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Vorwort
Armin H. Eilenberg
Die Vorlage dieses
Dramas beruht auf die Tragödie »Hippolytos« von Euripides,
428 v. Chr. .
Racine variierte die antike Tragödie, dem 17.Jh. n.Chr. angepasst. Phädra
stellte er in den Vordergrund und Oenone, ihre Amme und Vertraute fügte
er hinzu, somit erscheint Phädra nicht ganz so hassenswert, als in der
antiken Vorlage. Racine wollte Phädra – nach seiner eigenen Aussage
– weder ganz schuldig noch ganz unschuldig darstellen.
Bei Euripides erhält der Streit der Göttinnen, Aphrodite und Artemis
(Schwester von Apoll, Göttin der Jagt, der Natur, Frauen
und Kinder) viel Aufmerksamkeit. Die Göttin der Liebe zürnt
Hippolytos, weil er keusch leben will. Bei Racine liebt er Aricia.
Racine betont das überzogene Verhalten Phädras durch eine zügellose
Hingabe zur Liebe und Eifersucht.
Jean Baptiste
Racine
verlor im Alter von 2 Jahren seine Mutter und mit 3 Jahren seinen
Vater. Er wurde bei seinen Großeltern erzogen. Als der Großvater
1649 starb, siedelte die Großmutter in das jansenistisch orientierte
Kloster Port-Royal. In der kleinen Schule des Klosters erhielt er eine ausgeprägte
humanistische Bildung. Später, als großer Dramaturg im 17. Jh.,
spielen viele seiner, von Liebe und Leidenschaft betonten Tragödien auf
den Schauplätzen der Antike, Rom und Griechenland.
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Phädra
Personen :
Theseus, König von Athen
Phädra, seine Gemahlin
Hippolyt, Sohn des Theseus, aus erster Ehe
Aricia, aus dem königlichen Geschlecht
Oenone, Amme und Vertraute von Phädra
Theramen, Erzieher des Hippolyt
Ort und Zeit:
Peloponnes, große Halle im königlichen Palast,
griechische Antike, v.Chr.
Phädra
Phädra, die Ehefrau von Königs Theseus, vertraut ihrer Amme,
Oenone an, dass sie ihren Stiefsohn Hippolytos heimlich,
aber leidenschaftlich liebt und ihre Träume, ihr den Schlaf rauben.
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Hippolytos, der Sohn des Theseus und der Amazonenkönigin Antiope,
will Troezene verlassen, um seinen Vater im Krieg aufzusuchen und gleichzeitig
vor seiner Liebe, zu Aricia, der Gefangenen seines Vaters, zu fliehen.
Phädra will am liebsten sterben, die heißen Nächte, die
sie im Traum durchlebt, schwächen sie. Ihr Gemahl, der König
Theseus von Athen, kämpft im Krieg und die unglückliche Phädra
verdammt ihre bedrückenden Träume und wartet seit sechs Monaten
auf die Rückkehr ihres Mannes. Erschrocken erfährt sie, bei
Anbruch des Tages, von einem heimkehrenden Schiff, Theseus ist im Kampf
gefallen,
Eine dramatische Veränderung ihres Wesens löst die Nachricht
von Theseus' Tod aus, als Witwe fallen ihre Hemmschwellen.
Oenone wird zur Kupplerin und überredet die Königin, ohne Scham
ihre Träume zu verwirklichen und ihre Liebe und heißes Verlangen
zu Hippolytos zu gestehen.
Phädra ermutigt offenbart sich Hippolytos, der zuerst schockiert
und weist Phädra entrüstet von sich . Hippolytos will mit Aricia
fliehen, denn sie ist, nach dem Tod seines Vaters, frei.
Die Heimkehr des Theseus, der nur durch
ein Gerücht totgesagt war, treibt die Handlung zur Katastrophe. Phädra
unterstützt die heimtückische Oenone, die Theseus, von dem angeblichen
Verbrechen seines Sohnes Hippolytos berichtet, wie er versucht hat, sich
ihre Herrin zu nähern, um die schuldige Phädra zu schonen.
In einer längst vergangenen Zeit, in der die Ehre des Menschen, mit
an erster Stelle des Lebens stand, raste Theseus vor Wut und verbannt
Hippolytos, mit einem Fluch vor Poseidon, des Landes.
Der Sohn, edel und menschlich aufgewachsen (428 v.Chr.),
schweigt.
Phädras Psyche stürzt tief, was hat sie angerichtet und von
zusätzlichen Qualen gepeinigt, erkennt sie die feste Liebe Hippolytos
zu Aricia.
Theseus ist fassungslos, glaubte seinen Sohn zu kennen und es erfüllt
sich sein Fluch, den er auf den unschuldigen Hippolytos vor Poseidon beschworen
hat.
Theramen, (Hippolyts Erzieher) berichtet dem König
von dem furchtbaren Ende des unglücklichen, aufrechten Sohnes Hippolytos,
der ihn kurz vor seinem Tod die Wahrheit verkündete. Ein Meeresungeheuer
hat ihn getötet.
Phädra sieht als einzige Sühne für ihre Schuld, den Tod
und vor dem Gifttrank gesteht sie ihren Mann, Theseus die Wahrheit.
Als Phädra stirbt, regt sich kein Mitleid bei dem König und
er gesteht sich selbst ein, dass kein Tod seinen Sohn und dessen Ehre
wieder zum Leben erwecken können.
Ihre Amme und Vertraute Oenone tötete sich bereits, durch einen Sprung
vom Felsen ins Meer.
König Theseus ist allein und tief erschüttert. Er wendet er
sich voller Liebe zu Aricia, nimmt sie, als seiner Tochter statt an, schließt
sie in seine Arme, sein Reich und erfüllt den geäußerten
Wunsch, seines im Sterben liegenden Sohnes Hippolytos, wie Theramen berichtete. |
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