Oper, Der Goldene Hahn
Prinz Afron,
Nanco de Vries - Prinz
Gwidon, Thomas Ebenstein
- Astrologe, Jochen Kowalski
Musikalische Leitung: Michail Jurowski, Inszenierung Andreas Homoki
Komische Oper,
Berlin, Foto: Monika Rittershaus, Berlin
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Oper,
Der Goldene Hahn
Zar Dodon, Carsten
Sabrowski - Prinz Afron, Nanco
de Vries - Prinz Gwidon, Thomas
Ebenstein Musikalische Leitung: Michail Jurowski, Inszenierung
Andreas Homoki
Komische Oper,
Berlin, Foto: Monika Rittershaus, Berlin
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OPER in 3 Akten.
Libretto Iwanowitsch Wladimir Bjelskij,
„Das Märchen vom Zaren Saltan“
nach Alexander Puschkins gleichnamiger Verserzählung (1834).
UA 3. Oktober 1909 in Moskau. Deutsche EA am 18. Juni 1923, in Berlin, (deutsch
von Heinrich Möller).
PERSONEN.
Zar Dodon (Baß) Zarewitsch Gwidon (Tenor) Zarewitsch Afron (Bariton)
General Polkan (Baß) Amelfa, Aufseherin (Alt) Der Astrologe (Kontra-tenor)
Zarin von Schemacha (Sopran)
Der Goldene Hahn (Sopran).
ORT UND ZEIT.
Rußland, in märchenhafter Zeit.
PROLOG
Der Astrologe tritt vor den Bühnenvorhang und stellt sich als Leiter
des Spiels vor. Er fordert das Publikum auf, das folgende märchenhafte,
vieldeutige Spiel selbst zu enträtseln.
1.Akt.
Das Reich des Zaren Dodon wird von Feinden bedroht. Er ist alt, müde
und träge geworden, die vielen Kämpfe gegen die Feinde seines Reiches
verlieren an Sinn. Er ruft den Rat der Bojaren mit seinen Söhnen ein,
doch niemand kann ihm einen Rat geben, wie er in Ruhe leben und gleichzeitig
sein Land schützen kann.
Der anwesende Astrologe überreicht Zar Do-don einen goldenen Hahn, der
ihn vor jedem feindlichen Angriff mit einem Ruf warnen werde. Über seinen
Lohn, der Zar stellt dem Astrologen einen Wunsch frei, will der Astrologe
nachdenken und ihn später fordern.
Zweimal kräht der Hahn und reißt Dodon aus seinen Träumen,
jedesmal sendet Dodon einen seiner Söhne in den Krieg. Er träumt
weiter und es erscheint ihm eine wunderschöne Frau, als der Hahn zum
drittenmal kräht, muß Dodon selbst in das Feld ziehen.
2.
Akt.
Auf dem Schlachtfeld haben sich die Heere der in Streit geratenen Zarensöhne
gegenseitig vernichtet, kein Feind ist in Sicht. Dodon klagt über den
Leichen seiner Söhne, Gwidon und Afron, als sein General ein Zelt in
der Ferne erkennt, in dem er Feinde vermutet. Doch beim näher kommen,
tritt die Zarin von Schemacha heraus und Dodon erblickt seine Traum-Frau.
Sie verkündet, dass sie sein Reich mit ihrem Liebreiz erobern werde,
trotzdem verfällt Dodon dieser schönen Frau, er bietet ihr seine
Hand, sein Reich an und führt sie auf sein Schloß
.
3. Akt.
Das Volk bejubelt den heimkehrenden Zaren mit seiner Braut, der Zarin von
Schemacha und den merkwürdigen Gestalten in ihrem Gefolge. Die Zeit ist
gekommen. Der Astrologe fordert lautstark, vor dem Zaren und seinem Volk,
seinen Lohn, die Königin von Schemacha. Wütend erschlägt Dodon
den dreisten Astro-logen mit seinem Zepter, worauf der goldene Hahn Dodon
zu Tode hackt. Von einem Don-nerhall wird das Wimmern des Volkes unterbro-chen,
die Zarin verschwindet heimlich mit dem goldenen Hahn. Das Volk weint um den
guten alten Zaren, es bleibt ratlos und ohne Führung, ein ohnmächtiges
Volk, das nicht weiß, wie es weiter existieren soll.
EPILOG
Der Astrologe erscheint noch einmal vor dem Bühnenvorhang und warnt davor,
das Spiel allzu ernst zu nehmen. Nur er und die Zarin von Schemacha sind wahres
Leben, die anderen Schemen und Schattengestalten sind Märchenfiguren.
Über
das Werk.
Zu einem schnellen Ende kam Rimskij-Korsakows Tätigkeit am Konservatorium,
durch sein Engagement für die revolutionären Studenten. Seine Märchenwelt,
die er in vielen seiner Opern geschaffen hatte, kam zum Zusammen-bruch. 1906/07,
in seiner letzten Oper, griff er nicht mehr auf Legendenüberlieferung,
oder Märchen zurück, sondern nahm Alexander Puschkins satirisches
Gleichniss von den Mächtigen dieser Welt, die sich durch ihre eigene
Begehrlichkeit zerstören, oder deren tyrannische Herrschaft, auch in
den Demokratien
(2005>siehe G.W.
Bush, USA / Israel)
die Völker ins Verderben stürzen, als Vorlage. Bjelskij faßte
den vieldeutigen, schwer zu enträtselnden Text („Eine unglaubliche
Geschich-te“), der sich durch die distanzierende Sicht der Rahmenhandlung
stark von den vorhergegangenen Opern unterscheidet, in ein Libretto. „Der
unerschöpflich reiche Inhalt des Märchens vom „Goldenen Hahn“
ist trotz seiner scheinbaren Einfachheit von einer eigenartigen Rätselhaftigkeit“
(W. Bjelskij). Nachdem Rimskij-Korsakow († 21. Juni 1908) der Aufforderung
der Zensurbehörde, drastische Streichungen vorzunehmen, nicht nachkam,
erlebte er die Uraufführung nicht mehr.
Uraufführung am 3. Oktober 1909, in Moskau. Die deutsche Erstaufführung
folgte 1923 in Berlin (deutsch von Heinrich
Möller).

Oper, Der Golde Hahn, Ausschnitt,
Königin von Schemacha, Valentina Farcas
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Oper, Der
Goldene Hahn, Königin von Schemacha, Valentina
Farcas - Zar Dodon, Carsten
Sabrowski
Musikalische Leitung: Michail Jurowski, Inszenierung Andreas Homoki -
Komische Oper, Berlin, Foto: Monika Rittershaus, Berlin

Oper, Der Goldene Hahn
Königin von Schemacha, Valentina Farcas
- Zar Dodon, Carsten Sabrowski
Musikalische Leitung: Michail Jurowski, Inszenierung Andreas Homoki
Komische
Oper, Berlin, Foto: Monika Rittershaus, Berlin

Carsten Sabrowski - Zar
Dodon
Komische
Oper, Berlin, Foto: Monika Rittershaus, Berlin
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