Oster, Ostern, Osterfest,
Susanne Breit-Keßler

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Ostereier hinter einer grünen Blättern mit einer roten Ostertulpe versteckt
Richarda 10 Jahre / 2010

Das Licht siegt über die Finsternis

Ostern

ein Fest zwischen
Schönheit und Schaudern

Ostern,
das „liebliche" Fest, ist wieder gekommen.

Ein christliches Fest, das Fest der Auferstehung, das zur Zeit von Frühlings- und Naturerwachen gefeiert wird.
Das freudig begrüßte Ende des totenähnlichen Winterschlafes der Natur, der Sieg der Sonne über lange Zeiten der Dunkelheit, der Triumph des Lichtes über die Mächte der Finsternis, sie sind seit alters her von vielfältigen symbolischen Handlungen begleitet. Ein Körbchen mit Eiern, liebevoll versteckt für Kleine und Große, ist Bild für werdendes und verheißendes Leben.
Schon im Nilland Ägypten zeugte das Ei für ein Weiterleben nach dem Tode; der innere, mumienumschließende Sarg wurde „Ei" genannt. In mittelalterlichen Fürstenhöfen und deren Schatzkammern galt es als Glücksymbol; auf Marienbildern der Renaissance findet sich das Ei als Hinweis auf die Empfängnis Christi durch den Heiligen Geist. Der vermehrungsfreudige Hase, vermeintlicher Überbringer reicher österlicher Gaben, verkörpert gesegnete Fruchtbarkeit. Der Kirchenvater Ambrosius hat ihn und seine mit der Jahreszeit wechselnde Fellfärbung als Bild der Auferstehung gedeutet. Das weiße Lamm, ein altes Sonnensymbol und traditionelles Opfertier, tanzt auf vielen Darstellungen im strahlenden Licht des Ostermorgens. Verschenkt wird es gebacken, mit der Kreuzesfahne auf dem Rücken.
Der obligatorische Osterspaziergang in neuer Garderobe, vorbei an blühenden Gärten und Bäumen, zeigt den Überschritt vom Tod zum Leben: Das ist vergangen; es ist alles neu geworden, Gott, Mensch und Natur.

Bloß liebliches, idyllisches Fest ist Ostern dennoch nicht.

Zum Werden des frischen Grün gehört das Vergehen, zum Licht die Finsternis, zur Auferstehung das Kreuz. Schmerzliche Schatten sind bleibender Kontrast für das Helle, Lichte und Schöne. Im Spinnennetz, nach einem bewundernswerten Bauplan gewirkt, verfangen sich Insekten. Selbst unentrinnbar, ist es zart, filigran, mit nur einer unachtsamen Bewegung zu zerreißen. Zerbrechlich, fragil ist alles, was lebt - ein Frosthauch zerstört das Blütenmeer, Windstürme schlagen tiefe Breschen in den Wald, Wasserfluten reißen mühsam Erbautes hinweg.

Unbedachtes Handeln gefährdet Grundlagen der Existenz. Die christlichen Symbole von Kreuz und Auferstehung erhellen das Spannungsfeld, in dem Menschen und ihre Mitgeschöpfe leben. Sie verblenden nicht machen nicht blind für die Konturen der Dunkelheit. Ihre Helle ermög-licht vielmehr einen klarsichtigen Blick darauf, wie „die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick mit uns seufzt und sich ängstigt", vom bedroht-bedrohlichen Spinnennetz über tropische Regenwälder bis hin zur Atmosphäre.

Über dieses bleibende Spannungsfeld nachzudenken, bietet Ostern, so wie es in Natur und in christlicher Tradition begegnet, reichlich Anstoß und Gelegenheit.

Susanne Breit-Keßler
Bischöfin, Mün
chen

 

Ein Osterspaziergang
von Marcel Proust

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Susanne Breit-Keßler, Bischöfin
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