burnout Effekt

Erfolgreich-ohne auszubrennen,Ruhwandl
Kultur Fibel Magazin
Gesellschaftsmagazin


Navigation



Sachbuch

Klett-Cotta Verlag
131 S. Pb /
€ (D) 12,90
im Buchhandel
oder Kultur Fibel Verlag
RG. + Porto EUR 3,50

weitere Buch-
empfehlungen


Erfolgreich -
ohne auszubrennen

Burnout bei Frauen

Dagmar Ruhwandl

.
Warum wird in Deutschland nicht einmal das Thema
»Gut ausgebildete Frauen arbeiten als Haushaltshilfen: Millionen vergeudeter (Bildungs-) Investitionen« angeprangert?
Warum fehlt diese Schlagzeile in den Blättern?
burnout effect, Dr. med Dagmar Ruhwandl, Portrait
Karriere, Haushalt, vielleicht auch Kinder:
Frauen muten sich heute viel zu und nicht
selten geraten sie dabei in die Burnout-Falle.
Zu deutsch, das Gefühl "ausgebrannt" zu sein.


Mit Fragebögen, Checklisten, Übungen, Tipps und Beispiele bietet,
Frau Dr. med. Dagmar Ruhwandl, ihr Wissen, als Fachärztin
der Psychiatrie und Psychotherapie, zur ersten Selbsthilfe an.

Phasen (Symptome) des Ausbrennens / burnout

Da das Burnout-Syndrom bislang nicht nach einer der internationalen Diagnose-Klassifizierungen standardisiert ist, gibt es in der Literatur eine Fülle an Phaseneinteilungen. Aus meiner Erfahrung mit Patienten, die ich darin anleiten will, ein drohendes Ausbrennen so früh wie möglich zu erkennen, denke ich, dass eine Einteilung in drei Phasen am sinnvollsten ist.

In Phase I (Emotionale Erschöpfung) fühlen sich die Betroffenen im Job frustriert und ausgelaugt. Sie verlieren die Fähigkeit, in ihrer Freizeit zu regenerieren. Positive Energie und Schwung für einen neuen Arbeitstag nehmen immer mehr ab. Diese Symptome der emotionalen Erschöpfung sind besonders bei Frauen stark ausgeprägt. »Schon wenn ich nur an die Arbeit dachte, war ich völlig verzweifelt! Ich konnte mich kaum mehr erholen, dauernd schwirrten To-do-Listen in meinem Kopf herum, auch wenn ich mich nur für eine Viertelstunde aufs Sofa legte. Mein Freund litt mit mir unter meinen regelmäßigen >Sonntagabends-Depressionen«, so eine Verwaltungsbeamtin. >>>>>>

Regenerieren:
Energiequellen (wieder) entdecken

Ora et labora »Bete und arbeite« - ist der Leitspruch der Benedik-tiner, des ältesten katholischen Mönchsordens im Abendland. Diese Tradition des Benediktinerordens stand anfangs im Kontrast zu den Orden, die einzig die reine Kontemplation als Weg zu Gott ansahen. Die Arbeit bietet den nötigen Ausgleich und sichert gleichzeitig den Lebensunterhalt der Gemeinschaft.
Heutzutage ist für viele nichtreligiöse Menschen das Arbeiten häufig an die erste Stelle gerückt. Doch es heißt nicht »labora et ora«, sondern umgekehrt: bete und arbeite. Das Besinnen, Beten oder wie immer es der moderne Mensch für sich übersetzt, kommt vor dem Arbeiten, ja, ohne Besinnung ist das Arbeiten womöglich gar nicht möglich?
Zumindest ist arbeiten auf Dauer nicht ohne zugehörige Ruhepausen denkbar. Gute Trainer planen nicht nur minutiös die Trainings- und Wettkampfphasen, sondern auch die Ruhephasen ihrer Sportler. Ruhepausen und individuelle Ruhe-Rhythmen für die modernen Menschen genauso wichtig wie für unsere Vorfahren. Nicht umsonst gibt es in den meisten Kulturen seit Jahrtausenden einen Sieben-Tage-Rhythmus mit sechs Tagen und einem Tag Ruhe.

Finden Sie zu mehr Gelassenheit, indem Sie Ihr Leben durch die Abwechslung von Ruhe und Arbeit ins Gleichgewicht bringen. Lernen Sie wieder, sich zu regenerieren: durch persönliche Kontakte, Hobbys und Leidenschaften und Entspannungstechniken, die es Ihnen auch während eines aufreibenden Arbeitstages ermöglichen, kurz zur Ruhe zu kommen. Finden Sie, wie ein guter Sportler, Rhythmen für Ihre persönlichen Trainings-, Wettkampf- und Ruhezeiten. Und lernen Sie, sich über Ihre kleinen und großen Erfolge so zu freuen und zu belohnen, dass Sie wieder beschwingt und ohne Druck an neue Herausforderungen herantreten können.

Beispiele für kleine oder große Belohnungen können sein:
— eine kurze Pause machen (s. a. Übung »Kurzpausen« auf Seite 67)
— eine Kerze anzünden
— ein Parfüm, einen Duft zu benutzen, der für solche besonderen Momente reserviert ist
— einen Freund/eine Freundin anrufen und ihr/ihm von Ihrem Erfolg berichten
— ein spontanes Fest feiern
— sich einen besonderen Abend gönnen: im Restaurant, mit Freunden, im Theater oder Kino etc.
— einen Urlaub buchen

Wichtig ist dabei in der Regel nicht die »Größe« der Belohnung, sondern dass Sie sich die Belohnung ganz bewusst und verlässlich nehmen oder besser geben. So trainieren Sie es selbst, immer wieder stolz auf sich und zufrieden mit sich zu sein. Ein Gefühl, das viele Ausgebrannte »verlernt« haben.

Kontakte zu Freunden, Familie

Eine funktionierende, intensive Partnerschaft gehört, darin sind sich die Experten der Glücksforschung einig, zu den Faktoren, die das Lebensglück am meisten fördern. Auch gute, verlässliche Freund-schaften tragen viel zur Lebenszufriedenheit bei.
In meinen Burnout-Präventions-Seminaren rate ich immer, intensive Kontakte zu Freunden und Familie zu halten. Was damit gemeint ist, illustriert ein Beispiel aus meiner Praxis.

(Business-) Frauen und Haushalt

Die Süddeutsche Zeitung titelte im Februar 2006 »Deutsche sollen sich an Chinesen messen«: »Die Deutschen verplempern zu viel Zeit fürs Private«, sagt Haifeng Ling, Deutschland-Chef der Mobilfunk-geräteflrma ZTE. Die Deutschen seien ein »sehr fleißiges Volk«. Doch »andere verwenden mehr Zeit darauf, gute Produkte zu machen«. Heftige Kritik äußerte der Manager an der oft umständ-lichen Organisation des Alltags. Viel Zeit würde für Dinge vertrödelt, »die andere besser erledigen könnten«: »Die Deutschen jäten Unkraut oder kochen für die Familie, obwohl es Spezialisten dafür gibt, die das besser und schneller können.

«Öffentliche Diskussionen zum Thema Frau, Beruf und Familie behandeln immer und fast ausschließlich das Thema Kinderbe-treuung. Aber viele Mütter (und zunehmend auch Väter) bringt das in Bedrängnis: Wozu habe ich Kinder, wenn ich sie nur einmal am Tag für eine Stunde »quality time« sehe, sie den Rest der Woche »abgebe« und unsere gemeinsame Zeit mit Aufräumen, Putzen, Kochen, Waschen, Bügeln etc. verbringe?

Warum wird in Deutschland nicht einmal das Thema »Gut ausgebildete Frauen arbeiten als Haushaltshilfen: Millionen vergeudeter (Bildungs-) Investitionen« angeprangert? Warum fehlt diese Schlagzeile in den Blättern?

Warum soll eine Krankenschwester, Rechtsanwältin, Lehrerin, Ärztin, Musikerin ihren Haushalt (und in der Regel den der ganzen Familie!) allein bewerkstelligen? Der volkswirtschaftliche Schaden scheint mir dabei enorm, ganz abgesehen vom Frust einer jungen Mutter, die jahrelang erfolgreich berufstätig war und nun lebt wie ein Haus- und Kindermädchen.

Meine Großmutter, Jahrgang 1891 und Lehrerin, hielt es für selbstverständlich, dass jede Frau, die einen Beruf ausübt, ein Hausmädchen braucht und hat. Bis vor wenigen Jahrzehnten war in der bäuerlichen und bürgerlichen Gesellschaft Arbeitsteilung schon aus wirtschaftlichen Gründen ein Muss: Eine Landwirtschaft, ein Handwerksbetrieb und auch Bürger konnten es sich nicht leisten, Frauen zwischen 20 und 40 Jahren allein zur Kinderbetreuung »abzustellen«. Sie mussten mit aufs Feld, im Betrieb helfen oder hatten gesellschaftliche Aufgaben zu erfüllen. Was bringt heutzutage viele berufstätige Frauen dazu, den Haushalt als ihre alleinige Angelegenheit zu begreifen, sobald sie Kinder haben? Die meisten Männer kämen überhaupt nicht auf den Gedanken! Sie fühlen sich durch die Geburt des Nachwuchses kaum beeinträchtigt: Rund 80 % der Väter geben immer noch an, sich durch ihre Kinder nicht stärker belastet zu fühlen.

Meine Putzfrau fragte mich, als ich mit meiner ersten Tochter schwanger war, ob sie denn nach der Geburt des Kindes noch kommen solle. Viele ihrer Kundinnen würden danach auf eine Hilfe verzichten. Dabei ist es danach so notwendig wie nie zuvor, Hilfen anzunehmen! Zumal, wenn man beruflich irgendwie am Ball bleiben und nicht nach ein paar Jahren Kinderpause als Aushilfskraft in einem Blumenladen anfangen will.

Ein internationaler Vergleich sollte nachdenklich machen: Noch 1970 war dies- und jenseits des Atlantiks die Berufstätigkeit von Frauen gleich niedrig. Heute aber liegt nicht nur der Anteil der berufstätigen Amerikanerinnen weit über dem deutscher Frauen. Auch die Aufteilung der Beschäftigung (Büro/Haus) weist erhebliche Unterschiede auf: Hier wie dort arbeiten sie, statistisch gesehen, gleich lang. Die Amerikanerin jedoch verbringt die Hälfte ihrer Arbeitszeit im Büro, die Deutsche nur 30 %. In den restlichen 70 % ihrer Arbeitszeit putzt, kocht und wäscht sie - und versorgt die Kinder.
Und das gilt für alle Hierarchiestufen. Michaela Bürger, Vice President Executive Development beim Siemens-Konzern und in der Hierarchie nur zwei Ebenen vom Vorstand entfernt, meint: »Das Delegieren ist mir am schwersten gefallen. Hilfe im Haushalt anzunehmen, das hat mich wirklich Überwindung gekostet. « Bei den meisten ihrer männlichen Kollegen auf gleicher Stufe stellt sich die Frage immer noch anders herum: Mache ich überhaupt etwas im Haushalt, ist da eher die Frage. Für nicht wenige Männer ist es noch völlig selbstverständlich, dass der Haushalt ja erledigt wird. Oft empfinden sie es schon als sehr hilfsbereit, wenn sie, vielleicht anders als noch ihr Vater, den Abendbrottisch mit abzuräumen helfen.

Praktische Hilfe können berufstätige Mütter und Akademikerinnen über eine Stiftung der Nobelpreisträgerin und Direktorin am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie Professorin Christiane Nüsslein-Vollhard erhalten. Die Organisation unterstützt Doktorandinnen durch Zuschüsse für Kinderbetreuung und Haushaltshilfe, damit sie Zeit und Flexibilität für ihre wissenschaftliche Arbeit gewinnen.
Das gilt natürlich nicht nur für Mütter! Viele meiner Patientinnen, deren (männliche) Berufskollegen selbstverständlich eine Putzfrau und Haushälterin und ggf. noch eine Kinderfrau haben (mit der sie meist verheiratet sind), können selbst auf keinerlei Hilfe zurück-greifen. Zum Teil unterstützen oder pflegen sie noch dazu ihre Eltern oder Schwiegereltern. Dabei ist eine Haushälterin doch um einiges günstiger als ein Ehegatte ... Zumal, wenn sich die vorsintflutliche und nur in wenigen Ländern wie Deutschland in dieser Form existierende Steuerregelung des Ehegattensplitting, die das »Ein-Verdiener-Hausfrauen-Modell« begünstigt, in naher Zukunft verändert haben wird. Länder wie Deutschland, Österreich oder die Schweiz können es sich auf Dauer nicht leisten. >>>>

Auszüge

Einleitung:
Warum ein Burnout-Buch für Frauen?

München, im Februar.
In meine psychotherapeutische Praxis kommt eine völlig verzweifelte Juristin, Ende dreißig. Sie ist in höchstem Maße überarbeitet, seit Jahren hat sie keine Hobbys mehr ausgeübt, konnte in den letzten Monaten noch nicht einmal mehr mit Genuss einen Kaffee mit Freunden trinken: »Ich habe das völlig verlernt! Wenn ich da stehe, weiß ich schon nicht mehr, was ich denken und sagen soll. Meine Gedanken sind immer bei der nächsten Akte, beim aktuellen Fall, bei der Vorbereitung auf die nächste Prüfung, meinem nächsten Karriereschritt. Nur wenn ich arbeite, bin ich einigermaßen ruhig, abends ist meine einzige Freizeitbeschäftigung, eine halbe Stunde durch das Fernsehprogramm zu zappen, dann schlafe ich todmüde ein. Seit Monaten habe ich kein Wochenende mehr frei gehabt - ich wüsste auch gar nicht mehr, was ich damit anfangen sollte. Von meinem Freund habe ich mich getrennt. Nein, wir haben uns nicht gestritten, wir hatten nur keine Zeit mehr, uns zu sehen.« Kein Einzelfall, was diese Patientin schildert. Viele berufstätige Frauen erleiden ein solches Burnout-Syndrom - Schätzungen gehen von etwa 20-25% aller Berufstätigen aus, je nach Job können es auch deutlich mehr sein. Nichts Ungewöhnliches also. Patientinnen, die ihr Leben so schildern, überarbeitet, gereizt und erschöpft sind, kaum mehr zur Ruhe kommen, über Schlaf- und Konzentrationsstörungen sowie körperliche Beschwerden wie Rückenschmerzen, Magen-Darm-Störungen oder Herzbeschwerden klagen und sich nach und nach aus ihrem Privatleben »verabschieden«, behandele ich schon viele Jahre in meiner Praxis. Das Neue war, und das hatte ich bislang ausschließlich bei männlichen Patienten erlebt: Die Dame fühlte sich nicht krank! Sie wollte nur einen Rat, wie sie diese »anstrengende Zeit gut überbrücken« könne. Sie wollte auch keine Therapie machen, ein Phänomen, das ich sonst nur von männlichen Führungskräften kannte, die mal zu einem Termin »vorbeikamen«, weil ihre Frau, ihr Hausarzt oder Physiotherapeut sie geschickt hatte.

Patientinnen oder Frauen allgemein, so hatte ich es auch bei Vorträgen und Seminaren zum Thema Burnout stets erlebt, waren bislang immer sensibler im Hinblick auf ihre Gesundheit und ihr seelisches Wohlbefinden gewesen. In Vorträgen vor (fast) reinen Männergruppen (wie z. B. einige Jahre zuvor bei der Vertriebsversammlung einer mittelständischen Brauerei) hob niemand die Hand, nicht einmal bei der sehr indirekten Frage, ob »man schon mal von jemand gehört habe, der einmal ausgebrannt war«. Bei Veranstaltungen mit überwiegend weiblichen Teilnehmern, wie bei Vorträgen in Frauen-Business-Clubs, wurde viel berichtet, gefragt, sich mit dem Thema auseinandergesetzt: Die beste Voraussetzung, um nicht auszubrennen! Und ein einleuchtender Grund, warum es bislang fast keine Bücher über Burnout bei Frauen gab, denn, so schien es, Frauen geben wohl mehr auf sich Acht, nehmen Hilfe schneller und rechtzeitiger in Anspruch.

Diese Patientin war anders und beunruhigend. Und kaum hatte ich mich von dem Schreck und der eigenen Hilflosigkeit erholt, ihr nicht helfen zu können und zu dürfen, hatte ich mehrere Patientinnen mit fast der gleichen Symptomatik, die sich ebenfalls nicht krank fühlten. Ein neues Phänomen?

Das Ganze ließ mir keine Ruhe. Als Ärztin und Mutter hatte ich mich schon immer für die Chancengleichheit von berufstätigen Frauen interessiert und selber schon eine Reihe von Situationen erlebt, die unter dem Blickwinkel der Chancengleichheit empörend waren. Zum Beispiel empfahl mir ein Chefarzt in den 1980er Jahren bei einem Job in der Krankenpflege - ohne mich zu kennen und völlig ungefragt, bei einer Fahrstuhlfahrt! -, mir doch »besser einen Mann zu suchen, als zu studieren oder gar meinen Beruf auszuüben«. Berufstätigkeit von Frauen war in meiner familiären Tradition beinahe eine Selbstver-ständlichkeit: Frauen in meiner Familie hatten immer gearbeitet, z. T. aus Not, nachdem die Männer gestorben oder im Krieg geblieben waren, meist aber aus Begeisterung für ihren Beruf und Freude über die neuen Möglichkeiten, die sich Frauen seit Beginn des 20. Jahr-hunderts boten, und die es erlaubten, sich aus der Rolle der Vollzeithausfrau und Mutter zu lösen und sich andere Möglichkeiten und Chancen im wahrsten Sinne des Wortes zu »erarbeiten«.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist es, im Vergleich zu den USA oder anderen europäischen Ländern, besonders schwer. Hierzulande gibt es besonders wenige weibliche Führungskräfte. Und nicht nur das Wort »Rabenmutter« ist eine deutsche Kreation, nicht nur die deutschen Kinderbetreuungsmöglichkeiten, zumindest im Westen, sind ja bekanntlich sehr dürftig. In Deutschland gibt es auch so viele Parallelwelten, in denen Frauen leben, sodass man, wenn man zehn zufällig ausgewählte Frauen um die vierzig befragen würde, wohl kaum zwei hätte, deren Lebensumstände gleich sind - ganz anders als vor 50 Jahren, wo es noch ein viel klareres (aber auch starreres) Rollenverständnis gab. Die neuen Rollenbilder sind so verschieden, dass Frauen auch durch die Vielzahl der an sie herangetragenen Rollenerwartungen vermehrt ausbrennen.

Die geschilderte Patientin ist vielleicht ein neuer, noch wenig bekannter Typ berufstätige Frau, der die Lebens- und Arbeitswelt der - bislang - männlich dominierten Berufswelt stark adaptiert hat. So stark, dass traditionelle, weiblich-protektive Verhaltensweisen (wie z. B. öfter und schneller Hilfe, auch ärztliche Hilfe, in Anspruch zu nehmen - mit ein Grund, weshalb Frauen bei privaten Krankenversicherungen einen höheren Beitragssatz zahlen) nicht mehr praktiziert werden bzw. nicht mehr funktionieren. Immer häufiger warten Business-Frauen zu lange, wie es bisher vor allem bei männlichen Patienten bekannt war, bis der Hörsturz, der Bandscheibenvorfall oder eine nicht enden wollende Magen-Darm-Erkrankung sie zur Ruhe zwingt.

Ein Buch über Burnout bei Frauen schien mir überfällig. Gefährdete Frauen müssen schon früher von diesem Thema erreicht werden, noch bevor schädliche (zum Teil »männliche«) Lebens- und Arbeitsweisen unbedacht übernommen werden und überhandnehmen. Die Schwelle, Hilfe in Anspruch zu nehmen, kann, so weiß man, vor allem durch mehr Information gesenkt werden.

Typisch weibliche Probleme beim Burnout sollen geschildert und die besonderen Lebens- und Arbeitsumstände von Frauen im deutschsprachigen Raum mit einbezogen werden, die sich gerade wieder im Wandel befinden. Die erste deutsche Kanzlerin ist dabei nur das augenfälligste Signal.

In diesen turbulenten Zeiten brauchen Frauen, vielleicht mehr denn je, Unterstützung, um nicht auszubrennen. Sie brauchen Vorbilder, weibliche Vorbilder, die berufstätig sind und vielleicht auch Mütter sind, die ein aktives, erfülltes Leben ohne Burnout führen. Diese Vorbilder möchte ich vorstellen und anhand meiner Erfahrung in Praxis-, Seminar- und Vortragstätigkeit viele erfolgreiche Wege aufzeigen, die Frauen aus dem Burnout geführt haben oder verhinderten, dass sie in ein solches hineinrutschten.

Dabei wende ich mich auch an meine männlichen Leser. Denn in den kommenden Jahren wird ein Trend zunehmen: Nicht mehr nur Frauen orientieren sich an männlichen Gesundheits- und Karriere-Vorbildern. Zunehmend schauen sich Männer, deren Lebens- und Arbeitssituation sich meines Erachtens in den letzten Jahren noch einschneidender geändert hat als die der Frauen, auch weibliche Verhaltensweisen ab.
Weil sich die Lebensumstände von Männern und Frauen immer ähnlicher werden.
Weil Männer wissen wollen, warum Frauen im Durchschnitt eine um sieben Jahre höhere Lebenserwartung haben. Oder weil sie wissen wollen, warum Frauen, wie der STERN im Juni 2006 titelte, die »besseren Chefs« sind.

1. Wie Sie das Buch benutzen können

Dieses Buch ist kein Ersatz für eine ärztliche Diagnostik oder Behandlung. Sollten Sie sich selber nicht mehr zu helfen wissen, so zögern Sie nicht, die Unterstützung von professionellen Helfern in Anspruch zu nehmen.

Sie müssen das vorliegende Lese- und Arbeitsbuch nicht wie einen Roman von vorne bis hinten durchlesen. Wenn Sie schnelle Hilfe wünschen für ein Problem, dann können Sie auch zielstrebig das entsprechende Kapitel ansteuern, sich die Lösungsvorschläge vornehmen und davon versuchen umzusetzen, was Sie für brauchbar halten. Allerdings bin ich auch immer bemüht zu begründen, warum ich zu dieser oder jener Einschätzung gelangt bin. Die Vorschläge mögen für Sie überzeugender und leichter umzusetzen sein, wenn Sie sich - sei es vor oder nach Sichtung der Übungen - auch die Begründungen ansehen und etwas mehr über neue Daten und Fakten zum Thema Burnout lesen.

— Wenn Sie vor allem wissen wollen, wie man Burnout frühzeitig erkennt, finden Sie in diesem Buch, vor allem in Kapitel II »Burnout, was ist das?« und Kapitel IV »Bin ich ausgebrannt?« Hinweise zur Früherkennung. Prävention und Früherkennung bilden die Basis einer jeden Auseinandersetzung mit dem Thema Burnout.

— Wenn Sie vor allem aktuelle Fakten zum Thema suchen, finden Sie in Kapitel II »Burnout, was ist das?« Zahlen und Wissenswertes zum Thema und warum die Häufigkeit des Ausbrennens ansteigt. Sie erfahren, warum Frauen anders erkranken als Männer und warum sich das Tabu um Burnout in den letzten Jahren gelockert hat.

— Wenn Sie wissen möchten, welches die wichtigsten Themen in der Behandlung (und auch Prävention) des Burnout sind, so lesen Sie in Kapitel III
»Die drei großen Frauen-Themen«, eine Einführung in die Hauptthemen, die ich bei allen meinen Patientinnen vorfinde. >>>>>

Auszüge Ende


Frauen, erfolgreich ohne auszubrennen - Burnout bei Frauen - The Ladys and the bournout effekt
Mensch, Karriere und seine seelischen Belastungen
.
© - Copyright
:
Leseprobe, Buchumschlag und Foto
Klett-Cotta Verlag
Sämtliche Fotos, Text, Layout und Desig
n Kultur Fibel Verlag GmbH
Berlin und
JBM-marketing, PF 140315, D-40073 Düsseldorf


Meist besuchte Seiten
Kultur Fibel - Oper Ballet
- Musical Operette BallettTanzgeschichte Kinderwunsch Kunstgalerie Lustige Witwe Buecher Klimawandel Feng-Shu
i Ja zum Leben, ohne Einsamkeit? Eltern-Kinder-Erziehung Tochter-Mutter Kellerloch-4 Fotokunst Türke in Italien Romy Schneider Ziele der Kultur Fibel Romuald Pekny - Babylon Koenigreich Antike Varusschlacht/Kalkriese Germanischer Freiheitskrieg-Varusschlacht Ziele der Kultur Fibel Wirtschaftskrise - Gesellschaftskrise UTE LEMPER -Kinderwunsch, Schwangerschaft - Nachruf Judith Brock-Eilenberg - Oper La Traviata Heinrich Hofmann, Gemaelde - Arma Belen, Fotokunst Musical Sweeney Todd - Foto-Kunst pornografisierte Gesellschaft Galerie Kultur Fibel, Rhytmen, Ballett of Brasil Gesellschafts UTO -Utopie Qi Gong Heinrich Hofmann,Maler La Boheme Madame Butterfly - Die Hochzeit des Figaro - Erotische Skizzen / Meisterwerke des 20. Jahrhundert - Schlaf gut - Susi - Oper Orlando - Lola Müthel - Helmut Griem - Oper Der Spieler - Oper Simon Boccanegra - Oper Die Teufel von Loudon - Operette Der Vetter aus Dingsda - Kopfkissenbuch der Liebe - Joy of Sex - Performance Omega Performance Der Schacher Oper Fidelio - Oper Der goldene Hahn - Operette Die lustige Witwe - Tango Argentino,Tanguera - Oper Die Liebe zu den drei Orangen - INFEKTION-Foto art
- Joschka Fischer Wandelroeschen RAF
Kunst Galerie 1 - Griechenland Euro Krise sexueller Kindermissbrauch -Oper Carmen - Oper Idemoneo Horst Köhler_Bundespräsident_Rücktritt - Oper_Rusalka


Oper-Ballett:

Oper La Traviata - Oper La Boheme - Oper Entführung aus dem Serail - Oper Die Liebe zu den drei Orangen - Oper Die Zauberflöte - Oper Madame Butterfly
Oper Cosi fan tutte - Oper Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny - Oper Die Teufel von Loudun - Oper Der Waffenschmied - Oper Simon Boccanegra
Oper Orelando paladino - Oper Carmen - Oper Armida - Oper Der Spieler, Hrpok - Oper Fidelio
Oper Agrippina - Oper Der Türke in Italien - Oper Der Goldene Hahn - Ballett Dornröschen - Ballett Schneewittchen
Ballett Tanzgeschichte - Ballett Carmen Flamenco - Ballett Der Nussknacker - Ballett Martha Graham Company

Interviews:

Interview Lola Müthel - Interview Herbert Bötticher - Interview Ruth Drexel - Interview Ute Lemper
Interview Wolfgang Spier - Interview Judy Winter - Interview Romuald Pekny - Interview Helmut Griem