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AUSZÜGE
Allein
zum Sattwerden brauchen wir kein Brot
Warum eigentlich nicht?
Es ist eine Tatsache, um uns am Leben zu erhalten, müssen wir täglich
essen. Ein tägliches Angehen gegen den Tod.
In der Not kommen wir bis zu drei Wochen ohne feste Nahrung aus, bevor
der Tod anklopft. Anders bei Wasserentzug. Das geht nur etwa drei Tage
gut, dann verdursten wir. Und ohne den Lebensstoff in der Luft, den
wir automatisch einatmen, so wichtig ist er, wenn uns also einmal die
Luft ausgehen sollte, dann geht es schon nach drei Minuten mit unserem
Leben zu Ende.
Luft und Wasser sind Geschenke der Natur! Zum Leben, zum Sattwerden
mit fester Kost finden wir in der Natur eine Vielzahl von Produkten
wie Fisch, Fleisch oder Obst, von denen auch die wilden und zahmen Tiere
leben. Wir Menschen natürlich auch.
Der Speisezettel, den uns die Natur anbietet, ist doch übervoll
und abwechslungsreich.
Und für den Brotlaib schenkt uns Mütterchen Natur nur den
Rohstoff, das Getreide. Die Arbeit überlässt sie uns Bäckern.
Aber warum ist das so, warum schwimmt Brot nicht im Wasser, steht nicht
im Stall, wächst nicht auf oder unter der Erde und auch nicht auf
Bäumen? Warum kennt die Natur keine Brotfrucht?
Fangen wir von vorne an.
Damals, vor über dreißig Jahren, war ich noch kein Bäckermeister
und die Frage nach dem Sinn vom Brotlaib stellte sich mir noch nicht.
Dann
entwickelte sich ein Kontakt zu einer Brotinnovation, wie ich sie noch
nie gegessen hatte. Ein Geschmackserlebnis mit Lebensfreude —
unvergesslich. Dieser Eindruck war dann der Anlass, so ein Brot selber
zu backen. Dabei dämmerte die Einsicht, Intuition genannt, den
schicksalhaften Impuls in einer Bäckerei umzusetzen. Der Markt
solle mitentscheiden, ob er der neuen Brotkultur eine Chance gibt oder
nicht. Und sie hat überzeugt.
Heute bestätigt sich, handwerkliches Wirken im ganzheitlichen Sinne
gemeint, dient der Achtung vor dem Leben, und es wird auch in Zukunft
uns mit Mitarbeitern und Nachfolgern ernähren. Denn die Produktidee
Brot erfüllt eine wichtige Lebensaufgabe, stillt nicht nur den
körperlichen, sondern auch den seelischen Hunger, schenkt Leben.
Aus Dank unseren vielen Kunden gegenüber möchte ich das Geheimnis
im Brot erzählen, wie ich es in meiner Bäckerlaufbahn kennenlernen
durfte und in die Praxis umgesetzt habe.
Der Schriftsteller Karl Schneller dichtet, Brot habe eine Seele:
»Horch auf! Ein Stücklein Brot erzählt:
ich will dir doppelt schmecken.
Horch auf, ich bin wie du beseelt;
Du musst mich nur entdecken ...
... Und wenn du meine Seele siehst,
geh deine Brüder wecken.«
Liebe
»Brüder ...«
Es zeigte sich in der Geschichte, wie die »Seelenkräfte«
im Brot unser Leben zur Individualität mitgestalten. Einerseits
erhöhen wir unser täglich Brot im religiösen Kult als
geistige Nahrung. Es wird auch als heiliges Brot, als Brot des Lebens
bezeichnet. Aber auf der anderen Seite erleben wir, wie Brot als profanes
Konsum Produkt, als Massenware im Verbrauchermarkt billigst angeboten
wird. In diesem Umfeld entziehen sich natürlich die Seelenkräfte
dem Käufer. Das Geld ist weg und der Wert auch.
 
Tropfenbild eines
Sauerteigbrotes und (rechts) ein mit Kunstsauerteig gebackenes Brot
Hier
liegt eine Herausforderung für einen Bäckermeister, verantwortlicher
Hersteller eines bedeutenden Grundnahrungsmittels, die zu informieren,
die Brüder zu wecken, welche sich nach Broten sehnen mit einer
Seele!
Folgen wir dem Aufruf vom Stücklein Brot und machen uns auf den
Weg, seine Seele zu entdecken. Denn zum Sattwerden allein ist Brot nicht
gedacht.
Eine erste aufschlussreiche Erklärung bietet ein international
bekannter Künstler aus Düsseldorf. Joseph Beuys, kein Bäcker,
sondern ein Künstler, dem man eine Parteinahme nicht unterstellen
kann, sagt: Brot sei »die elementarste Substanz für die menschliche
Ernährung!«
In den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts hat er ein Kunstwerk
geschaffen mit dem Titel:
»Zwei Fräuleins mit dem leuchtenden Brot«.
In einem Interview mit Jörg Schellmann* 1970 dazu befragt, erklärte
er das Leuchten folgendermaßen:
»Ja, das ist, abgekürzt gesagt, ein direkter Hinweis auf
die Geistigkeit von Materie. Das Brot, also eine Substanz, die die elementarste
Substanz für die menschliche Ernährung darstellt, hat in dem
Wort vom leuchtenden Brot die Bedeutung, dass es seinen Ursprung im
Geistigen hat, also dass der Mensch sich nicht vom Brot allein ernährt,
sondern vom Geist.«
So hat mir noch keiner die Bedeutung vom Brotlaib erklärt. Eine
elementare Substanz, die Geistiges aus dem Ursprung vermittelt! Überzeugend.
Brot diese Aufgabe zu geben im Wirrwarr der Ernährungslehren, das
stiftet Orientierung.
Es hört sich nach Quantenphysik an. Quantenphysiker sind Menschen,
mit dem Unterschied, meist Nobelpreisträger zu sein, deren Geist
nach Erleuchtung strebt, um die Weltformel zu finden. Ein bekannter
Forscher war Albert Einstein. Er hat die Formel gefunden, die berechenbar
macht, wie viel Energie benötigt wird, damit Materie entsteht (E
MxC2).
Eine ähnliche Erklärung zum Verstehen der Aussage über
den Inhalt in der elementaren Substanz findet sich bei Paracelsus (1493-1541),
wenn er die Wirksamkeit der Arznei erklärt:
»Was die Zähne kauen, ist die Arznei nit;
niemand sieht die Arznei.
Es liegt nit am Leib, sondern an der Kraft.«
Und über den Ursprung der Kraft kann uns nur jemand informieren,
der von dort stammt. Jesus Christus, geboren in Bethlehem (heißt
übersetzt: im Haus des Brotes), offenbarte Folgendes, was Matthäus
(4.4) uns aufschrieb:
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein,
sondern von einem jeglichen Wort,
das durch den Mund Gottes geht.
So
finden wir hier in den verschiedenen zitierten Aussagen Gemeinsamkeiten.
Brot dient zu mehr, als nur den Bauch zu füllen. Ist das vielleicht
mit ein Grund neben dem Hunger, warum wir seit biblischen Zeiten Brot
kennen und essen? Eine Produktidee, die nur wir Menschen genießen.
Ein Ergebnis unserer Hände Arbeit.
So liegt jetzt der Gedanke nahe, nach den geschilderten inneren Werten
zu suchen, die mit ein Grund sein müssen für seine Erfolgsgeschichte
über die Jahrtausende, ohne unmodern zu werden.
Gelten sie aber auch noch in Zukunft?
Heute ist Brot ja ein Angebot unter vielen geworden. Wir können
aus einer globalen internationalen Speisevielfalt wählen zu jeder
Tages- oder Nachtzeit. Mehr als satt werden geht natürlich nicht.
Nicht der Hunger ist hierzulande das Problem.
Da fragt man sich als Bäcker schon, wie sieht es aus mit der Zukunft
unseres Brotlaibes im Spannungsfeld des globalen Wettbewerbs?
Ein erster wesentlicher Unterschied ist sichtbar geworden: Brot kann
man nicht jagen oder ernten. Brot mit Seele gibt es nur im Bäckerladen.
Jetzt stellt sich die spannende Frage, wo finden sich nachvollziehbare
Erklärungen, um zu verstehen, welche Aufgabe der Brot Substanz
zugrunde liegt, die ihren Ursprung im Geistigen hat und uns über
das Wort ernährt?
In dem eingangs zitierten Gedicht von Karl Schneller heißt es
weiter:
Ich weiß um vieler Menschen Not,
um vieler Menschen Ringen,
es geht um mich, ein Stücklein Brot,
ich will euch Frieden bringen!
In Frieden leben — mit sich selbst im Seelenfrieden, mit der Umwelt,
mit der ganzen Welt und dem Himmel — ist eine stille Sehnsucht
von Menschen, die nach Harmonie streben.
Ein Stücklein Brot soll das alles erfüllen?

Mahlbrot
Nach der Aussage im Gedicht wären ja Werte im Brot zu erwarten,
die nicht mit Geld zu bezahlen sind und die eigentlich mit auf der Zutatenliste
stehen müssten: Brot schenkt Frieden! Und Frieden schenkt Herzensliebe,
die uns mit dem Ursprung verbindet. Etwas, was in der Welt heute Mangelware
ist.
Nur, wie kommen diese glücklich machenden Friedensinformationen
aus dem Ursprung in die Substanz und dann über den Bauch in den
Kopf?
Heute lassen sich Antworten finden. Neue Forschungsergebnisse machen
es möglich.
Anthropologen meinen, die Erfindung des Kochen und Backens habe die
Entwicklung des Menschen entscheidend vorangebracht. Das ermöglichte
eine energiereichere Kost, die in der Evolution in die Entwicklung des
Gehirns investiert werden konnte.
Energie, das Thema unserer Zeit. Nicht nur unsere Technik verschlingt
viel Energie, nein, unser Gehirn auch. Unser Gehirn ein Stromfresser?
Über 20 % verbraucht es aus der über die Nahrung aufgenommenen
Energie in Form der Glukose, einem Einfachzucker! Das Gehirn ist ein
selbstsüchtiges Organ, das uns zum Essen zwingt. Der Zucker im
Hirn zählt.* Und »Leuchtendes Brot« enthält über
60 % davon aus dem Ursprung. Einstein hat es berechenbar gemacht. >>>>>>>
»Das
egoistische Gehirn. Warum unser Kopf Diäten sabotiert
und gegen den eigenen Körper kämpft«,
Achim Peters, Ullstein Verlag, Berlin, 2011.
Licht
regiert die Welt ...
...
nein, werden einige denken, Geld regiert die Welt!
Geld regiert nur die Substanz, die irdische Welt. Licht aber regiert
das Leben!
Ein Physiker, der Leiter des CERN, der größten Sinnsuchmaschine
der Welt, der Elementarteilchenbeschleuniger, ist tief in die Geheimnisse
der Materie eingetaucht. Will den Schleier lüften zur Welt des
Immateriellen, zur Welt des Geistes. Könnte man Licht in das Dunkel
bringen, so die Fragen in einer WDR- Sendung*. Dabei liege es mit an
der Kunst, die richtigen Fragen zu stellen und die Grenzen der eigenen
Disziplin zu wahren. Fragen zulassen über das Prinzip hinter allem,
frei von Dogmen.
Für die Physik sind Zeit und Raum erst mit dem Urknall definiert.
Die Physik fragt nur nach dem »Wie?« und nicht nach dem
»Warum?«. 0-Ton Sprecher: »Geist ist immateriell wie
das Licht ... Geist ist überall, durchdringt alles, trägt
alles, verbindet unsichtbar das Sichtbare, wie das Licht, das überall
zwischen den Dingen ist ... Licht kennt keine Ruhe, ist ständig
in Bewegung wie der Geist ... wenn man es sieht im Auge, ist es schon
nicht mehr da ... Licht ist Informationsträger, wie der Geist ...
Berührungspunkte zweier Welten.«
Jeden Morgen nach einer finsteren Nacht erfreuen wir uns, wenn die Sonne
strahlt. Die Seele lacht. Wird ein Mensch geboren, sagen wir, ein Kind
erblickt das Licht der Welt.
Ein anderer Physiker, ein Nobelpreisträger,
Feynmann, erklärt in seinem Buch, was alles Licht ist
(»QED — Die
seltsame Theorie des Lichtes und der Materie«, Piper
Verlag, München, 1992).
»Quarks & Co, Als Gott geboren wurde. Die Suche
nach der Weltformel, WDR, 13.05.2011.
Alles
sei nach Maß und Zahl geordnet. Ob Radio oder Fernsehwelle, Töne,
Farben, alles ist Licht auf einer Leiter. Von der kosmischen Strahlung
bis zur chemischen Wirkung lässt sich Licht durch Zahlen, durch
Frequenzen beschreiben. Licht ist Energie, von der alles Leben abhängt.
Das Leben leuchtet. Alle Zellen strahlen Licht ab, sogenannte Biophotonen.
Lichtteilchen steuern Lebensfunktionen. Fehlt das Licht, denken wir
an eine Sonnenfinsternis, sofort wird es kalt, die Blumen schließen
ihre Knospen, das Leben geht schlafen.
Aber damit das Leben auf Erden die »immaterielle« Wirkung
des Lichtes nutzen kann, hat die Natur eine Pflanzenfamilie mit der
Aufgabe betraut, die Licht-Information aus dem Kosmos einzusammeln,
um sie für uns essbar werden zu lassen.
In der Pflanzenzelle wohnt ein Enzym mit dem Namen Chlorophyll, es kennt
das Rezept wie man aus sechs Molekülen Luft (CO2) und aus sechs
Molekülen Wasser (H20), ein neues Molekül, ein Glukosemolekül
(C6 H12 06), einen Einfachzucker, baut.
Übrig
bleibt der Sauerstoff (0) für uns zum Atmen.
Fotosynthese nennt die Wissenschaft diese Naturleistung der grünen
Pflanzen und würde sie gerne nachahmen, um das Energieproblem auf
Erden zu lösen. Dieser erforschte Naturprozess erklärt ein
grundsätzliches Phänomen, wie Bewegung, Strahlung oder Welle,
je nach ihrer Frequenz, Materie gestaltet. So wie die Sonnenstrahlen
in den grünen Pflanzen zu Substanz werden, über den Einfachzucker
bis hin zur komplexen elementaren Pflanzensubstanz, von der alles Leben
abhängt.
Halten wir fest:
Damit wir Menschen an diese Licht-Information kommen, brauchen wir die
Mitarbeit dieser Pflanzenfamilie. Wir können nicht einfach Sonnenlicht
trinken. Und zu der grünen Familie gehören auch die Süßgräser,
aus denen sich unsere Getreidearten entwickelt haben.
Wobei Getreide der fleißigste Sammler der Sonnenenergie unter
den grünen Pflanzen ist. Der Rohstoff für unseren Brotlaib.
Welch eine Weisheit ist da im Korn zu ahnen.
In so einem winzigen Korn, in einem Samenkorn, sind über sechzig
Prozent Sonnenlicht eingesammelt. Das kann man messen. Das schafft kein
Salatblatt. Jedes Korn spendet Strom wie eine Batterie, der, im Bauch
gelöst, langsam aus der Kette der Kohlenhydrate fließt.
Im Nahrungskohlenhydrat, in den langen Molekülketten, ist die Lichtenergie
eingelagert — messbar als Glukose. Und nicht nur das: Im Jahreslauf
macht die Natur aus einem Samenkorn über einhundert Körner
— eine Vermehrungskraft, die keine Aktie schafft.
Und wir Bäcker backen in einem Kilo Brot über zwanzigtausend
von diesen leuchtenden Körnern ein. Man müsste eigentlich
vor regelmäßigem Brotgenuss warnen, denn es kann zu lichten
Momenten führen, sie haben plötzlich Geistesblitze und Einfälle,
die zu friedlichen Lösungen führen. Vielleicht kennen Sie
das?
»Fehlt
das Brot im Haus, zieht der Frieden aus.« (Volksmund)
Eine weitere Einzigartigkeit vom Brot im Vergleich mit den anderen Lebensmitteln,
die wir kennen, zeigt folgendes Beispiel:
Wir Bäcker backen aus sieben Kilo Getreide etwa zwölf Kilo
Brot.
Beim Bauern macht das Vieh aus diesen sieben Kilo Getreide nur ein Kilo
Fleisch!
Hier wird ein weiterer Mehrwert erkennbar.
Früher wusste man von dieser effektiven Leistung des Getreides
noch nichts.
Man fragt sich, wer hat uns Menschen den Tipp gegeben für eine
Getreideküche?
Ernährungsberater und TV gab es ja noch nicht. > > > >
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