Kultur Fibel Magazin
START
SEITE
Romuald Pekny
Persönlichkeiten
der Theatergeschichte
Seite - 1- 3 - 4 - 5
6 - 7 - 8 - 9 - > 10 < - 11
Gesellschaftsmagazin
Romuald Pekny als Polizeipräsident mit Agnes Fink
Romuald Pekny als der Teufel, sein Vater mit Peter Lühr (Merlin)
Romuald Pekny als der Teufel, sein Vater mit Peter Lühr (Merlin)
in „Merlin oder das wüste Land" von Tankred Dorst.
Regie: Dieter Dorn. Kammerspiele, München, 1982. Foto: Rabanus
Romuald Pekny als Polizeipräsident mit Agnes Fink
in „Der Balkon" von Jean Genet. Regie: Ernst Wendt.
Kammerspiele, München, 1976. Foto: Rabanus

Abende in Salzburg spielen konnten (die Aufführung ließ sich aus räumlichen Gründen leider nicht auf die Bühne der Münchner Kammerspiele übertragen), war es eine ganz wichtige Rolle. Wie auch derzeit der Mephisto im „Faust" an den Kammerspielen. Der ist sehr anstrengend, weil er in so viele Facetten aufgefächert ist und ich so viele Umzüge habe. Zugegeben, ich hätte es gern einfacher — beispielsweise, daß ich nicht auf allen Vieren zu manchenden Auftritten kriechen müßte, was bei dem von vorne sehr einfach und klar wirkenden, aber hinter der Bühne ungeheuer komplizierten Bühnenbild manchmal eben nicht anders geht. Aber es ist die nachdrücklichste Begegnung mit einer Rolle — ich gehe erschöpft, aber glücklich aus der Aufführung raus.

 

Fällt es Ihnen schwer, von Rollen Abschied zu nehmen?

Manche Rollen, die mir auf der Bühne verloren gegangen sind wie „Der Schwierige" von Hofmannsthal, kann ich in Rezitationsabenden wieder einfangen.
Eine würde ich nochmal spielen wollen: den Kaiser Rudolf II. in Grillparzers „Bruderzwist in Habsburg". Im Jahr 1991, das als Mozartjahr auf uns zurollt, hat ja nicht nur Mozart 200. Todestag, sondern auch Grillparzer 200. Geburtstag. „Bruderzwist in Habsburg" habe ich vor zehn Jahren am Burgtheater gespielt. Dieses große Stück möchte ich nochmal begegnen, weil ich mit der Rolle nicht fertig geworden bin. Ich trage zwar den Grillparzer-Ring, den ich für diese Rolle bekommen habe, aber ich weiß, daß das Ausschöpfen, besser gemacht werden müßte. Diese Rolle konnte ich beim ersten Mal nicht.

Hätten Sie dafür einen Wunschregisseur?

Das ist ja das Problem. Dieter Dorn würde es wunderbar machen. Aber es gibt wenig Veranlassung, dieses Stück in München zu spielen. Man bräuchte gar kein großes Haus dafür. Ich halte „Bruderzwist in Habsburg" für einen Zimmerklassiker. Dieser Rudolf sitzt ja ganz eng, ganz klein, hinter vielen Mauern in seiner Alchemistenküche im Hradschin, ähnlich wie man sich auch den König Philipp in Schillers „Don Carlos" denken muß — diesen Weltbeherrscher, eingesperrt in lauter Wände.

Gehen Sie mit einer bestimmten Vorstellung von Ihrer Rolle auf die erste Probe?

Im Laufe des Lesens bildet sich schon eine Silhouette einer Figur, aber noch nicht scharf konturiert.

Was passiert, wenn der Regisseur eine ganz andere Vorstellung hat?

Ich finde es schön, wenn man gegenseitig neugierig ist. Aber ich passe schon auf, daß keine Zacken, die mir besonders wichtig erscheinen, aus der Silhouette brechen. Man muß sich eben annähern. Schade, daß Stellproben heute nicht mehr überall üblich sind. An denen sieht man schon eine Linie für eine Figur, das schafft eine Basis zum Arbeiten. Von Hilpert erzählt man im Gegenteil, er habe „Laberproben" gemacht und alles immer durchgeredet.
Ich habe ihn selbst nur einmal erlebt: 1946 machte er in Salzburg die Rekonstruktion des „Jedermann" nach dem Konzept von Max Reinhardt (Hilpert war ein treu ergebener Reinhardt-Verehrer). Ich spielte damals als Seminarist in der Tischgesellschaft mit und hatte einen Satz. Hilpert hat alle Schauspieler versammelt und ihnen das Stück vorgelesen, vorgelabert, wie er es nannte. Und obwohl jeder das Stück kannte, hat man nach dem Vorlesen gewußt, was Hilpert damit vorhatte —
man hatte dadurch seine Sicht, seine Lesart kennengelernt.

Romuald Pekny als Onkel mit Barbara Petritsch
Romuald Pekny als Onkel mit Barbara Petritsch
in „Dona Rosita" von Frederico Garcia Lorca.
Regie: Ernst Wendt. Kammerspiele, München, 1977. Foto: Rabanus
Romuald Pekny als „Edgar in „Totentanz, von August Strindberg
Romuald Pekny als „Edgar in „Totentanz, von August Strindberg.
Regie: Harald Clemen.. Kammerspiele, München, 1978.
Romuald Pekny als Alfons in „Torquato Tasso" von Johann Wolfgang von Goethe
Romuald Pekny als Alfons in „Torquato Tasso"
von Johann Wolfgang von Goethe.
Regie: Dieter Dorn. Salzburger Festspiele 1982. Foto: Rabanus
Seite - 1- 3 - 4 - 5 - 6 - 7 - 8 - 9 - > 10 < - 11

© - Copyright
Sämtliche Fotos, Text, Layout und Desig
n Kultur Fibel Verlag GmbH, Berlin - und JBM-marketing, PF 140315, D-40073 Düsseldorf

Musical-Operette:

Operette Vetter aus Dingsda - Operette Die Lustige Witwe - Operette Die Fledermaus - Musical Rocky Horror Show
Musical Ludwig II - Musical Robin Hood - Musical Sweeney Tood - Musical Swan Lake - Musical African footprint
Musical Tarzan - Musical In nomine patris - Musical West Side Story - Musical Dirty Dancing - Musical Kiss me Kate
Musical Tanguera, Tango-Argentino - Musical My Fair Lady - Musical Balé de Rua - Musiktheater Friedrichstadtpalatz Berlin

Theater
Sextett - Spanische Fliege - Glücliche Zeiten - Jude von Malta

 

Oper-Ballett:

Oper La Traviata - Oper La Boheme - Oper Entführung aus dem Serail - Oper Die Liebe zu den drei Orangen - Oper Die Zauberflöte
Oper Cosi fan tutte - Oper Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny - Oper Die Teufel von Loudun - Oper Der Waffenschmied
Oper Simon Boccanegra - Oper Orelando paladino - Oper Carmen - Oper Armida - Oper Der Spieler, Hrpok - Oper Fidelio
Oper Agrippina - Oper Der Türke in Italien - Oper Der Goldene Hahn - Ballett Dornröschen - Ballett Schneewittchen
Ballett Tanzgeschichte - Ballett Carmen Flamenco - Ballett Der Nussknacker - Ballett Martha Graham Company

Interviews:

Interview Lola Müthel - Interview Herbert Bötticher - Interview Ruth Drexel - Interview Ute Lemper
Interview Wolfgang Spier - Interview Judy Winter - Interview Romuald Pekny - Interview Helmut Griem