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Diese
Buch-Neuerscheinung 2007 ist, wie so viele, |
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Der Lebensweg>>>>
Auch die Zahl 7 war griechisches Erbe. Isidor von Sevilla griff sie auf;
er unterschied die Jahresspannen vom ersten bis zum siebten Jahr (infantia),
bis 14 Jahre (pueritia), von da bis 28 Jahre (adolescentia), danach bis
5o Jahre Ouventus), dann bis 7o Jahre (gravitas), über 70 Jahre (senectus)
und darüber hinaus senium, was soviel wie Senilität bedeutet. |
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Jacques
Le Goff |
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bedeutende
Vertreter der nouvelle histoire, Haupterbe und Fortsetzer der Annales-Schule,
ein intern. Fachmann für das andere Mittelalter. |
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oben
-Pieter Brueghel d. Ä. "Der Kampf zwischen Karneval und Fasten,
(1559) unten -Ausschnitt |
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| Auszüge | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Reich Gottes zu. Nach Augustinus wurde der Greis als neuer Mensch betrachtet, der sich auf das ewige Leben vorbereitete. Minne oder AffäreDer Historiker Irenee Marrou überlegte: »Haben die Liebenden, die von den Troubadouren besungen wurden, miteinander geschlafen?« Auch Georges Duby stellte sich diese Frage. Sie muß offenbleiben, denn die Beziehungen zwischen Körper und Liebe waren im Mittelalter keine Selbstverständlichkeit. Auf der einen Seite priesen die höfischen Romane die Liebe, auf der anderen wurde sie von der Kirche aufgeteilt und war strikt auf die Ehe beschränkt, die seit dem 11. Jahrhundert mit einer Zeremonie geschlossen wurde und reglementiert war. Aber die Literatur
schmückte zweifellos die Realität aus. Die ritterliche oder »höfische«
Liebe war sogar vielleicht eine Art, das völlige Fehlen von Sexualität
und Leidenschaftlichkeit zu bemänteln. Es war eine Epoche, die dem
freien Ausleben des Körpers und den Regungen des Herzens nicht so günstig
war, wie es die Romane und die Lieder ausmalten. Kriege und Kreuzzüge
ließen dem Liebesabenteuer nur wenig Raum, auch wenn sogar viele Kreuzfahrer
nach Jerusalem aufbrachen, um eine Frau zu nehmen, wie es der Chronist Fulcher
von Chartres bezeugt, angesichts der Ehelosigkeit, die durch das Bevölkerungs-wachstum
ausgelöst worden war. |
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Vorwort
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Bilderteppich
"Der Geruchssin" aus der Teppichserie "Die Dame mit dem Einhorn"
gefertigt für Jean Le Viste, Herrn von Arcy (Ende 15. Jh.) |
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>>>>>> Aber die Menschen sahen auch die Bilder von Maria, der Mutter Gottes und Erlöserin, mit ihrer sakralen Schönheit, die zur profanen weiblichen Schönheit in starkem Kontrast stand. Der Körper Marias wurde zwar weniger bewundert, aber ihr schönes Gesicht prägte sich ein. Diese beiden Frauengesichter mit je eigenen Schönheit wurden vor allem seit dem 13. Jahrhundert in der gotischen Kunst Leitbilder eines schönen Frauengesichts 7 Dieses Motiv von der Doppelnatur der Frau taucht auch im Gleichnis von den klugen und den törichten Jungfrauen auf (Mt 25,1-13): »Zehn Jungfrauen erwarten die Ankunft des Bräutigams. Als er schließlich eintrifft, haben fünf von ihnen ihre Lampe mit Öl gut versehen und angezündet; das sind die klugen. Fünf sind eingeschlafen und haben die Lampe verlöschen lassen. Das sind die törichten. Der Evangelist schließt mit den Worten: >So wachet nun, denn ihr wißt weder den Tag noch die Stunde» Dieses Motiv haben gotische Bildhauer verwendet, um das doppelte Gesicht der Frau zu schaffen und die Aufmerksamkeit auf ihre körperliche Anwesenheit und ihr Verhalten zu lenken. Das BadGenauso wie die Stadien im Mittelalter und damit jede sportliche Betätigung verschwanden, wurden die antiken Thermen nicht mehr genutzt, und es gab keine öffentlichen Bäder mehr. In seinem Buch Die Hexe bemerkt Michelet dazu: »1000 Jahre lang kein Bad!« Diese Behauptung trifft so nicht zu; die Menschen des Mittelalters haben gebadet, aber wir wissen recht wenig über die privaten und häuslichen Badegewohnheiten in dieser Epoche. Andererseits beobachten
wir, wie sich besonders in Italien ein regelrechter Kurbäderrummel
an den Thermalquellen entwickelte, und das offenbar nicht unter dem Einfluß
der aufkommenden öffentlichen Bäder in Byzanz oder im islamischen
Orient während des 7. Jahrhunderts unter den Omajjaden. Auch die
Abbasiden verbreiteten die öffentlichen Bäder im Maghreb und
im vorderen Orient und führten sie schließlich auf der Iberischen
Halbinsel ein, so daß man von einem »Bei¬spiel für
den muslimischen Universalismus« sprechen konnte. Das prominenteste Beispiel ist Pozzuoli nördlich von Neapel. Der Ruhm dieses Badeortes wurde im 13. Jahrhundert durch das allbekannte Gedicht De balneis Puteolaneis von Pietro d'Eboli noch erhöht; einige Handschriften des Gedichts sind reich illustriert. Der Körper im Bad konnte sehr beziehungsreich in einem Kontext vorgeführt werden, der an die Taufe denken ließ. Öffentliche Badeanstalten kamen aber auch in den meisten Städten der Christenheit, sogar in kleinen Orten auf: die Dampfbäder. Allerdings waren sie jetzt nicht mehr gesellschaftlicher Mittelpunkt und Treffpunkt wie die antiken Thermen, auch von Anfang an kein Ort für Verabre-dungen, Gespräche, gemeinsame Trinkgelage und Feste. Eine wohlbekannte unerfreuliche Nebenerscheinung der Dampfbäder war allerdings die Prostitution, die von der Kirche unerbittlich verfolgt wurde. Man hat gelegentlich versucht, den Unterschied zwischen dem Hammam der Muslime und den Dampfbädern der Christen mit einem unterschiedlichen Schamgefühl zu erklären, aber das hat nichts damit zu tun. Erst in der Renaissance verurteilten die Europäer den nackten Körper und zeigten ihn immer seltener in der Öffentlichkeit. Im Mittelalter dagegen schreckten die Menschen in den Bädern und im Bett nicht vor der Nacktheit zurück.
Eine Kultur der Gesten Vor dem 13- Jahrhundert, also bevor der städtische Handel und die Verwaltung sich überall ausbreiteten und die Entwicklung der Schriftdokumentation förderten, verließ sich die mittelalterliche Gesellschaft überwiegend auf mündliche Abmachungen und Verträge. Deshalb spielten die Körpergesten damals eine ganz besondere Rolle. Auch das Schreiben, eine Fertigkeit, die fast ausschließlich den Geistlichen vorbehalten blieb, war im Grunde eine mit der Hand ausgeführte, wichtige und angesehene Geste. Verträge und Eide waren von bestimmten Gesten bekleidet. Beim Ritual der Vasallenhuldigung legte der Vasall seine beiden Hände zwischen die Hände seines Lehnsherrn, und dieser umschloß sie mit seinen beiden Händen (immixtio manuum). Der anschließende Vasallenkuß (osculum) zeigte und symbolisierte, daß der Lehnsherr ihn in seine familia aufgenommen hatte. »Durch Mund und Hand« war er zum Vasallen geworden - auch das Gebet, der Segen, das Schwingen des Weihrauchfasses, das Sündenbekenntnis und zahlreiche andere Teile der Liturgie und allgemein der Religionsausübung wurden mit festgelegter Gestik ausgeführt.
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Buchmalerei
"Die Legende von den drei Lebenden und den drei Toten" (14,Jh.) |
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| Paulus
war von dem Glauben an das nahe Weltende getragen und steuerte einen weiteren
Stein zum antisexuellen Lehrgebäude bei: »Das sage ich aber,
liebe Brüder: Die Zeit ist kurz. Fortan sollen auch die, die Frauen
haben, sein, als hätten sie keine«, verkündet er im 1. Korintherbrief
(7,29). Der Begriff Unzucht taucht schon im Neuen Testament auf; von der Lüsternheit sprechen die Kirchenväter, und die Wollust schließlich faßt alle Sünden wider Gott im Kanon der »Todsünden« zusammen; er wurde zwischen dem 5. und dem 12. Jahrhundert etabliert und entwickelte sich allmählich zur Triade der heftigen Abneigung der Geistlichen gegen die Sexualität. Paulus hat wohl diesen umfassenden Rückschritt nicht konzipiert, aber Augustinus (354-430), Zeuge und Vermittler der neuen Sexualethik des Christentums am Ausgang der Spätantike, verlieh ihr die existentielle und geistige Legitimität. Der Verfasser der Bekenntnisse und des Gottesstaates war Konvertit; seine Lebensgeschichte ist sehr gut bekannt. Als Sohn der frommen Christin Monika und des Patricius ging der junge Aufsteiger als Präfekt nach Nordafrika, im 4. Jahrhundert n. Chr. römische Kolonie, und war in Thagaste und Karthago, der Stadt der Göttin Venus, als Rhetoriklehrer tätig. Nach Jahren der Ausschweifungen und unstetigem Leben hatte er ein mystisches Erlebnis, als er in Mailand >>>>> |
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Ende der
Auszüge |
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