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Madame Butterfly, Oper
Giacomo Puccini

Kultur Fibel, werbefrei entspannen
Gesellschaftsmagazin

Madame Butterfly

Madame Butterfly, Oper, Giacomo Puccini
Tragödie einer Japanerin in drei Akten, Text von Luigi Illica und Giu pe Giacosa
nach einem Drama von David Belasco und einer Erzählung von John Luther Long,
Uraufführung: Mailand 1904

 

Butterfly - Oper - Cio-Cio-San, genannt Butterfly und Ensemble, mit prächtigen Schiemen
Madame Butterfly, Oper, Giacomo Puccini
Miriam Gauci, Cio-Cio-San, genannt Butterfly und Ensemble -
Staatsoper unter den Linden, 1991 - Berlin, Foto: Monika Rittershaus


Madame Butterfly, Oper, Giacomo Puccini
Nicola Rossi Giodana, Pinkerton - Tom Martinsen, Goro
Staatsoper unter den Linden, 1991 - Berlin, Foto: Monika Rittershaus

Madame Butterfly
Oper, Giacomo Puccini

Personen

Cio-Cio-San , genannt
Butterfly(Sopran)

Suzuki
(Mezzosopran),
ihre Dienerin
Pinkerton
(Tenor),
Leutnant der US-Marine
Kate Pinkerton
(Sopran)
seine spätere US-Ehefrau

Sharpless
(Bariton)
US-Konsul in Nagasaki
Goro,
(Tenor)Heiratsvermittler
Fürst Yamadori
(Tenor)
Bonze,
Onkel (Baß)
Kaiserl. Kommissar
(Bariton)

Nagasaki,
Japan
im Jahr 1900

1. Akt.
Der Heiratsvermittler Goro führt Pinkerton durch das Haus, auf einem Hügel bei Nagasakis, das der US-Marineoffizier Pinkerton mit Dienerschaft erworben hat. Pinkerton fand seinen Plan amüsant, und prahlte später vor Sharpless, US-Konsul von Nagasaki, dass er Cio-Cio-San, Pinkerton nannte sie Butterfly, eine junge, sehr attraktive, wohlerzogene Geisha aus hochstehender, aber verarmter Familie, nach japanischer Zeremonie heiraten wird. Diese Ehe ist in den USA wertlos, ohne Rechtkraft, aber die "verheiratete", gefügige Cio-Cio-San wird ihn, in seinem neuen japanischen Ferienhaus, zu Diensten sein.

Am Tag der japanischen Hochzeit, betritt als erster Gast US-Konsul Sharpless das Haus. Das fröhliche Geplauder Butterflys und ihrer Freundinnen, die den Hügel heraufkommen, wird laut, sie betreten das festlich geschmückte Zimmer und begrüßen ehrfurchtsvoll die beiden US-Amerikaner. Cio-Cio-San (Butterfly) stellt sich vor. Es folgen ihre Verwandten, die Pinkerton belustigt zur Kenntnis nimmt.
Seine Braut holt aus den Ärmeln ihres Kimonos einen langen Gegenstand, der ihr teuer ist, um ihn Pinkerton zu zeigen. Das ist »etwas Heiliges«, flüstert der Heiratsvermittler Goro dem US-Amerikaner Pinkerton zu, es sei das Messer, mit dem ihr Vater auf Anordnung des Mikados, Harakiri (Selbsttötung), verübt habe. Cio-Cio-San (Butterfly) vertraut Pinkerton an, dass sie aus Liebe zu ihm Christin werden wolle; den ersten Schritt dazu habe sie in der Mission getan.

Madame Butterfly, Oper, Giacomo Puccini, Miriam Gauci, Cio-Cio-San, genannt Butterfly - Bernd Zettisch, Der kaiserliche Kommissar, Nicola Rossi Giodana, Pinkerton - Tom Martinsen, Goro, bei der Trauung
Madame Butterfly, Oper, Giacomo Puccini
Miriam Gauci, Cio-Cio-San, genannt Butterfly - Bernd Zettisch, Der kaiserliche Kommissar
Nicola Rossi Giodana,
Pinkerton
- Tom Martinsen, Goro
Staatsoper unter den Linden, 1991 - Berlin, Foto: Monika Rittershaus


Nach der japanischen Zeremonie, der Trauung stoßen das Paar und die Verwandten mit Reiswein zu einem Toast an. Die Glückwünsche werden unterbrochen vom Auftritt des wütenden Onkel Bonze, eines Priesters, der Cio-Cio-San (Butterfly) verflucht, weil sie die Religion ihrer Väter verraten habe. Freunde und Verwandte sagen sich augenblicklich von ihr los. Wütend wirft Pinkerton die altmodische Bagage hinaus und beruhigt die weinende Cio-Cio-San, seine Butterfly.

Madame Butterfly, Oper, Giacomo Puccini , Miriam Gauci, Cio-Cio-San, genannt Butterfly - Nicola Rossi Giodana, Pinkerton  - Liebesszene - Umarmung
Madame Butterfly, Oper, Giacomo Puccini
Miriam Gauci, Cio-Cio-San, genannt Butterfly - Nicola Rossi Giodana, Pinkerton
Staatsoper unter den Linden, 1991 - Berlin, Foto: Monika Rittershaus

Zärtlich und verliebt erwartet sie die Nacht. Bezaubert ist Pinkerton von ihrer zarten Erscheinung und Begierde wallt in ihm hoch. Der Mensch Cio-Cio-San bittet Pinkerton, seine "Butterfly", nicht wie die Schmetterlinge in den USA zu behandeln, wie sie hörte, werden Schmetterlinge, (Butteflys) mit Nadeln durchbohrt und auf ein Brett gespießt . (Duett: Bimba, dagli occhi pieni di malia /Mädchen, in deinen Augen). Pinkerton führt sie schnell aus dem Garten in sein Haus.


Madame Butterfly, Oper, Giacomo Puccini, Xiu Wei Sun, Cio-Cio-San (genannt Butterfly) - Ensemble Cio-Cio-San mit Freundinnen
Madame Butterfly, Oper, Giacomo Puccini
Xiu Wei Sun, Cio-Cio-San (genannt Butterfly) - Ensemble
Opernhaus Zürich, 2009 - Foto:© Suzanne Schwiertz

Madame Butterfly, Oper, Giacomo Puccini, Neil Shicoff, Benjamin Franklin Pinkerton , Hochzeitsszene mit roten Lampions,  Xiu Wei Sun, Cio-Cio-San (genannt Butterfly) - Cheyne Davidson,. Sharpless
Madame Butterfly, Oper, Giacomo Puccini, Neil Shicoff, Benjamin Franklin Pinkerton
Cheyne Davidson,. Sharpless - Xiu Wei Sun, Cio-Cio-San (genannt Butterfly)
Opernhaus Zürich, 2009 - Foto:© Suzanne Schwiertz


2. Akt.

Drei Jahre sind vergangen, seit Pinkerton Nagasaki verließ. Cio-Cio-San (Butterfly) hofft zuversichtlich auf seine Rückkehr, trotz der skeptischen Einwände Suzukis (Un bel di vedremo / Eines Tages sehen wir). Goro führt US-Konsul Sharpless ins Haus, den Cio-Cio-San (Butterfly) zuvorkommend begrüßt. Er hat den Auftrag, ihr einen Brief von Pinkertons vorzulesen. Nach so viel Fragen und Erzählen einer liebenden, sehnsüchtigen Butterfly kommt er nicht dazu.
Sie werden gestört, ein reicher Fürst, Yamadori, mit dem Goro Cio-Cio-San (Butterfly) einen verlässlichen Partner vermitteln möchte, treten ein. Auf seine würdevolle Werbung antwortet sie;
"noch immer sei sie Pinkertons Frau und somit US-Amerikanerin, die nur durch Scheidung, nicht wie in Japan durch Trennung allein, ihren Stand verliere".
Den heimtückischen Betrug Pinkertons, ein "Eheschauspiel" mit japanischer Zeremonie, das in den USA keine Rechtskraft besitzt, zur Unterwerfung eines Menschen, für sein kurzlebiges, gieriges Ziel des Besitzes, ein neues Haus und Cio-Cio-San (die er Butterfly nannte), zu veranstalteten, konnte im Denken eines aufrechten Menschen, wie bei Cio-Cio-San, keinen Platz finden. (Folglich sind aufrechte Menschen, im Zeitalter des aufkommenden Konsumwahns, schutzlos.) (Die US-Amerikaner waren, mit der theatralischen Gefühlsdarstellung,der Auflösung menschlicher Werte, den Europäern und Japanern um ein halbes Jahrhundert voraus.)

Sharpless bemüht sich wieder, Cio-Cio-San (Butterfly) den Brief vorzulesen und deutet die Rückkehr Pinkertons evtl. mit seiner "legalen" US-amerikanischer Ehefrau an. Cio-Cio-San verlässt abrupt den Raum und kehrt mit ihrem blonden kleinen Sohn zurück — und der Mensch, Cio-Cio-San (Butterfly) fragt, mit ihrer Fassung ringend, "konnte Pinkerton uns, unser Kind vergessen?"
Der Konsul, bricht den Besuch tief gerührt ab; er verspricht Pinkerton eine Botschaft von seinem Sohn zu senden.

Monate später: Ein Kanonenschuss verkündet am frühen Morgen, die Ankunft eines Kriegsschiffes im Hafen. Mit einem Fernglas liest Butterfly den Namen des US-Schiffes: »Abraham Lincoln«, Pinkertons Schiff!
Jubelnd schmückt Cio-Cio-San (Butterfly) mit Suzuki das Haus (Duett: Scuoti quella fronda di ciliegio / Schüttle alle Zweige unsres Kirschbaums). Sie zieht ihr Hochzeitskleid an und wartet mit ihrem Sohn und der Dienerin, in den nächsten Stunden, auf die Rückkehr ihres geliebten Mannes.

3. Akt.
Der nächste Tag bricht an. Nach endlosem Warten, ohne ein Zeichen von Pinkerton, sitzt Cio-Cio-San (Butterfly) bewegungslos am Fenster. Suzuki und ihr Sohn schlafen tief. Als Suzuki erwacht, geht Cio-Cio-San (Butterfly), das Kind im Arm, in den Nebenraum, um sich hinzulegen.

Es vergehen viele weitere Stunden, es klopft, Sharpless und Pinkerton treten ein, im Garten steht seine Frau Kate Pinkerton. Er fordert gefühlslos „sein“ Kind, „seinen“ Sohn und betont, seinen Sohn zu holen war der Grund seiner Reise, damit er im „guten“ US-Amerika aufwachsen kann. — Suzuki ahnt, dass die Frau im Garten Pinkertons amerikanische Ehefrau ist und erkennt den geplanten niederträchtigen Ehebetrug, den Pinkerton mit der japanischen Ehe einleitete.


Madame Butterfly, Oper, Giacomo Puccini , Sohn von Cio-Cio-San - Butterfly - Miriam Gauci, Cio-Cio-San, genannt Butterfly kniet und streckt ihre Arme zu ihren kleinen Abgott, ihren Sohn, den sie nun verliert.
Madame Butterfly, Oper, Giacomo Puccini
Sohn von Cio-Cio-San - Butterfly - Miriam Gauci, Cio-Cio-San, genannt Butterfly
Staatsoper unter den Linden, 1991 - Berlin, Foto: Monika Rittershaus


In Pinkerton steigen unerwartete Gefühle auf, er dämmert ihn, dass er einer großen Liebe in Cio-Cio-San (Butterfly) kurz begegnet ist, und begreift die Größe eines Menschen, undenkbar für ihn, ihr treues Ausharren während der langen Jahre. Er beginnt Reue zu fühlen und stürzt feige aus dem Haus.
(Addio fiorito asil / Leb wohl denn, mein Blütenreich!).

Cio-Cio-San (Butterfly) tritt ins Zimmer, erkundigt sich, ob Pinkerton angekommen ist. In Suzukis Tränen und das verstörte Gesicht von Sharpless errät sie die Antwort und begreift, als Kate Pinkerton eintritt. Der edle Mensch Cio-Cio-San (Butterfly) ist bereit, ihr Kind dem betrügerischen Vater zu überlassen, aber er müsse es persönlich holen, damit sie ihn noch einmal ins Gesicht sehen kann.
Dann wünscht sie, allein zu sein.
Sie setzt den Dolch ihres Vaters an ihre Kehle.
Da läuft das Kind mit erhobenen Armen auf sie zu; sie umarmt es und nimmt leidenschaftlich Abschied von ihm (Tu? tu? Piccolo Iddio / Du? Du? Kleiner Abgott).

Hinter einem Wandschirm verborgen, ersticht sie sich ein Mensch der mit humanistischen Werten erzogen war, in Unkenntnis der von US-Mainstream entwerteten Subjekte dieser Welt.
Text: Armin H. Eilenberg

Madame Butterfly, Oper, Giacomo Puccini Xiu Wei Sun, Cio-Cio-San (genannt Butterfly), als sie sich den Dolch in den Leib stich - nach dem Betrug des US-Officiers - Selbstmord
Madame Butterfly, Oper, Giacomo Puccini
Xiu Wei Sun, Cio-Cio-San (genannt Butterfly)
Opernhaus Zürich, 2009 - Foto:© Suzanne Schwiertz


Anmerkung
Nach der Uraufführung enttäuschte die erste Vision und Puccini erarbeitete seine zweite, dreiaktige Fassung, seines Lieblingswerkes und damit war die Oper Madame Butterfly auf den Weg zum Erfolg.
Madame Butterfly war für Puccini eine Fortsetzung, was ihm in dramaturgischer Hinsicht bereits mit »Tosca« gelungen war. Eine Zuspitzung der Situation, die duldete keine Nebenhandlung der Personen. Wir werden an die Gefühlswelten von La Boheme erinnert, diese Handlung ist konzentriert auf die Titelheldin Butterfly in einer exotischen Atmosphäre, für die Puccini mit »Eines Tages sehen wir ein Streifchen Rauch« (2. Akt), einer seiner schönsten Arien schrieb.

Die fortgeschrittene, humanistische Degeneration der Individuen in den USA, wurde Anfang des
20. Jh., in seiner Oper Madame Butterfly, trefflich dargestellt.
Puccini zeichnet uns im 1.Akt.

Pinkerton, aus dem amerikanischen Bildungsbürgertum protz leichtfertig, vor dem US-Konsul Sharpless,
"dass er in dieser Ehe mit der Japanerin nicht anderes sehe, als einen Hauskauf. Diese japanische Ehe hat nach amerikanischem Recht keinen Bestand und so wie man ein Haus abstößt, werde er auch Butterfly aufgeben, wenn er keinen Gefallen mehr daran findet".

Hier traf ein Mensch, Cio-Cio-San (Madame Butterfly)
auf eine teilentleerte menschliche Hülle, Pinkerton (US-Bürger).

Armin H. Eilenberg

Mitte des 20. Jh. wurden die Menschen in Europa und Japan vom US-Mainstream, mit
dem Virus Schacher, der Konsummanie, dem Besitzprotz, eben von den Kalten Herzen infiziert.
Die Folgen des Gesellschaftsverfalls (soziale Entropie), entnehmen wir täglich den Medien.


Der Mainstream hat die Menschen im Würgegriff.
Die Kalte Herzen brillieren im schrillem Konsumwahn,
mit monetärem Gewinn und Besitzprotz,
in dem sie kurzfristige Befriedigung finden.

Sie suchen Ersatz, für verlorene humanistische Werte,
für das Sein, das Leben?
Armin H. Eilenberg 5 /2010


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