Susanne
Breit-Keßler
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Essays,
Literatur, Philosophie |
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Die Freiheit des Individuums
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![]() Luther auf dem Reichstag zu Worms am 17. April 1521. Mittelfeld Feder und Aquarell über Bleistift, 21 X 24 cm. |
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In
einer überfüllten Halle der Stadt Worms treffen sie aufeinander: Luther, der sich durch keine überzeugenden Gründe widerlegt sieht, antwortet unter Lebensgefahr: „Mein Gewissen ist gebunden in Gottes Wort. Widerrufen kann und will ich nichts, weil wider das Gewissen zu handeln nicht sicher und nicht lauter ist. Gott helfe mir. Amen." Die ältesten gedruckten Zeugnisse fügen die Worte hinzu: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders." Die aufsehenerregendste und
folgenschwerste Rede seines Lebens wiederholt Luther noch in lateinischer
Sprache und verläßt dann unter dem abfälligen Zischen der
spanischen Gefolgschaft des Kaisers die Halle. Georg Wilhelm Friedrich Hegel,
einer der geistreichsten Philosophen der Geschichte, bezeichnete den Eigensinn
Luthers als Beginn einer großen Revolution. |
ihr mit Leib und Seele verschrieben haben - als Künstler oder als leidenschaftliche, auch kritische Interessenten. Der Grundsatz der Reformation
ist nach Hegel Freiheit. Das „Hausrecht" im eigenen Gewissen darf
sich niemand anmaßen zu stören. Das hat Folgen für den ganzen,
auch den künstlerischen Menschen. Schiller, Zeitgenosse Hegels und in der Tradition Luthers stehend, sah neben der Religion in der Kunst die große Möglichkeit, den Menschen zu sich selbst zu bringen, ihn zu befreien von dem Druck der Fremdbe-stimmung. Die Weise, in der dies geschieht, kann sehr unterschiedlich sein. Nach Schiller reicht sie in Dichtung und Theater, dem seine besondere Liebe galt, von der naiven, unbewußten Darstellung der Wirklichkeit über die satirische Empörung und die elegische Wehmut bis hin zur idyllischen Resignation. Die Freiheit des Geistes,
der im Schaffen des Individuums lebendig wird, hat viele Gesichter. |
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Die
Freiheit des Individuums - Subjektive Gedanken
zum Reformationsfest Keine
Freiheit des Geistes, die den sittlichen Rahmen eines menschenwürdigen
Lebens erodieren, ©
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