Brot Kalorien oder Geist



Brot
Was uns im Brote speist -
Kalorien oder Geist

 

Sachbuch


R. G. Fischer Verlag

geb. 79 S. € 9,80
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Georg Kretzschmar

Brot ist der Erde Frucht,
doch ist's vom Licht gesegnet
Hölderlin

AUSZÜGE

Allein zum Sattwerden brauchen wir kein Brot

Warum eigentlich nicht?
Es ist eine Tatsache, um uns am Leben zu erhalten, müssen wir täglich essen. Ein tägliches Angehen gegen den Tod.
In der Not kommen wir bis zu drei Wochen ohne feste Nahrung aus, bevor der Tod anklopft. Anders bei Wasserentzug. Das geht nur etwa drei Tage gut, dann verdursten wir. Und ohne den Lebensstoff in der Luft, den wir automatisch einatmen, so wichtig ist er, wenn uns also einmal die Luft ausgehen sollte, dann geht es schon nach drei Minuten mit unserem Leben zu Ende.
Luft und Wasser sind Geschenke der Natur! Zum Leben, zum Sattwerden mit fester Kost finden wir in der Natur eine Vielzahl von Produkten wie Fisch, Fleisch oder Obst, von denen auch die wilden und zahmen Tiere leben. Wir Menschen natürlich auch.
Der Speisezettel, den uns die Natur anbietet, ist doch übervoll und abwechslungsreich.
Und für den Brotlaib schenkt uns Mütterchen Natur nur den Rohstoff, das Getreide. Die Arbeit überlässt sie uns Bäckern.
Aber warum ist das so, warum schwimmt Brot nicht im Wasser, steht nicht im Stall, wächst nicht auf oder unter der Erde und auch nicht auf Bäumen? Warum kennt die Natur keine Brotfrucht?
Fangen wir von vorne an.

Damals, vor über dreißig Jahren, war ich noch kein Bäckermeister und die Frage nach dem Sinn vom Brotlaib stellte sich mir noch nicht.
Dann entwickelte sich ein Kontakt zu einer Brotinnovation, wie ich sie noch nie gegessen hatte. Ein Geschmackserlebnis mit Lebensfreude — unvergesslich. Dieser Eindruck war dann der Anlass, so ein Brot selber zu backen. Dabei dämmerte die Einsicht, Intuition genannt, den schicksalhaften Impuls in einer Bäckerei umzusetzen. Der Markt solle mitentscheiden, ob er der neuen Brotkultur eine Chance gibt oder nicht. Und sie hat überzeugt.
Heute bestätigt sich, handwerkliches Wirken im ganzheitlichen Sinne gemeint, dient der Achtung vor dem Leben, und es wird auch in Zukunft uns mit Mitarbeitern und Nachfolgern ernähren. Denn die Produktidee Brot erfüllt eine wichtige Lebensaufgabe, stillt nicht nur den körperlichen, sondern auch den seelischen Hunger, schenkt Leben.
Aus Dank unseren vielen Kunden gegenüber möchte ich das Geheimnis im Brot erzählen, wie ich es in meiner Bäckerlaufbahn kennenlernen durfte und in die Praxis umgesetzt habe.

Der Schriftsteller Karl Schneller dichtet, Brot habe eine Seele:
»Horch auf! Ein Stücklein Brot erzählt:
ich will dir doppelt schmecken.
Horch auf, ich bin wie du beseelt;
Du musst mich nur entdecken ...
... Und wenn du meine Seele siehst,
geh deine Brüder wecken.«

Liebe »Brüder ...«

Es zeigte sich in der Geschichte, wie die »Seelenkräfte« im Brot unser Leben zur Individualität mitgestalten. Einerseits erhöhen wir unser täglich Brot im religiösen Kult als geistige Nahrung. Es wird auch als heiliges Brot, als Brot des Lebens bezeichnet. Aber auf der anderen Seite erleben wir, wie Brot als profanes Konsum Produkt, als Massenware im Verbrauchermarkt billigst angeboten wird. In diesem Umfeld entziehen sich natürlich die Seelenkräfte dem Käufer. Das Geld ist weg und der Wert auch.


Tropfenbild eines Sauerteigbrotes und (rechts) ein mit Kunstsauerteig gebackenes Brot

Hier liegt eine Herausforderung für einen Bäckermeister, verantwortlicher Hersteller eines bedeutenden Grundnahrungsmittels, die zu informieren, die Brüder zu wecken, welche sich nach Broten sehnen mit einer Seele!
Folgen wir dem Aufruf vom Stücklein Brot und machen uns auf den Weg, seine Seele zu entdecken. Denn zum Sattwerden allein ist Brot nicht gedacht.

Eine erste aufschlussreiche Erklärung bietet ein international bekannter Künstler aus Düsseldorf. Joseph Beuys, kein Bäcker, sondern ein Künstler, dem man eine Parteinahme nicht unterstellen kann, sagt: Brot sei »die elementarste Substanz für die menschliche Ernährung!«
In den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts hat er ein Kunstwerk geschaffen mit dem Titel:
»Zwei Fräuleins mit dem leuchtenden Brot«.
In einem Interview mit Jörg Schellmann* 1970 dazu befragt, erklärte er das Leuchten folgendermaßen:
»Ja, das ist, abgekürzt gesagt, ein direkter Hinweis auf die Geistigkeit von Materie. Das Brot, also eine Substanz, die die elementarste Substanz für die menschliche Ernährung darstellt, hat in dem Wort vom leuchtenden Brot die Bedeutung, dass es seinen Ursprung im Geistigen hat, also dass der Mensch sich nicht vom Brot allein ernährt, sondern vom Geist.«

So hat mir noch keiner die Bedeutung vom Brotlaib erklärt. Eine elementare Substanz, die Geistiges aus dem Ursprung vermittelt! Überzeugend. Brot diese Aufgabe zu geben im Wirrwarr der Ernährungslehren, das stiftet Orientierung.
Es hört sich nach Quantenphysik an. Quantenphysiker sind Menschen, mit dem Unterschied, meist Nobelpreisträger zu sein, deren Geist nach Erleuchtung strebt, um die Weltformel zu finden. Ein bekannter Forscher war Albert Einstein. Er hat die Formel gefunden, die berechenbar macht, wie viel Energie benötigt wird, damit Materie entsteht (E MxC2).
Eine ähnliche Erklärung zum Verstehen der Aussage über den Inhalt in der elementaren Substanz findet sich bei Paracelsus (1493-1541), wenn er die Wirksamkeit der Arznei erklärt:
»Was die Zähne kauen, ist die Arznei nit;
niemand sieht die Arznei.
Es liegt nit am Leib, sondern an der Kraft.«

Und über den Ursprung der Kraft kann uns nur jemand informieren, der von dort stammt. Jesus Christus, geboren in Bethlehem (heißt übersetzt: im Haus des Brotes), offenbarte Folgendes, was Matthäus (4.4) uns aufschrieb:

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein,
sondern von einem jeglichen Wort,
das durch den Mund Gottes geht.

So finden wir hier in den verschiedenen zitierten Aussagen Gemeinsamkeiten. Brot dient zu mehr, als nur den Bauch zu füllen. Ist das vielleicht mit ein Grund neben dem Hunger, warum wir seit biblischen Zeiten Brot kennen und essen? Eine Produktidee, die nur wir Menschen genießen. Ein Ergebnis unserer Hände Arbeit.
So liegt jetzt der Gedanke nahe, nach den geschilderten inneren Werten zu suchen, die mit ein Grund sein müssen für seine Erfolgsgeschichte über die Jahrtausende, ohne unmodern zu werden.
Gelten sie aber auch noch in Zukunft?
Heute ist Brot ja ein Angebot unter vielen geworden. Wir können aus einer globalen internationalen Speisevielfalt wählen zu jeder Tages- oder Nachtzeit. Mehr als satt werden geht natürlich nicht.

Nicht der Hunger ist hierzulande das Problem.
Da fragt man sich als Bäcker schon, wie sieht es aus mit der Zukunft unseres Brotlaibes im Spannungsfeld des globalen Wettbewerbs?
Ein erster wesentlicher Unterschied ist sichtbar geworden: Brot kann man nicht jagen oder ernten. Brot mit Seele gibt es nur im Bäckerladen.
Jetzt stellt sich die spannende Frage, wo finden sich nachvollziehbare Erklärungen, um zu verstehen, welche Aufgabe der Brot Substanz zugrunde liegt, die ihren Ursprung im Geistigen hat und uns über das Wort ernährt?
In dem eingangs zitierten Gedicht von Karl Schneller heißt es weiter:

Ich weiß um vieler Menschen Not,
um vieler Menschen Ringen,
es geht um mich, ein Stücklein Brot,
ich will euch Frieden bringen!


In Frieden leben — mit sich selbst im Seelenfrieden, mit der Umwelt, mit der ganzen Welt und dem Himmel — ist eine stille Sehnsucht von Menschen, die nach Harmonie streben.
Ein Stücklein Brot soll das alles erfüllen?

 


Mahlbrot


Nach der Aussage im Gedicht wären ja Werte im Brot zu erwarten, die nicht mit Geld zu bezahlen sind und die eigentlich mit auf der Zutatenliste stehen müssten: Brot schenkt Frieden! Und Frieden schenkt Herzensliebe, die uns mit dem Ursprung verbindet. Etwas, was in der Welt heute Mangelware ist.
Nur, wie kommen diese glücklich machenden Friedensinformationen aus dem Ursprung in die Substanz und dann über den Bauch in den Kopf?
Heute lassen sich Antworten finden. Neue Forschungsergebnisse machen es möglich.
Anthropologen meinen, die Erfindung des Kochen und Backens habe die Entwicklung des Menschen entscheidend vorangebracht. Das ermöglichte eine energiereichere Kost, die in der Evolution in die Entwicklung des Gehirns investiert werden konnte.

Energie, das Thema unserer Zeit. Nicht nur unsere Technik verschlingt viel Energie, nein, unser Gehirn auch. Unser Gehirn ein Stromfresser? Über 20 % verbraucht es aus der über die Nahrung aufgenommenen Energie in Form der Glukose, einem Einfachzucker! Das Gehirn ist ein selbstsüchtiges Organ, das uns zum Essen zwingt. Der Zucker im Hirn zählt.* Und »Leuchtendes Brot« enthält über 60 % davon aus dem Ursprung. Einstein hat es berechenbar gemacht. >>>>>>>

»Das egoistische Gehirn. Warum unser Kopf Diäten sabotiert und gegen den eigenen Körper kämpft«, Achim Peters, Ullstein Verlag, Berlin, 2011.

 

Licht regiert die Welt ...

... nein, werden einige denken, Geld regiert die Welt!
Geld regiert nur die Substanz, die irdische Welt. Licht aber regiert das Leben!
Ein Physiker, der Leiter des CERN, der größten Sinnsuchmaschine der Welt, der Elementarteilchenbeschleuniger, ist tief in die Geheimnisse der Materie eingetaucht. Will den Schleier lüften zur Welt des Immateriellen, zur Welt des Geistes. Könnte man Licht in das Dunkel bringen, so die Fragen in einer WDR- Sendung*. Dabei liege es mit an der Kunst, die richtigen Fragen zu stellen und die Grenzen der eigenen Disziplin zu wahren. Fragen zulassen über das Prinzip hinter allem, frei von Dogmen.

Für die Physik sind Zeit und Raum erst mit dem Urknall definiert. Die Physik fragt nur nach dem »Wie?« und nicht nach dem »Warum?«. 0-Ton Sprecher: »Geist ist immateriell wie das Licht ... Geist ist überall, durchdringt alles, trägt alles, verbindet unsichtbar das Sichtbare, wie das Licht, das überall zwischen den Dingen ist ... Licht kennt keine Ruhe, ist ständig in Bewegung wie der Geist ... wenn man es sieht im Auge, ist es schon nicht mehr da ... Licht ist Informationsträger, wie der Geist ... Berührungspunkte zweier Welten.«
Jeden Morgen nach einer finsteren Nacht erfreuen wir uns, wenn die Sonne strahlt. Die Seele lacht. Wird ein Mensch geboren, sagen wir, ein Kind erblickt das Licht der Welt.


Ein anderer Physiker, ein Nobelpreisträger, Feynmann, erklärt in seinem Buch, was alles Licht ist (»QED —
Die seltsame Theorie des Lichtes und der Materie«, Piper Verlag, München, 1992).
»Quarks & Co, Als Gott geboren wurde. Die Suche nach der Weltformel, WDR, 13.05.2011
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Alles sei nach Maß und Zahl geordnet. Ob Radio oder Fernsehwelle, Töne, Farben, alles ist Licht auf einer Leiter. Von der kosmischen Strahlung bis zur chemischen Wirkung lässt sich Licht durch Zahlen, durch Frequenzen beschreiben. Licht ist Energie, von der alles Leben abhängt.
Das Leben leuchtet. Alle Zellen strahlen Licht ab, sogenannte Biophotonen. Lichtteilchen steuern Lebensfunktionen. Fehlt das Licht, denken wir an eine Sonnenfinsternis, sofort wird es kalt, die Blumen schließen ihre Knospen, das Leben geht schlafen.

Aber damit das Leben auf Erden die »immaterielle« Wirkung des Lichtes nutzen kann, hat die Natur eine Pflanzenfamilie mit der Aufgabe betraut, die Licht-Information aus dem Kosmos einzusammeln, um sie für uns essbar werden zu lassen.
In der Pflanzenzelle wohnt ein Enzym mit dem Namen Chlorophyll, es kennt das Rezept wie man aus sechs Molekülen Luft (CO2) und aus sechs Molekülen Wasser (H20), ein neues Molekül, ein Glukosemolekül (C6 H12 06), einen Einfachzucker, baut.
Übrig bleibt der Sauerstoff (0) für uns zum Atmen.
Fotosynthese nennt die Wissenschaft diese Naturleistung der grünen Pflanzen und würde sie gerne nachahmen, um das Energieproblem auf Erden zu lösen. Dieser erforschte Naturprozess erklärt ein grundsätzliches Phänomen, wie Bewegung, Strahlung oder Welle, je nach ihrer Frequenz, Materie gestaltet. So wie die Sonnenstrahlen in den grünen Pflanzen zu Substanz werden, über den Einfachzucker bis hin zur komplexen elementaren Pflanzensubstanz, von der alles Leben abhängt.
Halten wir fest:
Damit wir Menschen an diese Licht-Information kommen, brauchen wir die Mitarbeit dieser Pflanzenfamilie. Wir können nicht einfach Sonnenlicht trinken. Und zu der grünen Familie gehören auch die Süßgräser, aus denen sich unsere Getreidearten entwickelt haben.

Wobei Getreide der fleißigste Sammler der Sonnenenergie unter den grünen Pflanzen ist. Der Rohstoff für unseren Brotlaib. Welch eine Weisheit ist da im Korn zu ahnen.
In so einem winzigen Korn, in einem Samenkorn, sind über sechzig Prozent Sonnenlicht eingesammelt. Das kann man messen. Das schafft kein Salatblatt. Jedes Korn spendet Strom wie eine Batterie, der, im Bauch gelöst, langsam aus der Kette der Kohlenhydrate fließt.
Im Nahrungskohlenhydrat, in den langen Molekülketten, ist die Lichtenergie eingelagert — messbar als Glukose. Und nicht nur das: Im Jahreslauf macht die Natur aus einem Samenkorn über einhundert Körner — eine Vermehrungskraft, die keine Aktie schafft.

Und wir Bäcker backen in einem Kilo Brot über zwanzigtausend von diesen leuchtenden Körnern ein. Man müsste eigentlich vor regelmäßigem Brotgenuss warnen, denn es kann zu lichten Momenten führen, sie haben plötzlich Geistesblitze und Einfälle, die zu friedlichen Lösungen führen. Vielleicht kennen Sie das?

»Fehlt das Brot im Haus, zieht der Frieden aus.« (Volksmund)

Eine weitere Einzigartigkeit vom Brot im Vergleich mit den anderen Lebensmitteln, die wir kennen, zeigt folgendes Beispiel:
Wir Bäcker backen aus sieben Kilo Getreide etwa zwölf Kilo Brot.
Beim Bauern macht das Vieh aus diesen sieben Kilo Getreide nur ein Kilo Fleisch!
Hier wird ein weiterer Mehrwert erkennbar.

Früher wusste man von dieser effektiven Leistung des Getreides noch nichts.
Man fragt sich, wer hat uns Menschen den Tipp gegeben für eine Getreideküche?
Ernährungsberater und TV gab es ja noch nicht. > > > >

 


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