Kultur Fibel Magazin
Musical
In nomine patris
Musical
In Nomine Patris
Bernd Stromberger
Uraufführung, 14. Oktober 2008, Deutsches Theater, München
Gesellschaftsmagazin
Patris, Dean Welterlen, Pabst Anastasius, Ensemble
Bernd Stromberger beschäftigte sich 5 Jahre mit dem Papsttum in Geschichte und Gegenwart. Die starren und konservativen Richtlinien der katholischen Kirche sorgten bei ihm für die Initialzündung zu diesem Stück. Es entstand eine Geschichte, die den Zuschauer bewegt.
„Als ich das Musical geschrieben habe, ging es mir nicht um Kritik an der Kirche", erklärt Stromberger, „ich wollte eine Liebesgeschichte zum zentralen dramatischen Thema machen." Mit „In Nomine Patris" verarbeitet er sein gesammeltes Hintergrundwissen über die Fehlbarkeit der Institution Kirche — für ihn der Weg, auch seine Emotionen zu veranschaulichen. Im Titelsong „In Nomine Patris — Die Beichte der Päpste" wird in Form eines überraschend eingängigen Rap-Songs die Missionswut der Christen oder die Schuld vieler Päpste textlich und musikalisch aufbereitet. Der sich ständig wiederholende Chor vermittelt den Eindruck eines endlos rezitierten „Ave Maria", wie es gerne nach der Beichte verordnet wird . Die anderen Musiktitel decken stilistisch die breite Palette (Rock, Pop, Jazz, Klassik) des modernen Musicalgenres ab. Auch darf man gespannt sein auf die Mischung moderner, populärer Tonsprache mit dem Sound alter Kirchenorgeln. - Hauptfigur der Handlung ist der fiktive Papst Anastasius Christus, der kurz nach seiner Wahl mit seiner 21-jährigen Tochter konfrontiert wird, von der er bis zu diesem Zeitpunkt nichts wusste. Das Stück hat sehr viele Facetten. (Für eine Bewertung der Gesellschafts-
Dean Welterlen, Pabst Anastasius, Ensemble Deutsches Theater München, Foto: RST-Foto
Patris, Dean Welterlen, Pabst Anastasius, Ulrich Popp Kurien Kardinal, Ensemble
Dean Welterlen, Pabst Anastasius, Ulrich Popp Kurien Kardinal, Ensemble Deutsches Theater München, Foto: RST-Foto

werte und der katholischen Kirche, fehlt nach unserer Meinung, den Verfassern der nötige Geist. Das Zitat; “Wie passt denn so etwas noch in unsere moderne, europäische demokratische Welt?” ist ohne reale Kenntnis des Verfalls, »soz. Entropie« dieser gescheiterten Moderne und ihre in das Chaos entlassenen Subjekte, die in den Demokratien den weiteren Verfall, ihrem Ende, kaum etwas entgegensetzen. »Ja,zum Leben«. - Wir empfehlen dem Tondichter etwas mehr Demut und bei dem Tondichten zu verweilen.
Den Besuchern wünschen wir einen schönen Musikabend.)

1 .Akt: Gabriel Schönkind wird im Konklave zum neuen Papst gewählt und nimmt den Namen Anastasius Christus an. Die Kurienkardinäle wissen nichts von seinem Geheimnis: Als junger Mann liebte er Eva, wollte ihretwegen das Priesterseminar verlassen, entschied sich jedoch im letzten Moment anders, die Vision eines weinenden Christus brachte ihn in die kirchliche Laufbahn zurück. Reporter Hardy Peterson berichtet von der Papstwahl in schwierigen Zeiten. Wird der Vatikan auf die Herausforderungen der sogenannten modernen Welt reagieren? Papstkrönung. Kurienkardinal Cairoli sorgt sich um die Kirchenaustritte. Doch trotz der vielen Skandale um sexuelle Eskapaden des Klerus scheint das kirchliche Vermögen (?) ungefährdet. Doch dem Kardinal ist eine attraktive Ausstrahlung des jungen Papstes in den Medien wichtiger als eine moderne (?) Reform der Kirche. Papst Anastasius verzweifelt angesichts der gottlosen Welt. (?) Er fühlt sich selbst von Gott allein gelassen. Da erscheint ein Privatbesuch: Dr. Eva Klein, erfolgreiche Unternehmerin, die Jugendliebe des Gabriel Schönkind — und Mutter seines Kindes! Gabriel wusste bisher nichts von der Existenz seiner Tochter Margarethe Klein. Sie lebt als Novizin in einem Kloster, aus tiefer Religiosität und Menschen-liebe will sie einen Orden gründen, der den Armen zhilft. Die Äbtissin hat das Ansinnen bereits abgelehnt, als eine Einladung für Margarethe in den Vatikan eintrifft. Auf einem Devotionalien-Markt in Rom zerreißt Eva Papstbildchen und zerschmettert Kitsch-Madonnen. Eva bietet Margarethe Geld an für eine karitative weltliche Organisation. Mit einmal taucht die Frage auf, wer Margarethes Vater ist. Der Papst empfängt die Novizin. Margarethe klagt ihm, dass sie nun ihren Vater, den sie als Kardinal vermutet, für einen gewissenlosen Teufel halten muss. Dem Papst erscheint seine Tochter als kleiner Engel. Der Pckholm ist Hardy Peterson als Reporter ganz dicht am Geschehen, den Wisapst beauftragt die Novizin Margarethe mit der Mission, auf der Feier zur Nobelpreis-verleihung den Forscher Dr. Heinrich Sand, der die „Weltformel" gefunden hat, zu einer Audienz in Rom einzuladen. Diese Weltformel soll auch beweisen, dass es Gott nicht gibt. Eva Klein hat Dr. Sands Forschung unterstützt. In Stosenschaftlern und den neuesten Erkenntnissen Dr. Sand fühlt trotz der Ehrung den Fluch des Geistes, einsam zu sein. Margarethe vermutet, ihre Mutter habe die Forschung zur Weltformel unterstützt, um der Kirche zu schaden. Eva verliert auch ihre Tochter an Gott. Der Nobelpreistag erfüllt alle mit sehr verschiedenen Gefühlen. Auf dem Ball begegnen sich Margarethe und Dr. Sand. Es kommt zum Skandal: Peterson filmt das Paar beim Kuss und macht eine Mediensensation daraus. Eine Katastrophe! Margarethe und Sand sind zur Liebe füreinander erwacht und finden sich noch in dieser Nacht. (Sofortbegattung als "Wert"? Im Zeitgeist wird die propagierte viehische Sofortbegattung gehuldigt >Filme etc.< und eine Pornografisierung der Gesellschaft, zeitdiagnostisches Stichwort, exhibitionistisch-voyeuristischer Komplex, psychoanalytisches Stichwort, vorangetrieben. > Auszug: Nobelpreisrede von Prof. Konrad Lorenz, 1973).
Patris, Conny Zenz Eva Klein - Mutter von Margarethe Klein, Dean Welterlen, Pabst Anastasius
Conny Zenz Eva Klein - Mutter von Margarethe Klein, Dean Welterlen, Pabst Anastasius
Deutsches Theater München, Foto: RST-Foto
Patris, Ulrich Popp Kurien Kardinal, Dean Welterlen, Pabst Anastasius
Ulrich Popp Kurien Kardinal, Dean Welterlen, Pabst Anastasius
Deutsches Theater München, Foto: RST-Foto
Patris, Ensemble - Kardinäle, zerbrochener Stab
Ensemble - Kardinäle, zerbrochener Stab, Deutsches Theater München, Foto: RST-Foto

Der Papst hat einen schrecklichen Albtraum. Margarethe und Sand werden heiraten. Kann man so eine Liebe (?) wegwerfen? Aber Gabriel warf einst die Liebe zu Eva so weg. Doch ein unsichtbares Band bleibt bestehen.
PAUSE

2.Akt
Die Kirche ist in einer weltweiten Krise. Der Papst betet verzweifelt. Jesus erscheint ihm, will seine Hilfe für ein Wunder, damit die Menschen zum Glauben zurück-kehren. Der Papst zeigt dem Wissenschaftler Dr. Spin die heiligste aller Reliquien. An der Dornenkrone haftet noch genetisches Material von Jesus. Kann Gottes Sohn daraus geklont werden? Seit Jahren arbeitet Margarethe als Ärztin in einem afrikanischen Krisengebiet. Das Elend ist unerträglich. Margarethe bricht mit einer Tropenkrankheit infiziert zusammen. Hardy Peterson ist von Margarethes aufopfernder Arbeit beeindruckt, hält sie für eine Heilige und entwickelt die Utopie

einer friedlichen Welt. Jesus im Disput mit Anastasius fordert das Wunder der  Wiedergeburt, um Luzifer zu besiegen. Margarethe ist sehr krank. Im Hospital wird sie unerkannt vom diabolischen Dr. Spin betreut. Als Dr. Sand den Papst besucht, bemerkt er Wahnvorstellungen bei Anastasius. Margarethe aber erwartet ein Kind, sie und Sand sind überglücklich.
Als Margarethe begreift, dass Sand nicht der Vater ihres Kindes sein kann und Anastasius ihr gesteht, sie werde die Mutter Gottes werden, trifft sie eine schwere Entscheidung. Die Medienmeute greift nach den Sensationsnachrichten von der Tochter des Papstes. Hardy Peterson verweigert sich mit Konsequenz. Margarethe stirbt nach einem Plädoyer für die Liebe. Die Dämonen brechen über Anastasius herein. In einer mitleidlosen Kirche (?), die keine Liebe (?) kennt, will er nicht mehr Papst sein. Jesus ist ihm zum Dämon (?) geworden. Der Glaube an ein Bild von Gott hat sich als Irrtum erwiesen. Der Kurien-kardinal handelt ... in Nomine Patris.?

(Originaltext der Produktion. Unsere Anmerkungen sind in Klammern)

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