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Tosca
Oper Musik Puccini

Kultur Fibel Magazin
Gesellschaftsmagazin

Tosca

Oper, Musik Giacomo Puccini *22.12.1858 - † 29.11.1924
Melodramma in 3 Akten. Text: Giuseppe Giacosa und Luigi Illica Nach dem Drama La Tosca von Victorien Sardou, 1887.
Uraufführung am 14.Januar 1900, Teatro Constanzi, Rom


Oper Tosca - Tosca Norma Fantini - Cavaradossi Johan Botha
Staatsoper unter den Linden - Foto: Monika Rittershaus -März 1976

Personen zur
Oper Tosca

Floria Tosca, berühmte Sängerin (Sopran)
Mario Cavaradossi, Maler (Tenor)
Baron Scarpia, Polizeichef (Bariton)
Angelotti, politischer Gefangener (Bass)
Messner, Bass
Spoletta, Polizeiagent (Tenor)
Sciarrone, ein Gendarm (Bass)
Tür Schließer (Bass)

ORT UND ZEIT: Rom, Juni 1800

Um 1798 kämpfte Napoleon mit dem französischen Heer gegen eine monarchistische Allianz aus Russland, Österreich und England. Die Franzosen haben Rom eingenommen und Cesare Angelotti zu einem Konsul der »Römischen Republik« ernannt.
Die bourbonisch-habsburgischen Herrscher Ferdinand IV. und seine Frau Maria Carolina, eine Schwester der hingerichteten Marie Antoinette, sind aus Neapel geflohen und von Sizilien aus organisieren sie den Widerstand. Ihre Truppen nehmen Rom ein, wo Baron Vitellio Scarpia und seine Geheimpolizei die Interessen der Monarchie durchsetzten, und stürzen die Republik betreibt.

Angelotti wird in das Gefängnis gesteckt.
Im Juni 1800 findet in der Nähe der Kleinstadt Marrengo eine entscheidenden Schlacht zwischen den französischen und österreichischen Truppen statt, sie endet in einem Sieg Napoleon.

Das ist der historische Hintergrund der Oper.


Oper Tosca - Tosca Norma Fantini - Staatsoper unter den Linden - Foto: Monika Rittershaus -März 1976

1. Akt.
Angelotti, der von Scarpia in der Engelsburg eingesperrte Konsul der ehemaligen römischen Republik, konnte aus dem Gefängnis fliehen und sich in die Kirche St. Andrea della Valle retten.
In der Familienkapelle seiner Schwester, der Marchesa Attavanti ist eine Flucht Gardrobe hinterlegt. Auf der Suche nach dem Maler Cavaradossi, der an einem Altargemälde mit dem Bild der nur von ihren Haaren bekleideten heiligen Büßerin Maria Magdalena arbeitet, nähert sich der Mesner dem Malgerüst. Er erkennt auf dem Gemälde das Porträt einer Dame, die in der letzten Zeit häufig zum Beten in die Kirche kam. Es ist die Marchesa Attavanti. Cavaradossi vergleicht das Bild mit dem Miniaturporträt seiner Geliebten, der Sängerin Floria Tosca, das er immer bei sich trägt (Recondita harmonia / Wie sich die Bilder gleichen).
Der brummige Messner sieht in ihm einen Freigeist und »Feind unserer heiligen Regierung«. Angelotti wagt sich aus seinem Versteck und den Maler, der ihn wiedererkennt, um Hilfe bitten. Cavaradossi drückt ihm einen Korb mit Lebensmittel in die Hand und drängt ihn in die Kapelle zurück, denn draußen klopft Tosca an die Tür, um sich mit ihm in seiner Villa zu verabreden. Argwöhnisch unterstellt, die zur Eifersucht neigende Sängerin dem Maler, er verstecke eine Frau in der Kirche. Sie erkennt die Ähnlichkeit des Magdalenen Bildes mit der Gräfin Attavanti und ihren blauen Augen. Doch Cavaradossi kann seine Geliebte beruhigen, es gebe für ihn nur eine Tosca und ihre schwarzen Augen. Sie geht einigermaßen beruhigt.

Oper Tosca - Scarpia Falk Struckmann - Tosca Norma Fantini - Staatsoper unter den Linden - Foto: Monika Rittershaus -März 1976

Cavaradossi bietet nun Angelotti ein Versteck im Garten seiner Villa an. Ein Kanonenschuss von der Engelsburg zeigt an, dass seine Flucht entdeckt wurde. Aufgeregt kommt der Messner zurück, zugleich enttäuscht, dem Maler nicht mehr seinen Triumph verkünden zu können: Napoleon ist geschlagen worden. Zur Feier des Sieges werde die berühmte Floria Tosca im Palazzo Farnese eine Kantate singen und in der Kirche ein Tedeum zelebriert werden, ruft er den von allen Seiten herbeilaufenden Geistlichen und Messdienern zu.
Das allgemeine Jubelgeschrei erstirbt mit einem Schlag, weil Scarpia und seine Häscher in der Kirchentür erscheinen. Der Polizeichef hat Angelottis Spur aufgenommen; rasch wird ihm die Verbindung zwischen Angelotti und dem Maler des Porträts von Angelottis Schwester klar, zumal in der Kapelle der Attavanti Cavaradossis ein Korb von Lebensmitteln, der bereinigt ist, gefunden wird. Tosca kehrt zurück, um Cavaradossi zu sagen, dass sie am Abend nicht kommen könne, weil sie beim Festakt im Palazzo Farnese auftreten müsse. Scarpia gibt sich verbindlich, reizt aber Toscas Eifersucht, indem er ihr einen in der Kirche gefundenen, einen fremden Fächer zeigt. Innerlich aufgewühlt verlässt sie die Kirche. Sie hofft, Cavaradossi in seiner Villa in flagranti zu überraschen.
So wollte es Scarpia; höhnisch lächelnd schickt er ihr drei seiner Leute nach. Die Kirche füllt sich, und zu den Klängen des Tedeums der Gläubigen stimmt Scarpia in wilder Gier sein eigenes Triumphlied an.
Er werde Cavaradossi vernichten und Tosca dann zu seiner Beute machen.

Oper Tosca - Tosca Norma Fantini - Cavaradossi Johan Botha - Staatsoper unter den Linden - Foto: Monika Rittershaus -März 1976

2. Akt.
In seinem Zimmer im Palazzo Farnese sinnt Scarpia beim Abendessen über seinen Plan nach, Angelotti und Cavaradossi an den Galgen zu bringen (Tosca e un buon falco / Tosca ist ein guter Falke). Für Tosca hat er ein Nachricht, er erwarte sie nach der Kantate.

Spoletta erstattet Bericht: Angelotti konnte nicht gefunden werden, aber Cavaradossi. Ihn lässt Scarpia vorführen und unterzieht ihn einem scharfen Verhör. Doch der Maler leugnet, Angelottis Versteck zu kennen. Während des Verhörs klingt die von Tosca und dem Chor intonierte Festkantate in den Raum. Nach dem Ende der Kantate erscheint Tosca. Scarpia lässt Cavaradossi in ein Folterkabinett nebenan bringen. Auf beiläufige Fragen in Scarpias galanter Konversation erwidert auch sie, den Aufenthaltsort Angelottis nicht zu kennen. Doch die immer drängenderen Fragen Scarpias und die Schmerzensschreie ihres Geliebten brechen ihren Widerstand. Sie verrät das Versteck, einen Brunnen in Cavaradossis Garten. Der halb bewusstlos Gefolterte wird in den Raum getragen; als Sciarrone bestürzt meldet, die Nachricht von der Niederlage der Franzosen bei Marrengo sei eine Falschmeldung, Napoleon habe gesiegt, bricht Cavaradossi in ein hymnisches Lied der Freiheit aus und schleudert dem Henkersknecht Scarpia seine Verachtung ins Gesicht (Vittoria! Vittoria!).

Das bedeutet sein Todesurteil.
Scarpia lässt ihn abführen, hält aber Tosca zurück. Voll Verachtung fragt sie nach dem Preis für Cavaradossis Leben. Scarpia erklärt lachend, er sei zwar für Geld zu kaufen, aber nicht von einer Frau, und sucht ihr klarzumachen, welchen Preis er von ihr verlange. (Giä mi dicon ve¬nal /Ja, man sagt mir wohl nach).


Oper Tosca - Scarpia Juha Uusitalo (links) Chor und Statisten - Bayerische Staatsoper - Fotos © Wilfried Hösl

Toscas Flehen (Vissi d'arte / Nur der Schönheit weiht' ich mein Leben) rührt ihn nicht, steigert nur seine Begierde.
Als gemeldet wird, Angelotti habe sich bei seiner Festnahme das Leben genommen und alles sei bereit zu Cavaradossis Exekution, ist Tosca am Ende. Auf Scarpias »Also?« nickt sie stumm. Der Polizeichef befiehlt Spoletta, Cavaradossi nicht zu erhängen, sondern erschießen zu lassen und das nur zum Schein.
Scarpia stellt Tosca einen Passierschein aus, damit sie Rom mit ihrem Geliebten verlassen kann. Als er aufsteht, um ihn ihr zu übergeben und mit ausgebreiteten Armen den vereinbarten Preis einzufordern, stößt sie ihm einen Dolch in die Brust. Aus
seiner im Tod verkrampften Hand nimmt sie den Passierschein, stellt brennende Leuchtkerzen neben seine Leiche, legt ein Kruzifix auf seine Brust und eilt zu Cavaradossi in die Engelsburg.


Oper Tosca - Scarpia Juha Uusitalo - Statisten - Bayerische Staatsoper - Fotos © Wilfried Hösl

3. Akt.
Auf der Plattform der Engelsburg. Im Morgengrauen hört man aus der Ferne den Gesang eines Hirtenjungen, Kirchenglocken läuten zum Frühgottesdienst. Cavaradossi wird dem Schließer übergeben. Er bittet ihn, um den Preis seines Rings einen Brief weiterzuleiten, und nimmt verzweifelt Abschied vom Leben.
(E lucevan le stelle / Und es blitzen die Sterne).


Oper Tosca -Spoletta Kevin Conners - Mario Cavaradossi Jonas Kaufmann - Scarpia Juha Uusitalo - Bayerische Staatsoper - Fotos © Wilfried Hösl


So überrascht ihn Tosca. Was sie ihm zu berichten hat, überwältigt ihn, tief gerührt ergreift er ihre Hand. Und beide begrüßen glücklich den heraufziehenden Tag ihrer Freiheit (0 dolci mani mansuete e pure / Die süßen Hände).


Oper Tosca - Mario Cavaradossi Jonas Kaufmann - Tosca Emily Magee - Bayerische Staatsoper - Fotos © Wilfried Hösl -- 2010


Das Erschießungskommando tritt an. Cavaradossi wird sich totstellen, bis nach den Schüssen mit entschärften Patronen die Soldaten abgezogen sind. Die Gewehrsalve kracht. Tosca sieht ihren Geliebten wie auf der Bühne zusammensinken. Sie läuft zu ihm, er könne sich jetzt erheben, ein entsetzlicher Irrtum, er ist wirklich tot, Opfer eines teuflischen Betrugs.

Inzwischen ist Scarpias Ermordung entdeckt worden. Spoletta stürmt mit seinen Leuten herauf, um Tosca zu verhaften. Tosca stürzt sich über die Festungsmauer in den Tod.

 

Anmerkung:
Die große Sarah Bernhardt erlebte Puccini zweimal in ihrer Paraderolle der Tosca.


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