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Oper Tosca
- Tosca Norma Fantini
- Cavaradossi Johan
Botha
Staatsoper unter den Linden - Foto: Monika Rittershaus -März 1976
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Personen
zur
Oper Tosca
Floria Tosca, berühmte
Sängerin (Sopran)
Mario Cavaradossi, Maler (Tenor)
Baron Scarpia, Polizeichef (Bariton)
Angelotti, politischer Gefangener (Bass)
Messner, Bass
Spoletta, Polizeiagent (Tenor)
Sciarrone, ein Gendarm (Bass)
Tür Schließer (Bass)
ORT UND ZEIT: Rom, Juni
1800
Um 1798 kämpfte Napoleon
mit dem französischen Heer gegen eine monarchistische Allianz aus Russland,
Österreich und England. Die Franzosen haben Rom eingenommen und Cesare
Angelotti zu einem Konsul der »Römischen Republik« ernannt.
Die bourbonisch-habsburgischen Herrscher Ferdinand IV. und seine Frau Maria
Carolina, eine Schwester der hingerichteten Marie Antoinette, sind aus Neapel
geflohen und von Sizilien aus organisieren sie den Widerstand. Ihre Truppen
nehmen Rom ein, wo Baron Vitellio Scarpia und seine Geheimpolizei die Interessen
der Monarchie durchsetzten, und stürzen die Republik betreibt.
Angelotti wird in das Gefängnis gesteckt.
Im Juni 1800 findet in der Nähe der Kleinstadt Marrengo eine entscheidenden
Schlacht zwischen den französischen und österreichischen Truppen
statt, sie endet in einem Sieg Napoleon.
Das ist der historische Hintergrund der Oper.
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Oper Tosca
- Tosca Norma Fantini
- Staatsoper unter den Linden - Foto: Monika Rittershaus -März 1976
1. Akt.
Angelotti, der von Scarpia in der Engelsburg eingesperrte Konsul der ehemaligen
römischen Republik, konnte aus dem Gefängnis fliehen und sich
in die Kirche St. Andrea della Valle retten.
In der Familienkapelle seiner Schwester, der Marchesa Attavanti ist eine
Flucht Gardrobe hinterlegt. Auf der Suche nach dem Maler Cavaradossi,
der an einem Altargemälde mit dem Bild der nur von ihren Haaren bekleideten
heiligen Büßerin Maria Magdalena arbeitet, nähert sich
der Mesner dem Malgerüst. Er erkennt auf dem Gemälde das Porträt
einer Dame, die in der letzten Zeit häufig zum Beten in die Kirche
kam. Es ist die Marchesa Attavanti. Cavaradossi vergleicht das Bild mit
dem Miniaturporträt seiner Geliebten, der Sängerin Floria Tosca,
das er immer bei sich trägt (Recondita harmonia /
Wie sich die Bilder gleichen).
Der brummige Messner sieht in ihm einen Freigeist und »Feind unserer
heiligen Regierung«. Angelotti wagt sich aus seinem Versteck und
den Maler, der ihn wiedererkennt, um Hilfe bitten. Cavaradossi drückt
ihm einen Korb mit Lebensmittel in die Hand und drängt ihn in die
Kapelle zurück, denn draußen klopft Tosca an die Tür,
um sich mit ihm in seiner Villa zu verabreden. Argwöhnisch unterstellt,
die zur Eifersucht neigende Sängerin dem Maler, er verstecke eine
Frau in der Kirche. Sie erkennt die Ähnlichkeit des Magdalenen Bildes
mit der Gräfin Attavanti und ihren blauen Augen. Doch Cavaradossi
kann seine Geliebte beruhigen, es gebe für ihn nur eine Tosca und
ihre schwarzen Augen. Sie geht einigermaßen beruhigt.
Oper
Tosca
- Scarpia Falk
Struckmann - Tosca Norma
Fantini - Staatsoper unter den Linden - Foto: Monika Rittershaus
-März 1976
Cavaradossi
bietet nun Angelotti ein Versteck im Garten seiner Villa an. Ein Kanonenschuss
von der Engelsburg zeigt an, dass seine Flucht entdeckt wurde. Aufgeregt
kommt der Messner zurück, zugleich enttäuscht, dem Maler nicht
mehr seinen Triumph verkünden zu können: Napoleon ist geschlagen
worden. Zur Feier des Sieges werde die berühmte Floria Tosca im Palazzo
Farnese eine Kantate singen und in der Kirche ein Tedeum zelebriert werden,
ruft er den von allen Seiten herbeilaufenden Geistlichen und Messdienern
zu.
Das allgemeine Jubelgeschrei erstirbt mit einem Schlag, weil Scarpia und
seine Häscher in der Kirchentür erscheinen. Der Polizeichef
hat Angelottis Spur aufgenommen; rasch wird ihm die Verbindung zwischen
Angelotti und dem Maler des Porträts von Angelottis Schwester klar,
zumal in der Kapelle der Attavanti Cavaradossis ein Korb von Lebensmitteln,
der bereinigt ist, gefunden wird. Tosca kehrt zurück, um Cavaradossi
zu sagen, dass sie am Abend nicht kommen könne, weil sie beim Festakt
im Palazzo Farnese auftreten müsse. Scarpia gibt sich verbindlich,
reizt aber Toscas Eifersucht, indem er ihr einen in der Kirche gefundenen,
einen fremden Fächer zeigt. Innerlich aufgewühlt verlässt
sie die Kirche. Sie hofft, Cavaradossi in seiner Villa in flagranti zu
überraschen.
So wollte es Scarpia; höhnisch lächelnd schickt er ihr drei
seiner Leute nach. Die Kirche füllt sich, und zu den Klängen
des Tedeums der Gläubigen stimmt Scarpia in wilder Gier sein eigenes
Triumphlied an.
Er werde Cavaradossi vernichten und Tosca dann zu seiner Beute machen.
Oper
Tosca
- Tosca Norma
Fantini - Cavaradossi Johan
Botha - Staatsoper unter den Linden - Foto: Monika Rittershaus
-März 1976
2. Akt.
In seinem Zimmer im Palazzo Farnese sinnt Scarpia beim Abendessen über
seinen Plan nach, Angelotti und Cavaradossi an den Galgen zu bringen (Tosca
e un buon falco / Tosca ist ein guter Falke). Für Tosca hat
er ein Nachricht, er erwarte sie nach der Kantate.
Spoletta erstattet Bericht: Angelotti konnte nicht gefunden werden, aber
Cavaradossi. Ihn lässt Scarpia vorführen und unterzieht ihn
einem scharfen Verhör. Doch der Maler leugnet, Angelottis Versteck
zu kennen. Während des Verhörs klingt die von Tosca und dem
Chor intonierte Festkantate in den Raum. Nach dem Ende der Kantate erscheint
Tosca. Scarpia lässt Cavaradossi in ein Folterkabinett nebenan bringen.
Auf beiläufige Fragen in Scarpias galanter Konversation erwidert
auch sie, den Aufenthaltsort Angelottis nicht zu kennen. Doch die immer
drängenderen Fragen Scarpias und die Schmerzensschreie ihres Geliebten
brechen ihren Widerstand. Sie verrät das Versteck, einen Brunnen
in Cavaradossis Garten. Der halb bewusstlos Gefolterte wird in den Raum
getragen; als Sciarrone bestürzt meldet, die Nachricht von der Niederlage
der Franzosen bei Marrengo sei eine Falschmeldung, Napoleon habe gesiegt,
bricht Cavaradossi in ein hymnisches Lied der Freiheit aus und schleudert
dem Henkersknecht Scarpia seine Verachtung ins Gesicht (Vittoria!
Vittoria!).
Das bedeutet sein Todesurteil.
Scarpia lässt ihn abführen, hält aber Tosca zurück.
Voll Verachtung fragt sie nach dem Preis für Cavaradossis Leben.
Scarpia erklärt lachend, er sei zwar für Geld zu kaufen, aber
nicht von einer Frau, und sucht ihr klarzumachen, welchen Preis er von
ihr verlange. (Giä mi dicon ve¬nal /Ja, man sagt
mir wohl nach).

Oper Tosca
- Scarpia
Juha Uusitalo (links) Chor und Statisten - Bayerische
Staatsoper - Fotos © Wilfried Hösl
Toscas
Flehen (Vissi
d'arte / Nur der Schönheit weiht' ich mein Leben)
rührt ihn nicht, steigert nur seine Begierde.
Als gemeldet wird, Angelotti habe sich bei seiner Festnahme das Leben
genommen und alles sei bereit zu Cavaradossis Exekution, ist Tosca am
Ende. Auf Scarpias »Also?« nickt sie stumm. Der Polizeichef
befiehlt Spoletta, Cavaradossi nicht zu erhängen, sondern erschießen
zu lassen und das nur zum Schein.
Scarpia stellt Tosca einen Passierschein aus, damit sie Rom mit ihrem
Geliebten verlassen kann. Als er aufsteht, um ihn ihr zu übergeben
und mit ausgebreiteten Armen den vereinbarten Preis einzufordern, stößt
sie ihm einen Dolch in die Brust. Aus
seiner im Tod verkrampften Hand nimmt sie den Passierschein, stellt brennende
Leuchtkerzen neben seine Leiche, legt ein Kruzifix auf seine Brust und
eilt zu Cavaradossi in die Engelsburg.

Oper Tosca
- Scarpia Juha
Uusitalo - Statisten - Bayerische Staatsoper - Fotos ©
Wilfried Hösl
3. Akt.
Auf der Plattform der Engelsburg. Im Morgengrauen hört man aus der
Ferne den Gesang eines Hirtenjungen, Kirchenglocken läuten zum Frühgottesdienst.
Cavaradossi wird dem Schließer übergeben. Er bittet ihn, um
den Preis seines Rings einen Brief weiterzuleiten, und nimmt verzweifelt
Abschied vom Leben.
(E lucevan le stelle / Und es blitzen die Sterne).

Oper
Tosca -Spoletta Kevin
Conners - Mario Cavaradossi Jonas
Kaufmann - Scarpia
Juha Uusitalo - Bayerische Staatsoper - Fotos © Wilfried
Hösl
So überrascht ihn Tosca. Was sie ihm zu berichten hat, überwältigt
ihn, tief gerührt ergreift er ihre Hand. Und beide begrüßen
glücklich den heraufziehenden Tag ihrer Freiheit (0
dolci mani mansuete e pure / Die süßen Hände).

Oper
Tosca - Mario Cavaradossi Jonas
Kaufmann - Tosca
Emily Magee - Bayerische Staatsoper - Fotos © Wilfried
Hösl -- 2010
Das Erschießungskommando tritt an. Cavaradossi wird sich totstellen,
bis nach den Schüssen mit entschärften Patronen die Soldaten
abgezogen sind. Die Gewehrsalve kracht. Tosca sieht ihren Geliebten wie
auf der Bühne zusammensinken. Sie läuft zu ihm, er könne
sich jetzt erheben, ein entsetzlicher Irrtum, er ist wirklich tot, Opfer
eines teuflischen Betrugs.
Inzwischen ist Scarpias Ermordung entdeckt worden. Spoletta stürmt
mit seinen Leuten herauf, um Tosca zu verhaften. Tosca stürzt sich
über die Festungsmauer in den Tod.
Anmerkung:
Die große Sarah Bernhardt erlebte Puccini zweimal in ihrer Paraderolle
der Tosca.
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