George W. Bush, Anklage wegen Mord
Kultur Fibel Magazin

George W. Busch
wird nicht
angeklagt?


Anklage wegen Mordes gegen
George W. Bush


Sachbuch

dtv -Verlag
352 S. tb/
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»Was kann man tun, um
George W. Bush zur Rechenschaft zu ziehen«

Die Augen öffnen

Auszüge
Den Tausenden und Abertausenden von Männern, Frauen und Kindern, die in dem sinnlosen Krieg im Irak ihr Leben verloren haben, und all ihren Hinterbliebenen, deren Trauer nie enden wird. In der Hoffnung, dieses Buch trägt dazu bei, dass die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden.

Das Buch, das Sie gerade lesen, handelt von dem meiner Meinung nach größten Verbrechen, das in der amerikanischen Geschichte je begangen wurde: George W Bush, der Präsident der Vereinigten Staaten, führte sein Land unter Vorspiegelung falscher Tatsachen skrupellos in einen Krieg, durch den über 100 000 Menschen, darunter 4000 amerikanische Soldaten, eines gewaltsamen Todes starben. Dies ist nur die schlimmste Folge seiner Tat. Wir sollten nicht vergessen, dass außerdem Tausende und Abertausende von Menschen Verletzungen erlitten und zu Krüppeln gemacht wurden; Hunderttausenden wurden bleibende psychische Schäden durch den Krieg zugefügt, und Hunderttausende und Aberhunderttausende werden immer wieder vor ihrem geistigen Auge sehen, was mit ihren Angehörigen geschah.

Ich bin mir voll und ganz bewusst, dass die Beschuldigung, die ich gerade vorbringe, extrem ernst ist. Aber wenn es ein Sache gibt, auf die ich stolz bin, dann die, dass ich niemals eine Beschuldigung äußere, ohne sie durch eine beträchtliche Menge von Beweismaterial zu stützen. Sie werden am

Vincent Biigliosi, Jurist, geboren 1934, hat als Staatsanwalt mehr als 100 erfolgreiche Prozesse über Kapitalverbrechen geführt, darunter 21 Mordprotesse. Der bekannteste war der Fall Charles Manson. Er schrieb ein Buch darüber, Helter Skelter<, das der bestverkaufte True-Crime Bestseller aller Zeiten wurde. Auch mit zwei weiteren Büchern kam er auf Platz 1 der ,NewYork Times, -Bestsellerliste. Zuletzt ist von ihm erschienen: >Reclaiming History: The Assassination of John F. Kennedy<, von den Rezensenten als »monumental« und als Buch »für die Ewigkeit« bezeichnet, Vincent Bugliosi lebt mit seiner Frau in Kalifornien.

Ende vielleicht zu einer anderen Ansicht gelangen als ich, aber Sie werden zugeben müssen, dass ich viele Beweismittel vorgelegt habe, um meinen Standpunkt zu untermauern, was andere Leute häufig unterlassen. Wie oft finden Sie zum Beispiel eine scharfe, anklagende Überschrift in einer Zeitung oder einem Nachrichtenmagazin und stellen dann bei der Lektüre des Artikels fest, dass die Beschuldigung in der Überschrift entweder gar nicht oder nur sehr dürftig durch Fakten gerechtfer­tigt wird? Dergleichen ist nicht mein Stil.

Bevor ich mit dem Kapitel >Die Anklage gegen George W Bush wegen Mordes< zum Kernanliegen dieses Buches komme, will ich in diesem und den beiden folgenden Kapiteln einige grundlegende Dinge klären. Solange Sie mit diesen Grundlagen nicht vertraut sind, wird Sie meine Forderung, den Präsidenten der Vereinigten Staaten wegen Mordes anzuklagen, vermutlich schockieren. Dieser Schock ist ein Hindernis für mein Anliegen, das ich unbedingt aus dem Weg räumen muss. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass mir das gelingen und der unvoreingenommene Leser wie ich zu der Ansicht gelangen wird, dass in diesem Buch die juristischen Grundlagen für eine Anklage gegen George W. Bush gelegt werden, und, wichtiger noch, dass Beweismaterial vorgelegt wird, das ihn zweifelsfrei des Mordes überführen wird.

Wenn Winston Churchill etwas über den Zweiten Weltkrieg sagt und ein Obdachloser aus der New Yorker Bowery genau das Gegenteil, wem würden Sie glauben? Es gibt nur eine juristisch korrekte Antwort auf diese Frage, und sie lautet nicht »Winston Churchill«, was 99 Prozent der Befragten intuitiv sagen würden. Die einzig richtige Antwort lautet: Sie müssen anhören, was beide sagen.

Diese Antwort ist deshalb richtig, weil wir alle wissen, dass auch ein Weiser etwas Närrisches und ein Narr etwas Weises sagen kann. Wenn sich allerdings weder Churchill noch der Obdachlose bereits geäußert hätten und Sie gefragt würden: »Wer wird eher etwas Intelligentes über den Zweiten Weltkrieg sagen? «, würde die naheliegende Antwort natürlich »Churchill« lauten.

Worum geht es hier? Es geht um die Tatsache, dass die meisten Menschen sehen, was sie zu sehen erwarten, was sie sehen wollen, was sie sehen sollen, weil man ihnen das nahegelegt hat, oder was sie der landläufigen Meinung nach sehen müssten. Sie sehen jedoch nicht, was sie unmittelbar vor Augen haben. Dass ich ein wenig Zeit auf dieses Verhaltensmuster verwende, liegt daran, dass ich meinen Lesern die Augen für die Realität öffnen muss, weil sie nur dann die revolutionären Schlussfolgerungen und Empfehlungen dieses Buches akzeptieren werden.

Ich bin nicht, wie die >Los Angeles Times< von mir sagte, ein »amerikanischer Meister des gesunden Menschenverstands«. Um ganz offen zu sein, ich komme mir nicht einmal besonders schlau vor. Zumindest in meinem Berufsleben habe ich jedoch die keineswegs mit besonderer Intelligenz verbundene Gabe, jede Person so zu sehen, dass sie ohne die Verkleidung vor mir steht, die andere ihr verpasst haben (ihren Ruf, den Rummel, der um sie gemacht wird, die landläufige Meinung über sie usw.).

Lassen Sie mich ein paar Beispiele für diese neutrale Sicht der Dinge anführen: Berichten zufolge soll Saddam Hussein für den Tod von über 300 000 Irakern verantwortlich sein. Am 19. Oktober 2005 wurde er in Bagdad wegen seiner zahlreichen Verbrechen gegen das irakische Volk vor Gericht gestellt. Ich traute meinen Augen nicht, als ich in der >New York Times<

USAF / Landov
las, welches Verbrechens er zuerst angeklagt wurde. Ein Anklagevertreter will ein Verfahren in aller Regel mit einer möglichst schweren Beschuldigung eröffnen, und Saddam hatte sich vermutlich in zahlreichen Fällen des Massenmords schuldig gemacht, etwa bei Gasangriffen gegen Kurden, bei der Tötung einer großen Zahl von Schiiten im Gefolge des ersten Irakkriegs, bei der Folterung und Ermordung von Tausenden von Irakern in seinen Gefängnissen und so weiter. Anstatt Saddam jedoch wegen eines dieser schweren Verbrechen anzuklagen, begann der irakische Staatsanwalt das Verfahren mit einer ausgesprochen schwachen Beschuldigung, ja, er erhob Anklage wegen einer Tat, die eigentlich gar kein Verbrechen war.

Laut dem Bericht (und später auch laut anderen Medien und sonstigen Quellen) waren am 8. Juli 1982 in der größtenteils von Schiiten bewohnten Stadt Dudschail, etwa 55 Kilometer nördlich von Bagdad, 12 bis 15 Schüsse auf Saddam Hussein abgegeben worden, als er mit seiner Wagenkolonne die Stadt nach einem Besuch wieder verließ. In der Folge nahmen die Sicherheitskräfte des Diktators 800 Einwohner von Dudschail fest und verhörten sie. Danach wurden etwa 400 alte Männer, Frauen und Kinder in ein Internierungslager in der Wüste nahe der saudischen Grenze deportiert und mehrere Jahre gefangen gehalten. Am 27. Mai 1984, fast zwei Jahre nach dem Anschlag, unterzeichnete Saddam ein Dokument, mit dem er die Anklage gegen 148 Männer (darunter 20 Teenager) autorisierte, weil sie angeblich ein Mordkomplott gegen ihn geschmiedet hatten. Er stützte sich dabei auf ein Dossier von 361 Seiten mit Beweismaterial gegen die 148, das ihm von seinen juristischen Beratern vorgelegt worden war. 46 der 148 Verdächtigen waren offenbar bis zu diesem Zeitpunkt an den Folgen der Folter gestorben oder von ihren Bewachern hingerichtet worden, in Abu Ghraib, einem Gefängnis, in dem später unter neuen — amerikanischen — Herren weiterhin Iraker misshandelt, gefoltert und sogar getötet wurden. Die 102 Männer, die von den 148 Verdächtigen noch lebten, wurden schließlich wegen des Mordanschlags auf Saddam Hussein verurteilt und hingerichtet.

Es ist bemerkenswert, dass Saddam viel mehr Menschen und vielleicht sogar alle Bewohner der Stadt hätte töten können, wenn er als Vergeltung für den Anschlag auf sein Leben Unschuldige hätte umbringen wollen. Tatsächlich sagte ein Zeuge, der sich über Saddams Hinrichtung freute, weil seine Brüder von dessen Revolutionsgericht für den Mordanschlag verurteilt und hingerichtet worden waren, mehrere seiner Angehörigen seien freigelassen worden, nachdem man sie wegen des Anschlags verhört habe.

Saddam Hussein wurde also verurteilt und hingerichtet, weil er Menschen hinrichten ließ, die sich an einer Verschwörung zu seiner Ermordung beteiligt hatten. (Er wurde für keines der anderen Verbrechen verurteilt, die er mutmaßlich begangen hat.) Um es noch einmal zu sagen: Saddam wurde getötet, weil er Menschen getötet hatte, die versucht hatten, ihn zu töten.

Mein Fazit lautet, dass er sich in diesem Fall wohl kaum des Mordes schuldig gemacht hatte, und kein Hahn hätte danach gekräht, wenn Ähnliches (ein Mordanschlag auf den Staats- oder den Ministerpräsidenten, nach dem die Täter vor Gericht gestellt, verurteilt und nach den Gesetzen des jeweiligen Landes lebenslang eingesperrt oder hingerichtet wurden) in irgendeinem anderen Staat, einschließlich der USA, passiert wäre. Trotzdem habe ich keine einzige kritische Argumentation zu dem Prozess im Radio oder Fernsehen gehört oder in der Presse gelesen. Weshalb? Weil ich sah, was ich in der Zeitung las, aber viele andere es nicht sahen. Sie sahen nur, was sie erwarteten, obwohl sie genau die gleichen Worte lasen wie ich. Saddam Hussein war ein schrecklicher Tyrann, der Hunderttausende von irakischen Bürgern umgebracht hatte, und die Leute lasen, dass er wegen »Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit« vor Gericht gestellt worden sei. Sie gingen einfach davon aus, dass er wegen dieser Menschenrechtsverletzungen angeklagt wurde und der Staatsanwalt richtig und korrekt vorgegangen sei.

In einem Kommentar zu dem Todesurteil gegen Saddam Hussein hieß es in der >New York Times<, der Diktator sei wegen seiner »entsetzlichen Verbrechen« gegen das irakische Volk mit Recht zum Tod verurteilt worden. Die >Los Angeles Times< schrieb in Bezug auf die vielen Verbrechen gegen das irakische Volk, die Saddam Hussein einst begangen hatte, er sei »wegen eines Massakers« an seinem Volk, also wegen »eines Verbrechens gegen die Menschlichkeit«, verurteilt worden. Und der stets »gut informierte« Christopher Hitchens meinte: »Saddam Hussein wurde verurteilt, weil er 1982 die Einwohner des schiitischen Dorfes Dudschail massakrieren ließ.« (Dudschail war 1982 eine Stadt mit etwa 78.000 Einwohnern.) Der Prozess gegen Saddam Hussein ist eines von vielen Beispielen, dass die Leute nur die Melodie, nicht jedoch den Text bei der Schilderung der Taten von Menschen hören.

 

Vorrede zur Anklage wegen Mordes gegen George W. Bush

Als Erwachsene haben die meisten von uns gelernt, dass jedes Fehlverhalten Konsequenzen hat. Wenn George W. Bush die Ver­einigten Staaten, wie ich glaube, aufgrund einer Lüge in den Krieg gegen den Irak geführt und damit katastrophale Nachwirkungen von einem Ausmaß ausgelöst hat, das die Zahl der Opfer vom 11. September weit übertrifft, was sollten die Vereinigten Staaten als Nation in diesem Fall dann unternehmen? Tatsächlich, und bezeichnenderweise, hat es keine Untersuchung von Bushs Ver­halten gegeben, ja, es hat nicht einmal jemanden gegeben, der das ernsthaft gefordert hätte.* Im folgenden Kapitel werde ich meinen bescheidenen Beitrag zu dieser nationalen Aufgabe leisten. Aber zuvor möchte ich über die Tausende junger Amerikaner und Ame­rikanerinnen reden, die Bushs Verhalten mit ihrem Leben bezahlen mussten. Außerdem möchte ich der Frage nachgehen, wie der Ver­antwortliche für diese Opfer, George W. Bush, während des ganzen Schreckensszenarios gehandelt hat.

Meine Wut angesichts des Irakkriegs ist wohl auf jeder Seite die­ses Buches zu spüren. Wenn mein Ärger dem einen oder anderen übertrieben erscheint — worüber sollte ich mich denn sonst groß aufregen: darüber, dass der Schiedsrichter in meinen Augen meine Fußball- oder Basketballmannschaft benachteiligt und sie deswe­gen womöglich verloren hat? Da bin ich anderer Meinung. >>>

* Der Furcht einflößende Ken Starr (von dem der langjährige Manhattaner Staatsanwalt Robert genthau einmal sagte: »Er hat gegen jede (Strafverfolgung-) Vorschrift im De- Setzbuch verstoßen«) führte mit Genehmigung der Bundesbehörden und einem Budget von nicht weniger als 70 Millionen Dollar eine siebenjährige Ermittlung wegen Ball Clinton Beteiligung an einer kleinen und gescheiterten Immobilienspekulation in Arkansas (White­water) 15 Jahre vor seiner Präsidentschaft durch. Vor lauter Frust beschloss er, Clintons Sexualleben zu durchleuchten. Um ein Haar hätte Starr dadurch Clinton aus dem Amt ge­worfen; zudem behinderte er massiv die Tätigkeit der Regierung und machte Amerika zum Gespött der ganzen Welt.

> > > In unserem Leben ist nichts so wichtig wie Leben und Tod. Wir fürchten den Gedanken an unseren eigenen Tod, selbst wenn es ein friedlicher Tod nach einem langen Leben sein sollte. Wir haben nicht nur Angst, das eigene Leben zu verlieren, sondern auch Angst vor dem Tod unserer Eltern, Schwestern und Brüder sowie unserer Verwandten und nahen Freunde. An seine Kinder denkt man in diesem Zusammenhang wohl kaum einmal, weil die Kinder einen, b einem normalen Lauf der Dinge, überleben werden. Wenn sie vor uns sterben, dann wird die ohnehin schon furchtbare Natur des Todes geradezu unerträglich.

Man kann sich also den herzzerreißenden Schmerz und das Entsetzen kaum ausmalen, wenn das einzige Kind eines Paares, der 19-jährige Sohn, nennen wir ihn Tim, den wohl grausamsten Tod bei der Detonation einer Straßenbombe in einem weit entfern­ten Land stirbt. Er war der Mittelpunkt des Lebens seiner Eltern gewesen, sie hatten ihn mit ihrer Liebe überschüttet und bei sei­nen Triumphen auf dem Sportplatz mitgefiebert; und er hatte sich auf das Leben gefreut, wollte seine Freundin aus der Highschool heiraten und Polizist (oder Anwalt, Arzt, Ingenieur) werden. Und nun kehrt er in einer Metallkiste* zurück, seine Leiche ist so übel zugerichtet, dass die Militärs den Eltern davon abraten, die Kiste öffnen zu lassen, weil der Inhalt (»unser Timmy «) »unansehnlich« sei. (Um Ihnen den Schmerz noch deutlicher vor Augen zu führen:

Können Sie sich vorstellen, wie es wäre, wenn Ihr Sohn im Irak umgekommen wäre und »unansehnlich« in einer Kiste zurückkäme? Ihr Scott oder Paul, Michael, Ronnie, Todd, Peter, Marty, Sean oder Bobby.)

Mit Worten lassen sich die Empfindungen und das Leid von Tims Eltern nicht ausdrücken. Aber man kann wohl davon ausgehen, dass sie den Rest ihres Lebens Alpträume von dem furchtbaren Anblick ihres Jungen in dem Augenblick haben werden, als er auf einer einsamen Straße im Irak umkam. Wie die Mutter eines Solda-

. Der Behälter, in den die Leichen von Gefallenen gelegt werden, ist kein richtiger Sarg. Das US-Militär bezeichnet den Aluminiumbehälter als »transfer case« (Überführungsbehälter), und die Kiste wird von einer amerikanischen Flagge bedeckt.

Die Mutter von Tim, der im Irak starb, schrieben am 17. Mai 2004 in einem Brief an die >New York Times< : »Die Explosion, die meinen Sohn in Bagdad getötet hat, wird für immer in unserem Leben nachhallen.« Dann schrieb sie, dass die »Schreie und Verzweiflung« ihrer Familie über den Verlust und »die weinende Menge am Grab meines Sohnes« in ihre Seele »eingebrannt« seien.

Genau wie Tims Leben endete, bevor er richtig gelebt hatte, so endeten die Leben von Tausenden jungen Männern im Irakkrieg. Kein Einziger von ihnen wollte sterben. Wie ein Soldat in sein Tagebuch schrieb, bevor er in den Kämpfen um Falludscha fiel: »Ich lasse mich nicht einschüchtern, aber habe große Angst vor dem Unbekannten. Wenn ich nicht mehr zum Schreiben kommen sollte, dann würde ich sagen, dass ich zu früh starb. Ich habe noch nicht genug in meinem Leben geleistet. Ich habe nicht genug Er­fahrungen gesammelt. Allerdings hoffe ich, dass ich nicht umsonst gegangen bin.« In sehr vielen Briefen, die junge Männer, die später im Irak im Kampf fielen, nach Hause schrieben, fanden sich Sätze wie: »Ich kann es kaum erwarten, nach Hause zurückzukehren und ein neues Leben anzufangen.«

Alle jungen Männer, die in Bushs Krieg einen gewaltsamen und schrecklichen Tod starben, hatten Träume. Bush sorgte dafür, dass kein einziger davon in Erfüllung ging. Auch wenn sich mit Worten die ganzen Empfindungen und das Ausmaß des menschlichen Leids, das dieser furchtbare Krieg brachte, gar nicht beschreiben lassen, können wir zumindest ansatzweise das Ausmaß begreifen, indem wir einen Blick auf einige Geschichten jener jungen Männer werfen, die Bushs Verbrechen mit dem Leben bezahlten.

Wie wohl jede amerikanische Lokalzeitung bringt auch die Zeitung meiner Heimatstadt, die >Los Angeles Times<, seit mehreren Jahren jede Woche — und manchmal sogar jeden Tag — unter der Rubrik >Militärische Todesfälle< einen oder mehrere Nachrufe auf junge amerikanische Soldaten aus Süd- und Mittelkalifornien, die im Irak gefallen sind. Viele hatten spanische Namen; so gut wie alle waren jung und hatten keine höhere Bildung (nur 3,5 Prozent der einfachen Soldaten im Irakkrieg — jene Männer, die in vorderster Front kämpfen, die sogenannten »grunts«, Infanteristen — haben ein College-Examen); und die meisten stammen aus armen Famili­en. Jeder Nachruf auf ihr kurzes Leben enthält eine Geschichte, mit Erinnerungen von ihren Eltern, Brüdern und Schwestern, Frauen.

 

Eine Bemerkung von Vincent Bugliosi

Beim Anblick der Fotos in diesem Bildteil, die dem Leser meine Darstellung im Kapitel >Vorrede zur Anklage wegen Mordes gegen George W. Bush< plastisch vor Augen führen sollen, kommen mir einige Gedanken in den Sinn, die über nahe liegende Assoziationen hinausgehen.

Diese Aufnahmen werden auch nicht annähernd dem gerecht, was niemals gezeigt oder eingefangen werden kann: dem unaussprechlichen Grauen, das derzeit im Irak herrscht. Selbst wenn man 10 000 Fotos auswählen würde, so könnten sie dieses Grauen nicht vermitteln. Der Betrachter gelangt nicht zu der Einsicht, dass jedes Opfer einmal ein Mensch mit Hoffnungen und Träumen war. Und ein Mann ist schuld daran, dass diese Menschen getötet wurden.

Zugleich halten die Fotos von Hinterbliebenen nur einen flüchtigen Augenblick in einem Leben voller Alpträume fest, die sie wegen der entsetzlichen Tode ihrer Angehörigen haben werden. Vielleicht trifft es zu, dass ein Bild mehr sagt als tausend Worte, aber mich durchströmt ein Gefühl der krassen Unangemessenheit, wenn ich mir diese Fotos ansehe, weil sie nur einen ganz oberfläch­lichen Eindruck von der Folter, Vernichtung und Qual vermitteln, die dieser Präsident mit seinem Krieg im Irak über die Menschen gebracht hat.

Was die Aufnahmen von Bush selbst betrifft, so beweist der Prolog zweifelsfrei, dass er während des Blutbads und der Schreie von Männern, Frauen und Kindern, die aus der Hölle des Irak erschallen, munter lachte, seine Witzchen riss und jeden Tag seiner Präsidentschaft genoss. Das hat er den Amerikanern immer wieder gesagt. Ich werde »einen perfekten Tag« erleben, verkündete er. Für Laura und ihn war es »ein fabelhaftes Jahr«, und: »Wir erleben gerade die Schönste Zeit unseres Lebens.«

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