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Gustav Albert Lortzing
* 23. Oktober 1801, Berlin
† 21. Januar 1851, Berlin
Albert
Lortzing, der Sohn eines Lederhändlers, trat erstmalig nach dem Bankrott
der Firma 1812 , als Laienschauspieler auf. So kam es, dass er zunächst
kaum Musikunterricht erhielt aber im Zuge eines unruhigen Wanderlebens mit
dem Vater die Theaterpraxis von Grund auf lernte. Diese Lehrjahre waren bedeutend
für den späteren berühmten Opern-komponisten.
1823
lernte er die Schauspielerkollegin Rosina Regina Ahles kennen und heiratete
sie 1824. Von 1826 bis 1833 arbeitete er mit seiner Frau am Detmolder
Hoftheater. Hier besetzte er die Tenor- und Bariton-Partien und glänzte
als Schauspieler.
Ende 1833 wurde Albert Lortzing als Dirigent, Sänger und Regisseur
für 12 Jahre an das Theater in Leipzig verpflichtet. Musik wurde
seine Berufung und 1834 entstanden die ersten Kompositionen.
1846,
mit vielen Kompositionen in der Tasche, übersiedelte er für
zwei Jahre nach Wien. Sein großer Erfolg, die Oper „Der Waffenschmied“
förderte seinen Vertrag als Kapellmeister, neben Franz von Suppe.
1850 wurde der Ver-trag aufgelöst und den Berliner hatte das Heimweh
gepackt. Es folgten einige wirt-schaftlich schwierige Jahre, bis Albert
Lortzing im Berliner Wilhelmstädtischen-Theater eine Kapellmeisterstelle
übernehmen konnte.
Dem Opernkomponisten Lortzing bürdete man ausschließlich Possen
und Operetten Stücke auf. Albert Lortzing gilt heute als Begründer
der deutschen Volksoper und er ist einer der wenigen Komponisten deutscher
Lustspielopern.
Seine größten Erfolge,
»Zar und Zimmermann«, »Der Wildschütz«
und
»Der Waffenschmied«,
gehören bis heute, weltweit, zum Repertoire großer Opernhäuser.
Die heute gespielten Lortzing Opern sind nur ein Bruchteil seiner siebzehn
vollendeten Bühnenwerke. Die Rekonstruktion seiner vielen unbekannten
Opern ist äußerst schwierig, weil zahlreiche Partituren nicht
mehr im Original erhalten sind.
Albert
Lortzing schenkte den Menschen seine kraftvollen Werke, aber seine letzten
Lebens-jahre waren gezeichnet von finanzieller Not und Krankheit. Der
Komponist starb am 21. Januar 1851, einen Tag nachdem sein letztes Werk,
»Die Opernprobe«, eine erfolgerfolgreiche
Uraufführung in Frankfurt am Main hatte.
Komische
Opern:
Die beiden Schützen
(1837) - Zar und Zimmermann (1837)
Hans Sachs (1840) - Der Wildschütz (1842)
Undine (1845) Romantische Oper
Der Waffenschmied (1846) - Regina (1848) Oper
Rolands Knappen (1849) - Die Opernprobe (1851) |
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Der Waffenschmied
Albert Lortzing
UA Wien 30. Mai
1846 - EA Dresden, 29. November 1846
Spieldauer ca. 150 Minuten
Hans
Stadinger, Waffenschmied und Tierarzt (Baß)
Marie seine Tochter (Sopran)
Ritter Graf von Liebenau (Bariton)
Georg sein Knappe (Tenor), Ritter Adelhof aus Schwaben
(Baß),
Irmentraut, Maries Erzieherin (Mezzosopran),
Brenner Gastwirt, Stadingers Schwager (Tenor), Ein Schmiedegeselle
(Baß)
Der
Waffenschmied
Komische Oper von Albert Lortzing,
Ensemble
Staatstheater am Gärtnerplatz, München. Foto: Ida Zenna
Handlung
Worms im 16. Jahrhundert
Erster Akt.
Graf von Liebenau wird von den Heiratsanträgen der für ihn bestimmten
Braut, „Fräulein von Katzenstein“, verfolgt. Verliebt ist
er jedoch in Marie, die Tochter des im Lande bekannten Waffenschmiedes Stadinger.
Zwei Gründe zwingen ihn, inkognito bei Stadinger aufzutreten: Erstens
will er Marie auf die Probe stellen, ob sie ihn um seiner selbst willen liebt
und es nicht auf seine adelige Herkunft abgesehen hat. Zweitens hat der Waffen-schmied
Stadinger eine wohlbegründete Abneigung gegen die hohen Herrschaften,
denn seine Frau ist einst mit einem Ritter durchgebrannt.
Graf von Liebenau setzt
seinen Plan in die Tat um und lässt sich als Geselle Konrad, zusammen
mit seinem Knappen Georg, in Stadingers Schmiede anwerben. Knappe Georg ist
von der schweren Arbeit nicht begeistert (Arie „Man wird ja nur einmal
geboren“), folgt aber seinem Herrn. Marie interes-siert sich für
den jungen, charmanten Konrad.
„Fräulein
von Katzenstein“, die lästige Braut des Grafen, bittet den unge-hobelten
Ritter Adelhof zu Stadinger zu reiten, um ihn vor dem Grafen, der in seine
Tochter Marie verliebt ist, zu warnen. Der Waffenschmied ist nicht im Haus,
so daß Adelhof von der Jungfer lrmentraut, Maries Erzieherin, deren
Mißfallen er erregt hat (Arie „Welt, du kannst mir nicht gefallen“),
fortgeschickt wird.
Der Graf will in
Stadingers Abwesenheit die Treue Mariens erproben. In seiner wahren Gestalt
tritt er vor sie hin und wirbt förmlich um ihre Hand (Szene „Gern
gäb ich Glanz und Reichtum hin“). Er muß erfahren, daß
sie ihn wohl achtet, aber schon einem anderen versprochen ist. Gerade noch
kann der Graf entkommen, als der aufgebrachte Stadinger das ganze Haus nach
dem verdammten Adligen durchsu-chen läßt. Als alle zu Bett gehen,
klopft Marie leise an Konrads Zimmer; doch offenbar ruht auch er bereits (Arie
„Er ist so gut -'s mag freilich nicht so übel sein“).
Zweiter Akt.
Der Graf spielt nun die Rolle des eifersüchtigen Gesellen. Er beschuldigt
Marie ein Rendezvous mit dem Grafen zu haben. Dann versöhnt er sich mit
ihr, aber lrmentraut erwischt sie bei einem Kuß. In das allgemeine Drunter
und Drüber platzt der Waffenschmied, gefolgt vom Ritter Adelhof, der
Stadinger erneut auffordert, Marie schnell mit Konrad zu verheiraten, um dem
Grafen von Liebenau zuvorzukommen. |
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Stadinger
wirft Adelhof hinaus, lehnt aber auch Konrad, der ihm schon zu
befreundet erscheint, als Bräutigam ab und bietet die Tochter
dem Knappen Georg an, der dadurch in höchste Verlegenheit
gerät.

Oper
- Der Waffenschmied
von Albert Lortzing,
Staatstheater am Gärtnerplatz, München. Foto: Ida Zenna

Der
Waffenschmied,
Oper von Albert Lortzing
Holger
Ohlmann als Hans Staudinger
Staatstheater
am Gärtnerplatz, München, Foto: Ida Zenna

Der
Waffenschmied,
Oper von Albert Lortzing,
Michael Gann, Graf von Liebenau
Staatstheater
am Gärtnerplatz, München, Foto: Ida Zenna
Bei
einem Fest zum Jubiläum Stadingers muß der Knappe Georg ein
Lied singen (Arie „War einst ein junger Springinsfeld“). Die
Nachricht, Graf von Liebenau habe Marie entführt torpediert das festliche
Treiben. Graf von Liebenau hatte das nur arrangiert, um sie vor Konrad
zu retten und um Stadingers Dankbarkeit zu gewinnen. Doch er hat sich
getäuscht. Der Waffenschmied ist wütend und will seine Tochter
ins Kloster stecken.

Der Waffenschmied
Oper von Albert Lortzing, Ensemble Staatstheater
am Gärtnerplatz, München. Foto: Ida Zenna
Dritter Akt.
Marie klagt über die Männer, die sich um ihre Hand bewerben
(Arie „Wir armen armen Mädchen“). Graf von Liebenau läßt
ein behördlich aufgemachtes Schreiben an den Vater seiner Geliebten
überbringen, in dem dieser aufgefordert wird, Marie sofort mit Konrad
zu verheiraten. Stadinger muß sich fügen (Lied „Auch
ich war ein Jüngling mit lockigem Haar“), er schickt Marie
und Konrad zur Trauung in die nahe Kapelle.
Graf von Liebenau erscheint in der Kirche und deckt die Komödie auf.
Der zürnende Stadinger gibt seiner Tochter und dem Adligen schmunzelnd
seinen Segen.

Oper,
Der Waffenschmied v.
Albert Lortzing
Olivia Pop, Marie, Torsten Frisch, Graf von
Liebenau
Martina Koppelstetter, Irmentraut
Staatstheater
am Gärtnerplatz, München. Foto: Ida Zenna
Oper - Der Waffenschmied
von Albert Lortzing, Ensemble
Staatstheater am Gärtnerplatz, München. Foto: Ida Zenna
Die Entstehung
dieser „Komischen Oper“
In der zweiten
Hälfte des Jahres 1845 wurde die Partitur der Waffenschmied von Albert
Lortzing erarbeitet und Anfang 1846 vollendet. Er war kurz vorher aus dem
Amt des Kapellmeisters in Leipzig entlassen worden. Der Komponist ging auf
ein verlockendes Angebot aus Wien ein, nachdem er vergeblich versucht hatte,
eine neue Stelle in Berlin, Darmstadt, Dresden oder Königsberg zu bekommen.
Das Uraufführungsrecht des »Waffenschmieds« verknüpfte
man hier mit einem Engagement als Kapellmeister.
In diesem Werk, das Lortzing nach der romantischen Oper „Undine“
in Angriff nahm, besann er sich auf eine Theatervorlage, die er aus seiner
Zeit als Schauspieler kannte. Der Komponist hatte selbst als Graf in Friedrich
Julius Wilhelm Zieglers „Liebhaber und Nebenbuhler in einer Person“
(1790) in Detmold auf der Bühne gestanden. Das Wiener Lustspiel Zieglers
hatte bereits mehreren Opern als Vorlage gedient und war in der ersten Hälfte
des 19. Jahrhunderts außerordentlich beliebt. Über
die Musik.
Nach dem Ausflug ins romantische Sujet, wie z.B. „Undine“,
macht sich die Rückkehr zur Komischen Oper in den populären,
einfachen, coupletartigen Liedern und Arien ebenso wie in Duetten, die
der Situationsdarstellung dienen, und in Ensemblesätzen bemerkbar.
Man kann von einem Stilrückzug auf die Ebene sprechen, der sich Lortzing
sieben Jahre vorher mit „Zar und Zimmermann“ erfolgreich bedient
hatte.
Lortzing setzt im »Waffenschmied« auf biedermeierliches Sentiment
und weniger auf ironischen Witz. Das in dieser Oper geschilderte Bild
spätmittelalterlichen Bürgerlebens, hat, ähnlich wie in
Lortzings früherem Werk „Hans Sachs“, auf die „Meistersinger“
von Richard Wagner eingewirkt.
Theater
mit Geschichte
"Staatstheater
am Gärtnerplatz"
Foto Bericht
ab der
Eröffnung am 4. Nov. 1865, bis heute.
© - Copyright:
Der Waffenschmied, Oper
von Albert Lortzing
Sämtliche Fotos, sofern nicht unter den Fotos vermerkt,
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