Kultur Fibel Magazin
Erziehung - Beziehung  


Erziehung - Beziehung

Für mehr Verbindlichkeiten im Erziehungsalltag

 

Die Buchempfehlung
mit einer Leseprobe, zur Meinungsbildung
unserer Leser.

Sachbuch>
K2 Publisher
pb 176 S.
Euro (D) € 14,90
im Buchhandel
oder Kultur Fibel Verlag
RG. + Porto EUR 3,50
Gesellschaftsmagazin

Navigation
AUSZÜGE

Was erwarten Kinder von ihren Eltern?

Dass immer wieder, auch unter erschwerten Bedingungen, Kinder geboren werden und die elterliche Sorge beanspru-chen, für alle Beteiligten Sinn macht, sei einmal voraus-gesetzt. Nach dem tieferen Sinn soll hier gefragt werden. Der verborgene (spirituelle) Aspekt unseres Zusammenseins mit Kindern soll dabei in den Mittelpunkt gerückt werden. Es geht dabei um den Versuch, die Erziehungsaufgabe einmal aus einem andersartigen Gesichtswinkel zu betrachten. Bleibt zu hoffen, dass uns daraus mehr Kräfte zur Bewältigung des Erziehungsalltags zuwachsen. Aus einer gewissen Distanz betrachtet, wird es vielleicht auch leichter fallen, Prioritäten zu setzen, Ängste abzubauen und neuen Mut zu fassen.

Gar manches brauchen Kinder, damit sie gut gedeihen. Allem voran, dass wir für sie da sind. Ganz einfach und dennoch heute beileibe nicht selbstverständlich. Oft werden Kinder als Belastung erlebt. Was sie uns abfordern, geht vielen Eltern zu weit. Sie fühlen sich auf dem Weg der eigenen Selbstverwirk-lichung bedroht und nehmen sich zurück, wenn auch bloß innerlich.
Was bedeutet das für den Lebensalltag unserer Kinder?
Wie kommen sie damit zurecht?
Fördern wir damit etwa ihre Selbstständigkeit?
Was erwarten denn überhaupt Kinder von ihren Eltern, was nicht?
Was sind ihre grundlegenden (und unverzichtbaren) Bedürfnisse und wie kommen wir ihnen nach, ohne uns selbst zu verleugnen?
Wie schon gesagt: Immer häufiger trifft man Eltern an, die sich schwer damit tun, ihre erzieherische Aufgabe vorbehalt-los anzunehmen. Ganz Mutter oder Vater sein, pausenlos für die Kinder verfügbar, ist mit der Angst verbunden, Wesent-liches von sich aufgeben zu müssen. Als Folge davon ergeben sich Rückzugstendenzen, „Fluchtversuche", jedenfalls eine mehr oder minder bewusste Reserve im erzieherischen Engagement. Dieses Sichzurücknehmen wird oft auch damit begründet, dass es uns Erwachsenen gar nicht anstünde, so einschneidend in das Leben heranwachsender
Kinder einzugreifen. In antiautoritärer Erziehungsgesinnung, um die es inzwischen allerdings still geworden ist, gipfelte bekanntlich eine so geartete Auffassung. Dass Eltern ihren pädagogischen Auftrag hinterfragen - was heute grund-sätzlich durchaus erwünscht und legitim ist -, hat wesentlich mit dem Wert zu tun, den sie dieser Aufgabe beimessen, und mit der Vorstellung dessen, was Erziehung überhaupt soll.

Die „geistige Unruhe der Satten"
Saint-Exupery


Was die Zeit prägt, in die unsere Kinder hineingeboren werden, ist Verunsicherung, mehr innerlich denn äußerlich. Waren es früher noch mehr Sorgen, die das äußere Fortkom-men (oftmals das nackte Überleben) betrafen, sind es heute Unsicherheiten, die ihren Ursprung in uns selbst haben. Nachdem für viele heute die äußerliche Lebenserhaltung gesichert erscheint, hat sich der Schauplatz existentiellen Ringens nach innen verlagert. Wenn es uns (im materiellen Sinne) „gut geht", ja oftmals gerade dann in verstärktem Maße, überkommt viele Menschen eine Unruhe, die in der unerbittlichen Suche nach den eigenen inneren Werten ihren Ursprung hat. Sie erst vermögen in unserem Leben Sinn, Halt und Ausrichtung zu stiften.
Dankbar sollen wir dafür sein, dass wir in diesem Ringen und Suchen - auch ohne äußere Not - nicht vorschnell erlahmen.
Nur wer sich selbst verliert, kann gestärkt bei sich selber einkehren.
Wer manches in Frage stellt, muss mit Verunsicherung rechnen. Sich diese einzugestehen, erfordert einigen Mut.
Wir sind in diesem Zustand verletzbarer und davor schrecken viele zurück. Manches im Leben, so etwa das Aufeinander-zugehen von zwei Menschen oder andere nahe gehende Ereignisse (Er-reich-nisse!) sind eigentlich dazu da, uns innerlich in Bewegung zu versetzen. Nicht selten wird daraus eine tief gehende Erschütterung.

Kindheit in Gefahr

Die Kinder sind der eigentliche Jungbrunnen jeder Menschen-gemeinschaft. Sie sind die immer zu erneuernde Kraft in dieser Welt.
Nichts weniger.

Kein kostbareres Gut ist uns zeitlebens anvertraut. Aber das Bewusstsein dafür ist vielen heute abhanden gekommen und - kein Wunder! - der Welt geht es schlecht.

Sie tritt am Ort, hat man oft den Eindruck, tut sich mit Veränderungen jedenfalls unsäglich schwer. Wo man hinschaut: Es harzt, überfällige Einsichten fassen nur zögerlich Fuß, die Bereitschaft, aus gemachten Erfahrungen zu lernen, ist erschreckend klein. Am Alten wird dagegen krampfhaft festgehalten, auch wenn es längst brüchig geworden ist.

Da sind Kinder ganz anders: Immer aufs Neue aus, unvoreingenommen, frisch wie der neue Tag packen sie freudig an, was ihnen das Leben entgegenträgt, ganz im Jetzt lebend und nur auf eines aus: die Welt erfahren - um jeden Preis! - am liebsten in ihrem ganzen Facettenreichtum. Nichts liegt dem spielenden Kind näher als die permanente Veränderung und nichts widerstrebt ihm mehr als das Festhalten und Bewahren. Kein Ding, dem nicht der „Glanz der Gegenwärtigkeit", der „Geschmack pulsierenden Lebens" anhaftet, interessiert Kinder.

Das Kindsein ist heute ganz erheblich bedroht, vielleicht in einem Maße wie nie zuvor.

Das kann einen mit wachsender Sorge erfüllen. An den Rand gedrängt, mehr geduldet denn geliebt, fristen Kinder heute ein Leben an der Grenze, oftmals gar im Niemandsland.

In ihrem Entfaltungsraum empfindlich beschnitten, werden sie oft in Ghettos abgedrängt, vor der Glotze stillgestellt, mit dem Gameboy abgespeist, auf öden Spielplätzen herumhängend „aufbewahrt", durch Supermärkte geschleppt, die sie förmlich verschlucken, oder in Schulen verbannt, die ihnen etwas verpassen wollen, was sie fürs Leben mehr schwächt denn stark macht. In den Sog moderner Kommunikationstechnik geraten, werden sie von Kopf bis Fuß mit Zivilisationsschrott überhäuft, der sie dem Ersticken nahe bringt.

Wo bleiben ihre Lebens- und Entfaltungsräume, ausgesparte Flecken in dieser Welt, die ihnen vorbehalten bleiben, auf dass sie dort einfach Mensch werden dürfen - mit allem, was dazugehört?

„Schulen ans Netz!" - wird allenthalben gefordert. An welches, ist hier nur die Frage?

Was Kinder brauchen: dass sie Gelegenheit bekommen, sich ins Lebensnetz einzubinden. Das heißt: Was immer sie suchen, ist der hautnahe Kontakt zu uns, zur Natur, zu Wasser, Wind und Erde.

Das allein bildet sie, macht stark und mutvoll, um in dieser absonderlichen Welt - einer Welt voller Irrungen und Wirrungen! - als Menschen einst zu bestehen.


Es ist an der Zeit, dass wir für die Not unserer Kinder wach werden. Der bereits angerichtete Schaden ist nicht zu übersehen.

Das Steuer herumreißen - zugunsten der Kinder - ist ein Gebot der Stunde.


Daniel Wirz
geboren 1945, war 1979 bis 1994 Klassen- und Fachlehrer an der Rudolf Steiner Schule in Baar (Schweiz), anschliessend als deren Geschäftsführer tätig und seit 1996, nebst geringfügiger Unterrichtstätigkeit, ausschließlich in der Erwachsenenbildung (v.a. Eltern, Lehrerinnen, Lehrer, Kinder-gärtnerinnen) engagiert. Vater von fünf Kindern (vom Kleinkind- bis Erwachsenenalter).

Mensch werden ...

(Das Motto der Kultur Fibel - siehe Titelbild:
Mensch werden, Mensch sein, Mensch bleiben,
das ist die Frage des 21. Jahrhunderts.
Die „Liebe zur Wahrheit“
gegen die Propaganda dieses Jahrhunderts)

„Das wichtigste Sakrament der Zukunft wird statt-finden in der Begegnung zwischen den Menschen."
Rudolf Steiner

Schon am Vortag gehen wir dorthin. Wir säubern, wenn nötig, den Platz und schmücken ihn. Nach einem eher kargen Abendessen gehen wir alle früh zu Bett, denn in aller Frühe wollen wir am Ostermorgen aufstehen. Schon am Vorabend müssen die Kleider schön bereitgelegt werden, denn nur eine brennende Kerze spendet beim Aufstehen kärgliches Licht. Rechtzeitig vor Tagesanbruch machen wir uns schwei-gend auf den Weg. Noch herrscht die Nacht. Ertönt der erste Vogelruf, halten wir inne und stimmen den Osterkanon an. Wie ein Weckruf soll er die Umgebung durchhallen. Bei Tagesanbruch, am Ort der Feier angelangt, trinken wir, eingebettet in ein kleines Ritual, vom Osterwasser, das zu dieser Stunde als „Wasser des Lebens" mit ganz besonderen Kräften ausgestattet sein soll. Ein Lied, ein Spruch mögen die Feier einrahmen. Der Osterkuss darf natürlich auch nicht fehlen.

Dann treten wir den Heimweg an. Rasch zieht der neue Tag heran. Jetzt darf geschwatzt werden. Und oh Wunder! Am Wegrand entdecken die Kinder da und dort ein Ei. Zu Hause angekommen brennt auf dem festlich gedeckten Tisch schon die Osterkerze. Ein reichliches Mahl steht bevor. Alles ist in Fülle vor-handen und man darf davon nehmen, so viel man mag. Noch vor dem Essen sollte aber das mitgebrachte Wasser an die Pflanzen im Haus verteilt werden. Auch wer aus irgendwelchen Gründen den Weg zur Quelle nicht mitgehen konnte, bekommt seinen Anteil: Kranke, Gebrechliche oder Alte.

Übersprühende Freude, neue Hoffnung und Zuversicht sollen die Stimmung dieses Tages prägen. Aber wohl gemerkt: Ostern gilt es frühmorgens zu feiern, an der Schwelle zwischen Tag und Nacht.


Ende - Auszüge

© - Copyright:
Leseprobe mit Foto und Buchumschlag, K2 Publisher.
Sämtliche Fotos, Text, Layout und Desig
n Kultur Fibel Verlag GmbH, Berlin
und
JBM-marketing, PF 140315, D-40073 Düsseldorf


Oper-Ballett:

Oper La Traviata - Oper La Boheme - Oper Entführung aus dem Serail - Oper Die Liebe zu den drei Orangen - Oper Die Zauberflöte - Madame Butterfly
Oper Cosi fan tutte - Oper Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny - Oper Die Teufel von Loudun - Oper Der Waffenschmied - Oper Simon Boccanegra
Oper Orelando paladino - Oper Carmen - Oper Armida - Oper Der Spieler, Hrpok - Oper Fidelio
Oper Agrippina - Oper Der Türke in Italien - Oper Der Goldene Hahn - Ballett Dornröschen - Ballett Schneewittchen
Ballett Tanzgeschichte - Ballett Carmen Flamenco - Ballett Der Nussknacker - Ballett Martha Graham Company

Interviews:

Interview Lola Müthel - Interview Herbert Bötticher - Interview Ruth Drexel - Interview Ute Lemper
Interview Wolfgang Spier - Interview Judy Winter - Interview Romuald Pekny - Interview Helmut Griem