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Suhrkamp
Verlag |
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Die
Buchempfehlung mit einer Leseprobe,
ohne die Ansichten vorbelasteter Kritiker, zur Meinungsbildung unserer Leser. |
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Martin
Walser-Werke in zwölf Bänden |
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Herausgegeben
von Helmuth Kiesel unter Mitwirkung von Frank Barsch, 1997, 9000 S. Ln. in Kassette EUR 298,-- (3-518-40875-5) 1. Bd.: Ehen in Philippsburg. 2. Bd.: Halbzeit. 3. Bd.: Das Einhorn. Sturz. 4. Bd.: Jenseits der Liebe. Brief an Lord Liszt. Das Schwanenhaus. |
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| 5.
Bd.: Seelenarbeit. Ein fliehendes Pferd. Brandung. Dorle und Wolf. 6. Bd.: Die Verteidigung der Kindheit. 7. Bd.: Ohne einander. Frinks Krieg. 8. Bd.: Prosa. 9. Bd.: Stücke. 10. Bd.: Hörspiele. 11. Bd.: Ansichten, Einsichten. 12. Bd.: Leseerfahrungen, Liebeserklärungen. |
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Wenn
der Welt, in der man lebt, nicht ernsthaft etwas fehlte, würde man
nicht lesen. 1927 geboren am 24. März
in Wasserburg am Bodensee 1958: 3 Mo. Havard-International-Seminar Auszeichnungen 1984 Ehrenbürger
von Wasserburg, Auszeichnung als |
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"Darüber, daß
das fiktive Kritikersterben ein Reflex auf den wirklichen Untergang der Literaturkritik
im Literaturbetrieb ist, ließe sich ... diskutieren, wenn nicht die
Umstände so überdeutlich zeigten, daß sich dafür ohnehin
niemand mehr interessiert. Der mediale Coup ersetzt die Kritik,
auch die Kritik der Kritik. "Keine einzige Zeile
allerdings gehört in die Rubrik »Antisemitismus«". "Kann sich jemand
vorstellen ... daß Martin Walser als Autor so sehr aus allem Humanen
fällt? Nein, das war tatsächlich schwer vorstellbar - doch ein
Zweifel war gesät worden. Gesät von Frank Schirrmacher (Anm.:FAZ),
der dem noch unveröffentlichten Roman "Tod eines Kritikers"
den schlimmsten aller hierzulande denkbaren Stempel aufdrückte: antisemitisch." "Frank Schirrmacher
(Anm.: FAZ) hat einen Schriftsteller ... so demonstrativ
an den Pranger gestellt, wie es noch keinem deutschen Autor widerfahren
ist. "Seit 45 Jahren
befreundet mit Reich-Ranicki wie mit Walser, hatte ich Angst, das Buch
in die Hand zu nehmen ... Und dann liest man, und dann ist alles ganz
anders. Und dann fragt man sich im Hinblick auf die "Riesen-Entrüstung": "Kein antisemitisches
Wort, keinen antisemitischen Satz habe ich im Buch (Anm:. Tod
eines Kritikers) gefunden" ......... |
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| Auszüge | |||||||||||||||||||||||||||||
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Da
man von mir, was zu schreiben ich mich jetzt veranlaßt fühle, nicht erwartet,
muß ich wohl mitteilen, warum ich mich einmische in ein Geschehen, das
auch ohne meine Einmischung schon öffentlich genug geworden zu sein scheint.
Mystik, Kabbala, Alchemie, Rosenkreuzertum -, das ist, wie Interessierte
wissen, mein Themengelände. Tatsächlich unterbreche ich, um mich in ein
täglich mit neuen Wendungen aufwartendes Geschehen einzumischen, die Arbeit
an meinem Buch Von "Seuse zu Nietzsche". Es sind eher die Vorbereitungen
zu diesem Buch, die ich unterbreche, als die Arbeit an ihm. Inhalt: In
die deutsche Sprache kommt der persönliche Ton nicht erst durch Goethe,
von dem Nietzsche gierig profitierte, sondern schon durch Seuse, Eckhart
und Böhme. Weil das bürgerlich Geschriebene unsere Erlebnis und Fassungskraft
besetzt hat, haben wir, das Publikum, nicht wahrnehmen können, daß die
Mystiker ihre Ichwichtigkeit schon so deftig erlebt haben wie Goethe und
wie nach ihm Nietzsche. Nur waren sie glücklich und unglücklich nicht
mit Mädchen, Männern und Frauen, sondern mit Gott . . . Ehrl-König hat Lach sicher nicht mehr niedergemacht, als er Böllfrischgrasshandke niedergemacht hat. Böll und Frisch haben ihn, jeder für sich und ohne vom anderen zu wissen, Scheißkerl genannt. Ehrl-König rühmt sich dessen laut und gern. Böll habe ihm nach der Scheißkerl-Taufe herzlichst die Hand gedrückt. Frisch sei sicher zurückhaltender geblieben. Grass habe ihm Zeichnungen geschenkt. Es haben ihm ja alle etwas geschenkt. Unter anderem sich. Und sei's in der Hoffnung auf das Gegengeschenk. Schließlich war er der Mächtigste der je in der Literaturszene Blitze schleu-derte. Im DAS Magazin einer seiner Chorknaben: Ehrl-König, der einflußreichste Kritiker in der Geschichte der deutschen Literatur. So etwas spricht sich herum. Jeder tönt da gern noch
mit. Daß er sich mit Lessing verwechselte, darf man ihm nicht übelnehmen.
Er war von seinen eigenen Blitzen geblendet. Wenn er gerade einen
positiven Superlativ gelandet hatte, zum Beispiel über Thomas Mann, dann im
nächsten Satz, der hochgerühmte Essayist Thomas Mann hat alle seine Zitate
aus zweiter Hand, weder von Nietzsche noch von Wagner hat er je etwas in der
Hand gehabt. Oder wenn er Goethe gerade als den Aller-größten gelobt hat,
dann gleich draufgesetzt, daß auch dieser Goethe eine gute Besprechung seiner
Wahl-verwandtschaften vom Verleger hat extradrucken lassen, um sie wie wild
herumzuschicken. Einmal
habe er Ehrl-König für eine Talkshow mit einer Bemerkung über Molière ausstaffiert,
einfach, daß er per Bildungsprotz seine Autorität füttere. Ehrl-König
solle sagen, habe er zu ihm gesagt, das Aufregende an Molière sei für ihn,
daß Molière gegen den Adel und gegen die Jesuiten geschrieben habe. Er hat's
mit großer Geste gebracht, hat mit verdrehten Augen - sein Pathosblick - gerufen,
er fühle sich immer der Auf-klärung verpflichtet, die Leute haben geklatscht.
Kein Mensch hat protestiert und klargestellt, daß Molière im Interesse
Ludwig XIV gegen den Adel geschrieben hat, und nie gegen die Jesuiten, sondern
gegen die Jansenisten. Im Fernsehen können Sie, wenn Sie's genügend aufdonnern,
gar alles sagen. Das Statement, das bei Ehrl-König die höchste Nennquote erreichte,
war die Feststellung, daß es zur Zeit in Deutschland nur Schriftsteller und
Bücher gebe, aber keine Literatur. Er, RHH, habe versucht, ihm diesen Ladenhüter
wieder abzugewöhnen vergeblich. Unsere Gesellschaft ist so verfaßt, daß Feindschaft und Gegnerschaft besser gedeihen als Freundschaft und Liebe. Unsere Kultur will es so, daß einem ein Feind mehr schaden, als einem ein Freund nützen kann. Vor allem anderen sind wir eine Gesellschaft von Verfolgten und Verfolgern. Und jeder ist beides, Verfolgter und Verfolger. Jeder hat eine deutlichere
Erfahrung vom Verfolgtsein als davon, selber Verfolger zu sein. Wir merken
deutlicher, was uns angetan wird, als was wir anderen antun, klar. |
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Die düstere deutsche Ecke |
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Marcel-Reich-Ranicki,
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Anm. der Redaktion: Beginnen wir mit der Toleranz Toleranz wird von "fortschrittlichen" Zeitgenossen mit Gleichgültigkeit verwechselt. |
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Martin
Walser, Tod eines Kritikers, Der
stalinistische Stasi Miarbeiter Musical-Operette:
Operette Vetter aus Dingsda - Operette Die Lustige Witwe - Operette Die Fledermaus - Musical Rocky Horror Show Musical Ludwig II - Musical Robin Hood - Musical Sweeney Tood - Musical Swan Lake - Musical African footprint Musical Tarzan - Musical In nomine patris - Musical West Side Story - Musical Dirty Dancing - Musical Kiss me Kate Musical Tanguera, Tango-Argentino - Musical My Fair Lady - Musical Balé de Rua - Musiktheater Friedrichstadtpalatz Berlin Theater Oper-Ballett: Interviews: Meist
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