gruppe, bei Herrn Sonntag war das so. Das lag aber vielleicht auch an ihm, wie er das Ganze aufgezogen hatte. In diesen - manche
Zeitzeugen sprechen von »Entbräunungskursen« - waren ja nur
die zusammengezogen, die Einige haben ja auch ihre Mitgliedschaft gar nicht angegeben. Ich habe Lehrer getroffen, die gleich wieder im Schuldienst waren und dort auch blieben. Und deren man nicht habhaft wurde. Was heißt »nicht habhaft«? Ich glaube, Menschen anzuschwärzen, das liegt den meisten nicht. Ich habe einige gekannt, von denen ich genau wusste, dass sie verhältnismäßig hohe BDM-Führerinnen gewesen waren. Wie es mit Parteimitgliedern war, weiß ich nicht, mit der Partei hatte ich nie irgendeine Verbindung. KAPITEL 9 Die »späten Bonbons« des Lehrers und Schule heute Die Schuldiskussion in Deutschland wird seit dem Jahr 2000 durch die internationale PISA-Studie bestimmt. Die deutschen Schulen liegen mit ihren Leistungen insgesamt unter dem Durchschnitt der untersuchten dreiunddreißig OECD-Länder, fast ein Viertel der Schülerinnen und Schüler hat eminente Schwierigkeiten beim sinnentnehmenden Lesen, und in keinem Land ist die Koppelung von sozialer Herkunft und Schulerfolg so ausgeprägt wie bei uns. Das hat die zweite, Ende 2004 veröffentlichte PISA-Untersuchung noch einmal bestätigt. Natürlich haben mich diese Ergebnisse auch sehr geärgert, denn wir beide sind uns einig, dass eine Grundsubstanz von Lernleistung in der Schule erreicht werden muss. Aber ich bin auch skeptisch gegenüber Tests wie PISA, denn das Abfragen von Wissensleistungen, das kann es ja nun auch nicht sein. Es kommt eben auch darauf an, was Schüler im Unterricht darüber hinaus erreichen. Was meinen Sie konkret? Ein Abprüfen und Bewerten von reinem Fachwissen empfinde ich als ein Vergehen an den Kindern und Jugendlichen. Die Zeiten des reinen Fächerwissens sollten wir hinter uns gelassen haben. Wissenserwerb muss immer eingebunden sein, denn Wissen ist kein Selbstzweck, sondern dient dazu, dass die Schüler mehr von ihrer Umwelt erfahren. Und dazu gehören dann auch Bereiche wie Sport, die ganze musisch-ästhetische Erziehung und das soziale Lernen. Wenn Sie fürchten, dass durch Tests wie PISA diese Aufgaben von Schule ins Hintertreffen geraten könnten, dann kann ich dies sehr gut nachvollziehen. Als Konsequenz aus den PISA-Ergebnissen dürfen wir uns sicher nicht allein auf abprüfbares Wissen in Schule und Unterricht konzentrieren. Der Auftrag von Schule ist und bleibt umfassender. Aber fairerweise muss man auch sagen, dass in den PISA -Tests keineswegs isolierte Wissensbestände abgefragt werden. Die meisten Aufgaben sind anwendungsbezogen, kompetenzorientiert und durchaus auch lebensnah. Richtig, das Lesen und den Sinn von Texten zu erfassen, das ist kein reines Wissen, deshalb hat mich PISA auch stutzig gemacht. Darum denke ich auch, es ist vielleicht doch ganz hilfreich, dass solche Tests durchgeführt werden. Aber beim Vergleich der Ergebnisse dürfen wir nicht vergessen, dass die Voraussetzungen der Schulen in den verschiedenen Ländern sehr unterschiedlich sind. Und das gilt ja auch innerhalb Deutschlands. In Großstädten, wie bei uns in Hamburg zum Beispiel, ist der Anteil ausländischer Schüler sehr hoch. Der liegt bei etwa zwanzig Prozent. Rechnet man aber alle Kinder mit Migrationshintergrund ein, dann sprechen in Städten wie Bremen und Hamburg vierzig Prozent der Schülerinnen und Schüler Deutsch nicht als Muttersprache. In einigen Hauptschulen Hamburgs und Berlins beträgt der Anteil von Schülerinnen und Schülern, deren Erstsprache nicht Deutsch ist, bis zu achtzig/neunzig Prozent. So, und das erschwert natürlich den Unterricht und drückt die Prüfungsergebnisse nach unten. Dennoch, diese Ergebnisse sind für das deutsche Schulwesen insgesamt Besorgnis erregend. Wir müssen uns fragen, wie wir Schule und Unterricht qualitativ verändern können. Ich sehe zum Beispiel einen Schlüssel in stärkerer Individualisierung, das heißt Förderung des Einzelnen, und einer Rückkehr zu intensiveren Übungsphasen. Dazu kann ich aus meinen ganz eigenen kleinen Erfahrungen etwas beitragen: Mir war in meinem Unterricht immer klar, dass am Ende der vierten Klasse eine Prüfung für die höhere Schule anstand. Dafür wurde dann besonders gelernt, man kann auch sagen, ich habe meine Schüler dafür gedrillt. Ich habe ihnen das natürlich vorher gesagt: »Was jetzt kommt, ist für die Prüfung, aber wenn ihr euch anstrengt, dann machen wir danach auch wieder interessantere Dinge.« Solche Lernphasen müssen sein, nur die Kinder müssen auch wissen, wann und warum auch mal gedrillt werden muss. Wir würden heute sagen: Guter Unterricht braucht auch intensive Übungsphasen, und der eine Schüler braucht dafür mehr und der andere weniger Zeit. Man kann das freundlicher ausdrücken, aber der Sinn ist der gleiche. Im Unterricht braucht man die Verbindung von interessanten Lernstoffen mit Denkanstößen und reine Übungszeiten. Diese dienen dann einem bestimmten Zweck, und die Kinder wissen genau: Das ist nur ein kleiner Teil von Schule, und danach gibt es auch wieder Neues, anderes. Vor allem muss das Verhältnis von Lehrer und Schülern so gut sein, dass man darüber auch ganz offen reden kann. Anm. Redaktion: PISA today: Heute
unterrichten in Deutschland nur noch wenige Pädagogen/ Innen die
stolz darauf sind, Deutsche zu sein. Nach dem Verlust ihrer
Linken Krücke Hoffnung, das Ende der Trierer Eschatologie, versuchen
traumatisierte Lehrkräfte aus der deutschen 68er Chaos-Welle, ihre
Fantasien weiterzugeben. Beispiel: Eine der größten Schulen
in NRW sollte nach überwiegender Lehrer-Meinung (86%) auf den Namen
„Nelsen Mandela“ umbenannt werden. |
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"Die
späten Bonbons des Lehrerberufs sind, dass sich die ehemaligen Schüler
immer noch melden" - Dieses Schulheft eines ehemaligen Schülers
erhielt Loki Schmidt zum 85. Geburtstag. |
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Ich habe von ihm unterzeichnete Schriftstücke gesehen, in denen er auf eine wirkungsvolle politische Erziehung in der KLV gedrängt hat. Das musste er vielleicht, aber davon haben wir alle in diesem frühen KLV-Stadium überhaupt nichts gemerkt. Im Spätsommer 1941 habe ich, weil ich ein paarmal umgekippt war, zwei Wochen Urlaub bekommen. Da bin ich zuerst zu meinen Eltern nach Hamburg gefahren und dann eine Woche nach Berlin, um meinen Klassenkameraden Helmut Schmidt zu treffen. Wir haben damals beschlossen, dass wir, wenn es irgendwie klappt, im nächsten Jahr heiraten wollten. Als ich aus dem Urlaub zurückkam, hörte ich von Kollegen, dass die KLV für uns bald zu Ende ginge. Es war in Hamburg ruhig geworden, und einige Eltern hatten sich beschwert. Sie wollten ihre Kinder wieder bei sich haben. Ja, das war also die Kinderlandverschickung. Wir sind dann im November 1941 nach Hamburg zurückgekommen. Oft liest man in Erinnerungen, die KLV-Zeit war eine schöne Zeit; ich bin aber sicher, das gilt nicht für alle. Sehr viel später habe ich erst erfahren, was in manchen KLV-Lagern alles passiert ist. Dass in der Lagerleitung zum Beispiel eine strenge Hierarchie herrschte: Lehrer mussten zwar Unter-richt geben, das Lagerleben wurde aber von HJ-Führern mit Flaggenappell und politischer Schulung geprägt. So etwas habe ich erst in späteren Berichten (?) gelesen. Sind Sie von Neugraben in der ersten Zeit überhaupt in die Stadt gekommen, um dieses Elend der Zerbombung zu sehen? Nein, man durfte gar nicht. Die Elbbrücken waren ja gesperrt. Ich bin vermutlich das erste Mal zu meiner so genannten Entnazifizierung wieder in der Stadt gewesen. Aber das Elend der Zerbombung hatte ich ja vorher gesehen. Wann? Ich bin im Februar 1945, als die Russen sich näherten, aus Bernau geflüchtet. Mein Mann war ja schon längst wieder an der Westfront. Man hörte nachts die russischen Panzer - und was sollte ich da, weit weg von meiner Familie? Ich bin also Richtung Hamburg geflüchtet. Das hat drei Tage gedauert, bis ich mit einem Flüchtlingszug im Morgengrauen ankam. Gleich hinter Bergedorf ging es mit den Zerstörungen los. Ich habe am Fenster des Zuges gestanden und weiß nur noch, dass meine Knie gezittert und gezittert haben bei diesem Anblick. Dieses Ausmaß der Zerstörung, das kann man sich, selbst wenn man heute Fotos sieht, nicht wirklich vorstellen. Die Zerstörung hatte ja auch die Schulen der Stadt getroffen. Sechzig Prozent der Schulen waren total zerstört oder schwer beschädigt, viele waren leicht beschädigt oder inzwischen als Lager zweckentfremdet. Meine erste Schule als Lehrerin, "Bauerberg 44", diese alte, ungefähr 1880 gebaute Schule, war völlig zerstört, während gleich daneben die Schule "Beim Pachthof" stehen geblieben war. Das war ein jüngeres, von Fritz Schumacher solide gebautes Schulhaus. Dennoch wurde in den ersten Schulen bereits am 6. August 1945 der Unterricht wieder aufgenommen. Da habe ich schon im »Landhaus Freude« gearbeitet. Irgend-wann hatte ich aus der Behörde eine Nachricht bekommen, ich solle mich dort melden. Das »Landhaus Freude« liegt in den Harburger Bergen, gehört also seit 1937 zu Hamburg. Ursprünglich war es ein Heim für schwer erziehbare Kinder gewesen. Einige dieser Kinder waren auch noch dort. Aber seit den letzten Kriegstagen war es ein Sammelort für alle möglichen Kinder, Waisenkinder oder Halbwaisen. Durch die Bombenangriffe waren ja auch viele Frauen und Mütter in Hamburg umgekommen, und die Männer waren noch nicht wieder zurück oder gefallen. Auch einige, ich will sie mal »verlorene« Kinder nennen, Flüchtlingskinder, waren dort gelandet. Altersmäßig waren das Kinder von drei bis etwa vierzehn Jahren. An Unterricht war da natürlich nur sehr schwer zu denken. Waren da noch andere Lehrerinnen? Ich war die Einzige. Und mehr als ein bisschen Singen, Erzählen, Gedichte vortragen war kaum möglich. Es gab auch kein Schulmaterial, weder Stifte, Hefte noch Bücher. Man musste also weitgehend mündlich arbeiten. Und es waren immer noch einige sehr, sehr schwierige Kinder da. Ich bin zum Beispiel einmal von einem Jungen mit einem Kartoffelschälmesser angegriffen worden und konnte ihm gerade noch die Hand festhalten. Wann genau haben Sie dort gearbeitet? Ich nehme an, dass ich im Juni oder im Juli 1945 die Aufforderung bekam, dort zu arbeiten. Ich war nämlich schon im »Landhaus Freude« tätig, als mein Mann im August 1945 aus der Gefangenschaft kam. Bevor die Lehrerschaft
endgültig wieder eingestellt wurde, mussten alle für die von den
Briten angeordnete »Entnazifizierung« einen Fragebogen ausfüllen.
Danach wurde dann entschieden, ob der Entsprechende politisch belastet, Mitläufer
oder unbelastet war. Auch Sie haben diesen Fragebogen der Militärregierung
zugesandt bekommen. Die Kernfrage war:
NSDAP-Mitglied, ja oder nein. NSDAP-Mitglied: nein, Nationalsozialistischer Studentenbund: nein. Im BDM-Orchester hatten wir aber zur Uniform eine grüne Kordel getragen, und damit war ich Scharführerin gewesen. Alle im Orchester waren also Scharführerinnen gewesen. Das habe ich natürlich auch brav angegeben. Einige Tage darauf wurde ich irgendwo nach Harburg beordert, ein paar andere auch, und der Fragebogen wurde mit mir durchgesprochen. Waren das deutsche Beamte, oder waren es Briten? Nein, deutsche. Einer fragte noch mal nach: »Schmidt, geborene Glaser, sind Sie die Tochter von Hermann Glaser? Ihr Vater ist doch früher mal Kommunist gewesen« oder etwas in diese Richtung. Es hat mir aber nichts geholfen. Es hieß schließlich: Scharführerin, da müssen Sie entnazifiziert werden. Ich bekam auch einen Termin, an dem ich mich in der Universität einfinden sollte. Haben Sie in der Zwischenzeit gar nicht arbeiten dürfen, oder sind Sie weiter ins »Landhaus Freude« gegangen? Ich habe weiter im »Landhaus Freude« gearbeitet. Es waren ja auch nur ein paar Tage zwischen dieser Fragebogenbespre-chung und dem Termin in der Universität. Dort traf ich als erstes Kurt Sonntag, den ich aus der Lichtwarkschule kannte. Ich bin mir aber nicht klar, ob er damals Referendar war oder schon junger Lehrer. Jedenfalls ist er später der Klassenlehrer meiner Tochter gewesen. Wir begrüßten uns, und er fragte freundlich: »Was sollen Sie denn hier unterrichten?« Ich sagte: »Herr Sonntag, ich soll gar nicht unterrichten, ich soll entnazifiziert werden.« Darauf hat er einen Lachanfall bekommen und gesagt: »Dann kommen Sie mal zu mir.« Er machte Vorgeschichte ... |
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Loki
Schmidt, ein Leben für die Schule, Schule ist fabelhaft, auch waehrend
des Disziplin
macht Menschen - Jugend Erziehung Musical-Operette:
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