Kultur Fibel Magazin
Serie
Oper

W.A. Mozart
Zauberflöte

* 27. Januar 1756 in Salzburg - 5. Dezember 1791 in Wien
Der junge Mozart, in dem sich in frühestem Alter außergewöhnliche musikalische Begabung regte, genoss durch seinen Vater, den Salzburger Hofviolinisten und Vizeka-pellmeister Leopold Mozart, eine gewissen-hafte, vielseitige, klug gelenkte Erziehung. Kunstreisen führten das klavierspielende Wunderkind durch ganz Europa. Im richtigen Augenblick wußte der Vater den virtuosen Zug zugunsten des schöpferischen zurückzudrän-gen, der sich auf nahezu allen Gebieten der Musik betätigte. Mozart ist einer der viel-seitigsten Genien der Tonkunst, der im vokalen wie instrumentalen Bereich Unvergängliches geschaffen hat. In unserem Zusammenhang interessiert vor allem der Opernkomponist. Auch hier hat er bahnbrechend gewirkt; von sämtlichen Opernmeistern des 18. Jahrhunderts lebt keiner in ähnlicher Frische und Unmittel-barkeit auf der heutigen Bühne wie er. Mozarts Opernschaffen zerfällt in drei stilistisch deutlich zu scheidende Gruppen. Die erste umfaßt seine Leistungen auf dem Felde der italienischen Opera seria, der ernsten Oper. Für italienische Bühnen schrieb der dem Knabenalter noch kaum entwachsene Komponist im Auftrag »Mitridate« (1770), » Ascanio in Alba« (1771), »II sogno di Scipione« (1772), »Lucio Silla« (1772) und »Il re pastore« (1775). Mozarts bedeutendster Wurf in diesem Bezirk ist der 1781 für München geschaffene » Idomeneo«. Noch einmal widmet er sich im Jahre 1791 mit »Titus« der Opera seria.
zu einem künstlerischen Weltbild von shakes-
peareschem Ausmaß. »Cosi fan tutte« (1790) verharrt dagegen im reinen Komödien-charakter, der verklärt und geadelt wird durch die dem Komponisten eigene Wärme. Es ist das in seinem künstlerischen Eigencharakter am spätesten entdeckte Meisterwerk Mozarts. Die dritte von dem Komponisten gepflegte bühnenmusikalische Gattung ist das deutsche Singspiel. Hier war bereits dem Zwölfjährigen mit »Bastien und Bastienne« ein anmutiger Beitrag gelungen, der 1781 durch »Zaide« vermehrt wurde. Noch im gleichen Jahr entstand die »Entführung aus dem Serail«, die den ursprünglichen bescheidenen Sing-spielcharakter zur Opernhöhe erhebt. Eine liebenswürdige, Gelegenheitsarbeit ist der Einakter »Der Schauspieldirektor« (1786). Ihren Höhepunkt erreichte diese Entwicklung in der »Zauberflöte« (1791), mit deren Uraufführung die eigentliche Geburtsstunde der deutschen Oper geschlagen hatte. Mozart sollte diesen Erfolg nicht lange überleben, wenige Monate später starb er über der Komposition seines bedeutendsten kirchenmusikalischen Werkes, des »Requiems«, in Wien, wo er im letzten Jahrzehnt seines Lebens, nach Quittierung seines Dienstes als erzbischöflicher Kapell-meister in Salzburg (1781), ohne feste Anstellung gewohnt hatte.
Näher als sie lag Mozarts künstlerischer und menschlicher Natur die realistischere Opera buffa. Auch in ihr hatte sich bereits der Zwölfjährige mit
» Lafinta semplice« (1768) versucht. 1775 folgte
die wesentlich reifere »Finta giardiniera«. Mit »Figaros Hochzeit« (1785) weitete sich die Opera buffa zur musikalischen Charakterkomödie großen Stils. In »Don Giovanni« (1787) gelang Mozar
t
eine Verschweißung ernster und heiterer Elemente
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Die Entführung
aus dem Serail

Cosi fan tutte

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