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Mutter Tochter Konflikt Schneewittchen
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Mutter-Tochter Konflikt,
Schneewittchen
Psychologie

Sachbuch

emu verlag

11 x 16,5 cm - HC 194 S.
Euro (D) 12,80 Buchhandel


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Schneewittchen
Mutter-Tochter Konflikt

Sie ist schön,
weil sie ein Mensch (Anm. geblieben) ist.

Dr. Mathias Jung, Portrait
Mathias Jung

Dr. phil. Mathias Jung, 1942 in Düsseldorf geboren. Von 1948 - 1958 Jesuiteninternat, gefolgt vom Studium der Philosophie, Germanistik, Pädagogik in Münster, Wien, und Bonn.
Ab 1970 als FH-Dozent, Fachjournalist und freier Publizist tätig. Im Alter von 45 Jahren begann seine sechsjährige Ausbildung zum Gestalttherapeuten, integrativer Therapeut bei Prof. Petzold (Düsseldorf-Hückeswa-gen), familiensystemische Ausbildung bei Dr. Hans Jellouschek (Tübingen). Seit 1992 als Einzel- und Gruppentherapeut sowie Paartherapeut zusammen mit seiner Schwester, Dipl.-Psychologin Dr. Maria Theresia Jung im Dr.-Max-Otto- Brucker-Haus in Lahnstein, Koblenz tätig.
AUSZÜGE

Gleiche geschieht mit dem vergifteten Kamm, das heißt dem gewalttätigen Versuch der Mutter, der Tochter ein „Outfit" aufzuzwingen. Es wäre doch die Aufgabe und die Chance des Mädchens, einen eigenen Stil zu entwickeln, sich mit Kleidung und Frisur, sprich Lebensstil und Ausstrahlung, selbst zu bestimmen und in seiner Eigenart zu definieren. Dabei geht es gar nicht darum, ob die Tochter mit ihrer eigenen Wahl in den Augen der Mutter schön oder unvorteilhaft aussieht. Wichtig ist, dass sie sich „richtig geschnürt" und „cool frisiert" fühlt. Jugendliche verwenden auf ihr „postmodernes Outfit" viel Mühe. Sie wollen oft damit schockieren und provozieren, sich von den „spießigen" Eltern abheben, eine Cliquenzugehörigkeit demonstrieren oder ein Lebensgefühl - die „Schlampe", die „Unnahbare", die „Lässige" - ausdrücken.

Königinnen-Mütter meinen auch hier besser zu wissen, was der Tochter gut tut - ein einschnürendes Mieder! Eine brave Frisur! Schlimm genug, wenn eine Schneewittchen-Frau, wie wir das bei Renate sahen, sich in das Mieder, das mütterliche Korsett, einzwängen lässt. Maria Riva spielte, muttervergiftet, mit traumwandlerischer Sicherheit die Rolle der ewig Lächelnden, die in die Mutter als „beste Freundin" verliebte Startochter. Maria: Mutter stellte mich immer mit den Worten „die einzige Liebe meines Lebens« vor. Ich spürte, dass manchem Besucher und auch mancher Besucherin diese Worte unangenehm waren. Weil sie nicht stimmten. Oder weil sie auf eine makabre Weise stimmten.
Die Gifte der Königin-Mutter sind, wie das Märchen zeigt, Narkotika. Sie schläfern ein. Sie zedieren das kritische Bewusstsein - und diese Gifte wirken schleichend. Der Schnürriemen im Märchen ist ein Band. Jedes Band ist ambivalent. Man kann mit einem Band eine Verbindung schaffen, man kann damit aber auch fesseln: Wenn die Königin-Mutter die Tochter so einschnürt, dass ihr die Luft ausgeht, so versucht sie, sie über die Kindheit hinaus an sich zu binden.

Wie sagt der Wiener Aphoristiker Karl Kraus (1874-1936) so bissig:
Das Wort Familienbande enthält einen unangenehmen Beigeschmack von Wahrheit.

Königin-Mutter und Schneewittchen-Frau erneuern ununterbrochen und von beiden Seiten ihre kranke Beziehung. Natürlich werden bei dieser neurotischen Konstellation weder „Mieder" noch „die Frisur" der Tochter richtig sitzen. Ebenso wenig darf die Tochter den Apfel vom Baum der Erkenntnis essen. Das würde nämlich bedeuten, sich der grausamen Erkenntnis zu stellen, dass diese Mutter an einem schwachen Ich krankt.
Dass sie nur begrenzt liebesfähig ist. Dass sie immer versuchen wird, die Tochter zu beherrschen.

Schneewittchen-Frauen sollten sich, erwachsen geworden, die Frage stellen:

Womit hat mich meine Mutter vergiftet?"

Schneewittchen Mutter mit Kind in derHocke


Aber auch: „Worin bin ich meiner Mutter ähnlich? Wie unterscheide ich mich von ihr? Was bedeutet es für mich, das gleiche Geschlecht wie meine Mutter zu haben? Bin ich gerne eine Frau? Will ich immer noch die angepasste Tochter spielen? Was ist Gift für meine Emanzipation?
Sehe ich mich immer noch als Töchterchen meiner Mutter?
Habe ich eine eigene Identität?"

Schneewittchen Mutter mit Zigarette, es tut mir leid, ich habe keine Zeit
Sorry mein Schatz, keine Zeit ..

Der österreichische Schriftsteller Erich Hackl beschreibt in seinem, auf einer authentischen Geschichte basierenden, Roman Auroras Anlaß die Verstrickung einer ausweglosen Mutter-Tochter-Konstellation. Das Werk beginnt mit dem eindringlichen, an Kleist geschulten Sätzen:

"Eines Tages sah sich Aurora Rodriguez veranlasst, ihre Tochter zu töten. Sie betrat das Schlafzimmer, entnahm dem Nachtkästchen eine Pistole, die sie vor Monaten erworben hatte, um gegebenenfalls das Leben Hildegarts zu schützen, lud die Waffe, entsicherte sie und ging ohne Zögern in das Zimmer ihrer Tochter. Sie ... gab vier Schüsse ab. Die ersten beiden Projektile, die nach einem späteren Gutachten der Gerichtsmediziner tödlich waren, durchdrangen Hildegarts Herz; die zwei letzten feuerte sie aus solcher Nähe ab, dass die Haut an der rechten Schläfe verbrannte und eine Strähne des braunen, gelockten Haares ihrer Tochter versengte. Ehe sie das Zimmer wieder verließ, drehte Aurora das Licht ab und zog die Rollläden vor dem Fenster hoch. Dann steckte sie die Pistole in ihre Handtasche, kleidete sich an und ging aus der Wohnung."

Was war passiert? Hildegart, eine glühende, in Spanien bekannte Sozialistin, war von ihrer progressiven Mutter während der Kindheit und Jugend auf die politische Mission der Befreiung des spanischen Proletariats und der Frauen im Besonderen vorbereitet worden. Dann verliebte sich die bislang unnahbare, ihrem Befreiungswerk hingegebene Tochter. Sie vernachlässigte den politischen Kampf und wollte sich schließlich von der Mutter lösen, um in England die Mitarbeiterin des weltberühmten Sexualwissenschaftlers Havelock Ellis zu werden. Hildegart löste sich zum gleichen Zeitpunkt von ihrer konservativ gewordenen Partei. Auroras Welt bricht zusammen: Sie hatte gehofft, nach Hildegarts Bruch mit den Sozialisten wieder zum Mittelpunkt von Hildegarts Leben zu werden. Das Gegenteil war der Fall.

Hildegart vermag sich jedoch nicht von ihrer Mutter Aurora zu lösen. Sie möchte Suizid begehen. Aber sie fürchtet sich davor. Da bittet sie Aurora - die ein ganzes Leben über sie verfügt hat -, sie zu töten: Sie, Aurora, habe Hildegart geschaffen; an ihr liege es jetzt, ihr Werk, das gescheitert war, zurückzunehmen. Aurora tut es.

Wenn eine Frucht reif ist, fällt sie vom Baum. Wenn eine Tochter reif wird, fällt sie von ihrer Mutter ab. Später begegnen sich die beiden Frauen als Erwachsene wieder. Das ist das Gesetz der physischen und psychischen Evolution. Die Familienberaterin Heidi von Wedemeyer meint in ihrem Ratgeber Mütter und Töchter. Klippen und Chancen in unserer Beziehung: Um die Gegenwart und die Zukunft als Chance für Wachstum und Wandlung ihrer Beziehung zu sehen, müssen beide, Mütter und Töchter, Loslassen einüben. Die Mutter muss eine „ehemalige" Mutter, die Tochter eine „ehemalige" Tochter werden. Das bedeutet nicht ein gewaltsames oder auch sanftes Sich-voneinander-lossagen oder das Aufkündigen des biologischen Mutter -Tochter Verhältnisses, sondern eine Veränderung und Erweiterung in ihrem Selbst-Verständnis. Und dann verändert sich auch ihr Zusammenspiel.

Selbstverständlich haben Königinnen-Mütter wie in unserem Märchen oder in der Realerscheinung einer Marlene Dietrich großartige und durchaus auch liebevolle Seiten. Diese sollte eine Schneewittchen-Frau nicht ablehnen. Aber sie kann sie erst sortieren, achten und in die Schatztruhe der inneren Mutter aufnehmen, wenn sie zuvor das Nein in der Liebe praktiziert. Wenn sie sich von der Mutter seelisch entfernt und sich auf eigene Beine gestellt hat. Schneewittchen-Frauen haben, um mit Nietzsche zu sprechen, das Pathos der Distanz zu lernen.

Vor der Mutter muss die Tochter so weit zurücktreten, dass diese keinen Schatten mehr auf sie wirft. Erst dann kann sie das Bild der Mutter nüchtern, aber auch liebevoll betrachten. Eine ständige, schleichende mütterliche Vergiftung zersetzt die Seele der Tochter.


In Gotthold Ephraim Lessings (1729-1781) Emilia Galotti heißt es:
Ein Gift, welches nicht gleich wirkt, ist darum kein minder gefährliches Gift.


Welt hinter Glas

Wer sich der Einsamkeit ergibt,
Ach! Der ist bald allein;
Ein jeder lebt, ein jeder liebt
Und lässt ihn seiner Pein.

Wolfgang von Goethe,
Wilhelm Meisters Lehrjahre

Schneewittchen ist nicht wirklich tot. Sie liegt lange, lange Zeit im Sarg und verweste nicht, sondern sah aus, als wenn es schliefe, denn es war noch so weiß als Schnee, so rot als Blut, so schwarzhaarig wie Ebenholz.

Da liegt eine junge Frau im Glassarg, schön, aber unerreichbar. Die Zeit des Tiefschlafs will nicht aufhören. Die Zeit scheint stille zu stehen.

Was ist das für ein packendes psychologisches Bild für eine Frau, die sich von der Königin Mutter entmündigen lässt und, Lichtjahre von ihren Gefühlen entfernt, emotionslos vor sich hin existiert. Der geschlossene gläserne Sarg. Nichts ändert sich. . . . .

Ende - Auszüge


Seelenvergiftung

Bienenkönigin-Mütter stehen mit ihren Töchtern in Konkurrenz und können es nicht ertragen, von ihnen in irgendeiner Weise überholt zu werden. Sie erzeugen in ihren Töchtern Schuldkomplexe, wenn diese es wagen, die geheiligte Position der Mutter in Frage zu stellen.
Betsy Cohen,
Der ganz normale Neid


Den Tag über war das Mädchen allein, heißt es im Märchen. Das ist wörtlich zu nehmen. Mitten unter der lachenden Sonne des Lebens ist die Schneewittchen-Frau in ihrem Herzen einsam. - Sie steckt in einer Krise.

Die Lebensganzheit der Kindheit ist verloren und damit auch der Glaube an die gütige Mutter. Schneewittchen ist kein Kind mehr, aber auch noch keine reife Frau. Sie lebt im Interregnum, in einer Art Zwischenreich und Auszeit des Lebens. Wer ist sie eigentlich?

Was lebensgeschichtlich anstände, wäre die Aufgabe, sich geistig zur Frau zu entwickeln, die Kinderfrisur aufzugeben und sich, sozusagen mental, als erwachsene Frau zu frisieren. Unerlässlich bliebe es schließlich, den Apfel vom Baum der Erkenntnis zu essen und damit die seelische Demarkationslinie zwischen kindlicher „Unschuld" und weiblichem Wissen von Gut und Böse, Abhängigkeit und Selbstbestimmung zu überschreiten. Genau das vermag die Schneewittchen-Frau nicht.
Die Königin-Mutter übt eine magische Kraft über sie aus. Sie tut dies weniger offen und gewalttätig im Sinne einer Schwarzen Pädagogik, sondern subtil, ihr selbst sogar oft unbewusst.


.Schneewittchen Mutter schnürt ihr Kind sehr heftig

Kind, ich will doch nur Dein Bestes!

Lassen wir keinen Augenblick die seelische Diagnose aus den Augen, dass Königinnen- Mütter wie hier im Märchen zerrissene, bemitleidenswerte Menschen sind. Befragt auf ihre Beziehung zur Tochter würden sie mit Bestimmtheit antworten, dass sie „das Beste" für sie wollen und ihr Herz nur für sie schlägt. Auch sie kommen ja von den verborgenen Antrieben ihrer Hassliebe zur Tochter nicht los. Mit all ihren Geboten, Verboten und Regeln haben sie, wie sie meinen, das Wohl der Tochter im Auge. Solche Mütter sind bass erstaunt und reagieren mit heftiger Abwehr, wenn die erwachsenen Töchter sie eines Tages mit ihrer Wahrheit konfrontieren, wenn sie ihr offenbaren, dass die mütterlichen Leit-Sätze zu Leid-Sätzen wurden. Selbst wenn die Schneewittchen-Frau sich geografisch weit entfernt und hinter die sieben Berge flüchtet, trägt sie doch die innere Mutter als ein negatives Über-Ich in sich.
Diese Seelenvergiftung liegt wie eine chemische Mülldeponie unter einer schmucken Reihenhaussiedlung mit ihren ahnungslosen Bewohnern.

Dass die Königinnen-Mütter ihre „Mordanschläge" auf die Töchter mit Schnürriemen, Kamm und vergiftetem Apfel nicht bewusst mit grausamer Heimtücke und krimineller Energie im Sinne des Strafgesetzbuches unternehmen, sondern aus dem Unbewussten ihrer unerlösten Persönlichkeit agieren, macht das Grimmsche Märchen mit subtiler Symbolik sichtbar. Die Königin verkleidet sich abwechselnd in eine alte Krämerin, ein altes Weib und eine Bauersfrau, um die Tochter klein zu kriegen. Sie handelt eben nicht in der bewussten seelischen Tötungsabsicht, sondern aus der Dynamik ihres Neides und ihrer Verdrängungen heraus. Wie oft begreifen wir selbst nicht, warum wir etwas Böses angerichtet haben. Das Ungeklärte wuchert in uns lange, wie ein unerkanntes Krebsgeschwür, um dann letztendlich zum aggressiven Ausbruch zu drängen.

Friedrich Nietzsche (1844 -1900) beschrieb die innere Mechanik dieser zerstörerischen Seeleneruption mit den knappen Worten:

Der Intellekt
ist ein Knecht des Willens.

Man könnte so weit gehen zu sagen, dass jede Königin-Mutter ein Mensch mit dauernd wechselnden Verkleidungen ist, eine „multiple Persönlichkeit", die die Kenntnis von sich und die Kontrolle über sich verloren hat. Wer sich außer Kontrolle fühlt, muss andere um so erbarmungsloser kontrollieren. Wer die Macht über sich selbst verloren hat, muss Macht über andere ausüben. Niemals würde eine Königin-Mutter zugeben, dass sie auf ihre Tochter neidisch ist. Könnte sie das, wäre dies das Ende ihrer Neurose und wahnhaften Verfolgungswut. Sie würde ihren Schatten erkennen und könnte an ihm arbeiten.

Worauf könnte die Königin-Mutter in unserem Märchen bei der Tochter neidisch sein?

Wir erfahren, dass Menschen und Tiere dem Mädchen wohl gesonnen sind und sich von ihm anrühren lassen. Die Tiere im finsteren Wald schonen es. Die Zwerge, um ihnen auch einmal Gerechtigkeit zukommen zu lassen, schließen es unverzüglich in ihre kleinen Herzen. Der Prinz verliebt sich beim ersten Anblick in die junge Frau. Sie alle sind von Schneewittchens Schönheit beglückt.
Handelt es sich hierbei nur um körperlichen Liebreiz? Wohl kaum. Bei all ihrer Depressivität und Lebensflucht besitzt die Schneewittchen-Frau doch unverkennbar die Schönheit des Menschlichen, eine Verletzbarkeit und Verletztheit.

Sie ist schön, weil sie ein Mensch ist.
Aber sie selbst blickt nie in den Spiegel - sie hat einen blinden Fleck für die eigene Schönheit. Sie erkennt sich nicht. Gilt das nicht für nahezu alle Frauen? Sind Frauen nicht schnell bereit, ihre Mängelliste zu offerieren, auf den zu kleinen Busen und den zu dicken Po hinzuweisen?

Vergleichen Frauen sich nicht ununterbrochen mit anderen, die vermeintlich schöner sind als sie? Pflegen sie nicht ihre Minderwertigkeits-komplexe wie eine schwäbische Hausfrau das Treppenhaus in der Kehrwoche?

Warum sollte eine Mutter ihre Tochter nicht beneiden dürfen? Das ist das Selbstverständlichste der Welt. Nur, sie muss es sich eingestehen. Sie darf offen mit der Tochter darüber sprechen und versuchen, das Beste daraus zu machen. Sonst verfolgt und vergiftet die Mutter die Tochter mit ihrem Neid. Worum beneiden Mütter ihre Töchter? Sie beneiden sie um ihre Unabhängigkeit. Gerade Mütter aus der alten Generation mussten das klassische Schema der „drei K" erfüllen: Kinder, Küche, Kirche.


Die moderne Tochter pflegt dagegen eine freiheitliche Triade der drei K: Kinder nach Wunsch, Karriere, Kerle.

Mütter beneiden die Töchter um ihre Freiheit, vor allem, eine qualifizierte Ausbildung zu wählen und einen spannenden Beruf auszuüben. Mütterlicher Neid richtet sich damit auch auf die Fähigkeit der Tochter, eigenes Geld zu verdienen. Die Freiheit, von zu Hause weg zu sein.Die Freiheit, problemlos zu verhüten und sexuelle Ungebundenheit zu genießen. Die Freiheit, sich aus einer schlechten Ehe durch Scheidung zu lösen. Die Freiheit, Karriere zu machen. Die Freiheit, vielerlei Kontakte zu knüpfen und mit Männern unbefangen umzugehen. Die Freiheit, den Haushalt „mit der linken Hand" zu erledigen. Die Freiheit zur (theoretisch) fast unbeschränkten Kreativität.

Betsy Cohen kommt (in Der ganz normale Neid) zu dem Schluss: Hinter dem Neid überhaupt und hinter dem Neid unserer Mütter verbirgt sich immer Angst. Wenn man mehr erreicht als sie, haben sie Angst, sie seien nichts mehr wert und nicht mehr wichtig. Manche Frauen verhindern daher ihre eigene Entwicklung und mögliche Erfolge, um ihre Mütter nicht zu kränken ... Wenn man die eigene Mutter erzürnt und verärgert - wer ist dann noch für einen da? Und: Wenn Töchter den mütterlichen Neid fühlen, reagieren sie oft mit dem Schneewittchen-Syndrom" darauf. Sie zweifeln an sich selbst, halten sich im Leben zurück und versuchen, ihre Mutter nicht traurig zu machen oder ihr weh zu tun. Die kalifornische Psychotherapeutin rät den Schneewittchen-Frauen: Wenn man eine neidische Mutter hat, sollte man sich auf ihre Angst, nicht auf ihren Neid konzentrieren.

Die Königin-Mutter kann die Tochter nicht in Ruhe lassen. Immer wieder geht sie, wie wir das bei Marlene gegenüber der jugendlichen Maria sahen, in eine Art von weiblicher Komplizenschaft, stachelt sie zum Abnehmen und zum Schönsein an, um sie im nächsten Moment verheerend abzuwerten. Auf der Symbolebene könnte man das kaum anschaulicher in ein Bild rücken, als es das Märchen tut. Die verkleidete, sich selbst fremde Königin-Mutter schnürt der Tochter mit dem quälenden Mieder eine Modellfigur, aber sie erstickt sie damit zugleich. „An sich", so gibt diese Mutter der Tochter zu verstehen, „bist du gar nichts, aber ich mache etwas aus dir."

Dieses ewige Machen, Besserwissen, Drängeln und Fremdbestimmen lässt den Eigen-Sinn der Tochter sterben. Das


Übersichts-Seite - Bücher

Mensch sein, Liebe empfinden, lieben können. Liebe geben.
Der Mutter Tochter Konflikt - der Schneewittschen-Konflikt, Psychologie

Königin-Mutter, Schneewittchen-Frau, Seelenfrieden, Seelenvergiftung
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Leseprobe mit Foto und Buchumschlag, emu Verlag.
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