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ArtInvestor
Handbuch für
Kunst und Investment

ART-Investor   Kultur Fibel Magazin
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ArtInvestor informiert den künftigen Kunstinvestor, wie er die renditeträchstigsten Kunstwerke aufspüren kann und macht die Preisentstehung am internationalen Kunstmarkt transparent. Herrschende Anbieter- und Nachfragestrukturen werden akribisch aufgedeckt und die Investitionsmöglichkeiten in verschiedene "Kunststile" werden anschaulich erläutert. Renommierte Kunstexperten kommen zu Wort und verraten dem Leser, was er als Privatanleger am Markt unbedingt beachten sollte, ehe er so richtig einsteigt.
Auszüge

wiederholt, imitiert oder gar fälscht. Nur die wenigsten Künstler halten dieser Prüfung stand. Kann ein Künstler die von ihm erwarteten Qualitäten nicht mehr halten, so sind die Experten die Ersten, die ihn verbannen. Das Zusammenspiel zwischen Künstlern und Experten ist erbarmungslos.

Aber auch in der Kunstgeschichte gibt es immer wieder Entwicklungen, die unbekannte Künstler zu wichtigen Trägern des historischen Prozesses machen. Der geschichtliche Blick produziert immer wieder Überraschungen trotz bisher akzeptierter Qualitäten. Jede Generation sieht die Vergangenheit — ebenso wie die Gegenwart — neu. Das Kunstwerk als ein Dokument der Vergangenheit unterliegt in der Rezeption ähnlichen Schwankungen in der öffentlichen Einschätzung wie die Vergangenheit selbst. Ein berühmtes Einzelschicksal traf ein Bild, das sich physisch in keiner Weise verändert hat, aber nach einer chemischen Analyse der Pigmente seine Bewunderer verlor, weil der Mann mit dem Goldhelm nicht mehr als echter Rembrandt gesehen wird. Solche "Abschreibung" hat wissenschaftliche und ästhetische Gründe, bleibt aber nicht ohne ökonomische Folgen. Der ursprünglich exorbitante Versicherungswert stürzte auf nahezu null ab. Ein van Gogh hingegen kämpfte lebenslang um ein positives Urteil der Experten und des Marktes. Er hatte keine Chance. Erst posthum wird er hoch geschätzt.

Bei jungen Künstlern ist der Prozess der Verständigung ein anderer als bei etablierten aus der Vergangenheit. Die Spreu muss vom Weizen getrennt werden. Dies können die Experten allein nicht leisten, weil Beweise fehlen. Der Markt hilft nach. Ein von den Experten an sich respektiertes Œuvre muss auch vom Markt akzeptiert werden, um Bestand zu haben. Zu den ästhetischen Argumenten der Experten treten damit die Empfindungen potenzieller Käufer, die sich im Cashflow niederschlagen. Wenn der Markt ein Œuvre nicht annimmt, bleiben die Experten allein. Reagiert der Markt positiver als die Experten, ergeben sich Spannungen: Die Fachleute werden ihr Urteil überdenken, aber auch misstrauisch werden, und zwar in gleicher Weise dem Markt wie dem Künstler gegenüber.

Art Banking — Was hat Kunst mit Banking zu tun ?
Petra Arends
Executive Director Art Banking der UBS in Basel/Schweiz

Auf den ersten Blick gibt es scheinbar wenige Parallelen zwischen dem Bankgeschäft und der Kunst. Aber es besteht eine lange Tradition in der Verbindung von vermögenden Privatkunden, die Kunst sammeln, und den Privatbanken, die diese Vermögen betreuen. Viele Kunden sind Kunstfreunde, besitzen Sammlungen oder möchten Kunstwerke erwerben bzw. veräußern.

In den letzten Jahren haben sich die Banken im Privatkundensegment und hier insbesondere im Bereich der sehr vermögenden Kunden den Ansatz einer maßgeschneiderten und auf die individuellen Bedürfnisse der Kunden zugeschnittenen Beratung und Betreuung aus einer Hand zu eigen gemacht. Neben der Wertpapieranlage gewinnen auch andere Vermögensbestandteile wie Beteiligungen, Versicherungen sowie Grundbesitz und Immobilien immer größere Beachtung, was zur Gründung von Abteilungen wie zum Beispiel Financial Planning und Wealth Management führte. Einige wenige Banken haben auch die Kunst in ihre Dienstleistungspalette mit aufgenommen, während andere Häuser sich vornehmlich mit dem Aufbau eigener Sammlungen beschäftigen. Andere wiederum nutzen die Kunst als Marketinginstrument im Rahmen des Kunstsponsorings oder haben eigene Stiftungen zur Unterstützung junger Künstler gegründet.

Keine Konkurrenz zum Kunstmarkt
Die UBS vereint unter dem Dach des Art Banking zum einen ihre Numismatikabteilung, die sich seit 30 Jahren mit dem An- und Verkauf von Münzen und Medaillen von der Antike bis zur Gegenwart beschäftigt. Der zweite Bestandteil ist das eigentliche Art Banking, ...........<<<<

Die Wa(h)re Kunst
Holger Bonus Prof. emrer. für Volkswirtschaftslehre
an der Westfälischen Wilhelms-Universität, Münster
Dieter Ronte
Direktor am Kunstmuseum Bonn,
Lehrverpflichtungen Rheinische Friedrich Wilhelms-Universität Bonn.

Was ist der wahre Wert einer Ware? Objektiv kann das niemand ermessen. Die moderne Ökonomie beruht auf der subjektiven Wertlehre, nach der jeder für sich einem Gut eine bestimmte Wertschätzung entgegenbringt, die seinem persönlichen Geschmack entspricht. Dieser wird einerseits den modischen Wertvorstellungen seines sozialen Umfeldes folgen, zugleich aber auch individuell geprägt sein. Demgegenüber propagierte noch Karl Marx eine objektive Wertlehre, wonach der Wert einer Ware "geronnene Arbeitszeit" sei. Daraus ergab sich für uns eine nicht mehr nachzuvollziehende Folgerung, dass Natur keinen Wert hatte, da keine Arbeitszeit auf sie verwendet worden war.

Der Wert gewöhnlicher Güter also, wie etwa Obst, Textilien oder Autos, ist subjektiver Natur, obwohl man viele ihrer Eigenschaften objektiv messen und Rangordnungen erstellen kann. Kunst indessen, einmal als Ware betrachtet, die man auf Märkten handelt, ist in ihrer Qualität objektiv nicht einzuschätzen. Für ein solches Gut würde normalerweise niemand Geld ausgeben. Demgegenüber kann Kunst auf dem Markt gewaltige Preise erzielen, die manche zum Kopfschütteln veranlassen. Ein paar Quadratzentimeter Öl auf Leinwand, etwas verrostetes Blech oder eine dahingekritzelte Skizze können ein Vermögen kosten und darstellen — obwohl Sammler wie Investoren meist genau rechnende Menschen sind.

Kunstmärkte erscheinen auf den ersten Blick befremdend. Manche Künstler werden weltberühmt, und ihre Produkte erzielen horrende Summen, während die meisten ihrer Kollegen unbekannt und brotlos bleiben, obwohl ihre Werke in den Augen braver Bürger jenen der Arrivierten gleichen wie ein Ei dem anderen. Das schmeckt nach Manipulation. Viele meinen, dass berühmte Galeristen wie zum Beispiel Leo Castelli im Zusammenspiel mit anderen den Markt nach Belieben dirigieren.

I. GRUNDSÄTZLICHE ÜBERLEGUNGEN ZUR KUNST

Der ökonomische Wert von Kunst evolviert im Zuge "pfadabhängiger Prozesse", wie sie der Nobelpreisträger Douglas C. North charakterisiert hat. Solche Prozesse sind Zufallseinflüssen ausgesetzt und können in evolutorischen Sackgassen enden. Auch bei der Genese des ökonomischen Wertes von Kunst spielt der Zufall eine Rolle; und es kann sein, dass gewissermaßen aus Versehen ein eher mittelmäßiger Künstler zu vorübergehendem Ruhm gelangt. Gleichwohl kann niemand solche Prozesse steuern, ein internationales Komplott einiger weniger wäre zum Scheitern verurteilt. Der ökonomische Wert von Kunst ergibt sich als ein Konsens von Experten und Kunstkennern, der nicht diktiert werden kann und sich nur langsam aufbaut. Die Insider, auf deren Meinung es zunächst ankommt und die sich wechselseitig beeinflussen, müssen glaubwürdig sein. Ohne Glaubwürdigkeit sind Kunstwerke nicht abzusetzen: Für den Käufer von Kunst tritt sie an die Stelle mangelnder eigener Urteilskraft. Im Kern geht es bei der Genese des ökonomischen Wertes von Kunst also um das Entstehen von Glaubwürdigkeit. Glaubwürdig wird Kunst in den Augen des Publikums aber erst, wenn die Kenner selbst an den Künstler und sein Werk glauben; und solcher Glauben ist nicht künstlich herstellbar. Damit die Überzeugung der Experten auf das Publikum ausstrahlen kann, muss die Öffentlichkeit ihnen vertrauen. Vertrauenskapital will aufgebaut und gepflegt werden; und das setzt dem manipulativen Spielraum von Insidern enge Grenzen.

Worüber versuchen sich die Experten zu einigen, wenn es um die Evaluierung von Kunst geht? Nicht über den ökonomischen Wert, weil dieser sich erst später über den Markt aufbaut. Die Kenner verständigen sich über die ästhetische Qualität von Kunst. Sie vergleichen das Neue mit dem Alten, das Allerneueste mit dem Neuen, um herauszufinden, welche besonderen Leistungen ein Künstler mit seinen Kunstwerken erbringt. Ein Künstler, der Neues erfindet, wird von ihnen in eine weitaus höhere Kategorie gesetzt als ein anderer, der bereits Bestehendes

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