Psychologie

Klett-Cotta Verlag
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Kalte Herzen, Psychologie, wie der Mensch einsam und gefühlsarm durch die Medien wird
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KALTE HERZEN
Wie das Fernsehen
unseren Charakter formt


»Man wird dem neuen Menschentypus nicht gerecht ohne das Bewußtsein davon, was ihm unablässig, bis in die geheimsten Innervationen hinein, von den Dingen der Umwelt widerfährt.«
ADORNO, 1951, S. 59

Die Gefühlswelt des Individuums dieser Gesellschaft
ist gekennzeichnet durch andauerndes Verlangen nach Aufregung, Oberflächlichkeit und theatralischer Inszenierung, in der Gefühle lediglich dargestellt,
aber nicht wirklich empfunden werden.

Autor, Professor Peter Winterhoff-Spurk

Eine Welt aus Schablone und Sensation, »das gute alte Noch-nie- dagewesene» hat Günther Anders (1961, S. 167) dies einmal genannt. Für die Sender sind sie darüber hinaus eine Maschine zum Gelddrucken: Kosten von rund 5.000,— Euro pro Sendeminuten stehen Werbeeinnahmen von über 50.000,— Euro pro Werbeminute gegenüber, hinzu kommen Einnahmen aus dem Verkauf von CDs, Büchern, Videos, T-Shirts und dergleichen mehr
(Nieland & Göttlich, 1998).

b) Information:
Dazu zählen vor allem Nachrichten und
Nachrichten- bzw. Boulevardmagazine.

Was sind deren Inhalte?
Bei der Beantwortung dieser Frage ist ein Blick auf die sogenannten Nachrichtenwertfaktoren hilfreich.
Diese Faktoren beschreiben die Merkmale, die ein Ereignis haben muß, damit es im TV zur Nachricht erhoben wird. Je größer dieser Wert ist, um so größer ist auch die Wahrscheinlichkeit dafür, daß über das entsprechende Ereignis berichtet wird. Und er ist um so größer, n je mächtiger, einflußreicher, prominenter die beteiligten Nationen, Institutionen oder Akteure sind,je mehr offene Konflikte oder Gewalt vorkommen,
je kontroverser das Ereignis oder Thema ist,
je stärker allgemein akzeptierte Werte oder Rechte bedroht sind,
je ausgeprägter der Erfolg des Ereignisses ist,
je größer die Tragweite des Ereignisses ist,
je mehr das Ereignis persönliche Lebensumstände einzelner berührt,
je näher das Ereignis in geographischer, politischer oder kultureller Hinsicht ist,
je stärker Angehörige der eigenen Nation davon betroffen sind,
je mehr emotionale Aspekte das Geschehen hat,
je stärker die Nähe des Ereignisses zu den wichtigsten Themen der Zeit ist,
je eindeutiger der Ereignisablauf ist,
je mehr das Ereignis vorherigen Erwartungen oder der Erscheinungsperiodik der Medien entspricht,
je ungewisser der Ereignisablauf ist und
je überraschender das Ereignis verläuft (Schulz, 1997, S. 70ff.)
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Die Fernseh Botschaften
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Faßt man die vorliegenden Befunde für das Genre Information zusammen, so finden sich folgende Tendenzen: Zunächst einmal bläht die Zuordnung von Infotainment-Sendungen zur Kategorie Information diese nicht unerheblich auf. Es entsteht der Eindruck, die Zuschauer würden das Medium in einem durchaus beachtlichen Umfang zur Information nutzen, obwohl politische Inhalte kaum noch, Verbrechen und Unglücksfälle dafür um so häufiger gezeigt werden. Wenn aber Politik in den Nachrichten und den politischen Informationssendungen des Fernsehens dargestellt wird, so geschieht dies zunehmend personenzentriert, emotionalisiert und vor allem konfliktbetont. Diese Tendenz findet sich am deutlichsten in der allgemeinen Zunahme gewalthaltiger Beiträge wieder. Bei den Privaten gibt es nicht nur mehr Gewalt als bei den Öffentlich-Rechtlichen, sie wird auch extensiver und grausamer präsentiert. Formal werden alle Informationen schneller und mit größerer Variation in den Einstellungen gezeigt, die Redebeiträge in Interviews werden kürzer, und es kommt zunehmend Musik zum Einsatz

c) Unterhaltung:
Zu dieser Sparte zählen
Shows,
Talksendungen und
Musiksendungen.
Was wird dort gezeigt?
Zunächst zu den Shows. Da gibt es Spielshows, Beziehungsshows und seit neuem Shows zur Auswahl von zukünftigen Showstars. In den Spiel-Shows steht die Lösung von Aufgaben oder die Beantwortung von Wissensfragen im Mittelpunkt. Die Sendungen werden entweder durch ungewöhnliche Spiele und Aufgaben oder durch bedeutende Gewinne spannend gemacht. In den Beziehungsshows werden reale Konflikte der Teilnehmer thematisiert, ihre Spannung erhalten diese Shows aus dem Versuch, die Konflikte im Rahmen einer Sendung zu lösen. In den letzten Jahren in Mode gekommen sind Sendungen, in denen Showstars gesucht (und gemacht) werden. Entweder das Publikum oder eine Jury müssen eine Tanz- und/oder Gesangsdarbietung einer großen Zahl von Bewerbern bewerten und in einer Abfolge von Präsentationen und Selektionen einen Besten ermitteln, der dann einen Plattenvertrag oder dergleichen erhält.
Auch die tägliche Talkshow hat viele Erscheinungsformen: In den Affekt-Talks stellen immer gleiche Moderatoren meist völlig unbekannte Menschen vor, die eine ungewöhnliche, ja bizarre Erfahrung gemacht haben oder eine entsprechende Eigenschaft aufweisen. Die Themen reichen von Partnerschaftsproblemen über Sexualität, Körper, Schönheit und Mode zu gesellschaftlichen Problemen, Eltern-Kind-Beziehungen, Familie und Beruf. Aufs ganze gesehen liegt der Schwerpunkt allerdings bei den persönlichen Beziehungen — Familie, Ehe, Partnerschaft —, Politik wird immer seltener, Kultur und Wissenschaft nur bei den öffentlich-rechtlichen Sendern behandelt (vgl. dazu Krüger, 2002; Paus-Haase et al., 1999).

Die Sendungen werden oft mit sehr intimen Geständnissen der eingeladenen Gäste eingeleitet In den abendlichen Talkshows werden häufig auch politische und gesellschaftliche Fragen diskutiert. Personality-Shows sind Gespräche eines Moderators mit einem oder mehreren Prominenten über deren berufliches und privates Leben. Die Sendungen tragen meistens auch den Namen des Moderators, dessen Funktion darin besteht, sowohl das Gespräch mit und unter ihren Gästen wie auch den Dialog zwischen diesen und dem Publikum anzuregen und zu emotionalisieren. Die so inszenierten Emotionen können — je nach Zielpublikum — >>>>>>>>>>>>


d) Sport:
Zum Sport zählen alle auf sportliche Aktivitäten bezogenen Informationen in Nachrichten und Magazinen wie die Übertragungen sportlicher Ereignisse. Am häufigsten kommen Reportagen vor, gefolgt von Übertragungen und Magazinen. Rund 10 % der Gesamtsendezeit aller Sender in Deutschland entfallen auf diese Kategorie, der Löwenanteil entfällt freilich auf die privaten Sportkanäle (Rühle, 2000). Dabei findet sich auf allen Kanälen eine Konzentration auf den Hochleistungssport, allen voran Fußball, Motorsport, Leichtathletik, Wintersport und Tennis.

Die Berichterstattung ist ereignis- und ergebnisorientiert, vor allem die Akteure der eigenen Nationalität, ihre Leistungen und Emotionen stehen im Mittelpunkt der Sendungen. Es sind überwiegend Männer, bei denen Kraft, Technik und Leistungswille gezeigt wird. Insgesamt ist eine Dramatisierung der Berichterstattung durch den zunehmenden Einsatz formaler Mittel wie kürzere Einstellungen, Großaufnahmen, Zeitlupen sowie Konzentration auf emotionsauslösende Situationen (Fouls, Unfälle) und Hauptpersonen, aber auch durch dramatisierende Kommentierungen festzustellen. Dies führt häufig dazu, daß in den Kommentierungen Siege übermäßig euphorisch, Niederlagen (vor-)schnell als Krisen diskutiert werden. Das Umfeld sportlicher Großereignisse bekommt mehr und mehr Unterhaltungscharakter (Ohlert, 2001; Gleich, 2000).

Eine Besonderheit stellen die amerikanischen Wrestlingprogramme dar, bei denen professionelle Catcher inszenierte Wettkämpfe innerhalb und außerhalb des Rings austragen. Inhaltsanalysen dieser Programme zeigen nicht nur ein sehr hohes Maß an Gewalt, die Sendungen bestehen ja eigentlich aus nichts anderem. Bedenklich ist vielmehr, daß hier alle 36 Sekunden eine Regelübertretung gezeigt wird, bei der nicht nur der Gegner, sondern auch der Schiedsrichter oder Zuschauer aggressiv angegangen werden (Woo & Kim, 2003).

e) Werbung:
Zur Werbung zählen Insel- und Blockwerbung, Teleshopping und Gameshows mit Werbung, ihre Entwicklung kann so zusammengefaßt werden: »Werbung scheint in den neunziger Jahren durch die Überreizung aller Tendenzen von schrillem Humor bis lässiger Coolness, von Schockwerbung und Ästhetisierung bis zum Szenemarketing strategisch, semiotisch und narrativ erschöpft. Auch wenn (oder gerade weil) heute fast schon jedes Ereignis — von den Olympischen Spielen bis zum Streetball-Turnier — als Werbeinszenierung erscheint, müssen die Reize immer drastischer werden, soll noch Aufmerksamkeit für Produkte, Leistungen, Personen und Botschaften geweckt werden«
(Schmidt, 1999, S. 533).
Bei aller Unterschiedlichkeit der Genres findet sich doch von der täglichen Seifenoper über die klassische Nachrichtensendung bis zur Fußballreportage ein deutlicher Trend, der sich in zwei Worten zusammenfassen läßt:
Fernsehen heute ist Personalisierung und Emotionalisierung.

Personalisierung
heißt, daß, wo immer es möglich ist, Personen und Einzelschicksale in den Vordergrund einer Sendung gestellt werden. In den Seifenopern und Serien verfolgt der Zuschauer das alltägliche Leben der Protagonisten über einen längeren Zeitraum, in den Politik- und Informationssendungen wird ihm Politik als das Handeln prominenter Akteure vorgestellt, in den Shows und Musiksendungen agieren vertraute und bekannte Moderatoren mit anderen vertrauten und bekannten Prominenten und mit alltäglichen Glückskindern, die den Auftritt vor der Kamera erreicht haben, in den Sportsendungen werden ihm wieder unter der Anleitung bekannter Moderatoren erfolgreiche oder tragische Helden vorgeführt, in der Werbung treten ihm erneut allerlei Prominente oder (scheinbar) alltägliche Durchschnittsfiguren gegenüber. Personalisierung konkretisiert sich also in drei Personengruppen: Stars, Moderatoren und Menschen »wie du und ich«.
Emotionalisierung meint, daß das Medium bevorzugt konflikt-, gewalt- und actionhaltige Sequenzen zeigt, Schockeffekte und Tabubrüche vorführt, spektakuläre Bilder verwendet, die Emotionen der jeweiligen Akteure evoziert und sie in Großaufnahme zeigt. Zudem werden in allen Genres zunehmend kürzere Einstellungen und Redebeiträge, schnelle Kamerafahrten und subjektive Kamera, ungewöhnliche Perspektiven und Trickeffekte verwendet, dazu Geräusche und Musik auch in bisher musikfernen Genres eingesetzt.

So ganz verwunderlich ist das alles eigentlich nicht, hat doch der amerikanische Fernsehkritiker Jerry Mander die Gesetzmäßigkeiten des TV schon 1978 so beschrieben (Mander 1978, dt. 1979, S. 274f.):

»Krieg ist fernsehgerechter als Frieden ... Gewalt ist fernsehgerechter als Gewaltlosigkeit ... Oberflächlichkeit ist einfacher als Tiefe ... Kurze Themen mit einem klaren Anfang und Ende lassen sich leichter übermitteln als ausgedehnte und vielschichtige Informationen. Das Ergebnis ist einfacher als der Prozeß ... Gefühle des Konflikts und ihre Verkörperung in Handlungen eignen sich besser für das Fernsehen als Gefühle der Übereinstimmung und ihre Verkörperung in Ruhe und Einigkeit ... Lust ist fernsehgerechter als Zufriedenheit. Aufwallende Leidenschaft und Angst sind besser als Ruhe und Gelassenheit ... Eifersucht ist besser als Toleranz ... Konkurrenzverhalten ist seinem Wesen nach fernsehgerechter als Zusammenarbeit ... Materialismus, Habsucht und Ehrgeiz ... machen sich besser als Spiritualität, Zufriedenheit mit dem, was man hat, Offenheit und Nachgiebigkeit ... Handeln ist leichter zu übertragen als Sein. Aktivität wird der Inaktivität auf jedem Fall vorgezogen ... Das Laute eignet sich besser ... als das Leise. Das Nahe besser als das Ferne. Das Große besser als das Kleine ... Das Einfache ist leichter zu handhaben als das Komplexe ... Das Ausgefallene erhält im Fernsehen immer mehr Aufmerksamkeit als das Gewöhnliche ... Der Gefühlsausdruck ist besser als das Gefühl selbst, und daher ist Weinen besseres Fernsehen als Traurigkeit ...
Der Tod ist leichter als das Leben.«
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Die unstillbare Sehnsucht nach Stabilität

Etwa 40 bis 50% aller Wähler in Deutschland haben keine Parteienbindung mehr, sie entscheiden von Wahl zu Wahl neu, ob sie überhaupt zur Wahl gehen und wen sie wählen. Der Anteil der Wechselwähler steigt im längerfristigen Trend (Schulz, 1997).
Nach einer Umfrage des Gallup-Instituts aus dem Jahr 2003 haben 18% der deutschen Arbeitnehmer keine und 70% nur eine geringe emotionale Bindung an ihren Arbeitsplatz, diese Tendenz nimmt in den letzten drei Jahren zu (Pressemeldung des Gallup-Instituts vom 29. 10. 2003).
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden im Jahr
1991= 136.317 Ehen geschieden, im Jahr 2002 waren es 204.210. Für die Zukunft ist damit zu rechnen, daß mehr als ein Drittel aller Ehen wieder getrennt wird (Emmerling, 2003).

Was haben diese drei Sachverhalte miteinander und mit dem Thema dieses Buches zu tun?
Das Thema dieses Kapitels ist die Frage nach Auswirkungen, die die allmähliche Diffusion des histrionischen Sozialcharakters in die Gesellschaft für die Gesellschaft hat. Gesellschaft realisiert sich für den Einzelnen vor allem in seinen sozialen Beziehungen, seien es reale oder parasoziale. Also ist zu fragen: Wie verhält sich der Histrio eigentlich gegenüber seinen Mitmenschen? Die Antwort suchen wir in drei Bereichen, nämlich
• im Wahl-,
• im Arbeits- und
• im Bindungsverhalten.
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Insofern ist die Hypothese, Narzißmus sei das Hauptmotiv für die Berufswahl von Politikern, schon plausibler als der alleinige Verweis auf das Machtmotiv. Aber reicht diese Persönlichkeitsstruktur als Erklärung aus? Die Antwort kann auch hier nur sein: Ein überdurchschnittliches Maß an Narzißmus ist zwar ganz sicher notwendig, unter den Bedingungen der Mediengesellschaft ist es, zumindest beim Kampf um Spitzenpositionen, aber allein nicht hinreichend. Nötig ist vielmehr auch ein überdurchschnittliches Maß an Begabung zum öffentlichen Auftritt, zur gekonnten Selbstinszenierung. »Wer Bürgermeister oder Ministerpräsident werden will, der macht Persönlichkeitsveränderungen durch. Er muß lächeln, auch wenn ihm nicht danach zumute ist. Er muß freundlich interessiert schauen, auch wenn er eigentlich explodieren will. Er muß sich bei >Mainz wie es singt und lacht( einen Hut aufsetzen lassen, und manchmal muß er auch bei Rudi Carrell in Quizsendungen Fahrrad fahren«, so beschreibt es der Altpolitiker Peter Glotz (1989, S. 6) anschaulich.

Nein, weder der reine Machtmensch noch der reine Narzißt ist der ideale Kandidat für politische Spitzenämter in der Mediengesellschaft. Der Kandidat muß noch mehr aufzuweisen haben: Dramatisierung der eigenen Person, theatralisches Verhalten, übertriebener Ausdruck von Gefühlen, andauerndes Verlangen nach Aufregung, Anerkennung durch andere, Aktivitäten, bei denen die betreffende Person im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht, oberflächliche und labile Affektivität, übermäßiges Interesse an körperlicher Attraktivität, eine Tendenz zu aggressivem Verhalten, Eigensinn und egozentrisches Verhalten — wir treffen auf einen alten Bekannten. Es ist der Histrio.

Erst die These vom histrionischen Sozialcharakter vermag eine befriedigende Antwort auf die eingangs gestellte Frage zu geben: Untersuchungen zeigen, daß insbesondere bei unpolitischen Wählern ohne Parteibindung das Image eines Kandidaten einen erheblichen Einfluß auf die Wahlentscheidung hat. Und das Image besteht aus den drei Aspekten: professionelle Kompetenz, Charaktereigenschaften und Auftreten. Der Spitzenkandidat muß also zeigen, daß er politische Situationen richtig einschätzen und Probleme lösen kann. Er muß persönliche Integrität, Vertrauenswürdigkeit und Glaubwürdigkeit ausstrahlen. Vor allem aber muß er gut aussehen, telegen sein und Charisma haben. Das stellt er dadurch her, daß er in Talkshows hauptsächlich über sich selbst spricht (Bußkamp, 2002). Starruhm genießen demzufolge Politiker, denen vom Publikum die Eigenschaften »ist ein Fernsehprofi«, »ist unterhaltsam«, »ist originell«, eist schlagfertig«, »ist ein Schlitzohr«, »könnte eine Talk-show leiten«, »ist witzig«, »ist ein Siegertyp« zugeschrieben werden (Peters, 1996).

Man kann inzwischen nachgerade von einem medialen Persönlichkeitskult sprechen. Mindestens aber sind moderne Politstars Paradebeispiele für den histrionischen Sozialcharakters der Gegenwart.
Leider ist es mit dieser Diagnose nicht getan, denn mindestens eine — für das Funktionieren der demokratischen Gesellschaft lebenswichtige Frage ist noch zu beantworten:

Wie kann es sein, daß die Mehrheit der Bevölkerung mit der Inszenierung von Politik als theatralischem Spektakel ganz zufrieden ist?

Da gibt es zunächst eine simple sozialpsychologische Gesetzmäßigkeit, die »fundamental attribution error« genannt wird (vgl. etwa Aronson et al., 1999, S. 127f.). Damit ist die allen Menschen eigene Tendenz gemeint, das beobachtbare Verhalten anderer Menschen auf deren Persönlichkeit und nicht auf situative Ursachen oder Zwänge zurückzuführen. Ein Autofahrer, der uns durch Langsamfahren behindert, kann nicht fahren, ist ein Anfänger oder gar ein Idiot. Daß sein Auto möglicherweise einen Defekt hat, daß die Straße rutschig ist oder daß vor ihm ein Radfahrer fährt, ziehen wir nur selten in Erwägung. Dieser Effekt tritt besonders dann auf, wenn man lediglich Beobachter des Verhaltens anderer Menschen ist: So wird das von uns ja immer nur beobachtete Verhalten der anderen eher mit deren Persönlichkeit, das eigene hingegen eher aus der Situation heraus erklärt. Eine der Ursachen für diese Tendenz liegt darin, daß man die von einer Situation ausgehenden Einflüsse nicht so leicht sehen kann. Der fernsehende Mensch ist aber immer in der Position des Beobachters, insofern neigt er auch bei der Berichterstattung über politische Fragen zur personenbezogenen Interpretation: Politische Probleme und Erfolge werden demnach Akteuren und nicht Situationen zugeschrieben (vgl. dazu Preiser, 1989).

Die Medien fördern diese Tendenz — wie oben dargelegt — durch eine personenbezogene politische Berichterstattung.
Personenbezogene Politikdarstellung und eine entsprechende Zuschreibung von Verantwortung ist eine Sache,
>>>
Ende der Teil-Textauszüge.

Peter Winterhoff-Spurk
ist Professor für Psychologie und Leiter der Arbeitseinheit für Medien- und Organisationspsychologie an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken. Er gehört zu den führenden Repräsentanten psychologischer Medienforschung in Deutschland mit einem wachen Interesse an pädagogischen Medienpraxis.


Liebe Leser,
sie lesen bei uns nur kurze Auszüge, aber wir empfehlen das Buch, damit Sie die Missstände der Gesellschaft klarer erkennen und aktiv werden, zum Schutz unsere Kinder und Jugendlichen, aber bitte realitätsbewußt, die Ursachen wahrnehmen.
Weitere Denkanstöße: "Ja zum Leben! Aber wie?"

Vorwort - Eine Warnung

Bevor Sie sich auf die Reise in das Innere des nachfolgenden Textes begeben, möchte ich Sie warnen: Dieses Buch will Ihre Haltung zum Fernsehen verändern!
Erwarten Sie also kein medienwissenschaftliches Buch im herkömmlichen Sinne. In wissenschaftlichen Texten ist es aus guten Gründen üblich, die jeweils aktuellen Befunde und Theorien in ihren Schwächen und Stärken gründlich zu diskutieren und auf ihre begrenzte Geltung hinzuweisen. Diese chronische Vorläufigkeit drückt sich in der häufig am Ende wissenschaftlicher Texte zu findenden Formulierung aus: »Further research is needed«. Mit dieser Haltung sind allerdings Medienwissenschaftler in der öffentlichen Diskussion über Medienwirkungen jedem Lobbyisten hoffnungslos unterlegen: Der Interessenvertreter kann einschließlich der Lüge alle kommunikativen Register ziehen, der Wissenschaftler muß immer auch den Zweifel mit thematisieren.

Diese Erfahrung kann den Forscher dazu verführen, sich gar nicht mehr an der öffentlichen Debatte zum Thema Medien zu beteiligen. Umberto Eco hat in seinen Streichholzbriefen ja geschrieben, die erste Pflicht der Intellektuellen sei zu schweigen, wenn sie zu nichts nützten. »Wenn das Haus brennt, kann der Intellektuelle nur versuchen, sich wie ein normaler, vernünftiger Mensch zu verhalten, wie jeder andere auch. Wenn er meint, er habe eine besondere Mission, bildet er sich etwas ein, und wer ihn anruft, ist ein Hysteriker, der die Telefonnummer der Feuerwehr vergessen hat« (Eco, 2000, S. 165).
Das kann aber nicht die ganze Lösung sein, werden wir Wissenschaftler doch letztlich dafür bezahlt, »... etwas aus dem Bereich der Natur oder der Gesellschaft ans Licht zu bringen und ... das Entdeckte offenzulegen« (Bourdieu, 1998, S. 18).
Und so läßt auch Eco eine Ausnahme von der Pflicht zur Zurückhaltung zu, nämlich dann, »... wenn etwas Schwerwiegendes geschieht und niemand es bemerkt. Nur in solchen Fällen kann sein Appell als ein Alarmruf nützen« (Eco, 2000,S. 166).

Und so etwas Schwerwiegendes geschieht seit einigen Jahren, davon bin ich nach über 20jähriger Forschungs- und Lehrtätigkeit auf dem Gebiet der Medienpsychologie überzeugt: Die Medien, allen voran das Fernsehen, verändern schleichend den Sozialcharakter, also diejenigen psychischen Eigenschaften und Verhaltensweisen, die die Menschen einer bestimmten Epoche und Kultur gemeinsam haben. Das wäre ja nicht weiter schlimm, weil sich der Sozialcharakter — ebenso wie die Gesellschaft selbst — eigentlich immer verändert hat und weiter verändern wird. Wandel allein erregt keine Besorgnis. Aber welche Eigenschaften und Verhaltensweisen durch die Medien manipuliert werden, das läßt schlimme Folgen für den Einzelnen wie für die Gesellschaft befürchten.Es sind kalte Herzen, die da entstehen.
Aus diesem Grund ist das Ihnen vorliegende Buch also kein wissenschaftlicher Text, sondern ein Appell. Fernsehen ist ein Psychotonikum fürs Volk, und es wird höchste Zeit, daß wir dies bemerken.
Klipp und klar formuliert: »A l'arme!«
Saarbrücken, im Herbst 2004 Peter Winterhoff-Spurk


AUSZÜGE

Inhalte -
Die Botschaften des Fernsehens

»Wer die Welt und jeden Kontinent Und die sieben weiten Meere kennt, Ist ein Mann mit tausend Träumen, Den man Percy Stuart nennt.
Wenn des Nachts der Mond am Himmel steht Und der Wind um dunkle Ecken weht, Lauert, wie das immer so war,
Im schönsten Moment die große Gefahr. Und in 99 Prozent gibt es doch noch ein Happy-End.
Percy Stuart ist unser Mann,
Ein Mann, ein Mann, der alles kann.«

Mit diesem Titelsong wurde Ende der 1960er Jahre eine Vorabendserie des ZDF zu einem Quotenrenner, der bis zu 54 % der Zuschauer erreichte (Schindler, 1999b, S. 91 f.). Schon damals waren es also nicht nur die Jungen, die sich am liebsten TV- Serien angesehen haben. »Erst Serien machten aus meinem Fernsehkonsum eine Sucht. Mit den Serien erschafft das Fernsehen fiktionale Parallelwelten zu unserem Leben, in die wir nach Bedarf eintauchen können. Bildschirmbekannte erweitern den Kreis der eigenen Freunde. Ihre Wohnungen sind unser zweiter Wohnsitz; ihre Kneipen unsere Stammkneipen«, schreibt eine 1960 geborene Dauerseherin, die später aus ihrer Sucht einen Beruf gemacht hat: Sie wurde Medienwissenschaftlerin
(Bleicher, 1999).

Und heute? Nach den Daten über die TV-Nutzungszeiten aus dem voranstehenden Kapitel haben Serien an Bedeutung eher noch zugelegt. Insgesamt haben deutsche TV-Zuschauer folgende Rangreihe der TV-Sparten
(Gerhards & Klingler, 2003):

Fiction,
Information,
Unterhaltung,
Sport und
Werbung.

Ein Argument für die hier vertretene These vom neuen Sozialcharakter wird daraus aber frühestens nach einem Blick auf die typischen Inhalte dieser Sendungen. Sie müßten in irgendeiner Beziehung zum Histrio stehen. Entsprechend soll jetzt gefragt werden: Was wird den Zuschauern gezeigt?

a) Fiction:
Zu dieser Sparte zählen vor allem Serien, Fernsehspiele und -filme sowie Spiel- und Kurzfilme. Diese allgemeine Einteilung hilft noch nicht viel weiter, sind doch wenigstens bei den Serien weitere Unterteilungen nach Seifenopern, Comedy-, Action-, Krimi-, Mystery-, Kinder-, Jugend- und Familien-, Krankenhaus- und Arzt-, Science-Fiction-, Abenteuer- und Tierserien nötig. Noch einmal also, und nun spezifischer: Was sehen die Zuschauer in den diversen Serien des Fernsehens (vgl. zum Folgenden Landbeck, 2002; Theunert & Gebel, 2000)?
Allgemein unterscheiden sich Serien von Fernsehspielen und -filmen dadurch, daß sie auf festen Sendeplätzen mit einem weitgehend und lange Zeit unveränderten Stamm von Figuren agieren. Sie müssen sich mit immer neuen Problemen und variablen Nebenfiguren auseinandersetzen und die dadurch entstehenden Herausforderungen erfolgreich lösen. Das kann entweder in einer Folge geschehen oder sich auch über mehrere Folgen hinziehen. Ein formales Merkmal der Seifenopern ist daher der sogenannte Cliffhanger am Ende einer Folge, bei dem einer der Erzählstränge in einem spannenden Moment abrupt unterbrochen wird, um den Zuschauer zum erneuten Einschalten am Folgetag zu bewegen. Die nächste Folge beginnt dann mit einer Rekapitulation des bisherigen Geschehens, Recap genannt.
Zunächst die Seifenopern, als das wichtigste Teilgenre: Hauptthemen der Seifenopern sind alltägliche Probleme und Konflikte innerhalb von Familien, Wohn- und Hausgemeinschaften, Freundes- und Kollegenkreisen der oberen Mittelschicht. In vieler Hinsicht sind sie moderne Märchen: Eine junge, hübsche Frau und ein jungenhafter schöner Mann leben in trauter Zwei- oder — mit einer gütigen Vater- oder Großvaterfigur — in entsprechender Mehrsamkeit. Die Idylle wird durch eine von außen kommende Figur gestört, überraschend oft ist es die Stiefmutter oder die böse Mutter einer der Hauptfiguren, die ihre Kinder vor langem im Stich gelassen hat (Livingstone & Liebes, 1995).
Die Spannbreite der dabei auftretenden Probleme reicht von Generationenkonflikten, über jede Form von Beziehungsproblemen bis zu dramatischen Schicksalsschlägen und gesellschaftlichen Problemen. Zwar sind die behandelten Probleme alles anderes als harmonisch; gezeigt werden in erster Linie emotionale Probleme, gefolgt von körperlichen, selbstwert-, eigentums- sowie autoritätsbezogenen Fragen. Zu nennen sind etwa Drogensucht, künstliche Befruchtung, Frigidität, Impotenz, Inzest, Scheidung, Bigamie, uneheliche Kinder, Familien- und Berufsprobleme sowie Krankheiten. Die inszenierten Krankheiten entsprechen den in der Bevölkerung vorkommenden Leiden, die Todesursachen der »Soap-opera«-Helden sind jedoch dramatischer: Mord, Totschlag, Unfall oder Infarkt stehen hier an erster Stelle. Berufsprobleme sind überwiegend im medizinischen oder juristischen Milieu angesiedelt, Fabrikarbeiter kommen so gut wie nicht vor.
Die Akteure aber sind überwiegend attraktiv, fair und smart.

Das bevorzugte Verhalten ist die direkte, nicht aggressive und zielorientierte Aktion desjenigen, dessen Rechte bedroht sind, gefolgt von sprachlichen Lösungsversuchen. Erst an dritter Stelle werden aggressive Handlungen gezeigt. So können nahezu alle Probleme gelöst werden — und sei es unter Hinzuziehen eines Chirurgen, Rechtsanwalts oder Psychiaters. Die Rollen der Guten und der Bösen sind klar verteilt und deutlich erkennbar, alle Altersgruppen sind vertreten.

Unter der hier interessierenden Fragestellung der Charakterbildung ist ein Befund von Livingstone und Liebes (1995) interessant. Sie finden in empirischen Inhaltsanalysen von Seifenopern, daß dort so gut wie keine Mütter von Töchtern vorkommen. Wenn Mütter überhaupt auftreten, dann als Muttis von Söhnen, als böse Stiefmütter oder als Störenfriedinnen von außen. Die damit mutterlosen Frauen orientieren sich an Männern, bei denen sie Zuneigung und Geborgenheit suchen, aber nicht dauerhaft erhalten. Beziehungen und Ehen scheitern dadurch, daß andere Frauen ihnen die Männer ausspannen. Folglich wenden sich die »soap-daughters« neuen Beziehungen zu, letztlich immer auf der Suche nach der nie (mehr) erreichbaren mütterlichen Zuwendung. Die Botschaft heißt: Beziehungen zwischen Frauen sind eher unsicher als unterstützend. In Beziehungen zwischen Männern und Frauen sind die Frauen altruistisch, die Männer egoistisch, und allen Beziehungen fehlt es letztlich an Erfüllung.
Präziser kann man Bindungsunsicherheit kaum beschreiben.

Comedies oder Sitcoms (engl. situation comedies) spielen in Familien, im Arbeitsleben oder in der Welt der Teenager. Hier werden alle Arten von Alltagssituationen gezeigt, deren normaler und gewohnter Ablauf durch einen Akteur oder ein Ereignis nachhaltig gestört werden. Die dadurch entstehenden Konfusionen werden durch Wortwitz und Situationskomik gelöst, so daß am Ende die Situation gerettet, der gewohnte Ablauf wiederhergestellt ist. Ein für dieses Genre typisches Merkmal ist das Lachen des unsichtbaren Publikums aus dem Hintergrund (= Off-Lacher) und die Fokussierung des Geschehens auf wenige, immer gleiche Handlungsorte wie das Wohnzimmer oder die Küche der Protagonisten.
Bei Actionserien ist der Kampf der Guten gegen die Bösen das immer wiederkehrende Thema. Die einzeln oder als Gruppe auftretenden Guten sorgen für Recht und Ordnung, sie schützen Unschuldige und bringen Kriminelle zur Strecke. Meist handeln sie im Auftrag einer Organisation oder eines privaten Auftraggebers und verfügen oft über außergewöhnliche Fähigkeiten oder Ausrüstungsgegenstände. Die Helden sind überwiegend Männer, die gelegentlich eine Frau als Assistentin bei sich haben. Zentrales formales Element dieser Serien sind die Aktionssequenzen, die durch schnelle Kamerafahrten und Schnitte, durch Verwendung der subjektiven Kamera, durch entsprechende Musik und/oder Geräusche sowie durch spektakuläre Einzelszenen wie Stürze oder Explosionen angeheizt werden.
In Krimiserien begehen häufig männliche Angehörige der Mittel- und Oberschicht planmäßig und voll zurechnungsfähig vor allem Tötungsdelikte. Deren Aufklärung durch ehrliche, effiziente und nur gelegentlich am Rande der Legalität agierende Polizeibeamte, Anwälte, Detektive oder sonstige Personen steht im Mittelpunkt des Geschehens. Höhepunkt und Ende der einzelnen Sendungen sind die Festsetzung und manchmal der Tod der Täter. Am Rande werden das Privatleben der zentralen Figuren und deren Beziehungen zu Kollegen und Vorgesetzten behandelt.
Mystery-Serien haben die Existenz von Außerirdischen, unerklärliche Phänomene und abnorme Verbrechen zum Thema. Einzelkämpfer oder Zweierteams ziehen gegen das Böse zu Felde und bedienen sich dabei ihres herausragenden Scharfsinns, ihrer Intuition oder auch paranormaler Fähigkeiten wie der Telepathie. Die Opfer kommen häufig auf besonders grausame Art um ihr Leben. Cliffhanger kommen hier selten vor, formale, spannungsfördernde Darstellungsmittel dieser Serien sind u. a. technisch verfremdete Bilder und Schockeffekte.
Familienserien spielen in Familien oder familienähnlichen Gruppen und haben die Bearbeitung von Problemen und die Lösung von Konflikten zum Thema. Meistens stehen die Interaktionen zwischen den Ehepaaren im Mittelpunkt, außer in den Kinder- und Jugendserien, wo es um die Probleme der Heranwachsenden geht. Die Handlung spielt meist in der oberen Mittelschicht, die oft turbulenten Probleme werden fast immer in einer Folge mit Humor zu einem harmonischen Ende geführt. In den Jugendserien erzieht zumeist eine zur Mittel- und Oberschicht gehörende Familie in einem solide ausgestatteten eigenen Haus in einer Kleinstadt mittels eines unterstützenden Erziehungsstils ihre Kinder. Ein von außen herangetragener Konflikt bedroht diese Idylle und wird im Verlaufe der Sendung — häufig durch befreundete Haustiere — erfolgreich gelöst. Eine Untergruppe sind die Familien-Western, bei denen der Ort des Geschehens in den Wilden Westen verlagert ist.
Krankenhaus- und Arztserien haben die meist dramatischen medizinischen Probleme in Krankenhäusern und Arztpraxen ebenso wie die privaten Beziehungen und persönlichen Sorgen der handelnden Hauptpersonen zum Thema. Die vorkommenden Krankheiten entsprechen hinsichtlich ihrer Häufigkeit weitgehend den in der Bevölkerung vorkommenden Leiden. Es sind akute Erkrankungen — meistens Herzinfarkt —, die innerhalb einer Sendung geheilt werden. Der TV-Doktor lebt für seine Patienten, hat große Autorität beim restlichen medizinischen Personal, gibt vorzugsweise Mitarbeiterinnen Anweisungen und Ratschläge und hat so gut wie kein eigenes Familienleben. Er ist ehrlich, mutig, sympathisch, erfolgreich, friedlich, fair und warmherzig. Wenn doch mal jemand stirbt, so ist die Todesursache meist dramatisch, nämlich Mord, Unfall oder Infarkt.
Thema der Science-Fiction-Serien ist der immerwährende Kampf von Raumschiffbesatzungen gegen feindliche Umwelten, Lebensformen oder technische Probleme. In dieses Hauptthema spielen die persönlichen Beziehungen der Akteure mit hinein. Die Handlung spielt meist an Bord eines Raumschiffes oder auf fremden Planeten. Neben den paramilitärischen Raumschiffbesatzungen treten in jeder Folge seltsam aussehende Lebewesen mit Spezialbegabungen auf. Cliffhanger sind selten, zu den häufig eingesetzten formalen Merkmalen zählen aufwendige Trickaufnahmen von Kämpfen zwischen Raumschiffen.
In den Abenteuerserien geraten die zentralen Figuren durch böse Gegenspieler, wie Verbrecher, Monster oder Tyrannen, oder durch höhere Mächte in gefährliche Situationen, aus denen sie sich und andere mit Geschick und Mut retten. Das gute Ende ist immer sicher, auch hier sind Cliffhanger selten.
In den Tierserien werden die Probleme der Abenteuer- oder Familienserien durch Tiere gelöst.

Dies alles zusammengenommen, zeigt sich ein immer gleiches und ziemlich simples Strickmuster: Jede Serie zeigt zu Beginn einen harmonischen Zustand, der durch Personen oder Ereignisse gestört und im Verlaufe der Sendung durch allerlei Heldenfiguren wieder hergestellt wird. Variabel in diesem Schema sind lediglich die Akteure (Alte oder Junge, Männer oder Frauen, Einheimische oder Fremde, Ober-, Mittel- oder Unterschichtangehörige), die Probleme (Familien-, Beziehungs-, Berufs- und Gesundheitsfragen, Kriminalität und andere Bedrohungen), die Orte (Wohnungen, Büros und Kanzleien, Krankenhäuser, fremde Städte und Länder, der Weltraum) und die Zeiten der Handlung (Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft). Daraus kann sich der Zuschauer, je nach Lust, Laune und Lebenslage, ein ganz persönliches Menü zusammenstellen.



Kalte Herzen, theatralische Inszenierung anstatt Gefühle
Charakterveränderung, Gefühlsarmut, Oberflächlichkeit, Einsamkeit
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