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Sachbuch Portofrei |
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Vorwort Deutschland
in den letzten sechzig Jahren:
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| Auszüge | |||||||||||
Wie die Gegenwart die Zukunft bestimmtIch gehe aufmerksam durch einen großen Elektronikmarkt in Köln. Kaufen will ich nichts. Nur mal schauen! Neugier gehört zu meinem Beruf ich habe die »Lizenz zum Neugierigsein« und genieße es wie ein Privileg. Ist es nicht fantastisch, wie günstig man heute hochwertige Waren einkaufen kann? Da macht mir dieser Händler, der seit langem behauptet, dass Geiz geil sei, das Angebot, einen wertvollen Vollverstärker für 49 Euro zu bekommen. Und da: ein Stapel mit CD-Playern für 41 Euro. Ich kenne die Marke - nicht schlecht! Ich bin erstaunt und denke: So billig waren diese Geräte noch nie. Doch halt, das ist ja gar nicht der Preis, den man in
der Anzeige lesen kann, sondern nur die Monatsrate. Man kann die Geräte
kaufen, ohne Zinsen bezahlen zu müssen. Allerdings läuft dieser
zinslose Kredit über 60 Monate, also fünf Jahre. Und dann stellt
man plötzlich fest, dass der Vollverstärker 2940 Euro kostet
und der CD-Player 2460 Euro. Wissen wir, was in fünf Jahren sein wird? Halten die teuren Geräte so lange das, was sie heute versprechen? . . . . Bildung
nach unten offen — die PISA-Studien Beim ersten internationalen OECD-Vergleichstest der schulischen
Leistung von 15-Jährigen aus 32 Ländern, der im Dezember 2001
veröffentlichten PISA- Studie, schnitt Deutschland katastrophal ab.
Sowohl die Fähigkeit zu lesen und zu verstehen als auch die mathematischen
und naturwissenschaftlichen Fähigkeiten deutscher Schüler lagen
weit unter dem internationalen Durchschnitt. Daraufhin beschloss die Kultusministerkonferenz eine bessere Förderung sowohl von lernschwachen als auch von besonders begabten Schülern, eine bessere Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund sowie eine bessere Aus- und Weiterbildung der Lehrer. Zusätzlich sollte eine Qualitätskontrolle von Schule und Unterricht eingeführt werden, eine ergebnisorientierte Gestaltung des Unterrichts sowie ein altersgemäßes Lernen bereits im Kindergarten. Und schließlich sollte die Lernkultur verbessert werden. Schöne
Beschlüsse! Unverändert groß blieben die Unterschiede zwischen den besten und den schlechtesten Schülern, und auch der deutliche Zusammenhang zwischen schulischer Leistung und sozialer Herkunft war erhalten geblieben. 22 Prozent der Schüler wurden als so genannte »Risiko-schüler« identifiziert, die später große Probleme am Arbeitsmarkt haben dürften. 22 Prozent der Schüler - das hört sich noch harmlos an. Was aber, wenn daraus in einigen Jahren 22 Prozent der neuen Erwerbstätigen geworden sind? Mehr als ein Fünftel hat von Anbeginn der Berufstätigkeit Probleme, die dann ein Leben lang anhalten. Wie soll der Einzelne damit klarkommen? Und die Gesellschaft? Wo wir doch wissen, dass in Zukunft ungelernte Arbeitskräfte kaum noch gebraucht werden? Interessant auch, dass die Unzufriedenheit in Deutschland sowohl bei den Lehrkräften als auch bei den Schülern größer war als in anderen Ländern. Deutsche Lehrer und Lehrerinnen klagten besonders häufig über die schlechte Arbeitshaltung ihrer Schüler. Die deutschen Schüler beschwerten sich besonders häufig über mangelnde Zuwendung der Lehrer. Auch hier also eine Spaltung, die weit von den pädagogischen Idealen entfernt ist. Die nationale PISA-Studie, die 2005 veröffentlicht
wurde, ergab, dass die Schüler in Bayern am besten waren, gefolgt
von denen in Sachsen und Baden- Württemberg. Ein weiteres Ergebnis
war, dass die Chance, ein Gymnasium zu besuchen, bei gleichen Kenntnissen
für ein Kind von Akademikern vier Mal höher war als für
ein Kind von Facharbeitern. Bildung
gibt es nicht zum Nulltarif Der im Jahr 2005 veröffentlichte Bildungsreport sieht erkennbare Fortschritte im deutschen Bildungssystem. Allerdings konnten die seit den achtziger und neunziger Jahren bestehenden Rückstände im internationalen Vergleich nicht aufgeholt werden. Im Jahr 2002 wurden in Deutschland nur 9,8 Prozent der gesamten öffentlichen Ausgaben in Bildung gesteckt, während es im OECD-Durchschnitt 12,9 Prozent waren. Die höchsten Investitionen in Bildung gab es in Mexiko mit 23,9 Prozent der gesamten öffentlichen Ausgaben, in Südkorea mit 17,0 Prozent, in Norwegen mit 16,1 Prozent, in Dänemark mit 15,3 Prozent und in den USA mit 15,2 Prozent. Und
wie steht es mit der Verteilung des Geldes? So lag die jährliche
Unterrichtszeit eines sieben- bis achtjährigen Schülers in Deutschland
mit 625 Stunden um mehr als 160 Stunden unter dem OECD- Durchschnitt. Und
nur 35 Prozent eines Jahrgangs erreichten 2003 in Deutschland das Abitur oder
die Fachhochschulreife (OECD: 56 Prozent). In Finnland lag die Studienanfängerquote
bei 71 Prozent, in Polen bei 70 Prozent und in den USA bei 64 Prozent. Selbst wenn es sofort radikale Änderungen im deutschen Bildungssystem gäbe - die Fehler sind gemacht. Sie wirken fort, und zwar noch etwa 30 bis 40 Jahre. Eine erschreckend große Zahl deutscher Arbeitnehmer wird im Durchschnitt weniger können als die Arbeitnehmer in anderen Ländern. Schon
heute sind die Versorgungsprobleme Die großen Weltmetropolen
werden die Spaltung zwischen Arm und Reich noch weiter vertiefen. Ländliche
Gebiete werden menschenleer und wahrscheinlich noch ärmer werden als
heute, während in den großen Städten die Kluft zwischen den
im Luxus lebenden Reichen und den vielen Armen, die der Oberschicht zuarbeiten
müssen, noch wächst. Auf der einen Seite stehen dann extrem hochwertige und teure Produkte und auf der anderen Seite massenhaft Billigwaren, die bis in die letzten Winkel der Welt transportiert werden müssen. Davon profitieren die so genannten Logistikdienstleister, die ebenfalls überproportionales Wachstum aufweisen werden. |
Der Klimawandel bedroht die WeltwirtschaftIm Oktober 2006 legte die britische Regierung einen Bericht über die wirtschaftlichen Auswirkungen des Klimawandels vor. Das Ungewöhn-liche daran war, dass es diesmal kein Klimaforscher war, der sich darum bemühte, seine Zukunftsprognosen plausibel zu begründen, sondern es war der ehemalige Chefvolkswirt der Weltbank Sir Nicholas Stern, der auf 700 Seiten penibel vorrechnete, welche Kosten und Folgekosten auf die Menschen zukommen, wenn sie den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) nicht stoppen, sondern alles so weiter laufen lassen wie bisher. Wird der bisherige Weg fortgesetzt, erhöht sich der CO2-Ausstoß bis 2030 gegenüber heute um die Hälfte und verdoppelt sich bis zum Jahr 2050. Die Folgen wären eine Erderwärmung, die durch Dürren und Überflutungen bis zu einer Milliarde Menschen aus ihrer Heimat vertreiben würde. Die dadurch entstehenden Schäden würden die Weltwirtschaft um 7000 Milliarden Dollar schrumpfen lassen. Und das bedeutet, dass auch der persönliche Konsum in den Industrieländern um 5 bis 20 Prozent zurückgehen könnte. Jede Tonne CO2, die in die Atmosphäre geblasen wird, verursacht Schäden in Höhe von 85 Dollar. Die Kosten für die Vermeidung dieser Emission liegen aber nur bei 25 Dollar je Tonne CO2. Langfristig gesehen, ist es also billiger, nicht so weiterzumachen wie bisher. Der Einstieg in die Niedrig-Kohlendioxid-Wirtschaft würde lediglich 1 Prozent des Welt-sozialproduktes kosten und wäre gleichzeitig ein gigantisches Konjunk-turprogramm. Der weltweite Markt für CO2-arme Techniken könnte bis 2050 einen Wert von 500 Milliarden Dollar erreichen. Gehen wir einmal davon
aus, dass Wirtschaft und Politik vernünftige Wege beschreiten, die Probleme
ernst nehmen und Gegenmaßnahmen ergreifen. Alles andere führte
zu Horrorszenarien, die so lange niemand würde wahrhaben wollen, bis
sie Wirklichkeit geworden sind. Wasser-mangel auf der einen Seite und verheerende
Überschwemmungen auf der anderen wären die Folgen für die hoch
entwickelten Länder der nördlichen Halbkugel. Verheerende Wirbelstürme
würden Schäden ungeahnten Ausmaßes anrichten und Hitzewellen,
wie wir sie im Jahr 2003 erlebten, Tausende von Todesopfern fordern und die
Landwirtschaft nachhaltig beeinträchtigen. Ohne
Rücksicht auf Verluste — Dabei spielte die zunehmende
Verlagerung von Fertigungsprozessen aus Westeuropa nach Ostasien eine ganz
wesentliche Rolle. Auch wenn Deutschland zurzeit noch - wie man so sagt -
Exportweltmeister ist, ein Viertel des gesamten Welthandels wird inzwischen
schon im pazifisch-asiatischen Raum abgewickelt. Immerhin liegen inzwischen
sechs der zehn größten Containerhäfen am Stillen Ozean. Die
Schiffe werden immer größer und fahren immer öfter. Der Wirtschaftsbau profitiert
auf jeden Fall davon, dass die deutsche Wirtschaft nach Jahren der Zurückhaltung
erstmals wieder in die Erweiterung ihrer Kapazitäten investiert. Diese
Entwicklung ist vor allem im Bereich der Logistik zu beobachten, die sich
immer mehr zu einer Drehscheibe des Warenumschlags im Zentrum Europas entwickelt.
So errichten zum Beispiel die Hafenbetreiber in großem Stil neue Terminals,
oder es werden neue Lagerplätze für Container gebaut. In einigen
Jahren erwartet der Hauptverband der deutschen Bauindustrie auch eine Belebung
im Bereich von Büroneubauten. Im öffentlichen Bau beobachtet man
einen Anstieg der Investitionen des Bundes in die Verkehrsinfrastruktur. Beim
Wohnungsbau wird sich wohl auch in Zukunft nichts tun. Die
globalen Kraftzentren der Weltwirtschaft Sie alle werden dort
leben wollen, wo sie das finden, was für sie Lebensqualität bedeutet:
Gleichgesinnte, Kunst und Kultur, optimale Arbeitsbedingungen und natürlich
die Chance, viel Geld zu verdienen, denn das Leben an diesen Orten ist teuer.
Wie wichtig diese Kreativen für die Wirtschaft sind, zeigen amerikanische
Untersuchungen. Nur 30 Prozent der Beschäftigten sind für 47 Prozent
der gesamten US- Wertschöpfung verantwortlich. Weltweit werden bereits
80 Prozent des Bruttoinlandsproduktes allein in den Städten und Ballungsräumen
erwirtschaftet. Es sind nicht mehr die Nationen, die sich wirtschaftliche
Erfolge zurechnen können, sondern einzelne Regionen
Nach meinem Wissen hat
dieses Boiled-Frog-Experiment in Wirklichkeit nie stattgefunden, sondern ist
nur eine gut erzählte Geschichte, deren Botschaft sofort einleuchtet. Ende der Auszüge |
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Deutschland
Wirtschafts-Wunderland ist abgebrannt, Germany burn out, bessere Zeiten,
Musical-Operette:
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