Oper: Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny |
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Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny |
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Oper Musik Kurt
Weill
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ORT
und ZEIT: Gründung der imaginären Stadt Mahagonny in einer fiktiven nordamerikanischen Gegend Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Schacher- >hebr., übles Geschäftemachen< US-Gesellschaft gab, in den 20er Jahren, den Anstoß zu dem Werk. Ein Aufruf gegen den zügellosen Kapitalismus, das Leben im Wahn des Geldes, des Konsumwahns, das in der sozialen Entropie, im Verfall der Gesellschaft enden muss. Brecht wollte Denkanstöße zu den zentralen Fragen menschlichen Lebens vermitteln. »Im 21. Jahrhundert wird die menschliche, gesellschaftliche Fehlentwicklung eine bedrückende Realität«. 2007 /Armin H. Eilenberg |
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Gesellschaftsmagazin |
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| PERSONEN: Leokadja Begbick Mezzosopran oder Alt Fatty, der »Prokurist« Tenor Dreieinigkeitsmoses, Bariton Jenny, Sopran Jim Mahoney / Paul Ackermann, Tenor Jack O'Brien / Jakob Schmidt, Tenor Bill, »der Sparbüchsenbill«/ Heinrich Merk, Bariton Joe, »der Alaskawolf-Joe/ Josef Lettner, Baß Tobby Higgins, Tenor Sechs Mädchen von Mahagonny und die Männer von Mahagonny. ORT und ZEIT: Gründung der imaginären Stadt Mahagonny in einer fiktiven nordamerikanischen Gegend Anfang des 20. Jahrhunderts. |
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aus. In der ersten Verhandlung des Tages konnte sich ein Mörder durch ein hohes Bußgeld frei kaufen. Danach kam die Verhandlung gegen Jim Mahoney. Die Anklage wirft ihm das größte Verbrechen "Mangel an Geld" vor. Die Beweise sind eindeutig, Jim wird zum Tod verurteilt. Jim wird auf dem elektrischen Stuhl fest
geschnallt, er darf sich noch von der Hure Jenny verabschieden. Im Angesicht
des Todes lässt ihm die Begbick das »Spiel vom Gott in Mahagonny«
mit Moses, als Gott vorspielen. Der zunehmende Preisanstieg, die Verrohung,
die Vereinsamung, der Schacher, die Feindschaften, die in immer kürzeren
Schüben, haltlose Befriedigung ihrer Triebe, leitet die letzte Phase
des Untergangs der Entarteten, von Mahagonny ein. 1927 verabredeten K. Weill und B. Brecht eine Oper mit dem Titel Mahagonny. Kurt Weill (*1900 † 1950, Sohn eines jüdischen Kantors) erhielt im gleichen Jahr, wie Hindemith, Milhaud und Toch, für das Musikfest in Baden-Baden den Auftrag zu einem Operneinakter. Er stellte es aus den, in den Haus-schriften (1927) von Brechts enthaltenen Mahagonny-Gesängen, als eine Kantate zusammen. Mahagonny, ein Songspiel wurde am 17. 7. 1927 unter großem Beifall aufgeführt. Nach der gelungenen Aufführung erweitern die Autoren, das Singspiel zu einer abend füllenden Oper »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« (1930). Die "Abrechnung" mit dem menschenunwürdigen "Geld-Gott" fällt viel härter, als bei der Dreigroschen-oper (1928) aus. Die humoristisch, satirischen Elemente entfallen vollkommen. In dieser Schaffens-periode fällt auch "Happy End" (1929), "Das Berliner Requiem", "Der Lindberghflug". Die Lieder von Kurt Weill basieren auf
naiven Melodien, seine Musik orientiert sich an modernen zeitgenössischen
Formen wie Foxtrott, Blues und Jazz. Seine Musik verdichtet sich im Finale
des 1. und 3. Aktes zu kunstvolleren Strukturen, so beim Nahen des Hurrikans.
Geschlossene Opernmelodien, Zitate und Parodien (u. a. auf Bach, Mozart, und
Weber, das Gebet einer Jungfrau); wurden zu Schlagern »0 moon of Alabama«
und »Denn, wie man sich bettet, so liegt man«. Hervorzuheben ist
das schöne poetische Duett mit Jim und Jenny Bei der Uraufführung 1930 in Leipzig,
kam es zu einem der größten Theaterskandale und die Oper erlebte
nur sechs Aufführungen. Trotz immer wilderer Demonstrationen gegen
die Dekadenz, angeführt von den Nationalsozialisten, fanden noch
Aufführungen in Braunschweig, Frankfurt am Main, Kassel, Prag und
1931 in Berlin, mit über 55 Aufführungen einer der größten
Erfolge einer zeitgenössischen Oper, statt. Wenn im Jahre 2008, in allen gesellschaftlichen Bereichen die Zunahme der soz. Entropie, die Unordnung, der Verfall und die Entartungserscheinungen unübersehbar werden, dann ist die Weitsicht von B. Brecht zu bewundern. A.H.Ellental |
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1. Akt. Die Stadt, mit dem Gründungsprotokoll,
der absoluten Freiheit - hier ist alles erlaubt, wächst schnell. Nach
den »Heuschrecken« siedeln sich die »Haie« an. Jenny
und ihre sechs Mädchen erregen die Aufmerksamkeit bei ihrem Stadteinzug.
Sie ordern Whisky und singen den Alabama-Song Es bleibt dem Gaunertrio kein Ausweg,
sie müssen in Mahagonny bleiben, denn sie werden überall polizeilich
gesucht. Und Jim langweilt sich ebenfalls, er plant die Stadt Mahagonny zu
verlassen. Die zahlreichen Verbote reizen ihn zum Aufruhr. Plötzlich
versagt die Elektrizität, alle Lichter erlöschen in der Stadt. Ein
Hurrikan ist angekündigt und wird die Stadt Mahagonny direkt treffen.
Die Bewohner sehen verzweifelt den Untergang entgegen, aber Jim findet in
der herannahenden Katastrophe 2. Akt. Jims Freund Joe wird von Moses, beim Preisboxen, totgeschlagen. (Der Totschläger ist Moses, der Name wurde von Brecht gewählt und Moses war auch der jüdische Gesetzgeber im A. T.) Die Gier auf das nächste Erlebnis, den angekündigten Boxkampf, der Lärm beherrscht die Szene, niemand nimmt Notiz von dem herausgetragenen Toten. Jim, der alles auf seinen Freund verwettet hat, lädt die Anwesenden zum Whisky ein. Nach dem Fest präsentiert die Begbick den volltrunkenen Jim die Rechnung, doch er ist total pleite, keiner seiner Zech-Kumpane ist bereit ihm zum Wucherzins ein Darlehn zu geben, Jim kommt hinter Gitter. 3. Akt. |
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Spieldauer: ca. 140 Minuten. |
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