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Romy
Schneider |
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AUSVERKAUFT |
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Romy Schneider
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| Auszüge | |||||||||||||||
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Ich verleihe mich zum Träumen
Alles Tun und Sein ist zugleich Darstellung. Was wahrge-nommen werden soll, muß sich offenbaren. Insofern ist auch jede Betrachtung eine Selbstbetrachtung. Die Bruchstücke, die diese Ausstellung zu Bildern zusammenfügt, die Persön-lichkeit und Leben Romy Schneiders veranschaulichen wollen, sind kein Stoff, der einfach konsumiert werden soll. Ich sehe sie als sinnliche und emotionale Berührungspunkte zwischen der durch Romy repräsentierten Vergangenheit und der Vergangenheit und Gegenwart des Betrachters. Wenn dieser zum Beispiel einen total dunklen Raum betritt und ein auf ihn gerichtetes Blitzlichtgewitter auch körperlich spürt, während Romys Stimme »Nicht fotografieren!» schreit, wird er begreifen, was es bedeutet, ein Star zu sein. Er wird sich emotional von dem Menschen berühren lassen, der Romy Schneider heißt, und erahnen, was solche faustischen Kontrakte Leib und Seele antun. Romy Schneider ist aus Filmen und Illustrierten in der kollektiven Erinnerung immer noch präsent, aber durch den zeitlichen Abstand und die von ihr ausgehende Aura zugleich in die Ferne gerückt. Sie ist für mich wie ein unsichtbares Gesicht mit der Deutlichkeit einer Halluzination.
Ein Mythos entsteht immer vor einem zeitgeschichtlichen Hintergrund und ist bedingt durch diesen. Die Frauen, die gegen Ende des Millenniums zum Mythos wurden, Marilyn, Monroe, Romy Schneider und Lady Di, haben zeittypische |
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Gemeinsamkeiten. Sie sind jung gestorben. Ihr Leben spielt sich hilflos naiv in er Öffentlichkeit ab und sie haben nie die richtigen Lebenspartner gefunden. Sie waren nicht in der Lage, ihre Publicity und ihr öffentlich gewordenes Privatleben professionell zu Inszenieren, sondern haben darunter gelitten, daß sie von den Medien instrumentalisiert wurden. All das macht sie zu identifikationsfähigen Figuren. In dieser unsinnlichen Leistungsgesellchaft werden Gefühle solange unterdrückt, bis sie herausplatzen. Die Folgen sind diffuse Vereinsamung und Kommunika-tionslosigkeit, denn Gefühle lassen sich nicht wegrationalisieren. Sie heften sich an Menschen, die in ihrem Status hoch über uns stehen, an Königinnen oder Schauspielerinnen, die von Ruhm und Luxus umgeben sind, wie wir in unseren Träumen gerne sein möchten. Da wir so aber nie sein werden, trösten wir uns damit, daß sie in ihren Leiden »jemand wie wir« sind. »Ich verleihe mich zum
Träumen«, ein Satz des Literaturnobelpreisträgers Garcia
Márquez, habe ich ganz bewußt der Ausstellung als Untertitel
gegeben.
Damit sind wir auch mitten in der Zeitgeschichte Erst 15 Jahre war Romy, als sie von der Traumfabrik vereinnahmt wurde. |
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Romy
Schneider Romy
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