Der Waffenschmied / Oper
Albert Lortzing

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Der Waffenschmied, Komische Oper
Albert Lortzing

Der Waffensxhmied, vor dem Haus des Waffenschmieds
Der Waffenschmied Oper von Albert Lortzing,
Ensemble Staatstheater am Gärtnerplatz, München. Foto: Ida Zenna


Mehr als anderen seiner Stücke haftet dem Waffenschmied der Ruch des Biedermeierlichen an.Eine solche Einschätzung verkennt jedoch, in welchem politischen Klima der Repression Lortzings »Komische Oper« entstanden ist. Der Zensur zu trotzen vermochte nur, wer seine politischen Kommentare fein dosierte und geschickt maskierte. Lortzing erweist sich bei näherem Blick zwischen die Zeilen seines Waffenschmieds als ein solcher Meister der Andeutung und darin als eminent politischer Komponist. Ausgerechnet in Metternichs Wien brachte er 1846 ein Stück zur Uraufführung, unter dessen notdürftig spätmittelalterlich kolorierter Oberfläche eben jener Ständekonflikt zwischen Bürgertum und Adel tobt, der wenig später auf den Barrikaden von Wien, Berlin und Dresden ausgefochten werden sollte.- Robert Sollich

Albert Lortzin, Opern Komponist, Berlin - Berlin
Gustav Albert Lortzing
* 23. Oktober 1801, Berlin
† 21. Januar 1851, Berlin

Albert Lortzing, der Sohn eines Lederhändlers, trat erstmalig nach dem Bankrott der Firma 1812 , als Laienschauspieler auf. So kam es, dass er zunächst kaum Musikunterricht erhielt aber im Zuge eines unruhigen Wanderlebens mit dem Vater die Theaterpraxis von Grund auf lernte. Diese Lehrjahre waren bedeutend für den späteren berühmten Opern-komponisten.

1823 lernte er die Schauspielerkollegin Rosina Regina Ahles kennen und heiratete sie 1824. Von 1826 bis 1833 arbeitete er mit seiner Frau am Detmolder Hoftheater. Hier besetzte er die Tenor- und Bariton-Partien und glänzte als Schauspieler.
Ende 1833 wurde Albert Lortzing als Dirigent, Sänger und Regisseur für 12 Jahre an das Theater in Leipzig verpflichtet. Musik wurde seine Berufung und 1834 entstanden die ersten Kompositionen.
1846, mit vielen Kompositionen in der Tasche, übersiedelte er für zwei Jahre nach Wien. Sein großer Erfolg, die Oper „Der Waffenschmied“ förderte seinen Vertrag als Kapellmeister, neben Franz von Suppe. 1850 wurde der Ver-trag aufgelöst und den Berliner hatte das Heimweh gepackt. Es folgten einige wirt-schaftlich schwierige Jahre, bis Albert Lortzing im Berliner Wilhelmstädtischen-Theater eine Kapellmeisterstelle übernehmen konnte.
Dem Opernkomponisten Lortzing bürdete man ausschließlich Possen und Operetten Stücke auf. Albert Lortzing gilt heute als Begründer der deutschen Volksoper und er ist einer der wenigen Komponisten deutscher Lustspielopern.

Seine größten Erfolge,
»Zar und Zimmermann«, »Der Wildschütz« und
»Der Waffenschmied«
,
gehören bis heute, weltweit, zum Repertoire großer Opernhäuser. Die heute gespielten Lortzing Opern sind nur ein Bruchteil seiner siebzehn vollendeten Bühnenwerke. Die Rekonstruktion seiner vielen unbekannten Opern ist äußerst schwierig, weil zahlreiche Partituren nicht mehr im Original erhalten sind.
Albert Lortzing schenkte den Menschen seine kraftvollen Werke, aber seine letzten Lebens-jahre waren gezeichnet von finanzieller Not und Krankheit. Der Komponist starb am 21. Januar 1851, einen Tag nachdem sein letztes Werk, »Die Opernprobe«, eine erfolgerfolgreiche Uraufführung in Frankfurt am Main hatte.

Komische Opern:
Die beiden Schützen (1837) - Zar und Zimmermann (1837)
Hans Sachs (1840) - Der Wildschütz (1842)
Undine (1845) Romantische Oper
Der Waffenschmied (1846) - Regina (1848) Oper
Rolands Knappen (1849) - Die Opernprobe (1851)

Der Waffenschmied
Albert Lortzing
UA Wien 30. Mai 1846 - EA Dresden, 29. November 1846
Spieldauer ca. 150 Minuten

Hans Stadinger, Waffenschmied und Tierarzt (Baß)
Marie seine Tochter (Sopran)
Ritter Graf von Liebenau (Bariton)
Georg sein Knappe (Tenor), Ritter Adelhof aus Schwaben (Baß),
Irmentraut, Maries Erzieherin (Mezzosopran),
Brenner Gastwirt, Stadingers Schwager (Tenor), Ein Schmiedegeselle (Baß)

Der Waffensxhmied, Erschie0ungskomando, HinrichtungDer Waffenschmied Komische Oper von Albert Lortzing,
Ensemble Staatstheater am Gärtnerplatz, München. Foto: Ida Zenna

Handlung
Worms im 16. Jahrhundert

Erster Akt.
Graf von Liebenau wird von den Heiratsanträgen der für ihn bestimmten Braut, „Fräulein von Katzenstein“, verfolgt. Verliebt ist er jedoch in Marie, die Tochter des im Lande bekannten Waffenschmiedes Stadinger. Zwei Gründe zwingen ihn, inkognito bei Stadinger aufzutreten: Erstens will er Marie auf die Probe stellen, ob sie ihn um seiner selbst willen liebt und es nicht auf seine adelige Herkunft abgesehen hat. Zweitens hat der Waffen-schmied Stadinger eine wohlbegründete Abneigung gegen die hohen Herrschaften, denn seine Frau ist einst mit einem Ritter durchgebrannt.

Graf von Liebenau setzt seinen Plan in die Tat um und lässt sich als Geselle Konrad, zusammen mit seinem Knappen Georg, in Stadingers Schmiede anwerben. Knappe Georg ist von der schweren Arbeit nicht begeistert (Arie „Man wird ja nur einmal geboren“), folgt aber seinem Herrn. Marie interes-siert sich für den jungen, charmanten Konrad.

„Fräulein von Katzenstein“, die lästige Braut des Grafen, bittet den unge-hobelten Ritter Adelhof zu Stadinger zu reiten, um ihn vor dem Grafen, der in seine Tochter Marie verliebt ist, zu warnen. Der Waffenschmied ist nicht im Haus, so daß Adelhof von der Jungfer lrmentraut, Maries Erzieherin, deren Mißfallen er erregt hat (Arie „Welt, du kannst mir nicht gefallen“), fortgeschickt wird.
Der Graf will in Stadingers Abwesenheit die Treue Mariens erproben. In seiner wahren Gestalt tritt er vor sie hin und wirbt förmlich um ihre Hand (Szene „Gern gäb ich Glanz und Reichtum hin“). Er muß erfahren, daß sie ihn wohl achtet, aber schon einem anderen versprochen ist. Gerade noch kann der Graf entkommen, als der aufgebrachte Stadinger das ganze Haus nach dem verdammten Adligen durchsu-chen läßt. Als alle zu Bett gehen, klopft Marie leise an Konrads Zimmer; doch offenbar ruht auch er bereits (Arie „Er ist so gut -'s mag freilich nicht so übel sein“).

Zweiter Akt.
Der Graf spielt nun die Rolle des eifersüchtigen Gesellen. Er beschuldigt Marie ein Rendezvous mit dem Grafen zu haben. Dann versöhnt er sich mit ihr, aber lrmentraut erwischt sie bei einem Kuß. In das allgemeine Drunter und Drüber platzt der Waffenschmied, gefolgt vom Ritter Adelhof, der Stadinger erneut auffordert, Marie schnell mit Konrad zu verheiraten, um dem Grafen von Liebenau zuvorzukommen.

Stadinger wirft Adelhof hinaus, lehnt aber auch Konrad, der ihm schon zu befreundet erscheint, als Bräutigam ab und bietet die Tochter dem Knappen Georg an, der dadurch in höchste Verlegenheit gerät.

Der Waffenschmied, Oper Musik von Albert Lortzing, Offiziers Uniformen Kaiser Wilhelm II Zeiten, Foto, Ida Zenna
Oper - Der Waffenschmied von Albert Lortzing, Staatstheater am Gärtnerplatz, München. Foto: Ida Zenna

 

Holger Ohlmann in Der Waffensxhmied, mit einer modernen Kanone im 16. Jahrhundert
Der Waffenschmied, Oper von Albert Lortzing
Holger Ohlmann als Hans Staudinger
Staatstheater am Gärtnerplatz, München, Foto: Ida Zenna

Michael Gann in Der Waffensxhmied, Bild wurde Spitzweg nach empfunden.
Der Waffenschmied, Oper von Albert Lortzing,
Michael Gann
, Graf von Liebenau

Staatstheater am Gärtnerplatz, München, Foto: Ida Zenna

Bei einem Fest zum Jubiläum Stadingers muß der Knappe Georg ein Lied singen (Arie „War einst ein junger Springinsfeld“). Die Nachricht, Graf von Liebenau habe Marie entführt torpediert das festliche Treiben. Graf von Liebenau hatte das nur arrangiert, um sie vor Konrad zu retten und um Stadingers Dankbarkeit zu gewinnen. Doch er hat sich getäuscht. Der Waffenschmied ist wütend und will seine Tochter ins Kloster stecken.

Der Waffensxhmied, auf den Barrikaden
Der Waffenschmied
Oper von Albert Lortzing, Ensemble Staatstheater am Gärtnerplatz, München. Foto: Ida Zenna

Dritter Akt.
Marie klagt über die Männer, die sich um ihre Hand bewerben (Arie „Wir armen armen Mädchen“). Graf von Liebenau läßt ein behördlich aufgemachtes Schreiben an den Vater seiner Geliebten überbringen, in dem dieser aufgefordert wird, Marie sofort mit Konrad zu verheiraten. Stadinger muß sich fügen (Lied „Auch ich war ein Jüngling mit lockigem Haar“), er schickt Marie und Konrad zur Trauung in die nahe Kapelle.
Graf von Liebenau erscheint in der Kirche und deckt die Komödie auf. Der zürnende Stadinger gibt seiner Tochter und dem Adligen schmunzelnd seinen Segen.

Olivia Pop, Torsten Frisch in Liebe vereint, daneben Martina Koppelstetter in Der Waffensxhmied
Oper, Der Waffenschmied v. Albert Lortzing
Olivia Pop,
Marie, Torsten Frisch, Graf von Liebenau
Martina Koppelstetter,
Irmentraut

Staatstheater am Gärtnerplatz, München. Foto: Ida Zenna

Der Waffensxhmied, Parade
Oper - Der Waffenschmied
von Albert Lortzing, Ensemble Staatstheater am Gärtnerplatz, München. Foto: Ida Zenna


Die Entstehung dieser „Komischen Oper“
I
n der zweiten Hälfte des Jahres 1845 wurde die Partitur der Waffenschmied von Albert Lortzing erarbeitet und Anfang 1846 vollendet. Er war kurz vorher aus dem Amt des Kapellmeisters in Leipzig entlassen worden. Der Komponist ging auf ein verlockendes Angebot aus Wien ein, nachdem er vergeblich versucht hatte, eine neue Stelle in Berlin, Darmstadt, Dresden oder Königsberg zu bekommen. Das Uraufführungsrecht des »Waffenschmieds« verknüpfte man hier mit einem Engagement als Kapellmeister.
In diesem Werk, das Lortzing nach der romantischen Oper „Undine“ in Angriff nahm, besann er sich auf eine Theatervorlage, die er aus seiner Zeit als Schauspieler kannte. Der Komponist hatte selbst als Graf in Friedrich Julius Wilhelm Zieglers „Liebhaber und Nebenbuhler in einer Person“ (1790) in Detmold auf der Bühne gestanden. Das Wiener Lustspiel Zieglers hatte bereits mehreren Opern als Vorlage gedient und war in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts außerordentlich beliebt.

Über die Musik.
Nach dem Ausflug ins romantische Sujet, wie z.B. „Undine“, macht sich die Rückkehr zur Komischen Oper in den populären, einfachen, coupletartigen Liedern und Arien ebenso wie in Duetten, die der Situationsdarstellung dienen, und in Ensemblesätzen bemerkbar. Man kann von einem Stilrückzug auf die Ebene sprechen, der sich Lortzing sieben Jahre vorher mit „Zar und Zimmermann“ erfolgreich bedient hatte.
Lortzing setzt im »Waffenschmied« auf biedermeierliches Sentiment und weniger auf ironischen Witz. Das in dieser Oper geschilderte Bild spätmittelalterlichen Bürgerlebens, hat, ähnlich wie in Lortzings früherem Werk „Hans Sachs“, auf die „Meistersinger“ von Richard Wagner eingewirkt.


Theater mit Geschichte
"Staatstheater am Gärtnerplatz"
Foto Bericht ab der
Eröffnung am 4. Nov. 1865, bis heute.

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Der Waffenschmied, Oper
von Albert Lortzing
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