Der Jude von Malta - The rich Jew of Malta

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Der Jude von Malta - The Rich Jew of Malta
Tragödie in fünf Akten (1592) von Christopher Marlowe

Der Jude von Malta Gert Voss, Barabas und Ignaz Kirchner, Pilla-Borza
Der Jude von Malta
Gert Voss, Barabas - Ignaz Kirchner, Pilla-Borza
Burgtheater, Wien, Foto: © Roswitha Hecke

zu Katastrophen aber auch zu großen schöpferischen Spannungen geführt hat. Der schwule Atheist Christopher Marlowe, ein junges, halbkriminelles Genie des sechzehnten Jahrhunderts, hat sich in seinem Außenseitertum als Homosexueller und - noch schlimmer zu seiner Zeit - als Atheist, mit dem wutentbrannten Opfer-Täter Barabas (der Aufrührer und Mörder der Kreuzigungsgeschichte) identifiziert. Er beschreibt die schöpferische Wut, zu der der Träger des Feindbilds gepeitscht wird, die Schrecken, die daraus folgen, daß die Menschen Feindbilder haben. Marlowes Stück ist das einzige, das mir über dieses Schicksal bekannt ist. Er hat in seinem Barabas einen tragischen Rächer erfunden - mit einer Spannbreite von Komik bis Horror. Barabas lebt in einer unsicheren Welt, ähnlich der unseren, er stirbt, schuldig, in den Flammen, wie viele heute.
Peter Zadek

Der Jude von Malta - Regie: Peter Zadek
Burgtheater, Wien

Rache und Hass hat den tiefen Humor großer Tragödien. Weil das Stück keine versöhnende Lösung für die Konflikte anbietet, gilt es als problematisch und wird selten gespielt.
Peter Zadek inszeniert das Stück mit Gert Voss in der Titelrolle. Was jetzt geschieht, ist ein Aufschaukeln von Rache in immer neuen Spiralen, von der Katastrophe zu immer neuen, größeren Katastrophen. Die Auseinandersetzung über solche Fragen auf dem Theater ist, auch in den schlimmsten Phantasmen, doch immer nur symbolische und niemals reale Gewalt und hat daher kathartische Wirkung.
Elfriede Jelinek

Der Jude von Malta Ignaz Kirchner, Pilla-Borza und Christine Kaufmann, Abtissin, Bellamira
Der Jude von Malta,
Ignaz Kirchner, Pilla-Borza
Christine Kaufmann, Abtissin, Bellamira
Burgtheater, Wien, Foto: © Roswitha Hecke


Feindbild: Jude
von Peter Zadek

Der Jude von Malta ist ein Theaterstück über das Feindbild Jude. Das gibt es schon seit mehr als zwei Jahrtausenden, noch bevor die Juden ihren Christus mordeten, ist es entstanden. Die Juden, zerstreut in so viele Länder, haben wahrscheinlich nur deswegen als Gruppe überlebt, weil sie immer wieder dasselbe Feindbild repräsentierten. Sie waren und sind der "bogeyman" - der Sündenbock vieler Gesellschaften, immer wieder politisch ausgenützt, wenn ein Feindbild für die Herrscher vonnöten ist oder wenn ein Volk in seiner Misere einen Schuldigen sucht. Ihre Feindbild Eigenschaften: Rachsucht, Geldgier, Übersextheit, Schmuddeligkeit, Zynismus, Sentimentalität und andere, haben sie manchmal akzeptiert, gegen sich selbst benutzt, in ihren Witzen untergebracht. Oft, fast immer, sahen sie sich als Opfer der Christen und meistens waren sie es auch. "Der Jude von Malta" ist weder anti- noch pro-semitisch. Das Stück beschreibt einen Zustand, der

Der Jude von Malta Peter Kern, Bruder Bernadine tröstet Mareike Sedl, Abigail
Der Jude von Malta
Peter Kern, Bruder Bernadine
Mareike Sedl, Abigail
Burgtheater, Wien, Foto: © Roswitha Hecke

die Johanniter, sein Haus wird in ein Nonnen-kloster verwandelt. Seine Glaubensbrüder empfehlen Barabas, sich dem Unrecht mit der Geduld des Hiob zu beugen, aber Barabas rebelliert. Abigail, seine Tochter, hilft ihm, an die Schätze zu kommen, die er für Fälle der Not in seinem Haus versteckt hatte - dazu muss sie zum Schein Nonne werden. Das Spiel gelingt und Barabas kauft, wieder reich, ein neues Haus und den jungen Türken Ithamore, einen der Sklaven aus dem Besitz des Spanierad-mirals del Bosco. Mit Ithamores Hilfe beginnt er einen hemmungslosen Rachefeldzug. Del Bosco, Militärfachmann des Katholiken-königs, treibt die christlichen Ritter zum Kampf gegen die Türken; zur Mobilmachung benut-zen sie das Geld des Barabas. Die Türken beginnen ihre Vergeltungsaktion gegen die Insel. Barabas schlägt sich auf ihre Seite. Sein Amoklauf mündet in den kriegerischen Au-seinandersetzungen der Mittelmeermächte. In einem Geflecht von Verrat und Rache sterben Schuldige und Unschuldige, das türkische Heer wird vernichtet, Malta zerstört, und Barabas stirbt.

Christopher Marlowes mehr als 400 Jahre altes Stück über Machtpolitik und die Folgen von

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Der Jude von Malter, der reiche Jude, the rich Jew of Malta
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Der Jude von Malta
Er ist abgefeimt und zynisch, blutrünstig und berechnend, habgierig
und heuchlerisch, intelligent und intrigant, ohne Gewissen
und ohne Glauben, ........
, FAZ vom 4. Februar 2002


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Theater
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