![]() Romuald Pekny |
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Romuald Pekny |
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1. Juli 1920 in Wien; † 9. November 2007 in Linz im Gespräch mit Gabriella Lorenz 1990 |
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Persönlichkeiten 10 Seiten |
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Sein Gesicht ist unverwechselbar, aber als Schauspieler ist Romuald Pekny ein Mann mit unzähligen Gesichtern. Der gebürtige Wiener gehört seit 32 Jahren zum Ensemble der Münchner Kammerspiele und spielt seit vielen Jahren regel-mäßig in Wien (vor der Peymann-Intendanz an der Burg, jetzt am Theater in der Josefstadt) und bei den Salzburger Festspielen. Ob brüchige Hofmannsthal-Figuren, schillernd-diabolische Komödiantenrollen oder schwere Klassiker-Charaktere, Pekny fasziniert durch seine Sprechkunst und Wandlungsfähigkeit. Im persönlichen Gespräch ist der Schauspieler, der auf der Bühne solch unbändige Kraft entfalten kann, zurückhaltend, fast scheu. Typisch für seine Bescheidenheit ist, was er nach wenigen Sätzen gewissermaßen als Vorrede zum Interview sagte: Ich will keine Kommentare geben zu dem, was ich tue. Ein Maler erzählt ja auch nicht, wie er seine Farben mischt. Das Bild ist eben da und steht für sich. |
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Nein, ich habe nicht einmal geträumt von einer Theaterkarriere, nie, nie, nie. Die berühmten Schauspieler waren für mich Götter, vom Schicksal Bevorzugte. Ich habe sie verehrt, aber ohne mich je in irgendeine Beziehung dazu zu setzen. Ich habe nie einen angesprochen, nie um ein Autogramm gebeten — ich kann mich ja auch nicht in den Buckingham-Palast hinein-träumen. Sie sahen auch alle so schön aus, und ich war immer ein Brillen-träger. |
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Romuald
Pekny als Sylvester Imwald in „Der Gesang im Feuerofen" von Carl Zuckmayer. Regie: Friedrich Siems. Köln 1953. |
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| gar
nicht. Unser Kind war gerade ein Jahr alt, ich liebte das Elternhaus meiner
Frau an der Donau, wo wir wohnten. Und da sollte ich dieses schöne Land,
das ich aus den Erzählungen Stifters kannte, wieder verlassen? Aber meine
Frau, die der Motor meines Lebens ist, hat es auf sich genommen, sich nach Basel
ins Paradies der tüchtigen Haus-frauen zu wagen. Und dann saß sie,
die eine außerordentliche Schau-spielerin ist, in der möblierten
Baseler Mietwohnung und mußte erleben, wie am Samstag die gestrichenen
Hauswände mit langen Besen gewaschen wurden. Immerhin: Nach Basel kam ein
junger Regisseur, der hieß Hans Lietzau und inszenierte Schillers „Demetrius"
-Fragment. Damit meine Frau und ich auch einmal ins Kino gehen konnten, hat
er unser Kind gehütet. Von Basel holte mich Herbert Maisch nach Köln. Durch Maischs Film „Friedrich Schiller — Triumph eines Genies" mit Horst Caspar hatte ich im Krieg tiefste Beeindruckung empfangen. So ging ich zu ihm. Ich habe nie einer Karriere nachgejagt, das kam immer von selbst auf mich zu. In Köln gefiel es mir. Meine Frau hatte für unseren Jungen die Waldorf-Schule in Wuppertal gefunden und fuhr jeden Tag mit ihm von Köln nach Wuppertal und zurück. So wichtig nahm sie, was |
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Romuald
Pekny mit Inge Brücklmeier bei den Wiener-Stephans- Spielern (sein erstes Engagement) Wien 1947. |
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Ich bin 1945 als Überlebender aus dem Krieg nach Hause gekommen. Wenig später hatte ich eine schicksalhafte Begegnung mit der Schauspielerin Maria Eis vom Burgtheater, die ich sehr verehrte. Sie war eine große Tragödin. Sie hat mir klar gemacht, daß es eine Gnade und ein Glück sei, aber auch eine Verpflichtung, heil aus dem Krieg zurückzukehren. Sie hat mir Mut gemacht zu dem Abenteuer Theater. |
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Ronuald
Pekny als Lucky mit (v. r.) Rudolf Birkenmeyer, Georg Hilbert, Kaspar
Brünninghaus in „Warten auf Godot" von Samuel Beckett. Regie: Friedrich Siems. Bühnen der Stadt Köln, 1953. Foto: Stuckmann |
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Romuald
Pekny mit Thomas Holtzmann in „Der Feind" von Julien Green. Köln, 1954. Foto: Stuckmann |
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Romuald Pekny
als Marquis Posa mit Margarete Winter in „Don Carlos "
von Friedrich Schiller. Regie: Fritz Brücklmeier. Basel 1953. Foto: Eidenbenz |
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Nun war sowieso Stunde null und ich stand vor dem Nichts — einem beglückenden Nichts, denn es bedeutete den Neuanfang. Von all dem, was vor dem Krieg war, konnte ich nichts wieder aufnehmen. Maria Eis wies mich ans Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Das war nicht einfach für mich als Seminarist unter diesen Kindern. Die Kinder, das waren zum Beispiel Ernst Stankovski, Gerhard Riedmann und ein Peter Neumeier. Der legte später den Namen Neumeier ab und nannte sich Peter Alexander. Und da kam nun einer als Mitschüler, der war bärtig und hatte den Krieg hinter sich.
Ja, ich habe schon nach drei Semestern die Bühnenreifeprüfung machen können. Dann kam auch gleich jemand von den Wiener Stephansspie-lern auf mich zu, das war mein erstes Engagement. Von da kam ich nach Linz. Das wurde eine Schicksalsstadt für mich, dort habe ich meine Frau kennengelernt, dort ist unser Kind zur Welt gekommen. Linz hat mir ungeheuer gefallen, da gab es das Stifter-Haus und Bruckner auf der anderen Seite. Dann sah mich der Basler Intendant und machte mir ein Angebot. Ich wollte |
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Romuald
Pekny in „Soldaten" von J. M. R. Lenz. Regie: Herbert Maisch. Köln, 1954. Foto: Hanke |
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Romuald Pekny
Folgeseite |
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| Romuald
Pekny, seine Erfolge: Romuald Pekny als Marquis Posa in „Don Carlos " von Friedrich Schiller; Ronuald Pekny als Lucky in „Warten auf Godot" von Samuel Beckett; Romuald Pekny als Hjalmar Ekdal in „Die Wildente" von Henrik Ibsen; Romuald Pekny in „Jupiter lacht" von A. J. Cronin; Romuald Pekny in „Frank V." von Friedrich Dürrenmatt; Romuald Pekny als Hamlet in „Hamlet, Prinz von Dänemark" von William Shakespeare; Romuald Pekny als Sosias in „Amphitryon" von Heinrich von Kleist; Romuald Pekny als Richard III. in „Richard III.", von W. Shakespeare; Romuald Pekny als Timon in „Timon von Athen" von W. Shakespeare; Romuald Pekny als Arzt in „Andorra" von Max Frisch; Romuald Pekny mit Therese Giehse in „Wölfe und Schafe" von Alexander Ostrowskij; Romuald Pekny als Jago in „Othello" von W. Shakespeare; Romuald Pekny als Oberon in „Ein Sommernachtstraum" von W. Shakespeare; Romuald Pekny als Zwirn mit Attila Hörbiger in „Lumpazivagabundus" von Johann Nestroy; Romuald Pekny als Registrator mit Peter Lühr in „Biografie" von Max Frisch; Romuald Pekny in „Leben Eduards des Zweiten von England" von Brecht; Romuald Pekny als Alcestemit Elisabeth Flickenschildt, Gaby Dohm, Werner Kreindl und Silvia Manas in „Der Misanthrop" (Der Menschenfeind) von Jean Baptiste Molière; Romuald Pekny als Duncan in „Macbett" von Eugène Ionesco; Romuald Pekny als S. Faden in „Die beiden Nachtwandler" von Johann N. Nestroy; Remuald Pekny als Philipp II, mit Sunnyi Melles (Elisabeth) in „Don Carlos, Infant von Spanien" von Friedrich Schiller; Remuals Pekny als Wassilij Wassilijitsch in „Schwanengesang" von Anton Tschechow; Romuald Pekny als Dr. Ridgeon mit Silvia Manas in „Der Arzt am Scheideweg" von George Bernard Shaw; Romuald Pekny als Polizeipräsident mit Agnes Fink in „Der Balkon" von Jean Genet; Romuald Pekny als der Teufel, mit Peter Lühr (Merlin) in „Merlin oder das wüste Land" von Tankred Dorst; Romuald Pekny als Onkel mit Barbara Petritsch in „Dona Rosita" von Frederico Garcia Lorca; Romuald Pekny als „Edgar in „Totentanz", von August Strindberg; Romuald Pekny als Alfons in „Torquato Tasso" von Johann Wolfgang von Goethe; Romuald Pekny als Cyprian mit Maria Nicklisch in „Der Park" von Botho Strauß; Romuald Pekny als Valmont mit Doris Schade (Merteuil) in „Quartett" von Heiner Müller; Romuald Pekny als Mephistopheles mit Helmut Griem (Faust) in „Faust" der Tragödie erster Teil" von J. W. v. Goethe. |
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