Der Jude von Malta / Theater
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Der Jude von Malta - The Rich Jew of Malta
Tragödie in fünf Akten (1592), von Christopher Marlowe

DER JUDE VON MALTA , Urs Hefti (Schmulchen Meier), Gert Voss (Barabas),
DER JUDE VON MALTA
Urs Hefti (Schmulchen Meier), Gert Voss (Barabas),
Foto: © Roswitha Hecke, Burgtheater, Wien
CHRISTOPHER MARLOWE
*6. Februar 1564 in Canterbury
30. Mai 1593 in Deptford bei London
Sohn Selim Calymath einen langjährigen Tribut bei der Bevölkerung von Malta eintreiben. Da sich diese außerstande sieht, den immensen Betrag aufzubringen, werden die reichen Juden der Insel zur Bezahlung verpflichtet. Barabas »der reichste Jude Maltas«, weigert sich, seinen Teil dazu beizutragen. Darauf läßt der Gouverneur Farnese seinen Besitz konfiszieren; sein Anwesen wird in ein Nonnenkloster umgewandelt. Barabas versucht mit allen ihm zu Gebote stehenden Möglichkeiten seinen Besitz zu wahren. Als einem Schüler Machiavells – dieser tritt im Prolog selber auf , es sind ihm alle Mittel recht, von Verrat bis Mord, u. a. an der eigenen Tochter. Eingekerkert, wird er durch Zufall in Freiheit gesetzt. Nun plant Barabas, sich an den Türken als den Verursachern seines Unglücks zu rächen. Er stellt ihnen
Marlowe, Sohn eines Schusters, besuchte die Schule in Canterbury und studierte in Cambridge. Er kämpfte auch als Soldat in den Niederlanden. Um 1585 kam er nach London, wo er sich wahrscheinlich als Schauspieler und Theaterdichter in der Truppe des Earl von Nottingham betätigte. Bei einer Messerstecherei in einem Vorort von London kam er, noch nicht dreißigjährig, ums Leben.

Marlowe, der bedeutendste Vorläufer Shakespeares auf der Elisabethanischen Bühne, ist ein Dichter von ausschweifender, großartiger szenischer Phantasie. Er führte als erster den Blankvers auf dem Theater ein. Sein früher Tod »war vielleicht der größte Verlust, den das Theater überhaupt jemals erlitten hat (Joseph Gregor). Denn »er vereinigte die großartigen mittelalterlichen Visionen mit den ungeheuren szenischen Möglichkeiten der Barockbühne«. Marlowes hinterlassene sechs dramatische Werke führen das ausgeprägte Selbstwertgefühl dieses Renaissancemenschen eindrucksvoll vor Augen: Tamerlan der Große (Reclams UB 9936, engl./dt.), die Tragödie des asiatischen Weltherrschers, Eduard 11. (Reclams UB 7696, engl./dt.), ein Königsdrama, Der Jude von Malta, dessen Hauptfigur, Barabas, eine dämonische Persönlichkeit von tragischen Ausmaßen, zu Shakespeares Shylock überleitet, Die tragische Historie vom Doktor Faustus, die Dramatisierung des deutschen Volksbuchs von 1587, die nicht ohne Einfluß auf Goethes Faust geblieben ist, Das Blutbad von Paris, das die Ereignisse der Bartholomäusnacht, kaum zwanzig Jahre später, auf die Bühne bringt, und die Liebestragödie Dido, Königin von Karthago, die Marlowe zusammen mit Thomas Nash verfaßte.

Der Jude von Malta
(The Rich Jew of Malta)
Tragödie in fünf Akten (1592).

Der osmanische Herrscher läßt durch seinen

DER JUDE VON MALTA , Uwe Bohm (Ithamore), Gert Voss (Barabas)
DER JUDE VON MALTA
Uwe Bohm (Ithamore), Gert Voss (Barabas),
Foto: © Roswitha Hecke Burgtheater, Wien

Die tragische Historie vom Doktor Faustus (The Tragical History of D. Faustus). Tragödie in fünf Akten (1594). ‑ Faustus setzt sich mit den vier Fakultäten auseinander. Weder Philosophie noch Medizin, noch Juristerei, noch Theologie genügen ihm. Einzig die >Nekromantenbücher< scheinen ihm noch des Studiums wert. Obwohl ein »Guter Engel« ihn davor warnt, folgt er dem »Bösen Engel«, der ihm rät, in der Übung dieser Kunst fortzuschreiten. Faust verschreibt sich für 24 Jahre dem Mephistopheles, einem Knecht des großen Luzifer. Ein mit Fausts Blut gezeichneter Vertrag besiegelt den Bund mit der Hölle, der Faust die Erfüllung aller seiner Wünsche verspricht, ihn jedoch nach Ablauf dieser Frist dem Teufel verfallen zu sein. Mephistopheles läßt zu Fausts Erheiterung die Sieben Todsünden (Hoffart, Geiz, Zorn, Neid, Völlerei, Trägheit und Wollust) vor ihm erscheinen, führt ihn in die Geheimnisse der Astronomie und der Kosmographie ein, um ihn dann nach Rom zu versetzen, wo

eine Falle, in die er jedoch, verraten von seinem Sklaven Ithamore, selbst gerät.
Zwei Gründe dürften wesentlich sein, die dem Drama im reformierten England zum Erfolg verhalfen: der aus Zinswucher gespeiste Antisemitismus und der dämonische Machiavellismus des Protagonisten, in dem man den Ausdruck eines verderbten Katholizismus mediterraner Prägung zu erkennen glaubte.
E. F.


Der Jude von Malter, der reiche Jude, the rich Jew of Malta
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Der Jude von Malta
Er ist abgefeimt und zynisch, blutrünstig und berechnend, habgierig
und heuchlerisch, intelligent und intrigant, ohne Gewissen
und ohne Glauben, ........
, FAZ vom 4. Februar 2002

 

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