Kultur Fibel Magazin
Buch; Martin Walser, Tod eines Kritikers



Roman

Suhrkamp Verlag
224 Seiten Ln
Euro (D) 19,90
im Buchhandel.

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Tod eines Kritikers

Die Buchempfehlung mit einer Leseprobe,
ohne die Ansichten
vorbelasteter Kritiker, zur Meinungsbildung unserer Leser.
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Martin Walser-Werke in zwölf Bänden
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Tod eines Kritikers, amazon,´.de
Herausgegeben von Helmuth Kiesel unter Mitwirkung
von Frank Barsch, 1997, 9000 S. Ln. in Kassette
EUR 298,-- (3-518-40875-5)


1. Bd.: Ehen in Philippsburg.
2. Bd.: Halbzeit.
3. Bd.: Das Einhorn. Sturz.
4. Bd.: Jenseits der Liebe. Brief an Lord Liszt.
Das Schwanenhaus.
5. Bd.: Seelenarbeit. Ein fliehendes Pferd. Brandung.
Dorle und Wolf.
6. Bd.: Die Verteidigung der Kindheit.

7. Bd.: Ohne einander. Frinks Krieg.
8. Bd.: Prosa.
9. Bd.: Stücke.
10. Bd.: Hörspiele.
11. Bd.: Ansichten, Einsichten.
12. Bd.
: Leseerfahrungen, Liebeserklärungen.


Martin Walser

„Wenn der Welt, in der man lebt, nicht ernsthaft etwas fehlte, würde man nicht lesen.
Und wenn uns nichts fehlte, würden wir auch nicht schreiben.
Man liest aus den Gründen, aus denen man schreibt.”


1927 geboren am 24. März in Wasserburg am Bodensee
1946-48 Studium an der Theologisch-Philosophischen Hochschule Regensburg.
1948-51 Studium an der Universität Tübingen (Literatur, Geschichte, Philosophie), Promotion bei Professor Friedrich Beißner
mit einer Arbeit über Franz Kafka.

1958: 3 Mo. Havard-International-Seminar
1973: 6 Mo. Middleburg College (Vermont) und University of Texas, Austin
1975: 2 Mo. University Warwick, GB
1976: 4 Mo. University of West Virginia, Morgantown
1979: 3 Mo. Darmouth College, New Hampshire
1983: 4 Mo. University of California, Berkeley

Auszeichnungen
1955 Preis der Gruppe 47,
1957 Hermann-Hesse-Preis,
1962 Gerhard Hauptmann-Preis,
1965 Schiller-Gedächtnis-Förderpreis des Landes Baden-Württemberg,
1967 Bodensee-Literaturpreis der Stadt Überlingen,
1980 Schiller-Gedächtnispreis des Landes Baden-Württemberg,
1981 Georg-Büchner-Preis,
Heine-Plakette der Heinrich-Heine-Gesellschaft,
1983 Ehrendoktorwürde der
Universität Konstanz,

1984 Ehrenbürger von Wasserburg,
1987 Großes Bundesverdienstkreuz,
1990 Carl-Zuckmayer-Medaille,
Ricarda-Huch-Preis,
Großer Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste,
1992 Literaturpreis der Stadt Bad Wuzach, 1993 Verleihung des Ordens
»Pour le mérite«,
1994 Grazer Literaturpreis,

Auszeichnung als
»Officier de L'ordre des Arts et Lettres«,
Ehrendoktorwürde der Universität Dresden,
1996 Friedrich-Hölderlin-Preis der
Stadt Bad Homburg,
1998 Friedenspreis des deutschen Buch-handels,
1999 Ehrendoktorwürde der Katholischen Universität Brüssel.


Skandalöse Literaturkritik

oder der mediale Coup in Deutschland 2002

"Darüber, daß das fiktive Kritikersterben ein Reflex auf den wirklichen Untergang der Literaturkritik im Literaturbetrieb ist, ließe sich ... diskutieren, wenn nicht die Umstände so überdeutlich zeigten, daß sich dafür ohnehin niemand mehr interessiert. Der mediale Coup ersetzt die Kritik, auch die Kritik der Kritik.
Der Literaturstreit dieses Frühsommers (Anm. Tod eines Kritikers) wird immer mehr zum frivolen Spektakel."
Eckhard Fuhr, Die Welt, 10. Jun. 02

"Keine einzige Zeile allerdings gehört in die Rubrik »Antisemitismus«".
Prof. Fritz J. Raddatz, Die Zeit, 06. Jun. 02

"Kann sich jemand vorstellen ... daß Martin Walser als Autor so sehr aus allem Humanen fällt? Nein, das war tatsächlich schwer vorstellbar - doch ein Zweifel war gesät worden. Gesät von Frank Schirrmacher (Anm.:FAZ), der dem noch unveröffentlichten Roman "Tod eines Kritikers" den schlimmsten aller hierzulande denkbaren Stempel aufdrückte: antisemitisch."
Martin Oehlen, Kölner Stadt-Anzeiger, 01. Juni 02

"Frank Schirrmacher (Anm.: FAZ) hat einen Schriftsteller ... so demonstrativ an den Pranger gestellt, wie es noch keinem deutschen Autor widerfahren ist.
Sein Argument, er habe öffentlich handeln müssen, damit Martin Walser nicht behaupten könne, Marcel Reich-Ranicki habe bei der Ablehnung des Manuskriptes mitgewirkt, kann nur eine schwache Ausrede sein . . . Inzwischen zirkuliert der Roman ... durch die Feuilletons. Und eines steht mittlerweile fest: Die Ansichten gehen weit auseinander, und einige, darunter die Redaktion der Fernsehsendung "Aspekte", Sigrid Löffler, Joachim Kaiser und Ruth Klüger, sind nicht der Meiung, hier habe ein Antisemit geschrieben."
Thomas Steinfeld, Süddeutsche Zeitung, 03.Juni 02

"Seit 45 Jahren befreundet mit Reich-Ranicki wie mit Walser, hatte ich Angst, das Buch in die Hand zu nehmen ... Und dann liest man, und dann ist alles ganz anders. Und dann fragt man sich im Hinblick auf die "Riesen-Entrüstung":
"Ja, sind die denn alle verrückt?"
Beginnt man den Roman beklommen, abwehrbereit, dann atmet man schon nach wenigen Seiten auf: da ist wieder jener beschwingte, persönliche, bildungsvergnügte, herzliche Walser-Sound, der gerade in ganz frühen Texten dieses Autors mit Charme und Witz amüsierte."
Prof. Joachim Kaiser, Süddeutsche Zeitung, 05. Juni 02

"Kein antisemitisches Wort, keinen antisemitischen Satz habe ich im Buch (Anm:. Tod eines Kritikers) gefunden" .........
Günter Grass im Gespräch mit Fritz Pleitgen, ARD 9. Okt. 02

Auszüge

Da man von mir, was zu schreiben ich mich jetzt veranlaßt fühle, nicht erwartet, muß ich wohl mitteilen, warum ich mich einmische in ein Geschehen, das auch ohne meine Einmischung schon öffentlich genug geworden zu sein scheint. Mystik, Kabbala, Alchemie, Rosenkreuzertum -, das ist, wie Interessierte wissen, mein Themengelände. Tatsächlich unterbreche ich, um mich in ein täglich mit neuen Wendungen aufwartendes Geschehen einzumischen, die Arbeit an meinem Buch Von "Seuse zu Nietzsche". Es sind eher die Vorbereitungen zu diesem Buch, die ich unterbreche, als die Arbeit an ihm. Inhalt: In die deutsche Sprache kommt der persönliche Ton nicht erst durch Goethe, von dem Nietzsche gierig profitierte, sondern schon durch Seuse, Eckhart und Böhme. Weil das bürgerlich Geschriebene unsere Erlebnis und Fassungskraft besetzt hat, haben wir, das Publikum, nicht wahrnehmen können, daß die Mystiker ihre Ichwichtigkeit schon so deftig erlebt haben wie Goethe und wie nach ihm Nietzsche. Nur waren sie glücklich und unglücklich nicht mit Mädchen, Männern und Frauen, sondern mit Gott . . .
(S. 9)

Ehrl-König hat Lach sicher nicht mehr niedergemacht, als er Böllfrischgrasshandke niedergemacht hat. Böll und Frisch haben ihn, jeder für sich und ohne vom anderen zu wissen, Scheißkerl genannt. Ehrl-König rühmt sich dessen laut und gern. Böll habe ihm nach der Scheißkerl-Taufe herzlichst die Hand gedrückt. Frisch sei sicher zurückhaltender geblieben. Grass habe ihm Zeichnungen geschenkt. Es haben ihm ja alle etwas geschenkt. Unter anderem sich. Und sei's in der Hoffnung auf das Gegengeschenk. Schließlich war er der Mächtigste der je in der Literaturszene Blitze schleu-derte. Im DAS Magazin einer seiner Chorknaben: Ehrl-König, der einflußreichste Kritiker in der Geschichte der deutschen Literatur. So etwas spricht sich herum.

Jeder tönt da gern noch mit. Daß er sich mit Lessing verwechselte, darf man ihm nicht übelnehmen. Er war von seinen eigenen Blitzen geblendet.
(S. 52)

Wenn er gerade einen positiven Superlativ gelandet hatte, zum Beispiel über Thomas Mann, dann im nächsten Satz, der hochgerühmte Essayist Thomas Mann hat alle seine Zitate aus zweiter Hand, weder von Nietzsche noch von Wagner hat er je etwas in der Hand gehabt. Oder wenn er Goethe gerade als den Aller-größten gelobt hat, dann gleich draufgesetzt, daß auch dieser Goethe eine gute Besprechung seiner Wahl-verwandtschaften vom Verleger hat extradrucken lassen, um sie wie wild herumzuschicken.
(S. 110)

Einmal habe er Ehrl-König für eine Talkshow mit einer Bemerkung über Molière ausstaffiert, einfach, daß er per Bildungsprotz seine Autorität füttere. Ehrl-König solle sagen, habe er zu ihm gesagt, das Aufregende an Molière sei für ihn, daß Molière gegen den Adel und gegen die Jesuiten geschrieben habe. Er hat's mit großer Geste gebracht, hat mit verdrehten Augen - sein Pathosblick - gerufen, er fühle sich immer der Auf-klärung verpflichtet, die Leute haben geklatscht. Kein Mensch hat protestiert und klargestellt, daß Molière im Interesse Ludwig XIV gegen den Adel geschrieben hat, und nie gegen die Jesuiten, sondern gegen die Jansenisten. Im Fernsehen können Sie, wenn Sie's genügend aufdonnern, gar alles sagen. Das Statement, das bei Ehrl-König die höchste Nennquote erreichte, war die Feststellung, daß es zur Zeit in Deutschland nur Schriftsteller und Bücher gebe, aber keine Literatur. Er, RHH, habe versucht, ihm diesen Ladenhüter wieder abzugewöhnen — vergeblich.
(S. 112)

Unsere Gesellschaft ist so verfaßt, daß Feindschaft und Gegnerschaft besser gedeihen als Freundschaft und Liebe. Unsere Kultur will es so, daß einem ein Feind mehr schaden, als einem ein Freund nützen kann. Vor allem anderen sind wir eine Gesellschaft von Verfolgten und Verfolgern. Und jeder ist beides, Verfolgter und Verfolger.

Jeder hat eine deutlichere Erfahrung vom Verfolgtsein als davon, selber Verfolger zu sein. Wir merken deutlicher, was uns angetan wird, als was wir anderen antun, klar.
(S. 196)<<<


Die düstere deutsche Ecke


"Mord, Mordkommission, das alles spielt hier immer mit der Erinnerung an den Massenmord der Nazis. Doch der Kritiker ist nicht tot. Seine Frau, die ... unter ihm leidet, weiß es die ganze Zeit. Warum? Sie sagt es, ein Champagnerglas in der Hand:
>Umgebracht zu werden passt doch nicht zu Andre Ehrl-König.<
Es ist dieser Satz der mich vollends sprachlos macht. Er ist Ihnen so wichtig, dass er zweimal in dem Roman vorkommt. Auf dem Hintergrund der Tatsache, daß Marcel Reich-Ranicki der einzige Überlebende seiner Familie ist, halte ich den Satz, der das Getötetwerden oder Überleben zu einer Charaktereigenschaft macht, für ungeheuerlich."
Frank Schirrmacher, FAZ 29.Mai 02


"Die erste Feststellung nach dem Lesen:
Ja, Schirmacher hat in einem, denn wesentlichen Punkt völlig Recht! (Entgegen den Professoren der Literatur) Dieses Buch ist das literarische Dokument eines schier übermenschlichen Hasses, der den Autor überwältigt, weil er sich sein Leben lang unter der Fuchtel von Reich-Ranicki sah und scheinbar ohnmächtig mitansehen musste, wie dessen Ruhm durch die verbale Vernichtung Walsers wuchs."
Hellmuth Karasek, Tagesspiegel, 31. Mai 02


Marcel-Reich-Ranicki,
Beruf: Büroangestellter,

von 1944 bis 1950 Einsatzleiter des polnischen Staatssicherheitsdienstes,
danach bei der FAZ zum
Top-Kritiker promotet, TV etc.

Quelle: Freigabe der Stasi-Akte, Warschau 2002)

Die polnische Staatssicherheit in der stalinistischen Zeit war eine Organisation blutigen Terrors. Marcel Reich-Ranicki, der Undercover, der an einem so wichtigen Ort wie London wirkte, das nach dem Zweiten Weltkrieg Sitz der antikommunistischen polnischen Exilregierung war, galt - so die Akten - als "guter operativer Mitarbeiter".
Für die Zukunft, so heißt es wörtlich,
"..es sei von ihm Großes zu erhoffen. Ein hervorragender Mitarbeiter, der >vernarrt< in den Geheimdienst sei, der Volksrepublik Polen ergeben, politisch zuverlässig und bewährt".

Gnauck,
3-sat 16.08.02

Herr Reich-Ranicki
wurde 2002, nach den Veröffentlichungen der polnischen Geheim-dienst-Akten und der Kritik polnischer Historiker an seiner manipulierten Biographie, von den "Gut-Deutschen" in Frankfurt am Main mit dem Goethe-Preis ausgezeichnet.

Folgen weitere deutsche Preise?

2010, Ja!
Weitere DEUTSCHE Preise für den stalinistischen, polnischen,
erfolgreichen Stasimitarbeiter
Marcel Reich-Ranicki purzelten.


Anm. der Redaktion:

Beginnen wir mit der Toleranz

Toleranz wird von
"fortschrittlichen" Zeitgenossen
mit Gleichgültigkeit verwechselt.


Martin Walser, Tod eines Kritikers,
Roman

Der stalinistische Stasi Miarbeiter
Marcel Reich-Ranicki
fühlte sich angesprochen

© - Copyright
:
Leseprobe mit Foto und Buchumschlag,
Suhrkamp Verlag.
Sämtliche Fotos, Text, Layout und Desig
n
Kultur Fibel Verlag GmbH, Berlin,
und
JBM-marketing, PF 140315,
D-40073 Düsseldorf


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