Oper: Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny

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Kultur Fibel Magazin

Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny

Musik Kurt Weill
Text Bertolt Brecht

Oper in 3 Akten., Uraufführung am 9. März 1930 in Leipzig, Neues Theater.

Gesellschaftsmagazin
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Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, Dreieinigkeits-Moses, Jens Larsen - Leokadja Begbick, Christiane Oertel - Fatty, Christoph Späth - Jim Mahoney, Kor-Jan Dusseljee - Chorsolisten

proklamiert das neue Gesetz und fordert die Bewohner von Mahagonny auf, "zu tun, was verboten ist".
»Denn wie man sich bettet, so liegt man«.

2. Akt.
Der Hurrikan hat vor Mahagonny seine Richtung geändert, aber die von Jim ausgerufene Losung »tu, was verboten ist, ihr seit freie Individuen", hat sich durchgesetzt. Fressen, Huren, Konsumieren, Prahlen, Saufen und Partys bestimmen den Tagesablauf der Bürger von Mahagonny, es wird ihr lärmender Lebensinhalt.
(Fast identisch mit den Lebensabläufen in den Städten der Industriestaaten im 21. Jahrhunderts).

Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, Dreieinigkeits-Moses, Jens Larsen - Leokadja Begbick, Christiane Oertel - Fatty, Christoph Späth
Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, Komische Oper, Berlin
Dreieinigkeits-Moses, Jens Larsen - Leokadja Begbick, Christiane Oertel - Fatty, Christoph Späth - Jim Mahoney, Kor-Jan Dusseljee - Chorsolisten
Foto: Monika Rittershaus
1927 verabredeten K. Weill und B. Brecht eine Oper mit dem Titel Mahagonny. Kurt Weill (*1900 †1950, Sohn eines jüdischen Kantors) erhielt im gleichen Jahr, wie Hindemith, Milhaud und Toch, für das Musikfest in Baden-Baden den Auftrag zu einem Operneinakter. Er stellte es aus den, in den Hausschriften (1927) von Brechts enthaltenen Mahagonny-Gesängen, als eine Kantate zusammen. Mahagonny, ein Songspiel wurde am 17. 7. 1927 unter großem Beifall aufgeführt. Nach der gelungenen Aufführung erweitern die Autoren, das Singspiel, zu einer abendfüllenden Oper »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« (1930). Die "Abrechnung" mit dem menschenunwürdigem "Geld-Gott" fällt viel härter, als bei der Dreigroschenoper (1928) aus. Die humoristisch, satirischen Elemente entfallen vollkommen. In dieser Schaffensperiode fällt auch "Happy End" (1929), Das Berliner Requiem, Der Lindberghflug.
Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, Komische Oper, Berlin - Foto: Monika Rittershaus
Dreieinigkeits-Moses, Jens Larsen - Leokadja Begbick, Christiane Oertel - Fatty, Christoph Späth
Chorsolisten

Jims Freund Joe wird von Moses, beim Preisboxen, totgeschlagen. (Der Totschläger ist Moses, der Name wurde von Brecht gewählt und Moses war auch der jüdische Gesetzgeber im A. T.) Die Gier auf das nächste Erlebnis, den angekündigten Boxkampf, der Lärm beherrscht die Szene, niemand nimmt Notiz von dem herausgetragenen Toten.

Jim, der alles auf seinen Freund verwettet hat, lädt die Anwesenden zum Whisky ein. Nach dem Fest präsentiert die Begbick den volltrunkenen Jim die Rechnung, doch er ist total pleite, keiner seiner Zech-Kumpane ist bereit ihm zum Wucherzins ein Darlehn zu geben, Jim kommt hinter Gitter.

3. Akt.
Jim hat Angst vor dem kommenden Verhandlungstag. Die Gerichtsver-handlung artet in eine volkstümliche Gaudi
aus. In der ersten Verhand-lung des Tages konnte sich ein Mörder durch ein hohes Bußgeld frei kaufen. Danach kam die Verhandlung gegen Jim Mahoney. Die Anklage wirft ihm das größte Verbrechen "Mangel an Geld" vor. Die Beweise sind eindeutig, Jim wird zum Tod verurteilt.

Jim wird auf dem elektrischen Stuhl fest geschnallt, er darf sich noch von der Hure Jenny verabschieden. Im Angesicht des Todes lässt ihm die Begbick das »Spiel vom Gott in Mahagonny« mit Moses, als Gott vor-spielen.

Die Lieder von Kurt Weill basieren auf naiven Melodien, seine Musik orientiert sich an modernen zeitgenössischen Formen wie Foxtrott, Blues und Jazz. Seine Musik verdichtet sich im Finale des 1. und 3. Aktes zu kunstvolleren Strukturen, so beim Nahen des Hurrikans. Geschlossene Opernmelodien, Zitate und Parodien (u. a. auf Bach, Mozart, und Weber, das Gebet einer Jungfrau); wurden zu Schlagern »0 moon of Alabama« und »Denn, wie man sich bettet, so liegt man«. Hervorzuheben ist das schöne poetische Duett mit Jim und Jenny - »Sieh, jene Kraniche.«

Bei der Uraufführung 1930
in Leipzig, kam es zu einem der größten Theaterskandale und die Oper erlebte nur sechs Aufführungen. Trotz immer wilderer Demonstrationen der Nationalsozialisten gegen die "Dekadenz", fanden noch Vorstellungen in Braunschweig, Frankfurt am Main, Kassel, Prag und 1931 in Berlin statt. Mit über 55 Aufführungen zählte sie zu einer der größten Erfolge einer zeitgenössischen Oper.
Die amerikanische "freie", zügellose, kapitalistische Gesellschaft inspirierte Brecht, nicht wie teilweise verbreitet, die Kultur-metropole Berlin. (Kuckhahn ein Mitarbeiter in der Regie, von B. Brecht, später mit seinem eigenen Theater "Kiki" in Berlin-Neuköln, Hermannstraße).
In den Jahren 1929 bis 1933 war ein derartiger Verfall der Menschen unglaublich, nicht vorstellbar und der Verdacht, mit der Bühnenfassung "Entartung" Profit zu erzielen, förderte die Demonstrationen der Hitler Anhänger.

Wenn im Jahre 2008, in allen gesellschaftlichen Bereichen die Zunahme der soz. Entropie, die Unordnung, der Verfall und die Entartungser-scheinungen unübersehbar werden, dann ist die Weitsicht von B. Brecht zu bewundern.
Armin H. Eilenbergl

Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny,- Jim Mahoney, Kor-Jan Dusseljee
Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny,- Jim Mahoney, Kor-Jan Dusseljee - Komische Oper, Berlin - Foto: Monika Rittershaus

Die Männer von Mahagonny verhöhnen Gott, weil er sie in die Hölle jagen will.
»An den Haaren kannst du uns nicht in die Hölle ziehen, weil wir immer in der Hölle waren.«
Jim stirbt.
Der zunehmende Preisanstieg, die Verrohung, die Vereinsamung, der Schacher, die Feindschaften, die in immer kürzeren Schüben, haltlose Befriedigung ihrer Triebe, leitet die letzte Phase des Untergangs der Entarteten, von Mahagonny ein. Sie resümieren:

»Können uns und euch und niemand helfen«.


Spieldauer: ca. 140 Minuten.
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Oper - Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny
Konsum Wahn - Geld Wahn - Verfall der Gesellschaft - Mord - Raub - Mensch

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